LOS I - Kap.7 : Konzepte für die Prozessindustrie
LOS I - Kap. 7 Integrales Logistikmanagement - Paul Schönsleben
LOS I - Kap. 7 Integrales Logistikmanagement - Paul Schönsleben
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Flashcards
Prozessor
verarbeitende Einheit, i. Allg. gebildet durch die Produktionsinfrastruktur
Prozessor-orientierte Konzepte : wichtige Merkmale
- für eine ausgeprägt hochvolumige Linienproduktion oder die kontinuierliche Produktion
- mit teurer Produktionsinfrastruktur (Prozessoren)
- für eine hohe Auslastung der Kapazitätsplätze.
Woher stammem die prozessor-orientierte Konzepte? und wann?
aus dem Nordamerika der späten 1980er Jahre
für die Prozessindustrie entwickelt
-noch nicht systematisiert :
- Process Flow Scheduling
- behandeln insbesondere die divergierenden Produktstrukturen und die Produktion von Kampagnen.
Kuppelproduktion
gleichzeitige Herstellung von verschiedenen Produkten im selben Prozessschritt.
Hauptprodukt
Produkt, zu dessen Herstellung der Produktionsprozess entworfen wurde.
Kuppelprodukt / Nebenprodukt
Gut mit einem bestimmten Wert, das als Rest oder zufällig durch den Produktionsprozess entsteht.
Abfallprodukt
Nebenprodukt ohne Wert
Destillationskolonne
Apparat zur Stoffrennung
Technologie
beschreibt die prozessunabhängigen Eigenschaften und Bedingungen
Prozess
beschreibt technologieunabhängig den möglichen Input, die Wirkung des Prozesses sowie den daraus entstehenden Output.
Prozess mit Technologie
das während des eigentlichen Produktionsprozesses einsetzbare Verfahren.
Ressource
jedes in einem Produktionsprozess identifizierte, verbrauchte und produzierte Ding
Material, Kapazitäten (durch Personen), Anlagen, Energie usw.
Rezept
Inhalt einer prozessor-orientierten Produktionsstruktur
Nenne 3 Schritte der Chargenverwaltung
1) Jede produzierte Charge erhält im Moment des Lagerzugangs eine Chargenidentifikation (Chargen-ID)
2) Der Bestand an Lager für eine bestimmte Ressource setzt sich zusammen aus den Chargen gemäss Schritt 1) minus die von diesen Chargen bereits gemäss Schritt 3) bezogenen Abgangsmengen.
3) Die Chargenidentifikation für einen Lagerabgang wird bestimmt, indem die Bezugsmenge einer verfügbaren Menge gemäss Schritt 2 zugeordnet wird.
- Die zu diesem Bestand gehörige Chargen-ID wird auch zur Chargen-ID des Lagerausgangs.
- Stammt die bezogene Menge aus verschiedenen Lagereingängen, so muss man genauso viele Lagerausgänge erfassen, mit je der dazugehörigen Chargen-ID und der Teilmenge des Lagerausgangs.
Kampagne
ein ganzzahliges Vielfaches von Produktionschargen eines bestimmten Artikels, die nacheinander gefertig werden.
Kampagnenzyklus
Reihenfolge von Kampagnen, während der alle wichtigen Produkte auf einer bestimmten Kapazität produziert werden, und zwar in der Menge, wie es der Bedarf erfordert.
Kampagnenplanung
optimale Kampagnenzyklen erreichen (z.B. mit Reduktion von Rüstkosten)
Prozessor-dominierte Terminplanung
- plant Betriebsmittel oder Kapazität(Prozessoren) vor Material
- erleichtert die Terminplanung von Betriebsmitteln für genügend lange Durchführungszeiten und den Einsatz von rüstkostengünstigen Produktionszyklen.
material-dominierte Terminplanung
- plant Material vor Prozessoren (Betriebsmittel oder Kapazität)
- erleichtert den effizienten Einsatz von Gütern
Wann werden MRP II / ERP- Konzepte oder Just-in-Time-Konzepte angewendet?
- Material bezogen auf gesamte Herstellkosten relativ teuer
- Überkapazitäten
- Rüstzeiten und - kosten tendenziell vernachlässigbar
- eher eine Werkstattproduktion als eine Linienproduktion
Wann werden prozessor-orientierte Konzepte angewendet?
- Kapazität bezogen auf Herstellkosten relativ teuer
- Engpasskapazitäten
- einmalige Kosten je produziertes Los relativ teuer
Arbeitsgang- / Prozessausbeute
die Beziehung des brauchbaren Outputs
eines Prozesses, einer Prozessphase oder eines Arbeitsgangs zur Inputmenge
nichtlineare Verbrauchsmenge
eine Arbeitsgang-/Prozessausbeute, die nicht durch eine lineare Funktion der produzierten Menge ausgedrückt werden kann.
Gerade chemische oder biologische Prozesse unterliegen jedoch Bedingungen, die nicht immer genau vorhersehbar sind (z.B. externen Einflüssen wie dem Wetter).
Auch die eingesetzten Technologien und Produktionsverfahren sowie unter Umständen schwankende Qualitäten der Ausgangsmaterialien haben einen nicht immer in jeder Hinsicht quantifizierbaren Einfluss auf Ressourcen-Verbräuche zur Folge.
Zum Beispiel können gewisse Einsatzstoffe in der Anfahrphase eines Prozesses oder im Prozessverlauf, d.h. mit steigender Produktionsmenge, überproportional verbraucht werden. In solchen Fällen wird die Verbrauchsmenge keine lineare Funktion der produzierten Menge mehr sein.
Die Globalisierung der Weltmärkte hat dazu geführt, dass ein Unternehmen in der ganzen Welt Produktionsstandorte führt. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe.
Welche sind das?
Ergeben diese Bedingungen Nachteile für eine effiziente Logistik? Warum?
Handelsbarrieren können Firmen zwingen, in Ländern mit wichtigen
Märkten auch Produktionsanlagen führen zu müssen (vgl. Kap. 2.1.1).
Zukäufe von neuen Firmen werden vermehrt im Ausland getätigt.
Neue Produktionsauflagen wie Validierungsanforderungen der amerikanischen FDA („Food and
Drug Administration“) begünstigen die Zentralisierung von bestimmten
Produktionsanlagen an einem und demselben Ort
Alle diese Bedingungen ergeben signifikante Nachteile für eine effiziente
Logistik:
Zwischenprodukte müssen von einem Ort nach dem anderen
verschoben werden, auch zwischen Ländern. -> Produktionspipeline