Makroökonomie VWL 1

Keynesianische Theorie

Keynesianische Theorie


A. K.
Diese Karteikarten decken grundlegende Konzepte der Makroökonomie auf Universitätsniveau ab, mit Fokus auf Modelle wie IS-LM, Mundell-Fleming und Einkommens-Ausgaben-Modelle. Sie behandeln Themen wie Konsumfunktionen, Investitionen, Sparparadoxon und Gleichgewichtseinkommen, wobei Schlüsselbegriffe wie marginale Konsumneigung, Sparquote und Einkommensmultiplikator zentral sind. Besonders nützlich für Studierende der Volkswirtschaftslehre, die ein tieferes Verständnis makroökonomischer Zusammenhänge erlangen möchten.
Karten
42
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
VWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
22.07.2014 / 13.10.2025

Lernkarten

Keynesianische Theorie

  • Nachfrageorientiert
    • Neoklassik:
      • Nachfrage = Nachfragewunsch
    • Keynesianismus:
      • Nachfrage = effektive Nachfrage

Effektive Nachfrage

Effektive Nachfrage ≠ reiner Nachfragewunsch

  • effektive Nachfrage:
    • tatsächliche Nachfrage
    • am Markt wirksam /notwendige Kaufkraft ist vorhanden)
    • abhängig vom Einkommen
      • Arbeitslosigkeit senkt effektive Nachfrage
    • Produktion durch Nachfrageseite bestimmt (nur was nachgefragt wird, wird produziert)

Konsum- und Sparfunktion

Einflussfaktoren

  • Einkommen
  • erwartetes zukünftiges Einkommen
  • Zinssatz
  • Inflationsrate
  • Steuersatz
  • wirtschaftliche Situation / Stabiilität
  • Wechselkurs
  • Außenwirtschaftliche Situation
  • Risikobereitschaft

Konsumfunktion

Annahmen:

  • Nachfrage bezeichnet den Konsum
  • Nachfrage ist abhängig vom Einkommen

Daher:

  • Konsum: C = C(Y) (Der Konsum ist eine Funktion des Einkommens)

Marginale Konsumneigung

dC/dY  (Ableitung der Konsumfunktion)

Fundamental-psychologisches Prinzip

  • Konsum wächste bei steigendem Einkommen
  • Konsum wächst langsamer bei steigendem Einkommen

Konsequenz:

0 < dC/dY < 1

Lineare Konsumfunktion

  • C(Y) = C0+cY
  • C0: Autonomer Konsum
  • c = dC/dY: Marginale Konsumneigung

Sparfunktion

Herleitung

  • Einkommen wird für Konsum und zum Sparen verwendet:

Y = C + S

  • Einsetzen der Konsumfunktion (C = C0 + cY):

Y = C0 + cY + S

  • Umformen nach S:

Y - cY - C0 = S

  • Ausklammern:

(1-c)Y-C0 = S

  • ersetze s = (1-c):

S = sY-C0

S(Y) = sY-C0

  • s ist die marginale Sparneigung / Sparquote

Sparfunktion

Beispiel

  • Konsumquote: 0,6
  • Autonomer Konsum: 50

  • Konsumfunktion: C = 0,6Y+50
  • Sparfunktion: S = 0,4Y-50

Investitionsfunktion

Einflussfaktoren

  • Zinssatz
  • Steuersatz
  • Entwicklungsgrad des Finanzsektors
  • Nachfrageentwicklung
  • Eigentümerstruktur
  • Investitionsklima
  • Wirtschaftliche Situation / Stabilität
  • Korruption

Investitionsfunktion

Modellierung

  • Investitionsfunktion:

l(r)

  • Lineare Form:

I(r) = a*r+I0         (a<0)

  • Hyperbolische Form

I(r) = a/r+I0          (a<0)

Einnahmen--Ausgaben-Modell

  • Güternachfrage   YD
  • Einkommen         Y
  • Güterangebot      YS

Einnahmen-Ausgaben-Modell

Gleichgewicht auf dem Gütermarkt

YD = Y = YS

Einnahmen-Ausgaben-Modell

Das Angebot bestimmt das Einkommen

Y = YS

Einnahmen-Ausgaben-Modell

Gleichgewicht auf dem Gütermarkt (effektive Nachfrage)

YD = Y

Einnahmen-Ausgaben-Modell

Güternachfrage entspricht dem Konsum

YD = C0+cY

Einnahmen-Ausgaben-Modell


Investitionen sind industrieller Konsum

YD = C0+cY+I

Einnahmen-Ausgaben-Modell

Staatsausgaben sind staatlicher Konsum

YD = C0+cY+I+G

Gleichgewichtsbedingung

  • S(Y) = I+G

 

  • Mit Steuern:

S(Y-T)+T = I+G

Gleichgewichtseinkommen

Einkommen Y, das die Gleichgewichtsbedingung erfüllt:

S(Y) = I+G    bzw.     Y* = (C0+I+G)/s

Gleichgewichtseinkommen

Beispiel:

  • Private Investitionen            100
  • Öffentliche Investitionen       20
  • Autonomer Konsum              10
  • Sparquote                                  0,2

100+20+10 = 130

130/0,2 = 650

Einkommensmultiplikator

Y = (C0+I+G)/s

Y nach G ableiten:

dY/dG = 1/s      Dies ist der Einkommensmultiplikator

Sparparadoxon

  • Für den Einzelnen (mikroökonomisch) ist Sparen etwas Positives.
  • Gesamtwirtschaftlich (makroökonomisch) ist Sparen etwas Negatives, da sich das Einkommen reduziert.

Sparparadoxon

Mathematisch

Was passiert, wenn sich die Sparquote s erhöht?

  • Y = (C0+I+G)/s

Y = (C0+I+G)/s Ableiten:

dY/ds = - C0+I+G/s² < 0

=> Negative Ableitung bedeutet, dass Y sinkt, wenn s steigt.

IS-Kurve

Definition

  • Alle Produkte auf der IS-Kurve stellen ein Gleichgewicht auf dem Gütermarkt dar.
  • IS-Kurve entspricht allen Gleichgewichten dargestellt durch die Gleichgewichtsbedingung aus dem Einnahmen-Ausgaben-Modell:

S(Y) = I(r)+G

S(Y-T)+T = I(r)+G

IS-Kurve

Mathematisch

Gleichgewichtsbedingung: S(Y-T)+T = I(r)+G

  • allgemein auflösen nach r

I-1(S(Y-T)-G) = r

  • einsetzen der Spar- und Investitionsfunktion: s(Y-T) - Co+T = -ar+I0+G
  • auflösen nach r

s(Y-T)-C0+T-G-I0 = ar

-(s(Y-T)-C0+T-G-I0)/a = r

8sY-C0+T-sT-G-I0)/a = r

r(Y) = -sY/A-((1-s)T-G-I0-C0)/a

IS-Kurve

Mathematisch

Abhängigkeiten

  • IS-Kurve/r(Y) hängt negativ an von:

Y (Einkommen)

T (Steuern)

  • IS-Kurve/r(Y) hängt positiv ab von:

G (Staatsausgaben)

  • Erhöhung der Sparquote:

Dreht die IS-Kurve nach unten.

Verschiebt die IS-Kurve nach oben.

IS-Kurve

Herleitung

  • Konsumfunktion           C = 0,8Y+200
  • Investitionsfunktion            I = 50-r
  • Staatsausgaben                   100
  • Keine Steuern                        T=0
  • Sparfunktion:                  S = 0,2Y-200

  • Gleichsetzen

0,2Y-200 = 50-r+100

  • nach r auflösen

0,2Y = 350-r

r = 350-0,2Y

  • IS-Kurve

r(Y) = 350-0,2Y

LM-Kurve

Definition

  • Alle Punkte auf der LM-Kurve stellen ein Gleichgewicht auf dem Geldmarkt dar.
  • LM-Kurve entspricht allen Gleichgewichten dargestellt durch die Gleichgewichtsbedingung aus dem Geldmarkt:

m(Y,r) = mT(Y)+mS(r)(+mV(Y,r))

Geldangebot

M/P

Geldnachfrage

m(Y,r)
 

LM-Kurve

Abhängigkeit

  • Die LM-Kurve/r(Y) hängt positiv ab von:

Y (Einkommen)

  • Die LM-Kurve/r(Y) hängt negativ ab von

M/P (Geldangebot)

LM-Kurve

Herleitung

  • Geldnachfrage zu Transaktionszwecken

mT(Y) = 1,8Y+100

  • Geldnachfrage zu Spekulationszwecken

mS(r) = -r+200

  • keine Geldnachfrage aus Vorsichtsmotiv
  • Geldangebot

1000

  • Gleichsetzen

1000 = 1,8Y+100-r+200

  • Auflösen nach r

700 = 1,8Y-r

r = 1,8Y-700

  • Y(r) = 1,8Y-700

IS-LM-Modell

Beispiel

  • IS-Kurve

r = 350-0,2Y

  • LM-Kurve

r = 1,8-700

Hicks-Gleichgewicht:

  • Gleichsetzen

350-0,2Y = 1,8Y-700

  • Auflösen nach Y

1050 = 2Y

Y = 525

  • Einsetzen

r = 2*525-700 = 350

Gleichgewicht: (Y ; R) = (525 ; 350)

Investitionsfalle

  • Besonderheit
  • Grund

  • Besonderheit: Die IS-Kurve ist unabhängig vom Zinssatz
  • Grund: Investitionen werden unäbhängig vom Zinssatz getätigt. Zum Beispiel weil nicht langfristig geplant wird.

Liquiditätsfalle

  • Besonderheit
  • Grund

  • Besonderheit: Die LM-Kurve ist waagerecht
  • Grund: Es liegt eine Situation vor, in der angenommen wird, dass der Zinssatz nicht weiter sinken wird.

z.B. bei sehr expansiver Geldpolitik seitens der Zentralbank.

Mundel-Fleming-Modell

Definition

Modell einer kleinen, offenen Volkswirtschaft

ZZ-Kurve

  • Da bei einem höheren zins im Inland (bzw. an einem niedrigen Zins im Ausland) mehr ausländisches Kapital nachgefragt wird, hängt Q(i/j*) positiv von i/j* bzw. i = r ab.
  • Da sowohl q* als auch j(q*) positiv sind, besteht somit ein positiver Zusammenhang zwischen r und Y

Kapitalmobilität

  • beschreibt inwieweit es möglich ist, kapital zwischen In- und Ausland zu bewegen.
  • Schranken:
    • Steuerregelungen
    • Kapitalverkehrskontrollen
    • Politische Risiken
    • Transfer- / Transaktionskosten

Mundell-Fleming-Modell

Beispiel

  • IS-Kurve

r = 350-0,2Y

  • LM-Kurve

r = 1,8Y-700

  • ZZ-Kurve

r = 300

  • Binnenwirtschaftliches Gleichgewicht

(525 ; 350)

  • Außenwirtschaftliche Gleichgewichte:

ZZ-Kurve einsetzen in IS und LM:

  • IS

300 = 350-0,2Y => -50 = -0,2Y => Y = 250

  • LM

300 = 1,8Y-700 => 1000 = 1,8Y => Y = 555,56

  • Gleichgewichte: (250 ; 300) und (555,56 ; 300)

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