Marketing für technische Kaufleute Kapitel 1 - 4

Compendio-Autorenteam Feusi Solothurn, Prozessfachleute, 2. Semester Winter 15/16

Compendio-Autorenteam Feusi Solothurn, Prozessfachleute, 2. Semester Winter 15/16


M. S.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über grundlegende Marketingkonzepte für technische Kaufleute, geeignet für den mittlere Schulbereich. Sie decken Themen wie Preisstrategien, Produktlebenszyklus, Marktforschung und Marketing-Mix ab, einschließlich der 4 P's und 7 P's des Dienstleistungsmarketings. Die Karteikarten sind ideal für angehende Kaufleute, die ihre Kenntnisse in Marketing vertiefen möchten, um strategische Entscheidungen im Geschäftsfeld zu treffen und Kundenbedürfnisse besser zu verstehen.
Flashcards
34
Students
19
Language
German
Category
Marketing
Created / Updated
08.11.2015 / 15.10.2023

Lernkarten

Was ist Marketing?

Marketing ist eine unternehmerische Denkhaltung. Sie konkretisiert sich in der Analyse, Planung, Umsetzung und Kontrolle sämtlicher interner und externer Unternehmensaktivitäten, die durch eine Ausrichtung der Unternehmensleistung am Kundennutzen im Sinne einer konsequenten Kundenorientierung darauf abzielen, absatzmarktorientierte Unternehmensziele zu erreichen.

Entwicklung des Marketings

Damit hat sich das Marketingverständnis von einer operativen Beeinflussungstechnik (Marketing-Mix-Instrumente) hin zu einer Führungskonzeption, die andere Funktionen wie zum Beispiel Beschaffung, Produktion, Verwaltung und Personal mit einschliesst, entwickelt.

3 R's

  • Recruitment (Gewinnung neuer Kunden)
  • Retention (Halten von Kunden)
  • Recovery (Zurückgewinnung verlorener Kunden)

4 P's des klassischen Konsumgütermarketing

Die 4 klassischen Submixe des Marketing-Mix sind die vier "P"

  1. Product (Produktpolitik)
  2. Price (Preispolitik oder Kontrahierungspolitik)
  3. Place (Distributionspolitik oder Vertriebspolitik)
  4. Promotion (Kommunikationspolitik)

7 P's des Dienstleistungsmarketings

Externes Marketing:

  1. Price
  2. Place
  3. Promotion
  4. Product

Internes Marketing:

  1. Personal
  2. Physical Facilities (Umgebung, Ausstattung)
  3. Process Management

Maslow -Pyramide

  1. Bedürfnis nach Selbstverwicklichung
  2. Bedürfnis nach Wertschätzung
  3. Soziale Bedürfnisse
  4. Sicherheitsbedürfniisse
  5. Physiologische Grundbedürfnisse

Das Marketingkonzept

  • Analyse (Marktanalyse und -diagnose, Marktforschung)
  • Ziele
  • Strategien (Segmentierungsstrategien, Positionierungsstrategien, Differenzierungsstrategien, Wachstumsstrategien)
  • Instrumente (Marketingmix, Marktleistung, Preis, Distribution, Kommunikation)
  • Budget
  • Kontrolle

Umweltsphären

PESTEL

  • Political (Politik)
  • Economical (Wirtschaft)
  • Social (Gesellschaft)
  • Technological (Technologie)
  • Environemental (Ökologie)
  • Legal (Recht)

Grobsegmentierung

Sie unterteilt den Markt in strategische Geschäftsfelder (SGF). Das Unternehmen muss sich entscheiden, in welchem SGF es Produkte und Dienstleistungen anbieten will. Die Grobsegmentierung dient der Marktwahl.

Feinsegmentierung

Sie unterteilt die Strategischen Geschäftsfelder in Segmente und Teilmärkte. Sie dient der Marktbearbeitung.

Teilmarkt

Wenn ein Strategisches Geschäftsfeld nach Art des Angebots unterteilt wird, ist es ein Teilmarkt.

Segment

Wenn ein Strategisches Geschäftsfeld nach Art der Nachfrager unterteilt wird, spricht man von einem Segment. Dabei sind immer Personen gemeint.

Marktkapazität

Maximale Menge einer bestimmten Marktleistung, die zum Preis 0 in einem bestimmten Zeitraum abgesetzt werden könnte.

Marktpotenzial

Gesamter Umsatz oder Absatz aller Anbieter einer bestimmten Marktleistung, der unter optimalen Einsatz der Marketinginstrumente bei heutiger Kaufkraft in einem bestimmten Zeitraum im relevanten Mark erzielt werden könnte.

Marktvolumen

Gesamter von allen Anbietern effektiv realisierter Umsatz oder Absatz einer Marktleistung in einem bestimmten Zeitraum im relevanten Markt.

Marktanteil

Prozentualer Umsatz- oder Absatzanteil von Anbieter X am Marktvolumen des relevanten Markts in einem bestimmten Zeitraum.

Marktsättigungsgrad

Prozentualer Anteil des Marktvolumens am Marktpotenzial in einem bestimmten Zeitraum:

\(Marktsättigungsgrad = Marktvolumen/Marktpotenzial * 100\)

Produktlebenszyklus

  1. Entwicklung
  2. Einführung
  3. Wachstum
  4. Reife
  5. Sättigung
  6. Rückgang
  7. Elimination

Methoden der Marktforschung

  1. Primärmarktforschung/Field Research (Qualitative und Quantitative Marktforschung)
  2. Sekundärmarktforschung/Desk Research (interne und Externe Quellen)

Omnibus-Umfrage

Mehrthemenumfrage an einer Zielgruppe.

Multi-Client-Studie

Generelle Befragung verschiedener Auftraggeber

7 Dimensionen in der Unternehmensanalyse (SWOT-Analyse)

  • Kunden
  • Produkte und Dienstleistungen
  • Distribution
  • Kommunikation
  • Preise und Kosten
  • Management
  • Finanzen und Infrastruktur

Marktforschung

Unter Marktforschung verstehen wir die systematische, objektive und professionelle Beschaffung und Analyse von Informationen durch die Anwendung wissenschaftlicher Methoden für die Erkennung und Lösung von Problemen im Bereich des Marketings und des Markts generell.

Data Mining

Analsyse von grossen Datenmengen, die sich nicht auf Kundengruppen oder Stichproben beziehen, sondern auf einzelne Kunden.

Ziele der Marktforschung

  • Informationsbasis, um richtige Entscheide zu treffen
  • optimale Abstimmung des Marketing-Mix auf die Marktverhältnisse
  • Frühzeitige Information über Entwicklungen auf dem Markt
  • Minimierung des geschäftlichen Risikos
  • Informationsvorsprung gegenüber Konkurrenten/Mitbewerbern

SMART-Formel

  • Spezifisch
  • Messbar
  • Akzeptiert (Ziel muss attraktiv, angemessen, ausführbar und akzeptiert sein)
  • Realistisch
  • Terminierbar

Qualitative und Quantitative Ziele

Qualitative Ziele sind überprüfbar (Verhalten, Image, Einstellung, Wissen, Bekanntheitsgrad gestützt, Bekanntheitsgrad ungestützt)

Qualitative Ziele sind messbar (Umsatz, Absatz, Marktanteil, Distribution, Deckungsbeitrag)

Produkteentwicklung

  1. Ideensuche
  2. Vorauswahl
  3. Entwicklung und Testen des Produktekonzepts
  4. Wahl der Marketingstrategie
  5. Wirtschaftlichkeitsprüfung
  6. Produkteentwicklung
  7. Testen des Produkts
  8. Einführung
  9. Ideensuche

4 K's

  • Kundenzahlungsbereitschaft
  • Kosten
  • Konkurrenz
  • Kapazität

Entscheidungen während des Produktlebenszyklus

  • Produktmodifikation (Produkteverbesserung mit Teilveränderung; Grundkonzept bleibt),
  • Produktinnovation (Ablösung oder völlig neue Produkte)
  • Produktelimination (Produkt fällt weg (unrentabel, Konzentration)
  • Produktpersitenz (Bestehende Produkte beibehalten)

Funktion der Verpackung

Technisch-logistische Aufgaben

  • Schutzfunktion
  • Handlingfunktion (Lager, Transport, etc.)
  • Kontrollfunktion

Absatzpolitische Aufgaben

  • Informationsfunktion
  • Verkaufs-/VF-/Werbefunktion
  • Image, Prestige, Differenzierung
  • Zusatzfunktion

Service Management

  • Service Strategie und Service Angebot
  • Ersatzteillogistik
  • Retouren-, Reparatur-, und Garantiemanagement
  • Aussendienst
  • Kundenmanagement
  • Verwaltung von Anlagevermögen, Aufgabenterminierung, Eventmanagement

Sortimentspolitik

  • Sortimentstiefe (Tetrapack: 1.5dl, 5 dl, 1l/ Greyerzer, Appenzeller, Emmentaler/ Vorzugsbutter, Käsereibutter, Kochbutter)
  • Sortimentsbreite (Milch, Käse, Butter)

Preisstrategien

  • Preisdynamikstrategien (Festhalten/Anpassen von Preisen an Marktverhältnissen)
  1. Festpreisstrategie: Preis konstant über längere Zeit
  2. Flexible Preisstrategie: Marktveränderung = Anpassung
  3. Pulsierende Preisstrategie: Rasch wechselnd
  • Preispositionierungsstrategien (Positionierungs aufgrund des Qualitätsniveaus (Hoch-, Mittel- oder Tiefpreisstrategie)
  • Preisabfolgestrategien (Preisfestlegung aufgrund der Absicht des Anbieters)
  1. Skimmingstrategie: Abschöpfung, dann Senkung)
  2. Penetrationsstrategie: (langfristige Tiefpreisstrategie)
  • Preiswettbewerbsstrategien (Preis orientiert sich an Mitbewerbern)
  1. Preisführerschaft: optimale Kostenstruktur
  2. Preiskampf: Tiefpreis - Konkurrenzverdrängung
  3. Preisanpassung: Reaktion auf Konkurrenz-Preisänderung
  • Preisdifferenzierungsstrategien (für mehr oder weniger die gleiche Leistung werden unterschiedliche Preise angewendet (räumlich, zeitlich, produktspezifisch, kundenbezogen, mengenmässig, buchungsabhängig.)
  • Kostenführerstrategien (Strategie die auf Masse setzt) Sie zielt auf den Aufbau eines umfassenden Kostenvorsprungs ab. Niedrige Kosten im Verhältnis zur Konkurrenz werden zum roten Faden der Unternehmensstrategie. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden permanent Kostenverursacher gesucht und eliminiert (IKEA, Media-Markt)

 

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