Marketing und Vertrieb
Wirtschaftsfachwirt IHK
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Flashcards
Marketingprozess
Einordnung der Marketing-Aktivitäten in den Betrieb:
- Fallweise Erledigung durch Verkaufsabteilung
- Stabstelle beim Verkauf
- Eigenständige Marketing-Abteilung neben Verkauf
- Übergeordnete Marketing Abteilung
- Marketing-Management als übergeordnete Aufgabe
Marketing-Konzeption: Umfassender Plan von langfristiger Zielsetzung über Strategien bis zum operativen Einsatz der Marketing-Instrumente, der auf Kenntnis der Märkte basiert.
Marketing-Prozess:
- Ist-Analyse (Marktforschung, Konkurrenzanalyse)
- Prognosse
- Zielformulierung
- Strategieentscheidung
- Festlegung Marketing-Mix
- Umsetzung
- Controlling
Marketing Ziele
Ziel = angestrebter Zustand, Formulierung lässt Strategie (= Weg zum Ziel) offen.
Zielarten:
quantitativ (ökonomisch) = unmittelbar in Zahlen auszudrücken zB Marktanteil, Gewinnentwicklung, Umsatzziel
qualitativ (außer-ökonomisch) = auf Merkmale bezogen, nur auf Umweg in Zahlen auszudrücken zB Bekanntheitsgrad, Kundenzufriedenheit, Kundenbindung
Zielformulierung (SMART):
- lösungsneutral
- messbar
- anspruchsvoll aber realistisch
- verbindlich und akzeptiert
Marketingstrategien
Mittel- bis langfristige wirksame Entscheidung über den zur Zielerreichung einzuschlagenden Weg, Grundlage für taktische und operative Entscheidungen über den Einsatz der Marketinginstrumente.
Arten von Marketingstrategien
Je nah Inhalt der Entscheidung über:
- Absatzmarkt (räumlich und/oder nach Zielgruppen)
- Wettbewerbsverhalten (gegenüber Konkurrenten und/oder hinsichtlich eines Wettbewerbsvorteils)
- Wachstumspläne und -richtung
- vorrangige Art der Kundenbeeinflussung
- Zeitpunkt des Markteintritts bei neuen Märkten
Strategien Absatzmarkt
Räumlich:
- regional
- national
- global
Zielgruppen:
- undifferenziert (= Bearbeitung aller Zielgruppen, damit des Gesamtmarktes)
- differenziert (= Segmentierung des Marktes in unterschiedliche Zielgruppen, die auch mit unterschiedlichen Kombinationen der Marketing-Instrumente angesprochen werden)
- konzentriert (= Bearbeitung nur einer Zielgruppe, damit eines Teilmarktes)
Strategien Wettbewerbsverhalten (im Oligopol)
Kooperationsstrategie = Zusammenarbeiten zur Marktentwicklung, Abstimmung über gemeinsame Interessen, technische Kooperationen
Anpassungsstrategie = Ableitung des eigenen Verhaltens aus dem der Wettbewerber oder des Marktführers, entweder imitativ (nachahmend) oder ausweichend als Suche nach Markt-Nischen.
Konfliktstrategie = auf Erhöhung des eigenen Marktanteils gerichtet, Konflikt über Produktinnovation und/oder Preiskampt bis hin zu Verdrängungswettbewerb.
Wettbewerbskräfte (nach Porter)
Einflussfaktoren auf die Wettbewerbssituation eines Unternehmens, dabei sind neben den direkten Wettbewerberm (= vorhandene Konkurrenten auf dem jeweiligen Markt) folgende Faktoren / potentielle Risiken zu betrachten:
- Lieferanten (zB Abhängigkeit, drohende Engpässe, Einfluss auf Kostenstruktur)
- Kunden (zB Abhängigkeit, Marktstärke, Vertragsgestaltung)
- neu auftretende Konkurrenten (zB Neugründungen, Diversifikation von Unternehmen aus anderen Märkten)
- alternative Produkte (zB technische Entwicklung des Produktes selbst, Entwicklung technischer Anforderungen in den vor- und nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette, Einfluss rechtlicher Gegebenheiten wie Patentrecht, Umweltgesetzgebung)
Strategien Wettbewerbsvorteil (nach Porter)
Kombination aus den Merkmalen Leistungs- oder Kostenvorteil einerseits und Grad der Marktabdeckung andererseits zu einer Vier-Felder-Matrix mit den Varienaten:
- Qualitätsführerschaft (Leistungsvorteil + Gesamtmarkt)
- Preisführerschaft (Kostenvorteil + Gesamtmarkt)
und bei Abdeckung nur eines Marktsegments:
- Produkt-Segment-Spezialisierung (Leistungsvorteil)
- Segment-Niedrigpreisstrategie (Kostenvorteil)
Strategien zu Wachstum
Marktdurchdringung = mit vorhandenem Produktprogramm Maximierung des Marktanteils.
Marktentwicklung = Erschließung neuer Märkte (neue Regionen und/oder neue Zielgruppen) mit dem vorhanden Produktprogramm.
Produktentwicklung = auf bereits bestehenden Märkten Stärkung der Position durch Erweiterung des Produktprogramms.
Diversifikation = Erschließung neuer Märkte mit neuen Produkten.
Strategien Kundenbeeinflussung
Preis-Mengen-Strategie = Konzentration auf Niedrigpreise als Kaufargument.
Präferenzstrategie = Konzentration auf Qualität, Schaffung von Präferenzen zur Gewinnung von Markenkäufern.
Strategien Markteintritt
Pionierstrategie = Erstanbierter eines neuen Produktes, Schaffung eines neuen Marktes.
Imitatorstrategie = Markteintritt erst nach Öffnen des Marktes durch den Pionier.
Späteinsteigerstrategie = Markteintritt erst in der Reifephase.
Ansoff-Matrix
Aus einer Matrix (Märkte: alt/neu, Produkte: alt/neu) werden Marktstrategien systematisch abgeleitet.
Marktanteil
absolut = gemessen am Marktvolumen
relativ = gemessen am Marktführer
Aufgaben der Marktforschung
Bezeichnung dieser Aufgaben meist als Funktion:
- Innovation = Entdecken von neuen Marktchancen
- Entscheidungsvorbereitung = Fundierung von Entscheidungen durch akutelle und präzise Informationen
- Erfolgskontrolle = Beschaffung der erforderlichen Daten für Soll-Ist-Analysen zur Beurteilung des Effekts des Einsatzes von Marketinginstrumenten
- Frühwarnfunktion = rechtzeitige Entdeckung von Art und Umfang von Marktrisiken
- Prognosefunktion = Erkennen von Trends, qualifiziertere Abschätzung künftiger Entwicklungen
- Zielgruppenanalyse = Gewinnen von Daten über (potentielle) Kunden zum effektiven Einsatz er Marketinginstrumente
Phasen der Marktanalyse
- Definition des Informationsbedarfs
- Design, Organisation und Durchführung
- Datengewinnung: Durchführung und Datensammlung
- Aufbereitung und Analyse der Informationen
- Interpretation und Verwendung der Ergebnisse
Anforderungen an Marktforschung
- Objektivität (Unabhängigkeit): Unabhängigkeit der Ergebnisse des Versuchsvorgangs vom Durchführenden hinsichtlich Durchführung, Auswertung und Interpretation.
- Reliabilität (formale Genauigkeit): Abwesenheit von Zufallsfehlern beim Versuchsverfahren.
- Validität (konzeptionelle Richtigkeit): Gültigkeit der gefundenen Ergebnisse in dem Sinne, dass auch das Untersuchungsobjekt getroffen wurde.
- Repräsentativität (Aussagekraft): Ergebnisse einer Stichprobe dürfen nur mit einer definierten maximalen Irrtumswahrscheinlichkeit vom wahren Wert der Grundgesamtheit, über die sie Aussagen liefern soll, abweichen.
Arten der Marktforschung - nach dem Bezug zur Zeit
Marktanalyse = zeitpunktbezogen, Untersuchung zu einem definierten Zeitpunkt
Marktbeobachtung = zeitraumbezogen, Untersuchung kontinuierlich über einen längeren Zeitraum
Marktprognose = zukunftsbezogen, auf der Auswertung aus Vergangenheit Daten drohende Aussage über künftige Entwicklung.
Arten der Marktforschung - nach dem Untersuchungsgegenstand
- Bedarfsforschung
- Verbrauchsforschung
- Produktforschung
- Konkurrenzforschung
Arten der Marktforschung - nach den Methoden
Primärforschung = erstmalige Gewinnung von Daten zB durch Kundenbefragung, Beobachtung.
Sekundärforschung = Auswertung vorhandender Daten zB interner Buchhaltungsdaten, externer Branchenstatistik, Fachzeitschriften, Statistische Ämter.
Primärforschung (field research)
Vorteile: liefert akutelle Daten, Fragestellung kann auf dem Untersuchungsgegenstand abgestimmt werden.
Nachteile: hohe Kosten, großer Zeitbedarf.
Grundbegriffe:
Grundgesamtheit = die gesamte Menge, über die Informationen gewonnen werden sollen.
Vollerhebung = alle Elemente der Grundgesamtheit werden in die Erhebung einbezogen.
Stichprobe = eine Teilmenge wird untersucht, um aus dem Ergebnis Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit zu ziehen.
Erhebungsmethoden:
Vollerhebung bei kleiner Grundgesamtheit, Teilerhebung bei großer Grundgesamtheit.
Auswahlverfahren bei Teilerhebung:
Homogene Grundgesamtheit: einfache Zufallsauswahl der Stichprobe ("Random-Verfahren")
Heterogene Grundgesamtheit: komplexe Zufallsauswahl (Klumpenauswahl), bewusste Auswahl (Quotenverfahren)
Beobachtung
planmäßige Erfassung sinnlich wahrnehmbarer Objekte oder Ereignisse in einem genau beschriebenen Untersuchungsbereich unter einem bestimmtn Erkenntnisziel zum Zeitpunkt ihres tatsächlichen Geschehens.
Vorteile: unabhängig von Auskunftsbereitschaft, unabhängig von Ausdrucksvermögen, Ermittlung auch unbewusster Sachverhalte.
Nachteile: Nicht auf alle Sachverhalte anwendbar, Fehlinterpretation möglich, Situation nicht wiederholbar.
Methoden der Marktanalyse
- Beobachtung
- Befragung - schriftlich
- Befragung - mündlich
- Panel
Befragung - schriftlich (Fragebogen)
Vorteile: geringere Kosten, Zeit zum Nachdenken für Befragte, keine Beeinflussung durch Interviewer, hohe Anonymität.
Nachtiele: keine Hilfe bei Missverständnissen, einfache gestaltung des Fragebogens erforderlich, keine Kontrolle, wer tatsächlich den Fragebogen ausgefüllt hat, häufig geringe Rücklaufquote, Aufwand bei der Daten-Erfassung.
Befragung - mündlich (Interview, CAPI)
CAPI = Computer Aided Personal Interview
Vorteile: Einsatz von Hilfsmitteln, Vorlagen möglich, Möglichkeit zusätzlicher Beobachtungen, größere Differenziertheit der Fragen möglich.
Nachteile: teuer, erheblicher Aufwand über Interview, großer Zeitraum zwischen Start und Abschluss der Befragung.
Telefonisch (Interview, CATI)
CATI = Computer Aided Telefone Interview
Vorteile: hohe Ausschöpfungsquote, niedrige Kosten, zeitlich nähere Durchführung.
Nachteile: hohe Verweigerungsquote, erschwerte Ziehung der Stichproben wegen sinkender Bedeutung der RFestnetznummern, geringere Interviewdauer möglich.
Panel
Wiederholte Befragung eines gleich bleibenden Personenkreises über ein gleich bleibendes Thema.
Vorteile: geringere Kosten für Auswahl, geeignet zur Feststellung von Verhaltensänderungen.
Nachteile: Paneleffekt (Gewöhnung der Befragten), Panelsterblichkeit.
Marketingplanung
- Ist-Analyse (Marktforschung, Konkurrenzanalyse)
- Prognose
- Zielformulierung
- Strategieentscheidung
- Festlegung Marketing-Mix
- Umsetzung
- Controlling
Ist-Analyse: Marktforschung
Primärforschung = erstmalige Gewinnung von Daten zB durch Kundenbefragung, Beobachtung.
Sekundärforschung = Auswertung vorhandener Daten zB interner Buchhaltungsdaten, externer Branchenstatistik, Fachzeitschriften, Statistische Ämter.
Ist-Analyse: Konkurrenzanalyse
Abgrenzung der Anbieter als Konkurrenten nach gleicher Zielgruppe und/oder gleichem Nutenversprechen. Untersuchung u.a. nach deren Stärken / Schwächen, Leistungsprogramm und Portfolio, Marktanteil und seine Entwicklung.
Prognose
Treffen von Annahmen über künftige Entwicklung, im einfachsten Fall durch Fortschreiben der Daten aus der Vergangenheit, im komplexesten Fall mit Hilfe von Szenario Techniken = Definition einer Bandbreite zwischen "worst case" und "best case", in der mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten die künftige Entwicklung erwartet werden kann.
Marketinginstrumente
Klassische Einteilung der Tätigkeits- / Entscheidungs-Felder (4P) des Marketing in:
- Produktpolitik (Product)
- Preispolitik (Price)
- Distributionspolitik (Place)
- Kommunikationspolitik (Promotion)
Speziell im Dienstleistungs-Marketing Erweiterung auf 7P:
- Personalpolitik (People)
- Ausstattung (Physical Factors)
- Prozesspolitik (Process)
Marketing-Mix = das aufeinander abgestimmte Vorgehen auf diesen Feldern als kombinierter Einsatz der Instrumente.
Produktpolitik
Kundengerechte Gestaltung der Produkte, Realisierung eines marktgerechten Leistungsprogramms.
Produkt gleich materielles oder immaterielles Ergebnis eines güterwirtschaftlichen Prozesses, dass auf einem Markt zu Befriedigung eines Bedürfnisses angeboten wird (also inklusive Dienstleistungen). Produktpolitik im weitern Sinne damit gleich Leistungspolitik.
Analysebereiche
- Altersstruktur der Produktpalette
- Umsatzstruktur
- Kundenstruktur
Produktentwicklung
Auf bereits bearbeiteten Märkten Stärkung der Position durch Erweiterung des Produktprogramms.
Gründe für Bedeutung der Produktentwicklung:
- verkürzte Lebenszyklen der Produkte
- Verbreiterung des konkurrierenden Produktangebots durch Globalisierung
- Erhöhung des Kapitalrisikos
Phasen:
- Ideenfindung
- Ideenbewertung
- Produktentwicklung
- Testmodell
- Umsetzung für Serienproduktion
- Produktionsplanung
- Einführung
Produktgestaltung
Abstimmung des Produkts auf das Ziel, die Bedürfnisse der Zielgruppe durch entsprechenden Nutzen zu befriedigen.
Grundnutzen = Kernfunktion des Produkts.
Zusatznutzen = Befriedigung eines darüber hinausgehenden ästhetischen, psychischen oder sozialen Bedürfisses.
Elemente der Produktgestaltung
Qualität, Design, Verpackung, "Markierung" (= Markenbildung), Service
Ziel: Abgrenzung von Konkurrenz, Wiedererkennbarkeit, Schaffung eines USP (= Unic Selling Proposition, "alleinstellendes Verkaufsmerkmal").
Qualität: Ausgestaltung des Produktkerns. "Güte eines Produkts im Hinblick auf seine Eignung für den Verwender"
Objektive Qualitätsurteile: Siegel, DIN, Test
Subjektive Qualitätsurteile:
Design: Gestaltung des Produktäußeren, "formal-ästethische Zusatzleistung"
Gestaltungsmittel: Material, Oberfläche, Formgebung, Farbe, Zeichen.
Verpackung: "produktumgebendes Gestaltungsmittel"
Funktion:
- Technische (Schutz, Lagerung, Transport)
- Werbliche (Image, "Wertanmutung")
- ökologische (Wiederverwendbarkeit)
Markenpolitik
"Als Marke können alle Zeichen, insbesondere Wörter einschließlich Personennamen, Abbildungen, Buchstaben, Zahlen, Hörzeichein, dreidimensionale Gestaltungen einschließlich der Form einer Ware oder ihrer Verpackung sowie sonstige Aufmachungen einschließlich Farben und Farbzusammenstellungen geschützt werden, die geeignet sind, Waren und Dienstleistungen eines Unternehmens von denjenigen anderer Unternehmen zu unterscheiden."
Markenartikel
erfordern gleich bleibende Aufmachung in garantierter Qualität mit Herkunftsnachweis, Ubiquität ("Überall erhältlich"), Verkehrsgeltung (= große Bekanntheit und Anerkennung am Markt).
Markenname - Anforderungen
- hoher Bekanntheitsgrad
- Schutzfähigkeit (zB sind allgemeine Begriffe nicht schutzfähig)
- Unterscheidbarkeit (keine Verwechslungsgefahr mit Wettbewerbsprodukten)
- positive Konnotation (Assoziationen)
Markenführung (Markenpolitik)
- Sicherung von Qualitätsanmutung, inkl. entsprechendem Preisniveau
- kontinuierlicher starker Werbeeinsatz zur Bildung und Wahrung von Präferenzen in der Zielgruppe
- Nutzung der positiven Ausstrahlung der Marke zur Etablierung weiterer Produkte/Marken
Markenstrategien
Einzel-Marke: eine Marke pro Segment (Teilmarkt)
Mehr-Marke: mehrere Verschiedene Marken pro Segment.
Familienmarke: mehrere verwandte Produkte unter gleichem Markenauftritt.
Dachmarke: eine Marke mit unterschiedlichen Produkten in verschiedenen Segmenten.