LWSU13100_BWL_Kap. 15 Unternehmensfinanzierung

Finanzierungsarten Aktienkapital-Erhöhungen oder -rückzahlungen 3‚Going Public’, einem ‚Going Private’, Leasing, Unternehmensbewertung

Finanzierungsarten Aktienkapital-Erhöhungen oder -rückzahlungen 3‚Going Public’, einem ‚Going Private’, Leasing, Unternehmensbewertung


Nadin Mächler
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Themen der Unternehmensfinanzierung, darunter Kapitalerhöhungen, Aktien, Dividendenpolitik und verschiedene Finanzierungsarten. Sie beleuchten Konzepte wie Management-Buyouts, Going Private und Going Public, sowie die Rolle von Bezugsrechten und Agio. Die Karteikarten sind ideal für Studierende und Fachleute in der Betriebswirtschaftslehre, die ihr Verständnis der Finanzierungsstrategien und -mechanismen vertiefen möchten.
Karten
13
Lernende
9
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
17.09.2014 / 22.02.2026

Lernkarten

Wo beschafft man finanzielle Mittel?

Geldmarkt (kurzfristig)

Kaptialmarkt (Langfristig)

 

Beides zusammen: Kreditmarkt

Was sind die Aufgaben der Finanzierung?

Objektfinanzierung (Investition in Potenzialfaktoren)

Unternehmensfinanzierung (Versorgugn des Unternehmens mit Kapital)

Welche Finanzierungsarten werden unterschieden?

Eigenfinazierung

  • Selbstfinanzierung
  • Beteilungsfinanzierung (AK, Agio)

und Fremdfinanzierung

  • Finanzierung aus Rückstellungen
  • Kreditfinanzierung (Darlehen, Hypothek, Obligation)

Was gibt es wohl für wichtige Gründe, damit eine Unternehmung ihr Aktienkapital erhöht oder

vermindert?

  1. Hauptgrund für Banken + Finanzinstitute: Das Bankengesetz verlangt einen Mindestanteil vom EK am Gesamtkapital bei Wachstum häufige Kapitalerhöhungen
  2. Man will eine Übernahme finanzieren und/oder Aktionärskreis erweitern
  3. Mit Aktienrückkäufen kann man auch Aktionäre zufrieden stellen steigender Börsenkurs
  4. Von AK-Erhöhungen profitieren die Alt-Aktionäre, indem sie ihre Bezugsrechte ausübe oder verkaufen können - allerdings wird der Börsenwert der Aktien, die sie besitzen tendenziell auch sinken. Dividenden können so mittels eines erhöhten Kapitals beglichen werden (dividendenpolitische Gründe)
  5. Steuerliche Gründe sprechen eher dagegen, weil FK-Zinsen steuerabzugsfähig sind.
  6. Wenn die Gesamtkapital-Rendite höher ist als der FK-Zinssatz, lohnt es sich für die Eigentümer einer Firma, wenn die Firma EK zurückzahlt und dafür mehr FK aufnimmt. Dadurch steigt die Eigenkapitalrendite. Voraussetzung dafür ist, die Gesamtkapitalrentabilität muss höher als die Fremdkapitalzinsen ist. (Siehe Leverage- Effekt Buch S. 507 - 510)

Kann eine Unternehmungsleitung einfach darüber bestimmen, ob und wie das Aktienkapital

erhöht wird?

Nein, sie braucht dafür vorgängig die Einwilligung durch die GV (Man unterscheidet hierbei eine

ordentliche, eine genehmigte und eine bedingte Kapitalerhöhung -siehe Buch S. 461).

Grundsätzlich kann eine Kapitalerhöhung entweder durch die Heraufsetzung des Nennwertes

oder durch die Ausgabe neuer Aktien erfolgen.

Was ist ein Agio? Wann kommt es zu einer Kapitalverwässerung?

= Emissionsagio. Die Differenz zwischen dem Ausgabekurs und dem Nennwert der Aktie.

Von Kapitalverwässerung spricht man, wenn der Reserveteil pro Aktie vermindert wird.

Was ist ein Bezugsrecht?

Das Recht zum Bezug zusätzlicher Aktien im Verhältnis zur bisherigen Beteiligung. Der alte

Aktionär erhält das Recht auf eine Entschädigung für die mit einer Kapitalerhöhung verbundene

Kapitalverwässerung. Verkauft er einen Anteil, so verkauft er einen Anteil seines Anspruches auf

das Vermögen der Gesellschaft. Beachte die Berechnung des Bezugsrechtes S. 563f.

Was versteht man unter einem ‚Going Public’?

Eine zuvor staatliche oder eine ganz in den Händen einer Familie liegende Firma wird an die Börse

gebracht. D.h. Privatinvestoren können Aktien dieser Firma kaufen, das Eigentum an der Firma

wird auf eine Vielzahl von Leuten und Firmen verteilt.

Gründe dafür sind:

· Bisherige Eigentümer wollen sich aus Unternehmen zurückziehen.

· Teilung des Unternehmensrisikos

· Handelbarkeit der Aktien gewährleistet

· Nachfolgeregelung

· Akquisitionsmöglichkeiten

Voraussetzungen für ein Going Public sind:

· Qualität und Kontinuität des Managements

· Klare Unternehmensführung und Unternehmenspolitik

· Gewinnaussichten/Gewinnpotential

· Gute Finanzlage

· Unternehmensgrösse: das ausgewiesene Kapital muss mind. 25 Mio. betragen.

· Ein gewisser Bekanntheitsgrad

Was versteht man unter einem ‚Going Private’?

Eine zuvor an der Börse kotierte Firma, die einen breiten Aktionärskreis aufweist, wird wieder in

die Hände einer Person oder einer Familie gebracht. Wenn Kapital hauptsächlich von Dritten

kommt spricht man von Leveraged Buyout.

Gründe für ein Going Private sind:

· Verhinderung der Übernahme der Gesellschaft

· Aufwertung unterbewerteter Unternehmen

· Weg vom kurzfristigen Gewinnstreben

Was versteht man unter einem ‚Management-Buyout’?

Das oberste Kader einer Firma kauft von den bisherigen Firmeneigentümern ihren Aktienbesitz

ab. Gewöhnlich müssen sich die Manager dafür stark verschulden, aber sie können diesen Kauf ja

auch mit Bankkrediten finanzieren. Als Sicherheit (Pfand) übergeben sie den Banken dann ihre

neu-erworbenen Aktien. Beispiel: Schild-Gruppe (Übernahme von Spengler)

Werden hauptsächlich Fremdmittel dazu verwendet, spricht man auch hier von Leveraged

Management-Buyout.

Was versteht man unter dem Lohmann-Ruchti-Effekt?

Bei der Finanzierung aus Abschreibungsgegenwerten findet eine Vermögensumschichtung statt.

Man nennt sie deshalb auch Verflüssigungsfinanzierung.

Die freigesetzten Mittel können bis zum effektiven Gebrauch, anderweitig verwendet werden. Es

handelt sich hierbei um einen Kapazitätserweiterungseffekt. Er fällt dabei grösser aus, je

nachdem ob die Preise zur Beschaffung der gleichen Potenzialfaktoren gestiegen oder gesunken

sind.

Bei der Annahme einer linearen Abschreibung berechnet sich der Effekt wie folgt:

2x n

(n+ 1)

Als Dividendenpolitik bezeichnet man das Verhalten des Unternehmens bei der Festlegung der

Dividende an die Aktionäre. Je nach Absicht unterscheidet man:

Bardividende

Wertpapier- oder Stockdividende

Naturaldividende

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