Migränetherapie

Triptane etc

Triptane etc


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Migränetherapie auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Wirkungen und Interaktionen von Migränetherapeutika, insbesondere Triptane, sowie auf die Rolle von Rezeptoren wie 5-HT1B und 5-HT1D. Die Karteikarten behandeln auch die Pathogenese und Pathophysiologie der Migräne, einschließlich der Beteiligung des Nervus trigeminus und der Freisetzung von Neuropeptiden wie CGRP. Ideal für Medizinstudenten und Fachleute, die ihr Verständnis der Migränebehandlung vertiefen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
22.07.2016 / 15.06.2024

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Pathophysiologie der Migräne

• eine der häufigsten neurologischen Erkrankung; Prävalenz: 12-14% für Frauen, 6-8% für Männer in Westeuropa und Nordamerika
• attackenartig auftretende starke, zumeist unilateralen (einseitig) klopfende oder pulsierende fronto-temporale ( im vorderen Bereich) Kopfschmerzen mit einer Dauer von 4-72 Stunden, assoziiert mit vegetativen Symptomen wie Nausea oder Vomitus
• zumeist Phono- und/oder Photophobie (Empfindlichkeit geg. Lautstärke und Helligkeit)
• Akzentuierung der Beschwerden bei körperlicher Belastung sowie ein Kopfschmerzbeginn in den Morgenstunden

IHS (International Headache Society)-Klassifikation der Migräne

  • Migräne ohne Aura,
  • Migräne mit Aura "flimmern", 
  • retinaler Migräne, insbesondere im Augenbereich
  • Komplikationen der Migräne
  • wahrscheinliche Migräne

Pathogenese und molekulare Grundlagen der Migräne: Welcher Nerv ist maßgeblich beteiligt? Welche Rezeptoren exprimieren sie und was regulieren diese Rezeptoren?

• Genetische Disposition (Gene auf Chromosom 1, 4, 11, 19 und X!)
•„sterile Inflammation der Meningen“: Plasma-Austritt in perivaskuläres (umgliegendes Gewebe um Gefäße -> eng) Gewebe, Vasodilatation kleiner meningialer Gefäße, Degranulierung von Mastzellen, Freisetzung
von Entzündungsmediatoren. -> klassische Entzündungssymptome nur ohne Mikroorganismen


• Vermuteter Mechanismus: Freisetzung vasokonstriktorischer (hält nur kurz an) Neuropeptide (Calcitonin gene related peptide, Substanz P) => initiale Vasokonstriktion => langanhaltende schmerzhafte Vasodilatation kranialer Gefäße
• Nervus trigeminus ist maßgeblich an der Entstehung einer Migräneattacke beteiligt. Dieser innerviert die Dura mater mit einem dichten Netz von schmerzsensitiven Fasern (c-Fasern) und macht diese so zu einer der wenigen schmerzsensitiven intrakraniellen Strukturen
• Trigeminale c-Fasern in der Dura mater exprimieren Serotonin Rezeptoren vom 5-HT1B, 5-HT1D und 5-HT1F Typ, über welche die Aktivität der Neurone moduliert werden kann
• 5-HT1B und 5-HT1D regulieren die Neuropeptidfreisetzung (Stress, Dehydrierung etc. auch Gründe)

Lokalisation des Trigeminusnerves - Schaubild

Signaltranduktion der Serotonin-induzierten Neurotransmitter-Freisetzung

Serotonin-Rezeptoren: Funktionen, welche Rezeptortypen, welche sind an Migräne beteiligt?

• funktionell heterogen (Migräne, Psychosen, Nausea und Emesis, Motilität des GIT)
•Gi, Gq und Gs gekoppelt, oder Ionenkanal (nur 1) der GABA-Familie


•5-HT1B und 5-HT1D sind auf trigeminale c-Fasern in der Dura mater exprimiert und modulieren Neurone.

Serotonin-Rezeptoren Übersicht: GPCR-Typ, Effekt/Funktion, Indikation, Wirkstoffbeispiel

5-HT1B und 5-HT1D-Rezeptoren und Migräne

5-HT1D: nur präsynaptisch lokalisiert

5-HT1B: post- und präsynaptisch lokalisiert

- 5-HT1B-Expression:

a) auf meningealen Gefäßen, die für Vasokonstriktion verantwortlich sind
b) auf koronaren Arterien

=> Migränepatienten mit Herzproblemen müssen aufpassen!!!!
- 5-HT1D-Expression:

a) am zentralen Ende trigeminaler Nervenstränge, peripher und zentral!
b) in Nervengewebe das bei Migräne verantwortlich für Übelkeit und Erbrechen ist

- beide Rez. sind Gi gekoppelt
5-HT1B: 390 AS
5-HT1D: 377 AS


- Serotonin-Bindung: TM (Transmembran) 4, 5, 6, ingesamt 7 transmembranäre Domänen
-5-HT1B-Aktivierung: Vasokonstriktion insbesondere dilatierter celebraler Gefäße => deswegen Agonisten in der Therapie
-5-HT1D und 1B-Aktivierung: Hemmung der Plasmaextravasation und der Freisetzung vasoaktiver Neuropeptide.

Ligand-Bindung an 5-HT1B/1D-Rezeptoren

• Aspartat-129 (5-HT1B) bzw. Asp-118 (5-HT1D) der TM3 koordiniert durch negativ geladene
Carboxylat-Funktion die positiv geladene Aminogruppe im Serotonin.
• Aromatische Aminosäuren (Trp, Phe):
a) stabilisieren Ionenbindung
b) fixieren Indol
• Thr-213 bzw. -202 koordinieren die 5-OH-Gruppe am Indol durch H-Brücke

Triptane: Endung, Strukturgemeinsamkeiten, Target, Wirkungen 

Endung: -triptan

Strukturgemeinsamkeiten:

 immer ein Tryptamin-Grundgerüst, fsat immer ein tertiäres Amin an der Seitenkette

• selektive 5-HT1B/1D-Rezeptor-Agonisten:


a) Aktivierung postsynaptischer 5-HT1B-Rezeptoren in zerebralen und duralen Gefäßwänden
=>  Vasokonstriktion und Hemmung der trigeminalen perivaskulären Nervenendigungen
b) Aktivierung präsynaptischer 5-HT1B/1D-Rezeptoren
=> Hemmung der Freisetzung vasoaktiver Neuropeptide und Blockade der Depolarisierung trigeminaler Axone
c) Zentrale Wirkung am Hirnstamm
=> Blockade der Übertragung von Schmerzsignalen
• kaum Affinität zu Adrenorezeptoren, Dopaminrez., Histaminrez., oder muscarinergen Rez.
• Geringe Wirkung an koronaren Gefäßen (geringe 5-HT1B/1D-Rezeptorendichte)
• 1991: Zulassung von Sumatriptan zur Behandlung der Migräne

Sumatriptan-Bindungsstelle in 5-HT1B-Rezeptor

Sumatriptan

Triptan: Migränetherapeutikum

• gemeinsames Strukturmerkmal mit Serotonin: Tryptamin-Grundgerüst
• oral, nasal, rektal, subkutan (optimal) => Dauertherapie möglich
• durchdringt die intakte Blut-Hirn-Schranke kaum!!

BV: nur 14%, da  viel zu polar -> geht nicht ins ZNS, schlechte Resorption

HWZ: 2h

Welche Triptane sind die einzigen, deren Substituenten am Benzol NICHT über eine Methylengruppe führen?

Naratriptan -> Ethylenbrücke

und 

Frovatriptan -> Amid direkt am Benzol

Zolmitriptan

Triptan: Migränetherapeutikum

BV: 41%

tmax: 2,5 h

HWZ: 2 h

Naratriptan

Triptan: Migränetherapeutikum

BV: 60%

tmax: 2-3 h

HWZ: 6 h

Eletriptan

Triptan: Migränetherapeutikum

BV: 50%

tmax: 1,5 h

HWZ: 4 h

Frovatriptan

Triptan: Migränetherapeutikum

abweichend von den anderen Triptanen hat es ein sekundäres statt ein tertiäres Amin und keine Methylenbrücke zwischen Substituent und Benzol

BV: 22-30%

tmax: 2-4 h

HWZ: 26 h

Rizatriptan

Triptan: Migränetherapeutikum

BV: 40%

tmax: 1 h

HWZ: 3 h

Almotriptan

Triptan: Migränetherapeutikum

BV: 70%

tmax: 1,5-3 h

HWZ: 3,5 h

Übersicht pKi-Wert und Dosis alle Triptane

Interaktionen der Triptane

Gleichzeitige Gabe von MAO-A-Hemmern und Triptanen erhöht die Plasmaspiegel mancher Triptane, zuminest derer die MAO-A abbauen kann.

Zolmitriptan: CYP1A2-Abbau
Eletriptan: CYP3A4


Kombination von Rizatriptan und Propranolol (Migränetherapeutikum) -> Erhöhung der Rizatriptan-Spiegel

Wofür steht CGRP?

Calcitonin-Gene-related-Peptide (CGRP) 

Calcitonin-Gene-related-Peptide (CGRP)

Neuropeptid
Reguliert Tonus meningialer Gefäße
Wird während Migräneattacke vermehrt gebildet und bewirkt menigiale Gefäßerweiterung
(nicht periphere Gefäße!)

Telcagepant

Calcitonin-Gene-related-Peptide (CGRP) Rezeptor-Antagonist

nicht auf dem Markt wie fucking unnötig ist das denn -.-

Studie abgebrochen weil es CYP-Enzyme induziert

 

Rezeptfreie Triptane

Naratriptan und Sumatriptan

Étudier