Mikrobiologie 1

FHNW Optometrie, Semster 2 allgemeine und spezielle Bakteriologie allgemeine und spezielle Virologie Pilze Protozoen Hygiene, Desinfektion, Sterilisation

FHNW Optometrie, Semster 2 allgemeine und spezielle Bakteriologie allgemeine und spezielle Virologie Pilze Protozoen Hygiene, Desinfektion, Sterilisation


N. G.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen der Mikrobiologie, geeignet für Studierende und Fachkräfte. Sie behandeln die Vermehrung und Therapie von Viren sowie die Infektionen durch Protozoen wie Plasmodien und Toxoplasmose gondii. Die Karteikarten vertiefen sich in die Struktur und Funktion von Bakterien, darunter Stäbchen und Spirochäten, und beleuchten deren Rolle bei Krankheiten wie Borreliose und Syphilis. Zudem werden DNS- und RNS-Viren, einschließlich Hepatitis-B-Viren und Retroviren, sowie deren Auswirkungen auf den Menschen und mögliche Impfungen erklärt.
Karten
65
Lernende
15
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
31.05.2014 / 21.06.2023

Lernkarten

In welche drei Kategorien lassen sich Mikroorganismen einteilen?

  1. subzelluläre biologische Objekte (keine Lebeswesen)
  2. einzellige Mikroorganismen
  3. mehrzellige Lebewesen

Was sind subzelluläre biologische Objekte?

  • Prionen
    Protein ähnlich, keine DNS, durch falsche Faltung pathogen, verursacht Demenz
  • Viroide
    hüllenlose RNS, Vorkommen nur bei Pflanzen
  • Viren
    Zellparasit ohne Stoffwechsel, Hülle mit DNS oder RNS

Welche einzelligen Mikroorganismen werden unterschieden?

  • Prokaryonten
    selbstständige Vermehrung (Ribosome, RNS), kein Zellkern
    zB Bakterien
  • Eukaryonten
    Zellkern und eigener Stoffwechsel
    zB Pilze, Protozoen

Was sind mehrzellige Lebewesen?

  • Helminthen/ Würmer
  • Arthropoden/ Gliederfüssler als Überträger zB Zecke

Wie vermehrt sich eine Bakterie?

ungeschlechtliche Vermehrung durch Zellteilung

Welche organellenähnliche Strukturen hat eine Bakterie?

  • Mesosom (Atmung)
  • Nukleoid (freies Genom)
  • Ribosomen
  • Plasmid (erzeugt Resistenz)

Wie ist die Zellwand von Bakterien aufgebaut und welche Funktionen hat sie?

  • besteht aus Murein (Polysaccharid) und liebt über Cytoplasmamembran
  • hält inneren Überruck konstant und gibt äussere Form
  • gram+ = dicke Wand, lässt sich blauviolett anfärben
  • gram- = dünne Wand, lässt sich rot anfärben, besteht aus Lipopolysaccariden, diese sind sehr thermostabil
    und zerfallen toxisch

Nach welchen Klassifikationen lassen sich Bakterien einteilen?

  • Sauerstoffempfindlichkeit
    obigat aerob, fakultativ aerob, obligat anaerob
  • Morphologie
    Kokken, Stäbchen, Fäden, Spiralen

WelcheOberflächendifferenzierungen sind bei Bakterien möglich?

  • Geisseln: für Bewegung der Stäbchen
  • Kapsel: Phagocytose-Schutz
  • Fimbrien/Pilli: zum andocken an Wirt/ andere Bakterien
  • Sporen: überleben lange, bei schlechten Überlebensbedingungen gebildet
  • Listerform: keine Zellwand, trotzdem überlebensfähig

Wie lässt sich das Erbgut einer Bakterie verändern?

  • Transduktion
    Gentransfer über Bakteriophag, bei gram+
  • Konjugation
    austausch von Genabschnitten über Sexpilli, bei gram-
  • Transformation
    industriell eingeschleusstes Genom
  • Transposition
    übertragen einzelner Strukturen im Nukleoid, erzeugt Resistenz
  • Mutation

Wann stirbt eine Bakterie?

  • Nahrung fehlt
  • Anhäufung von Stoffwechselprodukten

Wie kann ein antibakterielles Mittel wirken?

  • bakteriostatisch, Wachstum wird gehemmt
  • bakterizid, wirkt direkt toxisch oder stört Metabolismus

Was ist der Unterschied zwischen antibakterieller Chemotherapie und Antibiotika?

  • Antibiotika sind natürlich wirksame Stoffe, sie stammen von Bakterien/ Pilzen
  • Chemotherapie ist synthetisches Pharmakon

Welche Resistenztests gibt es?

Antibiogramm, Verdünungstest

Welche zwei Arten von Antibakteriziden gibt es?

  • Breitspektrum
    wirkt gegen viele verschiedene Bakterien
  • Schmalspektrum
    wikt spezifisch gegen einige wenige Bakterien

Wie werden Viren therapiert?

  • Impfung als Schutz
  • Virostatika hemmen, töten Erreger aber nicht

Welche Elemente braucht ein Virus mindestens?

Nukleokapsid

  • Nucleoid mit Erbmaterial
  • Kapsid aus viruscodierten Proteinen

Lipidhülle, stammt vom Wirt und erlaubt Spezifikationen

Wie verläuft der Vermehrungszyklus von Viren?
-> eindringen in Stoffwechsel des Wirt

  1. Adsorption/ Bindung
  2. Penetration/ Eindringen
  3. Uncoating, Kapsid wird aufgelöst und setzt Nucleoid frei
  4. Replication
  5. Maturation + Self assebly
  6. Release durch Knospung oder Exocytose

Wie wirkt sich der zytopathogene Viruseffekt aus?
-> Reaktio Wirtszelle

  • zytozide Infektion, Zelle stirbt durch Nekrose wegen Virusvermehrung
  • nicht zytozide Infektion, zelle wird vom Immunsystem eliminiert
  • latente Infektion, Virus persistiert im Körper ohne Vermehrung
  • Tumortransformation, Wirt wandelt sich zu Krebszelle (Tumorsuppressorprotein viral gehemmt)
  • Apoptose

welche viralen Infektionsarten gibt es?

  • akut, Ausbruch kurz nach Infektion
  • persistierend
    - chronisch dh ständige Replikation
    - latent dh Virus bricht nicht aus

Viruspathogenese

  • primäre Replikation an Eintrittspforte -> Invasion
  • sekundäre Replikation im Zielgewebe -> Symptome treten auf
  • Befall ganzer Körper, Ausbreitung neurogen, lymphogen, hämatogen
  • Schädigung primär (degenerativ) oder sekundär (Entzündung)
  • generalisierte Infektion, dh Virus wander im ganzen Körper

Was gibt es bei der Replikation der Virusgenome zu beachten?

  • Ribosomen erkennen nur ss+RNS
  • DNA-Viren mit ds Einzel-/Doppelstrang
  • RNA-Viren mit +/-/ Doppelstrang
  • bei Retroviren transkription von ss+ zu ds+-

antivirale Chemotherapie/ Prophylaxe

  • aktive Immunisierung, Impfung für körpereigenen Schutz
  • passive Immunisierung, Serumg wirkt kurzfristig und einmalig
  • Schutz durch hygiene und Desinfektion
  • unspez. Abwehr mit Interferonsynthese und Killerzellen
    spez. Abwehr mit Antikörper, T-Zellen

Welche Helminthen-Arten gbit es?
inkl Beispiel

  • Arten: Fadenwürmer, Spulwürmer, Madenwürmer
  • LoaLoa (Loasis)
    Augenwurm im subkutanen Gewebe, überlebt 17 -20Jahre, durch Bremse übertragen, Therapie mit Wurmmittel
    prickelnde Haut und Wundbeulen wegen Wanderung, 35 -70mm

Was ist Hygiene?

Prävention von Infektionskrankheite

  1. Verhinderung des erstmaligen Auftreten
  2. Verhinderung von erneutem Auftreten oder Übertragung
  3. Verhinderung von Verschlimmerung (Karantäne, Isolation)

Welche beiden Infektionswege gibt es?

  • homogen: innerhalb der gleichen Gattung
  • heterogen: auch bei Insekten, Spinnentieren

Welche beiden Infektionsketten gibt es?

  • homonom: nur Menschen betroffen dh humanes Reservoir (zB Masern)
  • heteronom: bei Mensch und Tier vorkommend (zB Tollwut)

Welche drei Infektionsquellen gibt es?

  • Umwelt: Wasser, Boden, Luft
  • Tiere
  • Kranke: Dauerausscheider, Inkubationsausscheider, Rekonvaleszenzausscheider

Welche Sterilisationsmöglichkeiten gibt es und was bewirken sie?

  • tötet Mikroorganismen oder trennt sie vom Material
  • mit Luft: Autoklavieren (feucht), Heissluftsterilisation
  • industriell: Gas, Strahlung
  • tyndallisieren dh mehrfache Erhitzung
  • filtrieren, ausglühen, abflammen, verbrennen

Welche beiden Prophylaxe Arten gibt es?

  • Expositionsprophylaxe, Vorbeugung ohne Medikamente
  • Dispositonsprophylaxe, Ausbruch wird verhinder oder abgeschwächt zB durch Imfpung

Welche Desinfektionsmittel gibt es?

  • Alkohol für Haut
  • Aldehyde + Tenside für Oberflächen
  • Halogene wie Jod, Chlor
  • Dampf für Matrazen
  • Metallsalze wie Silber, Quecksilber
  • Oxidantien dh Peroxid
  • Pasteurisation, T < 100°C

Was sind Parasiten?

  • Parasiten lösen Infektionskrankheit aus, leben auf Kosten des Wirtes
  • Protozoen, Helminthen, Arthropden
  • Viren/ Pilze sind keine Parasiten
  • Parasiten haben Vektorfunktion
    - aktive Übertragung bei Blutmahlzeit
    - passive Übertragung beim verschlucken des Zwischenwirtes zB Mehlmotte

Welche beiden Parasitenarten werden unterschieden?

  • Endoparasiten (selten)
    - stationär, leben in der Haut zB Sandfloh
  • Ektoparasiten
    - stationär, entwickeln sich im Wirt und beleiben dort zB Läuse
    - temporär, entwicklung erfolgt ausserhalb Wirt zB Mücke

Was sind gram+ Kokken?

  • Staphylokokken (nicht sporend, Temp resisten, Lebensmittel, Umwelt, Schleimhaut)
    koagluase+ sind hochpathogen
    koagluase - sind nur bei Immunschwäche wirksam
  • Streptokokken (nicht sporend, starr, Hautflora, Exanthem/ Enanthe)

Was sind gram - Kokken?

  • Neisseria meningitis/ Meningokokken
    pathogene Kapsel + Endotoxin, führt zu Meningitis oder Waterhouse-Fridrihsen-Syndrom (Sepsis, Amputation)
  • Neisseria gonorrhoeae/ Gonokkokken
    subendotheliale Entzündung, Ausfluss durch abfallendes Epithel, pathogene Haftpilli
    zB Tripper, Ophthalmica neonatorum
  • Moraxella catarrhalis
    sporenlos, in Rachenflora, Atembwegserkrangungen/ Mittelohrinfekte bei Kindern

Beispiele Staphylokokken koagluase+

gram+ Kokken

  • Staphylococcus aureus
    Lebensmittelvergiftung, Abszess, toxischer Schock, Hände waschen, Antibiotika zT nutzlos
    Clumpingfaktor, Tocine, Antiphagocytär

Beispiel Staphylokokken koagluase -

gram+ Kokken

  • Staphylococcud epidermis
    Nosokomialinfektion, Fremdkörperinfektiondurch Plastik (Katheter, Prothese)
    Adhäasion durch Schleim, hohe Antibiiotikaresistenz
  • Staphylococcus saprophyticus
    in Luft, Aas, Michprodukten, Staub, bei Geschlechtsverkehr übertragen, haftet sich an Uroepithel
    Urethritis/ Zystitis

Beispiel Streptokokken

gram+ Kokken

  • Streptococcus pyogenes (A) - Scharlach
    zerstört Membran, Fieber, Scharlach, Verwendung als Medikament wegen Fibrinlösender Wirkung
    Tröpfchen-/ Schmieringekt mit nichtabekapselter Entzündung
  • Streptococcus agalactiae (B)
    primär tierpathogen, bei Schwangerschaft/ Geburt führt erzu Neugeborenen Meningitis, Sepsis, Urethritis, Antibiotka
  • Enterokokken (D)
    Darmflora, Nasokomialinfektion, Sepsis, Wundinfekt, Urethritis
  • Peumokokken
    Rachenfora, mit Kapsel pathogen, Broncho-/ Lobärpneumonie, Impfung, Antibiotika

Was sind gram+ Stäbchen?

  • Korynebakterien - Diphterie
    Hautflora, Schmier-/ Tröpfcheninfektion, Untereinheit A +B (stoppt Proteinynthese, Nerose Zielzelle),
    Kreislaufversagen, Erstickung wegen Schwellung, 5 Fälle/ Jahr, Impfung
  • Baszillen - Milzbrand
    sprend, schützende Kapsel, Anthrax als Biowaffe, Haut: nekr. Zentrum, Blutung bin Darm/ Lunge
  • Aktinomyzeten - Fistel, Kanalikulitis, Karies, etirger Abszess
    bei Männer häufiger, anaerob, nicht sporend, verzweigt
  • Clostridien

Beispiel Clostridien

 

gram+ Stäbchen

  • Clostridium tetani - Tetanus
    Toxin lähmt Muskeln/ ZNS, Teufesgrinsen, Gebogener Rücken, Kiefer zu, Impfung, antitoxische Therapie
  • Clostridium perfringens - Gasbrand
    Sporen dirngen in verschmutze Wunde, nekrotisierend, Hämolyse, vermehrt sich bei O2 Mangel
    Verwertung Nekrosegewebe erzeugt Gas
  • Clostridium botulinum - Bootulinismus
    hitzebeständiges Neurotoxin in Nahrungsmittel (Honig bei Babys), stoppt Acetylcholin Freisetzung, Toxin A ist stärkstes Gift, Schluck-/ Sprechstörung, Atemwegslähmung, Antitoxin Therapie
    Verwendung bei kosm. OP, be

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