Morbus Crohn

Morbus Crohn

Morbus Crohn


Stefan Schmidt
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Überblick über Morbus Crohn, eine chronische Darmerkrankung, die den gesamten Magen-Darm-Trakt betreffen kann. Sie behandeln Ursachen, Symptome, Diagnose, Therapieoptionen wie Medikamente und Operationen, sowie Ernährungsempfehlungen und mögliche Komplikationen. Patienten und Angehörige profitieren von diesen Informationen, um die Krankheit besser zu verstehen und den Alltag damit zu bewältigen.
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Allemand
Catégorie
Médecine
Créé / Mis à jour
23.10.2013 / 29.04.2024

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Morbus Crohn - Ursachen?

keine Ursachen bekannt

Neben den erblichen kommen außerdem folgende Faktoren für Morbus Crohn als Ursachen infrage:

  • Ernährung bzw. Nahrungsbestandteile (wie erhöhter Gebrauch von raffinierten Kohlenhydraten, z.B. weißer Zucker)
  • gestörtes Immunsystem
  • Umweltfaktoren (v.a. Rauchen)
  • eventuell Bakterien (wie z.B. Mycobacterium paratuberculosis) und Viren
  • psychosomatische Ursachen (also Reaktionen des Körpers auf z.B. Konfliktsituationen, Stress usw.)

Morbus Crohn - Lokalisation?

von Magen bis Rektum

Morbus Crohn - Symptome?

Morbus Crohn - Diagnose?

  • Spiegelung von Dünndarm nicht möglich, da zu verschlungen --> nur teilweise durch Rendevouz-Technik
  • spezielle Röntgenuntersuchung für Dünndarm (radiologisch, "Selling", Kontrastmittel)
  • Mini-Kamera schlucken

Bildgebende und laborchemische Untersuchungen ermöglichen es, die Morbus-Crohn-Diagnose zu sichern und ihn von anderen entzündlichen Darmerkrankungen wie der Colitis ulcerosa abzugrenzen. Dazu gehören:

  • Laboruntersuchungen, um beispielsweise die Entzündungswerte im Blut zu prüfen und nach Anzeichen für eine Blutarmut und Mangelernährung zu suchen
  • Stuhluntersuchung auf Bakterien, um erregerbedingte Darmentzündungen auszuschließen
  • Ultraschall (Sonographie) des Bauchraums
  • Darmspiegelung, wobei der Arzt Gewebeproben entnimmt, um sie anschließend feingeweblich zu untersuchen (sog. Biopsie à Beweis für MC)
  • Röntgenuntersuchung des Magen-Darm-Trakts mit Kontrastmittel, um zu ermitteln, welche Stellen genau in welchem Ausmaß entzündet sind

Wenn der Arzt bei der Darmspiegelung im Dickdarm Anzeichen für einen Morbus Crohn feststellt, ist es zur weiteren Diagnose ratsam, auch den Dünndarm und den restlichen Verdauungstrakt zu untersuchen.

Betrifft der Morbus Crohn nur den Dickdarm, ist es trotz umfangreicher Diagnostik bei etwa zehn Prozent der Betroffenen nicht möglich, die Erkrankung von einer Colitis ulcerosa abzugrenzen. In diesen Fällen zeigt sich die endgültige Morbus-Crohn-Diagnose erst im weiteren Verlauf der Darmerkrankung.

Morbus Crohn - Differentialdiagnose?

Colitis Ulcerosa --> Colitis nur Schleimhaut, Morbus Crohn alle Schichten des Darms betroffen

Morbus Crohn - Therapie?

Grundsätzlich zielt die Morbus-Crohn-Therapie darauf ab,

  • die Symptome zu verringern,
  • die Zeitabstände zwischen den Krankheitsschüben zu verlängern,
  • Komplikationen zu vermeiden und
  • operative Eingriffe so lange wie möglich hinauszuschieben.
  • Nahrungskarenz (benötigt Infusion, Kalorien)
  • evtl. Blasenkatheter
  • Antibiotikum
  • Kortison (abhängig vom klinischen Bild)
  • OP (primär internistisch, chirurgisch nur bei Komplikationen)

Bis zu 70 Prozent der Menschen mit Morbus Crohn sind durch die Therapie beschwerdefrei. Allerdings ist die chronisch-entzündliche Erkrankung bisher nicht vollständig heilbar.

Morbus Crohn - Komplikationen?

  • Fisteln (in etwa 30 bis 50 Prozent der Fälle von Morbus Crohn): Fisteln sind spontan entstandene, schlauchartige Verbindungen zwischen einem Hohlorgan und der Körperoberfläche (äußere Fistel) oder zwischen zwei Hohlorganen (innere Fistel). Fisteln heilen schlecht und können immer wieder auftreten. Zeichen für eine Fistelbildung bei Morbus Crohn sind zum Beispiel verschmutzte Unterwäsche, Stuhl im Urin, bei Frauen auch Stuhlabgang über die Scheide. Fisteln sind meist relativ schmerzlos.
  • Abszessbildung (bei etwa 20 Prozent der Fälle von Morbus Crohn): Ein Abszess ist eine Eiteransammlung in einer nicht vorgebildeten Gewebshöhle. Abszesse bilden sich vor allem im Analbereich und sind äußerst schmerzhaft.
  • Darmverschluss (Ileus): Der Darmverschluss kann zwei Ursachen haben: Es bilden sich Narben oder es entstehen entzündliche Schwellungen infolge von Morbus Crohn. Im letzteren Fall kann sich der Verschluss zurückbilden, wenn es möglich ist, über eine Magensonde den gestauten Darminhalt abzusaugen. Eine Operation ist dann nicht mehr notwendig.
  • Konglomerattumor: Wenn entzündete Darmschlingen miteinander verkleben, entsteht der Eindruck einer Geschwulstbildung, die man als Konglomerattumor bezeichnet. Dieser ist als eine Art Walze von außen durch die Bauchdecke tastbar und kann bereits bei der körperlichen Untersuchung auffallen. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um eine bösartige Neubildung.
  • Darmdurchbruch (Perforation): Der Darmdurchbruch ist eine lebensbedrohliche Komplikation von Morbus Crohn und erfordert eine sofortige Operation.
  • Schwere Darmblutungen: Die Blutverluste bei Darmblutungen lassen sich in der Regel durch Bluttransfusionen ausgleichen. In seltenen Fällen ist eine Operation notwendig.

Morbus Crohn - Def.?

  • Morbus Crohn bezeichnet per Definition eine chronische Entzündung des Magen-Darm-Trakts, die – ebenso wie die chronische Darmentzündung namens Colitis ulcerosa – zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) zählt. Morbus Crohn ist nicht ansteckend, verläuft meist schubweise und betrifft alle Schichten der Darmwand. Ein akuter Morbus-Crohn-Schub gilt je nach Schweregrad der Entzündungsaktivität als leicht, mäßig oder hoch.
  • Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung des Verdauungstrakts, wobei meistens der Übergangsbereich vom Dünndarm zum Dickdarm entzündet ist. Typischerweise verläuft die Darmentzündung in Schüben. Die wichtigsten Symptome von Morbus Crohn sind Durchfälle und krampfartige Schmerzen, vor allem im rechten Unterbauch.

Morbus Crohn - Befallsmuster?

Befallsmuster

Der Morbus Crohn und die ähnliche Colitis ulcerosa unterscheiden sich in ihrem Befallsmuster: Während die chronische Entzündung bei der Colitis ulcerosa meist auf den Dickdarm beschränkt bleibt, können beim Morbus Crohn alle Abschnitte des Magen-Darm-Trakts entzündet sein, einschließlich der Speiseröhre. Am häufigsten sind beim Morbus Crohn folgende Stellen betroffen:

  • in etwa 30 Prozent der untere Dünndarmabschnitt (terminales Ileum),
  • in etwa 40 Prozent der Übergang vom Dünndarm zum Dickdarm (Ileokolon) und
  • in etwa 25 Prozent der Fälle der Dickdarm und Analkanal.

Andere Abschnitte sind eher selten befallen (weniger als 5 Prozent). Morbus Crohn kann gleichzeitig mehrere Darmabschnitte befallen, die durch gesunde Abschnitte voneinander getrennt sind. Mediziner sprechen bei einem solchen Befallsmuster von einem segmentalen, diskontinuierlichen Befall.

Morbus Crohn - Häufigkeit?

In Deutschland tritt Morbus Crohn mit einer Häufigkeit von jährlich etwa 5 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner auf. Die chronische Entzündung des Magen-Darm-Trakts kann in jedem Alter auftreten, auch bei Kindern: In 15 bis 25 Prozent der Fälle zeigen sich die ersten Symptome von Morbus Crohn vor dem 20. Lebensjahr, vereinzelt sogar schon im Säuglingsalter. Am häufigsten beginnt der Krankheitsverlauf aber zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. In den letzten 20 Jahren hat die Zahl der Diagnosen insgesamt zugenommen.

Männer und Frauen sind gleich häufig von Morbus Crohn betroffen. In manchen Familien allerdings kommt die Darmerkrankung gehäuft vor. Auch zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen tritt der Morbus Crohn mit unterschiedlicher Häufigkeit auf: Weiße haben den Morbus Crohn etwa doppelt so oft wie Farbige.

Morbus Crohn - Medikamente?

Mittel gegen Durchfall

Entzündungshemmer

  • Kortikosteroide: Während der entzündlichen Krankheitsschübe
  • Aminosalicylate: vor allem wenn der Dickdarm von der Darmentzündung betroffen ist – sind Sulfasalazin oder Mesalazin
  • Mittel zur Hemmung des Zellwachstums (sog. Zytostatika
  • Wirkstoffe, die das Immunsystem unterdrücken (sog. Immunsuppressiva): Bei hoher Entzündungsaktivität eignen sich etwa Azathioprin oder 6-Mercaptopurin (6-MP) zur Morbus-Crohn-Therapie.
  • Antibiotika: Bei Fistelbildungen und Eitereinschlüssen ist zum Beispiel das Antibiotikum Metronidazol zur Behandlung von Morbus Crohn geeignet.
  • TNF-alpha-Antikörper: Der Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) ist ein Botenstoff, der an Entzündungsreaktionen beteiligt ist. Mit Infliximab steht ein Antikörper gegen TNF-alpha zur Verfügung, der den Botenstoff blockiert.

Morbus Crohn - OP?

Etwa zehn Jahre nach Beginn von Morbus Crohn kommt zur Therapie meist (zu 80%) die erste Operation zu Einsatz. Die häufigsten Gründe hierfür sind Komplikationen: Unbedingt notwendig ist eine Operation, wenn Sie einen Darmverschluss (Ileus), einen Darmdurchbruch (Perforation) oder schwere Blutungen bekommen.

Die Operation bleit dabei in der Regel auf den betroffenen Darmabschnitt beschränkt. Auch wenn der restliche Darm entzündet ist, rührt der Operateur ihn nicht an, solange die Entzündung keine Beschwerden verursacht, denn: Bei Morbus Crohn hat sich eine operative Therapie, bei der man große Darmabschnitte entfernt, als eher unnötig und nachteilig herausgestellt.

In manchen Fällen ist es bei Morbus Crohn wegen möglicher Komplikationen ratsam, eine Operation so lange wie möglich aufzuschieben. Dies gilt, wenn Sie Folgendes haben:

  • Abszesse,
  • Fisteln (schlauchartigen Verbindungen zwischen Organen oder Organen und der Körperoberfläche) oder
  • Konglomerattumoren (Verwachsungen von Organen oder Organteilen)

Morbus Crohn - Ernährung?

  • Diät für entzündliche Darmerkrankungen steht nicht zur Verfügung. Aber durch die Ernährung können Sie bei Morbus Crohn sowohl den Krankheitsverlauf als auch Ihren Gesundheitszustand verbessern
  • Während eines akuten Morbus-Crohn-Schubs erhalten Sie eine künstliche Ernährung
  • Sobald die Beschwerden des Morbus-Crohn-Schubs abklingen, können Sie Ihren Magen-Darm-Trakt allmählich wieder an eine normale Ernährung gewöhnen. Hierbei ist ein langsamer Kostaufbau empfehlenswert:
  • Anfangs greifen Sie am besten auf leichtverdauliche Nahrungsmittel zurück, wie zum Beispiel kohlenhydrathaltige Kost. Nachdem Sie die Menge langsam gesteigert haben, kommen eiweiß- und später fetthaltige Lebensmittel hinzu.
  • Wenn Sie diese Kostform gut vertragen, können Sie zu leichter Vollkost übergehen. Zu den wichtigsten Bestandteilen der leichten Vollkost gehören:
    • fettarme Milchprodukte
    • mageres Fleisch
    • feine Vollkornbrote
    • Salzkartoffeln
    • Reis
    • Nudeln
    • Gries
    • Püree
    • leichtverträgliche Gemüsesorten wie Karotten, Fenchel, Tomaten oder grüne Erbsen
  • Auch auf frisches Obst und grüne Salate müssen Sie wegen Morbus Crohn bei Ihrer Ernährung nicht verzichten
  • Es ist jedoch ratsam, bei Morbus Crohn aus Ihrer Ernährung zuckerhaltige Produkte weitestgehend zu streichen. Auch Weißmehlprodukte können den Verlauf von Morbus Crohn nachteilig beeinflussen. Viele Ballaststoffe hingegen lindern in den meisten Fällen unangenehme Symptome, da sie sich günstig auf die Verdauung auswirken. Aber: Wenn Sie bereits ausgedehnte Darmverengungen (Stenosen) haben, ist es ratsam, auf ballaststoffreiche Ernährung zu verzichten.

Morbus Crohn - Verlauf?

Durch eine geeignete Therapie gelingt es allerdings bei etwa 60 bis 70 Prozent der Menschen mit Morbus Crohn, eine Beschwerdefreiheit zu erreichen. Am chronischen Verlauf der entzündlichen Erkrankung des Magen-Darm-Trakts ändert dies aber nichts: Eine vollständige Heilung ist nicht möglich.

Morbus Crohn - Vorbeugung?

Einem Morbus Crohn können Sie kaum vorbeugen, da die tatsächlichen Ursachen der Darmerkrankung bisher nicht geklärt sind.

Allerdings können Sie das Risiko der Erkrankung und – bei bestehendem Morbus Crohn – eines wiederkehrenden Schubs vermindern, indem Sie auf das Rauchen verzichten. Dies wirkt sich außerdem positiv auf den allgemeinen Gesundheitszustand aus.

 

Étudier