Medizinisches Qualitätsmanagement

Gesetzgebung, Qualitätsmanagement

Gesetzgebung, Qualitätsmanagement


Lina Schad
Diese Lernkarten behandeln das medizinische Qualitätsmanagement auf Universitätsniveau und konzentrieren sich auf die Verbesserung von medizinischen Prozessen und Systemen. Sie decken Themen wie klinische Studien, Fehlerursachen, Risikomanagement und die Anwendung von Software in der Medizin ab. Besonders nützlich sind sie für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich mit Qualitätsstandards, Evidenzbasierter Medizin und der Optimierung von Behandlungsmethoden auseinandersetzen möchten.
Cartes-fiches
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Utilisateurs
16
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
03.04.2014 / 14.06.2023

Cartes-fiches

Verpflichtung deutscher Krankenhäuser durch Patientenrechtegesetz

  • einrichtungsinternes Qualitätsmanagement
  • patientenorientiertes Beschwerdemanagement

Fehlerdefinition Risikomanagement

  • Fehler sind Abweichung von einem als richtig angesehenen Verhalten oder von einem gewünschten Handlungsziel, das der Handelnde eigentlich hätte ausführen bzw. erreichen können
  • Gewollter Endzustand wird bei einem beabsichtigten Verhalten geplant, aber nicht erreicht

DIN Fehlerdefinition

  • Merkmalswert, der die vorgegebenen Forderungen nicht erfüllt
  • Nichterfüllung einer Forderung

Eingrenzung Fehlerbegriff

  • menschliches Handeln ist betroffen
    • Machinen machen keine Fehler, können nur defekt oder falsch programmiert sein
  • setzen Absicht (Intention) voraus, die nicht wie geplant ausgeführt wird
  • Bezeichnung einer Handlung oder eines Handlungsergebnisses als "Fehler" setzt also Bewertung voraus
  • setzt voraus, dass das Wissen und Können für richtige Handlungsausführung vorhanden war

Definition Irrtum

  • bezeichnet falsche Annahme, Behauptung, Meinung oder einen falschen Glauben
    • Behauptender, Meinende oder Glaubende ist von Wahrheit seiner Aussage(n) überzeugt
  • an Bewusstsein gekoppelt
    • anders als Fehler

Technisches Versagen

  • fast zu 100% durch menschliches Versagen bedingt
    • durch Konstruktion, Wartung oder Management
  • Systeme müssen so gestaltet werden,d ass sie trotz menschlicher Fehler keine Unfälle produzieren

Fehler Klassifikationen 

  • Ausführungsfehler
  • Planungsfehler

Ausführungsfehler

Misserfolg tritt ein, weil Handlungen anders ausgeführt werden, als ursprünglich geplant.

Unterteilung in 

  • Aufmerksamkeitsfehler
  • Gedächtnisfehler

Aufmerksamkeitsfehler

Treten vor allem dann auf, wenn automatisierte Handlungen in vertrauter Umgebung durchgeführt werden.

Gedächtnisfehler

Teile von Arbeitsabläufen werden nicht korrekt erinnert.

Planungsfehler

  • Handlung wird durchgeführt wie sie geplant war, aber die beabsichtigte Folge tritt nicht ein. 
  • Problem: Angemessenheit des Plans
  • schwieriger zu entdecken als Fehler in der Ausführung
  • oft erst relativ spät erkannt

Planungsfehler - bekannte Situation

  • Plan: Anwendung einer Regel
  • mögliche Fehler:
    • falsche Anwendung einer "guten" Regel
    • Anwendung einer "falschen" Regel
    • Nichtanwendung einer "guten" Regel

Planungsfehler - unbekannte Situation

  • Plan muss aus vorhandenem Wissen generiert werden
  • mögliche Fehler:
    • falsches Wissen
    • falscher Kontext

Regelverstöße

  • Nichtbeachten von Regeln und Handlungsvorschriften
  • kollidieren mit anderen Zielen und Bedürfnissen
  • entspringen zum Teil der Konkurrenz der Sicherheitsziele zu Effektivität, Einfachheit etc.
  • Routineverstöße
    • etablierte Regelverstöße, die nicht sofort bestraft werden

Ursachen von Fehlern

außerhalb des Akteurs

  • Arbeitsumgebung
    • Lärm
    • Arbeitszeiten
  • Geräteausstattung

Ursache von Fehlern

innerhalb des Akteurs

  • physiologisch/biologische Faktoren
  • individuelle Fähigkeiten
  • psychologische Faktoren

Fehlermeldesysteme

  • Aviation Safety Reporting System
    • ASRS
    • Analyse statt Sanktionen
  • Patientensicherheits-Optimierungs-System
    • PaSOS
    • anonyme Erfassung von sicherheitsrelevanten Ereignissen in Anästhesie, Intensivmedizin Notfallmedizin und Schmerztherapie

Charakterisitka von effektiven Incidend Reporting Systems IRS

  • Unterstützt die kontinuierliche Optimierung der positiven Sicherheitskultur innerhalb der Organisation
  • Keine negativen Sanktionen für Meldende und Beteiligte - anonyme Meldemöglichkeit - Rechtsschutz der Daten und Datensicherheit
  • System außerhalb der Hierarchie (unabhängig), d.h. Meldungen werden nicht an Führungsebene (Chef- oder Stabsstellen) geschickt
  • Systemorientiert
    • Für all relevanten Personengruppen zugänglich (z.B. Ärzte und Pflegekräfte!)
    • Einfache Meldungen (für jeden, überall)
    • Ausbildung des Personals (Meldende) in Human Factors
  • Freitext-basiert
  • Zeitnahes Feedback an Meldende
    • Eingang
    • Analyse
    • Konsequenzen
  • Analyse durch (interdisziplinäre) Experten in Fehleranalysen (Human Factors)
  • Zeitnahe Umsetzung von Verbesserungen
  • Überwachung der Verbesserungen auf Effektivität
  • Organisationale Förderung von Meldungen
    • Arbeitszeit
    • interne Sanktionsfreiheit
    • andere Belohnungen und "Incentives"

Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)

  • Denke vorausschauend und handle planvoll
  • Übernimm die Führungsrolle bei kritischen Zwischenfällen
  • Erkläre eine Situation lieber früh als zu spät zum Notfall
  • Kommuniziere effektiv bei einem Zwischenfall
  • Verteile die Arbeitslast und nutze alle zur Verfügung stehenden Ressourcen

Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)

Teil II

  • Fordere Hilfe an!
  • Optimiere deine Handlungen
  • Beurteile und re-evaluiere die Situation immer wieder
  • Kenne dein Equipment
  • Übernimm die Führung als Leiter des Teams
  • Prioritäten setzen

Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)

Teil III

  • Aufgaben delegieren
  • Überblick behalten
  • Anlaufstelle für Fragen und Informationen
  • Verzögerung beim Umschalten von "Normalbetrieb" auf "Notfallbetrieb"
  • Resscourcenmobilisierung gelingt erst wenn der Notfall ausgerufen ist
  • Bedarfsangepasste Dringlichkeit

Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)

Teil IV

  • Ängste überwinden, Fixierungsfehler
  • Kommuniziere effektiv bei einem Zwischenfall
  • Kommunikation ist der Klebstoff, der aus einzelnen Individuen ein Team zusammenschweißt
  • Kommunikation ist eine komplexe Fähigkeit, die trainiert werden kann
  • Verteile die Arbeitsbelastung
  • Versuche alle entsprechend ihrer Fähigkeiten einzusetzen

Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)

Teil V

  • Achte auf Fehler und Phasen der Überlastung bei Dir selbst und im Team
  • der Leiter des Teams sollte möglichst frei bleiben, um zu koordinieren und das Szenario zu überwachen
  • Fordere Hilfe an
  • Konsiliarien, Oberarzt, Rea-Team
  • Optimiere deine Handlungen

Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)

Teil VI

  • Nimm nie an, dass die nächste Maßnahme das Problem lösen wird
  • Durchdenke die Konsequenzen von bedeutenden irreversiblen Maßnahmen, bevor du sie beginnst
  • Beurteile die Situation, re-evaluiere immer wieder
  • Überprüfe alle wichtigen Dinge genau
  • Vermeide Fixierungsfehler

Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)

Teil VII

  • Behandle im Zweifel jedes Problem konsequent
  • "Rule out the worst case"
  • Beachte jeden Hinweis für den "worst case"
  • Kenne dein Equipment
  • Monitor/Defi und Notfallkoffer sollen feste und bekannte Aufbewahrungsorte haben
  • Trainiere die Handhabung der Geräte in "Friedenszeiten"

Qualität

... ist Gesamtheit von Merkmalen und Werten eines Produkts oder einer Dienstleistung bezogen auf die Fähigkeit festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen.

Anästhesie

  • Hypnose
  • Analgesie
  • Relaxation

werden über Medikamente beeinflusst, gesteuer und eingestellt

Medikamente in der Anästhesie

  • volatile Anästhetika
    • werden in das Atemgas dosiert
    • haben hypnotische und analgetische Wirkung
  • intravenöse Anästhetika
    • werden intravenös verabreicht
    • Unterscheidung zwischen Hypnotika und Analgetika
  • Relaxantien
    • unterdrücken Muskelbewegungen

Wofür hat die Überwachung des Effekts und der Medikamentenkonzentration eine hohe Bedeutung?

  • Vermeidung von Überdosierungen und damit verbunden Nebenwirkungen, wie lange Aufwachzeiten, Blutdruckabfall
  • Vermeidung intraoperativer Wachheit z.B. durch Unterdosierung
  • an Operationsgeschehen angepasste Steuerung der Anästhesie

Überwachung des Effekts der Anästethika

  • nur indirekte Parameter
    • (Schmerz und Tiefe des Schlafs nicht direkt messbar)
  • Beobachtung des Patienten
  • Änderungen des Blutdrucks
  • Herzfrequenz
  • EEG-Messung 

EEG Auswertung

  • Wach
    • BIS-Index: 90
  • Mittlere Sedierung
    • BIS-Index: 70
  • Vollnarkose
    • BIS-Index: 50
  • Tiefe Anästhesie
    • BIS-Index: 30

Validierung der verwendeten Methode

Ist wichtiger Bestandteil der Qualität

wichtiger Bestandteil der Qualität (Anästhesie)

Validierung der verwendeten Methode

Limit of detection

Nachweisgrenze (kleinste nachweisbare Menge)

Limit of quantification

Bestimmungsgrenze (kleinste quantifizierbare Menge)

Selectivity

Selektivität (Fähigkeit, die interessierenden Analyten ohne gegenseitige Störung zu bestimmen

Was ist entscheidend für die Qualität bei der Messung und Bestimmung von Konzentrationen?

Die richtige Definition und auf die Fragestellung abgestimmte Auswahl von Validierungsmaßnahmen.

Welche Vitalparameter werden während einer OP überwacht?

  • EKG
  • Temperatur
  • Sauerstoffsättigung (SpO2)
  • expiratorisches CO2
  • expiratorisches O2
  • inspiratorisches O2
  • Atemminuten- und Tidalvolumen
  • Atemfrequenz
  • Pulsrate
  • Blutdruck

Invasive Blutdruckmessung

Vorteile

  • kontinuierliche Registrierung des Blutdrucks
  • zuverlässige Beurteilung der Druckverhältnisse
    • vor allem in kritischen Situationen wie Schock

Invasive Blutdruckmessung

Liefert Hinweise auf hämodynamischen Zustand des Patienten.

Étudier