Marketing und Vertrieb 3 - Analyse
Kapitel 3: Analyse
Kapitel 3: Analyse
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Cartes-fiches
Methoden der Situationsanalyse
- SWOT-Analyse
- Positionierungsanalyse
- Lebenszyklusanalyse
- Portfolioanalyse
- Wertkettenanalyse
SWOT Analyse
Ziel:
- Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit im Lichte der relevanten Wettbewerber
- Bewertung der zukünfitgen Marktgegebenheiten
Interne Perspektive:
- Strengths/Weaknesses
- Stärken/Schwächen
Externe Perspektive
- Opportunities/Threats
- Chancen/Risiken
Vereinigung aus externer und interner Perspektive !!
Identifikation des relevanten Marktes
• Kundenorientiertes Vorgehen
Ziel: Ermittlung des „Relevant Set“ aus der Kundenperspektive
Kernfragen:
– Welche alternativen Anbieter sieht der Kunde als austauschbar an?
– Zwischen welchen Produkten/ Dienstleistungen wechselt der Kunde?
– Welche Produkte/ Dienstleistungen sieht der Kunde als „ähnlich“ an?
• Anbieterorientiertes Vorgehen
Ziel: Ermittlung der strategischen Gruppe (Porter) i.S. der Unternehmen, die
in einer bestimmten Branche ein vergleichbares strategisches Konzept zur
Anwendung bringen
Kernfragen:
– Welche Unternehmen verfolgen eine vergleichbare Strategie?
– Welche Unternehmen weisen ein ähnliches Leistungsversprechen
gegenüber den Endkunden auf?
Fragenfelder zu Stärken und Schwächen
• Art, Image, Marktstellung, Innovationsgrad und Qualität der Produkte/ DL
• Leistungsfähigkeit der Produktion/ der Dienstleistungserbringung
• Vertriebsstärke (Organisation, Größe, Effizienz, Qualifikation)
• Produktivität von Gesamtorganisation und der Teilbereiche
• Kostensituation (F&E, Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Logistik, Personal)
• Finanzkraft (u.a. Abhängigkeit von externen Geldgebern)
• F&E-Stärke (bspw. Qualifikation des Personals, verfügbare Budgethöhe)
• Zugang zu wichtigen Entscheidungsträgern in Politik und Gesellschaft
• Qualifikation, Loyalität und Motivation der Mitarbeiter
• Marktpräsenz (regional, international, global) bzgl. Beschaffung und Vertrieb
• Organisationsstruktur (Flexibilität, Kundenorientierung, Schnelligkeit)
• Strategische Allianzen (i.S. von Verbindungen, die das Unternehmen bspw.
bzgl. Vertrieb, Einkauf, Forschung, Produktion u.a. eingegangen ist)
Fragenfelder zu Chancen und Risiken
• Marktentwicklung (Wachstum/ Stagnation/ Schrumpfen)
• Zugang zu neuen/ alten Vertriebskanälen
• Wahrscheinlichkeit des Eintritts neuer oder des Austritts etablierter
Wettbewerber
• Wahrscheinlichkeit der Vorwärts- oder Rückwärtsintegration anderer
Unternehmen
• Preisentwicklung bei zentralen Rohstoffen
• Förderungen oder Behinderungen durch gesetzliche Initiativen
• Zugänglichkeit bzw. Auslauf von Förderprogrammen
• Wahrscheinlichkeit der Marktreife von alternativen Technologien oder
Produkten
• Veränderungen des Konsumentenverhaltens (u.a. Wertewandel,
Kaufverhalten)
Die Rivalität/Wettbewerb in der Branche ist hoch, wenn ...
• viele und große Wettbewerber im Markt tätig sind, die sich einen harten
Wettbewerb bieten.
• nur ein niedriges oder negatives Marktwachstum zu verzeichnen ist, so dass
eigenes Wachstum primär durch Verdrängung zu erzielen ist.
• Unternehmen eine hohe Fixkostenbelastung aufweisen und deshalb auch
wenig attraktive Angebote akzeptieren, wodurch sich der Druck auf die
Verkaufspreise erhöht.
• die Produkte und Services weitgehend standardisiert und damit für die
Kunden austauschbar sind.
• hohe Marktaustrittsbarrieren existieren, so dass auch Grenzanbieter im
Markt verbleiben.
Die Bedrohung durch neue Wettbewerber in der Branche ist hoch, wenn . . .
• nur niedrige Betriebsgrößenersparnisse zu erzielen sind und deshalb
auch kleine Unternehmen schnell wettbewerbsfähig sein können.
• geringe Erfahrungskurveneffekte zu erzielen sind, so dass bereits lang am
Markt agierende Unternehmen keinen deutlichen Kostenvorteil aufweisen.
• aufgrund niedriger Switchingcosts (i.S. von Kosten bei einem
Anbieterwechsel) nur eine niedrige Kundenloyalität vorherrscht.
• auf dem Markt nur schwache Markenpersönlichkeiten vertreten sind, die
eine Austauschbarkeit der Produkte weiter erleichtern.
• lediglich ein geringer Kapitalbedarf besteht, um ein neues Unternehmen
zu gründen (bspw. einen Verlag im Vergleich zu einem Automobilhersteller).
• ein leichter Zugang zu den relevanten Vertriebskanälen besteht.
• ein niedriger Reglementierungsgrad (durch Gesetze etc.) vorliegt, so dass
sich auch Newcomer sicher auf dem Markt bewegen können.
Lieferanten verfügen über eine hohe Anbietermacht in der Branche, wenn . . .
• wenigen Anbietern eine heterogene Abnehmerschaft gegenüber steht;
hier können die Anbieter die Lieferbedingungen zu ihren Gunsten
beeinflussen.
• nur eine niedrige Wettbewerbsintensität zwischen verschiedenen
Anbietern vorliegt, weil sich deren Lieferprogramm deutlich unterscheidet.
• es an adäquaten Ersatzprodukten fehlt.
• die Lieferanten von ihren Kunden relativ unabhängig sind, weil es eine
ausreichende Anzahl von potenziellen Käufern gibt.
• bei den Abnehmer im Falle eines Lieferantenwechsels hohe Switchingcosts
auftreten (bspw. bei der Ablösung der ERP-Software von SAP).
• die gelieferten Produkte für die einzelnen Kunden einen hohen
Individualisierungsgrad aufweisen, so dass letztere nur schwer die
Bezugsquelle wechseln können.
• die heutigen Anbieter durch eine Vorwärtsintegration leicht zum
Wettbewerber der heutigen Abnehmer werden können.
Die Bedrohung durch Substitute in der Branche ist hoch, wenn ...
• Alternativangebote leicht verfügbar sind.
• Substitute gegenüber dem „Original“ große Preis-, Leistungs- und/ oder
Convenience-Vorteile aufweisen.
• vorhandene Produkte und Leistungsangebote durch neue Technologien
ganz oder teilweise entwertet werden können.
Die Nachfragemacht in der Branche ist hoch, wenn . . .
• sich die Nachfrage auf wenige Abnehmer konzentriert (bspw. im
Lebensmittelhandel auf wenige große Handelsketten oder im
Automobilsektor auf wenige große Automobilhersteller).
• eine hohe Preiselastizität der Abnehmer vorliegt, weil bspw. Substitute
leicht verfügbar sind.
• standardisierte Produkte vermarktet werden, bei denen der Lieferant
aufgrund von niedrigen Switchingcosts leicht gewechselt werden kann.
• eine schlechte wirtschaftliche Lage vorherrscht, in der die Abnehmer
unter hohem Kostendruck stehen.
• die Abnehmer durch eine Rückwärtsintegration zu Wettbewerbern ihrer
bisherigen Lieferanten werden können.
• für Abnehmer Bezugsalternativen transparent und leicht verfügbar sind
(diese Entwicklung wird durch das Internet massiv verstärkt, bspw. durch
Preisvergleichs-Sites).
Ermittlung der Chancen und Risiken in der Branche
• Basierend auf der 5-Forces-Analyse sowie weiteren
Analyseinstrumenten werden die Chancen und Risiken in der
Branche ermittelt.
• Entscheidend ist, dass die Ermittlung unabhängig vom einzelnen
Unternehmen für die Branche insgesamt erfolgt.
Bestandteile von Positionierungsmodellen
• Relevante Positionierungsdimensionen:
Funktionale und/oder symbolische Nutzendimensionen von Marken
eines bestimmten Segments, die Einfluss auf die Markenwahl der
Nachfrager ausüben
• Position der eigenen Marke
• Position der Konkurrenzmarken
• Position einer aus Nachfragersicht idealen Marke
Basisoptionen der Positionierung
Points of Difference-Positionierung:
- Die Marke wird möglichst differenziert vom Wettbewerb positioniert
Points of Parity-Positionierung:
- Imitation eines Wettbewerbers wird angestebt
Portfolio-Analyse
Grundüberlegungen zur BCG-Matrix
- Beschreibung des Marktes anhand des Marktwachstums als Indikator für die Phase im Lebenszyklus des Produktes
- Bestimmung der Unternehmensposition anhand des relativen Marktanteils als Determinante der erreichbaren Erfahrungskurveneffekte
- Prüfung der Ausgewogenheit der Unternehmensaktivitäten
- Identifikation von Handlungsfeldern
- Vorschlag von Normstrategien
Portfolio-Analyse
Grenzen der BCG Portfolio-Analyse
- zweidimensionalität der Betrachtung greift zu kurz
- Wettbewerbsaspekte fließen nur indirekt ein
- Überbenotung von Wachstum und Erfahrungskurvenenffekten
- Normstrategien haben keine zwingende Allgemeingültigkeit
Portfolio-Analyse
Wettbewerbsvorteils-Marktattraktivitäts-Portfolio (McKinsey & Company)
Marktattraktivität
- Marktwachstum und Marktgröße
- Marktqualität (u.a. Branchenrentabilität, Phase im Marktlebenszyklus, Wettbewerbsintensität, Anzahl und Struktur der Abnehmer, Markteintrittsbarrieren, Bedrohung durch Substitutionsprodukte)
- Energie- und Rohstoffversorgung ( u.a. Verhandlungsstärke der Lieferanten, Sicherheit der Ressourcenversorgung)
- Umfeldsituation (u.a. Abhängigkeit von Konjunktur, Gesetzgebung,
öffentlicher Meinung, Arbeitnehmervertretern)
Relative Wettbewerbsvorteile
- relative Marktposition (u.a. Marktanteil, Unternehmensgröße,
Wachstumsrate, Rentabilität) - relatives Produktionspotenzial (u.a. Kostenvorteile, Know-how, Lizenzen,
Standortfaktoren) - relatives F&E-Potenzial (u.a. Budget, Human Ressources,
Innovationsfähigkeit der Organisation) - relative Qualifikation von Führungskräften und Mitarbeitern
Portfolio-Analyse
Bewertung des Wettbewerbsvorteils-Marktattraktivitäts-Portfolio (McKinsey & Company)
• Zweidimensionalität der Betrachtung wird überwunden
• Auswahl der Kriterien kann unternehmensspezifisch erfolgen
• Zusammenführung der Kriterien durch ein Scoring-Modell
• Angebot von differenzierteren Normstrategien
Wertkettenanalyse
Grundüberlegung
- Die Wertkettenanalyse basiert auf dem von Porter entwickelten Konzept der
Wertkette (auch Value Chain) – teilweise wird von Wertschöpfungskette
und korrespondierend von Wertschöpfungskettenanalyse gesprochen. - Die Wertkette basiert auf der Vorstellung, dass sich jedes Unternehmen als
eine Ansammlung von Tätigkeiten beschreiben lässt. - Die unternehmensspezifische Ausgestaltung der Wertkette wirkt
unmittelbar auf die erreichbare Gewinnspanne des Unternehmens. - Jede Veränderung in der Ausgestaltung der flankierenden Prozesse bzw.
der Kernprozesse kann folglich auch die erreichbare Gewinnspanne
beeinflussen. - Je effizienter bzw. effektiver der Mitteleinsatz erfolgt, desto größer ist die
für das Unternehmen erzielte Wertschöpfung i.S. des erreichten Gewinns. - Jede Art von Aktivitäten kann Quelle von Wettbewerbsvorteilen sein,
wobei der Hebel bei den Kernprozessen besonders groß ist.
Wertkettenanalyse
Ziele
- Ermittlung der Ursachen von Wettbewerbsvorteilen - sowohl beim eigenen wie auch bei anderen Unternehmen
- Erkennung von Potenzialen zur Erzielung von Wettbewerbsvorteilen für das eigene UN
- Quellen von zusätzlichen Kundennutzen und/oder
- Ansatzpunkte zur Verbesserung der eigenen Kostensituation
Wertkettenanalyse
Erfassung : Status quo des eigenen UN
• Welche Aktivitäten sind im Rahmen der Wertschöpfung zu
unterscheiden?
• Welche dieser Aktivitäten stellen Kernprozesse, flankierende
Prozesse dar?
• Welche Kosten sind mit den unterschiedlichen Aktivitäten verbunden?
• In welchem Ausmaß tragen diese Aktivitäten zur Verbesserung der
Wettbewerbsposition bei?
–Welcher Kundennutzen wird dabei generiert?
–Welche Kostenvorteile werden dadurch erzielt?
• Sind die Aktivitäten branchenüblich? Wenn nein, generieren sie
einen sichtbaren Kundennutzen?