Medizinisches Qualitätsmanagement
Gesetzgebung, Qualitätsmanagement
Gesetzgebung, Qualitätsmanagement
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Lernkarten
Verpflichtung deutscher Krankenhäuser durch Patientenrechtegesetz
- einrichtungsinternes Qualitätsmanagement
- patientenorientiertes Beschwerdemanagement
Fehlerdefinition Risikomanagement
- Fehler sind Abweichung von einem als richtig angesehenen Verhalten oder von einem gewünschten Handlungsziel, das der Handelnde eigentlich hätte ausführen bzw. erreichen können
- Gewollter Endzustand wird bei einem beabsichtigten Verhalten geplant, aber nicht erreicht
DIN Fehlerdefinition
- Merkmalswert, der die vorgegebenen Forderungen nicht erfüllt
- Nichterfüllung einer Forderung
Eingrenzung Fehlerbegriff
- menschliches Handeln ist betroffen
- Machinen machen keine Fehler, können nur defekt oder falsch programmiert sein
- setzen Absicht (Intention) voraus, die nicht wie geplant ausgeführt wird
- Bezeichnung einer Handlung oder eines Handlungsergebnisses als "Fehler" setzt also Bewertung voraus
- setzt voraus, dass das Wissen und Können für richtige Handlungsausführung vorhanden war
Definition Irrtum
- bezeichnet falsche Annahme, Behauptung, Meinung oder einen falschen Glauben
- Behauptender, Meinende oder Glaubende ist von Wahrheit seiner Aussage(n) überzeugt
- an Bewusstsein gekoppelt
- anders als Fehler
Technisches Versagen
- fast zu 100% durch menschliches Versagen bedingt
- durch Konstruktion, Wartung oder Management
- Systeme müssen so gestaltet werden,d ass sie trotz menschlicher Fehler keine Unfälle produzieren
Fehler Klassifikationen
- Ausführungsfehler
- Planungsfehler
Ausführungsfehler
Misserfolg tritt ein, weil Handlungen anders ausgeführt werden, als ursprünglich geplant.
Unterteilung in
- Aufmerksamkeitsfehler
- Gedächtnisfehler
Aufmerksamkeitsfehler
Treten vor allem dann auf, wenn automatisierte Handlungen in vertrauter Umgebung durchgeführt werden.
Gedächtnisfehler
Teile von Arbeitsabläufen werden nicht korrekt erinnert.
Planungsfehler
- Handlung wird durchgeführt wie sie geplant war, aber die beabsichtigte Folge tritt nicht ein.
- Problem: Angemessenheit des Plans
- schwieriger zu entdecken als Fehler in der Ausführung
- oft erst relativ spät erkannt
Planungsfehler - bekannte Situation
- Plan: Anwendung einer Regel
- mögliche Fehler:
- falsche Anwendung einer "guten" Regel
- Anwendung einer "falschen" Regel
- Nichtanwendung einer "guten" Regel
Planungsfehler - unbekannte Situation
- Plan muss aus vorhandenem Wissen generiert werden
- mögliche Fehler:
- falsches Wissen
- falscher Kontext
Regelverstöße
- Nichtbeachten von Regeln und Handlungsvorschriften
- kollidieren mit anderen Zielen und Bedürfnissen
- entspringen zum Teil der Konkurrenz der Sicherheitsziele zu Effektivität, Einfachheit etc.
- Routineverstöße
- etablierte Regelverstöße, die nicht sofort bestraft werden
Ursachen von Fehlern
außerhalb des Akteurs
- Arbeitsumgebung
- Lärm
- Arbeitszeiten
- Geräteausstattung
Ursache von Fehlern
innerhalb des Akteurs
- physiologisch/biologische Faktoren
- individuelle Fähigkeiten
- psychologische Faktoren
Fehlermeldesysteme
- Aviation Safety Reporting System
- ASRS
- Analyse statt Sanktionen
- Patientensicherheits-Optimierungs-System
- PaSOS
- anonyme Erfassung von sicherheitsrelevanten Ereignissen in Anästhesie, Intensivmedizin Notfallmedizin und Schmerztherapie
Charakterisitka von effektiven Incidend Reporting Systems IRS
- Unterstützt die kontinuierliche Optimierung der positiven Sicherheitskultur innerhalb der Organisation
- Keine negativen Sanktionen für Meldende und Beteiligte - anonyme Meldemöglichkeit - Rechtsschutz der Daten und Datensicherheit
- System außerhalb der Hierarchie (unabhängig), d.h. Meldungen werden nicht an Führungsebene (Chef- oder Stabsstellen) geschickt
- Systemorientiert
- Für all relevanten Personengruppen zugänglich (z.B. Ärzte und Pflegekräfte!)
- Einfache Meldungen (für jeden, überall)
- Ausbildung des Personals (Meldende) in Human Factors
- Freitext-basiert
- Zeitnahes Feedback an Meldende
- Eingang
- Analyse
- Konsequenzen
- Analyse durch (interdisziplinäre) Experten in Fehleranalysen (Human Factors)
- Zeitnahe Umsetzung von Verbesserungen
- Überwachung der Verbesserungen auf Effektivität
- Organisationale Förderung von Meldungen
- Arbeitszeit
- interne Sanktionsfreiheit
- andere Belohnungen und "Incentives"
Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)
- Denke vorausschauend und handle planvoll
- Übernimm die Führungsrolle bei kritischen Zwischenfällen
- Erkläre eine Situation lieber früh als zu spät zum Notfall
- Kommuniziere effektiv bei einem Zwischenfall
- Verteile die Arbeitslast und nutze alle zur Verfügung stehenden Ressourcen
Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)
Teil II
- Fordere Hilfe an!
- Optimiere deine Handlungen
- Beurteile und re-evaluiere die Situation immer wieder
- Kenne dein Equipment
- Übernimm die Führung als Leiter des Teams
- Prioritäten setzen
Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)
Teil III
- Aufgaben delegieren
- Überblick behalten
- Anlaufstelle für Fragen und Informationen
- Verzögerung beim Umschalten von "Normalbetrieb" auf "Notfallbetrieb"
- Resscourcenmobilisierung gelingt erst wenn der Notfall ausgerufen ist
- Bedarfsangepasste Dringlichkeit
Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)
Teil IV
- Ängste überwinden, Fixierungsfehler
- Kommuniziere effektiv bei einem Zwischenfall
- Kommunikation ist der Klebstoff, der aus einzelnen Individuen ein Team zusammenschweißt
- Kommunikation ist eine komplexe Fähigkeit, die trainiert werden kann
- Verteile die Arbeitsbelastung
- Versuche alle entsprechend ihrer Fähigkeiten einzusetzen
Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)
Teil V
- Achte auf Fehler und Phasen der Überlastung bei Dir selbst und im Team
- der Leiter des Teams sollte möglichst frei bleiben, um zu koordinieren und das Szenario zu überwachen
- Fordere Hilfe an
- Konsiliarien, Oberarzt, Rea-Team
- Optimiere deine Handlungen
Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)
Teil VI
- Nimm nie an, dass die nächste Maßnahme das Problem lösen wird
- Durchdenke die Konsequenzen von bedeutenden irreversiblen Maßnahmen, bevor du sie beginnst
- Beurteile die Situation, re-evaluiere immer wieder
- Überprüfe alle wichtigen Dinge genau
- Vermeide Fixierungsfehler
Prinzipien des Anesthesia Crisis Resource Managements (ACRM)
Teil VII
- Behandle im Zweifel jedes Problem konsequent
- "Rule out the worst case"
- Beachte jeden Hinweis für den "worst case"
- Kenne dein Equipment
- Monitor/Defi und Notfallkoffer sollen feste und bekannte Aufbewahrungsorte haben
- Trainiere die Handhabung der Geräte in "Friedenszeiten"
Qualität
... ist Gesamtheit von Merkmalen und Werten eines Produkts oder einer Dienstleistung bezogen auf die Fähigkeit festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen.
Anästhesie
- Hypnose
- Analgesie
- Relaxation
werden über Medikamente beeinflusst, gesteuer und eingestellt
Medikamente in der Anästhesie
- volatile Anästhetika
- werden in das Atemgas dosiert
- haben hypnotische und analgetische Wirkung
- intravenöse Anästhetika
- werden intravenös verabreicht
- Unterscheidung zwischen Hypnotika und Analgetika
- Relaxantien
- unterdrücken Muskelbewegungen
Wofür hat die Überwachung des Effekts und der Medikamentenkonzentration eine hohe Bedeutung?
- Vermeidung von Überdosierungen und damit verbunden Nebenwirkungen, wie lange Aufwachzeiten, Blutdruckabfall
- Vermeidung intraoperativer Wachheit z.B. durch Unterdosierung
- an Operationsgeschehen angepasste Steuerung der Anästhesie
Überwachung des Effekts der Anästethika
- nur indirekte Parameter
- (Schmerz und Tiefe des Schlafs nicht direkt messbar)
- Beobachtung des Patienten
- Änderungen des Blutdrucks
- Herzfrequenz
- EEG-Messung
EEG Auswertung
- Wach
- BIS-Index: 90
- Mittlere Sedierung
- BIS-Index: 70
- Vollnarkose
- BIS-Index: 50
- Tiefe Anästhesie
- BIS-Index: 30
Validierung der verwendeten Methode
Ist wichtiger Bestandteil der Qualität
wichtiger Bestandteil der Qualität (Anästhesie)
Validierung der verwendeten Methode
Limit of detection
Nachweisgrenze (kleinste nachweisbare Menge)
Limit of quantification
Bestimmungsgrenze (kleinste quantifizierbare Menge)
Selectivity
Selektivität (Fähigkeit, die interessierenden Analyten ohne gegenseitige Störung zu bestimmen
Was ist entscheidend für die Qualität bei der Messung und Bestimmung von Konzentrationen?
Die richtige Definition und auf die Fragestellung abgestimmte Auswahl von Validierungsmaßnahmen.
Welche Vitalparameter werden während einer OP überwacht?
- EKG
- Temperatur
- Sauerstoffsättigung (SpO2)
- expiratorisches CO2
- expiratorisches O2
- inspiratorisches O2
- Atemminuten- und Tidalvolumen
- Atemfrequenz
- Pulsrate
- Blutdruck
Invasive Blutdruckmessung
Vorteile
- kontinuierliche Registrierung des Blutdrucks
- zuverlässige Beurteilung der Druckverhältnisse
- vor allem in kritischen Situationen wie Schock
Invasive Blutdruckmessung
Liefert Hinweise auf hämodynamischen Zustand des Patienten.