Leber
Aufbau und Funktion
Aufbau und Funktion
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Flashcards
Was ist Leber und Lage
Ist größtes und das wichtigstes Stoffwechselorgan und mit Verdauungsorgane eng verbunden. Wiegt ca. 1,5 kg Zusammen mit der Gallenblase und den Gallenwegen leistet sie den Hauptanteil des Stoffwechsels.
Sie nimmt alle aus dem Darm resorbierbaren Stoffe/Nahrungsbestandteile über die Pfortader (V. portae) auf, metabolisiert oder speichert sie (Glukose, Kupfer, Eisen, Vit A/B12/D/E/K), wandelt sie um (Aminosäuren zu Harnstoff und Kohlenhydrate, Fette zu Lipoproteine) und gibt sie schließlich über die Lebervenen (Vv. hepaticae) an die untere Hohlvene (V. cava inferior) ab
Liegt im rechtem Oberbauch unter dem Zwerchfell, ist weitgehend von Peritoneum( Bauchfell) überzogen, durch mehrere Bänder mit Zwerchfeld verbunden und wird von unteren Rippen (6 bis 11) geschützt. Ist benachbart mit: Ösophagus, Magen, Gallenblase rechte ( Neben)Niere, Colon
Aufbau und Feinaufbau
Die Leber besteht aus 2 Hauptleberlappen( Lobus dextra und Lobus sinistra) und 2 kleiner Lederlappen (Lobus quadratus und Lobus caudatus)
Zwischen den beiden Hauptlappen befindet sich die Leberpforte (porta hepatis).
Die Leberlappen sind nochmals in winzige Leberläppchen (max. 1–2 mm und sechseckig) unterteilt. Es gibt ca. 50.000-100.000
- Aufbau: aus Leberzellen (reich an Zellorganellen), Sinusoide (Leberkapillaren) und retikulärem Stützgewebe.
- An den Eckpunkten benachbarter Leberläppchen liegen die Portalfelder. In diesen Feldern verläuft jeweils eine Arteria interlobularis (ein Ast der Leberarterie), eine Vena interlobularis (ein Ast der Pfortader) und ein Gallengang (Ductus biliferus). Diese Gefäße bezeichnet man als Glisson-Trias (Glissonsches Dreieck)
- Blutversorgung und -entsorgung: geschieht von den Periportalfelder (hier treffen mehrere Lobuli aufeinander) über die kapillarähnlichen Lebersinusoide zur Zentralvene (V. centralis); von außen nach innen. Dort befinden sich spezielle Makrophagen (die Kupfferschen Sternzelle )
- Zentralvenen: in der Mitte eines Leberläppchens, gewährleistet den Abfluss des Blutes; dieses fließt von der Zentralvene in die drei Lebervenen (Vv. hepaticae) und dann in die untere Hohlvene (V. cava inferior)
- aus den Leberzellen (Hepatozyten) wird produzierte Galle dürch Gallenkapillaren zu den Gallengängen in den periportalen Feldern, die sich zum Lebergallengang zusammenschliessen befördert und der Galle gespeichert.
Funktion
- Stoffwechselfunktion
- Entgiftung
- Abbau und Aufbau von Hormonen ( angiotensinogen , 10% Erythronoetin )
- Depot für Eiweiß, Fette, Vitamine, Glukose, Eisen
- Synthese und Abbau von Proteinen, ( Albumin, gerinnungsfaktoren )
- Gallenproduktion
- verwandelt Nährstoffe in körpereigene Substanzen
- Blutbildung beim Fetus bis 5 schwang. Woche
Kohlenhydratstoffwechsel
Aufbau, Speicherung und Wiederabbau von Glykogen, Neusynthese von Glukose aus Milchsäure und Eiweißprodukten;
wird zu viel an Glukose (kommend von der Pfortader) aufgenommen, wird ein Teil als Glykogen eingelagert, der dann wieder freigegeben wird, wenn der Blutzuckerspiegel sinkt.
- Glykogenese:(Speicherform der Glukose) stimuliert durch das Hormon Insulin wird Glukose aus der Pfortader aufgenommen, in der Leber zu Glykogen aufgebaut und gespeichert (Leber/Muskeln/Bindegewebe)
- Glykogenolyse: Abbau von Glykogen zu Glukose und Abgabe ins Blut, stimuliert durch Adrenalin und Glukagon und durch Insulinmangel (dadurch konstanter Blutzuckerspiegel bzw. Anstieg bei erhöhtem Bedarf, z.B. bei „Stress“); In den Muskeln wird es zu Milchsäure und Energie umgebaut
- Glukoneogenese : Aufbau von Glukose aus Nicht-Zuckern (z.B. aus Stoffwechselprodukten aus dem Eiweiß- und Fettstoffwechsel: Aminosäuren, Glycerin, Milchsäure); sichert den Blutzuckerspiegel bei mangelnder Glucosezufuhr (z.B. Fasten, hoher Bedarf); wird durch Adrenalin, Cortison und Glukagon gefördert und durch Insulin gehemmt.
- sind zu viele Kohlenhydrate vorhanden werden sie zu Triglyzeriden umgewandelt und im Körper als Fett gespeichert
- bei akutem Leberversagen kommt es zu Hyperglykämie, später zu Hypoglykämie (=> Fettleber)
Eiweisstoffwechsel
Die Leber produziert ca. 95% aller Eiweiße (Körpereiweißen, Gerinnungsfaktoren), findet in den Hepatozyten statt.
- Globuline, Albumine,die fast ausschliesslich in der Leber synthetisiert werden. (Transport für Bilirubin, Ionen. Koloidosmotischer Druck, Eiweisreserve)
- Blutgerinnungsfaktoren: Protrombin, Fibrinogen,
- Vitamin K (Specherung für die Prothrombin herstellung
Wichtiges Vorgang ist Aminosäurestoffwechsel.
Bei Transaminirung werden Aminosäuren unter benutzung von Leberenzyme (Transamirasen, Aspartat und Alanin-Aminotransferase) zum Harnstoff ab- und umgebaut.
Baei Desaminierung fallen größere Menge an Stikstoff an (Amoniak). Dieser wird dann zu Harnstoff umgebaut und durch die Niere ausgeschieden.
Fettstoffwechsel
Auf und abbau von Fettsäuren, Phospholipiden sowie Cholesterin.
Der Großteil von aufgenommen en Nahrungsfetten wird in der Leber zu Fettsäuren und Cholesterin abgebaut, der in weiterem Verlauf zum größtem Teil für Gallenproduktion gebraucht wird oder is Blut abgegeben.
Lipogenese: Aufbau körpereigener Fette aus Fettsäuren und Glukose, hormonelle Steuerung: Förderung durch
Lipolyse: Abbau von Speicherfett und Abgabe von freien Fettsäuren in das Blut (bei massivem Einschmelzen der Fettreserven: z.B. durch Hunger, Diabetes mellitus entstehen in der Leber massiv Ketonkörper mit Folge der Übersäuerung, es kann im Extremfall ein lebensbedrohlicher Zustand entstehen
Synthese von Triglyzeriden: aus Kohlenhydrate oder Aminosäuren ; werden entweder in der Leber gespeichert oder als VLDL ins Blut abgegeben
in der Leber gebildetes Cholesterin stellt eine Vorstufe der Gallensäuren, Steroidhormone und des Vitamin-D3-Hormons dar, es ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Zellmembranen Speicherung von fettlöslichen Vitaminen
Engiftung Allgemein
- Ausscheidung über Niere: gut wasserlösliche Abbauprodukte (z.B. Alkohol und viele Medikamente) werden von Leberzellen in die Lebersinusoide abgegeben, von dort gelangen sie über den Blutkreislauf in die Niere und werden mit dem Urin ausgeschieden
- Ausscheidung über Galle: schlecht wasserlösliche Stoffe (im Blut schwer löslich) gelangen über die Gallenkapillaren in den Darm und werden über den Stuhl ausgeschieden
Entgifftung körpereigenen Stoffen
- Bilirubin (ein Abbauprodukt des Hämoglobins): wird über die Leber als konjugiertes Bilirubin mit der Galle in den Darm ausgeschieden.
- Ammoniak: beim Eiweißabbau entsteht giftiges Ammoniak, damit dieses von den Nieren ausgeschieden werden kann, wird es in der Leber in Harnstoff umgewandelt
- Inaktivierung bestimmter Hormone: wenn diese im Überfluss produziert werden oder ihre Aufgabe erfüllt haben: z.B.: Insulin, Glukagon, Steroidhormone, Östrogene, Schilddrüsenhormone (T3, T4)
Bilirubinkreislauf
Bilirubin ist gelbliche Substanz, die durch Abbau des Hämoglobin der Erythrozyten ensteht. ( pro Tag ca. 300 mg, davon 80% aus den Erys).
Er ist unkonjugiert und nicht Wasserlöslich, daher wird zum Transport im Blut an Abumin gekoppelt.
Im Leber: Lösung vom Albumin und koppelung an Glucoronsäure (konjugietes Bilirubin und wasselöslich)
Über die Gallenflüssigkeit gelangt das direkte Bilirubin in den Dünndarm, wo er von Darmbakterien zur farblosen Urobilinogen und Sterkobilinogen abgebaut.
20% unterligt dem enterohepatischen Kreislauf. Rest wird durch Oxidation als Urobilin und als Sterkobilin über den Stuhl (starke Färbung= braunes Stuhl) ausgeschieden. Ein geringer Teil wird als Urobilin über den Urin eliminiert.
Bei Leberfunktions-störungen werden diese Produkte vermehrt über den Urin ausgeschieden.
Nichtkonjungiertes Bilirubin kann nicht über den Urin ausgeschieden werden, es lagert sich vielmehr bei Erkrankung der Leber in der Haut/Skleren ab und verfärbt diese gelb.
Fettleber
Die Fettleber (Steatosis hepatis) ist eine häufige Erkrankung der Leber mit Einlagerung von Fett (überwiegend von Triglyceriden) in die Leberzelle (Hepatozyt) in Form von Fettvakuolen, z. B. durch Überernährung (Hyperalimentation), Alkoholmissbrauch, Medikamente(Cortison, Tetrazykline) , Diabetes mellitus, Schwangerschaft, Eiweißmangel, Leberstauung, Leberteilentfernung oder auch Bypassoperationen, die Teile des Dünndarms ausschalten.
Fettleber kann auch als Folge von chronischer Mangelernährung (Hunger und Durst) auftreten, insofern auch bei Anorexia, oder Fasten. Aus Kohlenhydraten (Abbaueinheiten der Kohlenhydrate → Monosaccharide wie z. B. Glucose) wird im Regelfall in der Leber Glykogen gebildet und gespeichert. Dieses stellt Energie durch Glykogenolyse schnell bereit. Sind die Kohlenhydratspeicher leer, setzt die Glukoneogenese ein. Dabei wird Glukose in Leber und Niere aus Nicht-Kohlenhydratvorstufen synthetisiert, z. B. glukoplastischen Aminosäuren, die vor allem bei Hunger aus abgebautem Muskelprotein gewonnen werden. Wird infolge Mangelernährung oder Hunger nicht genügend Eiweiß (0,8 g/kg Körpergewicht täglich) zugeführt, kommt es zur Störung der Glukoneogenese, weil die zur Fettverbrennung erforderliche Energie aus Muskel- und Bindegewebszellen nicht ausreichend verfügbar ist. Es kommt zur Ablagerung der nicht verstoffwechselten Fette (Triglyceride) an und in der Umgebung der Leber. Weitere Ursachen: Eiweismangel, Überernährung, Diabetes Mellitus, Hepatitis B, Schwangerschaft, Toxische Ursachen: Alkohol, Medikamente ( Corison, Tetrazykline, Gifte ( Phosphor, Kadmium)
Leberzirrhose
Leberzirrhose- ist endstadium für alle Leberkreinheiten und nicht zu verwechseln mit Fettleber. Das ist eine chronische Erkrankung der Leber, die mit Zerstörung der Leberläppchen, Parenchymuntergang und narbigem Bindegewebeumbau/ -vermehrung einhergeht.
Ursachen
Alkohol-Abusus (rund 50% der Fälle)
chronische Virus-Hepatitis ( rund 30% der Fälle)
seltene Ursachen
chronische Insuffizienz des rechten Herzens
Störungen des Galleabfluss (biliäre Leberzirrhose)
Toxine
Morbus Wilson (Speicherkrankheit von Kupfer)
Hämochromatose (Speicherkrankheit von Eisen)
Folgen
Da die Leber das zentrale Organ des Stoffwechsel ist, kommt es zu einer Vielzahl von Ausfalls-Erscheinungen bei einer Leberzirrhose.
1 Stauung der Pfortader (mit allen Symptomen der portalen Hypertension: Caput medusae, Ösophagusvarizen, äußere Hämorrhoiden)
2. Aszites und Ödeme: (Ursache Eiweißmange mit Verminderung des onkotischen Druckes
3. hormonelle Störungen: (Verlust der Lipido, Gynäkomastie, Hodenatrophie, Verlust der männlichen Sekundärbehaarung)
4. Juckreiz: (Störung des Bilirubin-Stoffwechsels)
5.Leber-Hautzeichen
Die wichtigsten Leber-Hautzeichen sind:
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Spider naevi (sogn. Gefäßspinnen im Gesicht aber auch an der übrigen Haut)
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Ikterus (ab einem Bilirubinwert von 2mg/dl an den Skleren sichtbar, ab 5 mg Bilirubun an der Haut zu erkennen)
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Palmar-Erythem (rötliche Verfärbung der Haut an der Greifseite der Hand und Finger)
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Plantar-Erythem (rötliche Verfärbung der Fußssohle)
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Lacklippen und Lackzunge (Folge eines Vitamin B Mangels)
- Caput medusae (sogn. Medusenhaupt, das ist ein Umgehungskreislauf mit krampfartig erweiterten Venen in der Bauchhaut)
Niedrige Laborwerte
Albumin ( Eiweissynthese nich mehr möglich, Folge Aszites, Ödeme)
Blutgerinnungfaktor ( Produktion in der Leber, bei Zirrhose nicht mehr möglich)
Ammoniak- Anstieg- Zeichen fün fehlende Entgiftung, Folge ist hepatische Enzephalopathie( Leberkoma)
Portale Hypertension ( Pfortaderhochdruck)
Der normale Druck im Pfortader-System beträgt 3 - 6 mmHG.
Bei einem Druck über 6 mmHG spricht man von einer portalen Hypertension (Pfortader-Hochdruck). Prinzipiell ist die Ursache des Pfortader-Hochdruckes eine Erhöhung des Fluss-Widerstandes im Pfortader-GefäßsystemDurch eine Zerstörung der Lebergefäße wird der Gesamtgefäßquerschnitt in der Leber reduziert, wodurch sich das Blut in die Pfortader (kommt vom Darm) zurückstaut und es dort zu einem erhöhtem Gefäßwiderstand kommt und damit zu einer Verringerung des Abflusses von Blut und Lymphe aus der Leber (Entgiftungsfunktion). Besteht dieser Widerstand über längere Zeit, so kommt es zu Umgehungskreisläufen (Pfortader-Venen) und es bilden sich Ösophagus-/ Magenfundusvarizen, Splenomegalie, Stauungsgastitis, Aszites.
Ursachen: Leberzirrhose, Rechtsherzinsuffizienz, Trombose der Vena Porta,Budd-Chiari Syndrom
Heptische Enzephalopatie/Leberkoma
Durch die Leberzirrhose und Umgehungskreislauf, kann die Leber keine toxische Substanzen ( Amoniak) mehr entgiften, de vermert ins Gehirn gelangen. Es entsteht eine Leberausfallkoma( Coma Hepaticum) oder Hepatische Enzephalopatie.
Leberkoma isr der Gipfel eine Leberinsuffizienz.
Stadien
- Schläfrigkeit, Ermüdbarkeit, Konzentrationsstörungen, Depression/Euphorie, „Flapping Tremor“ (grobschlägiges Händezittern), rasche Ermüdbarkeit, Sprachstörungen
- Apathie, „verwaschene Sprache“, Konzentrationsstörungen, Blutdruckabfall
- Störung der Motorik, Patient ist kaum ansprechbar, Desorientiertheit, Hyperreflexie, Tachykardie, Hypotonie, Foetor hepaticus
- Koma, erloschene Reflexe, starker Foetor hepaticus (süssliches Geruch nach frischer Erde)
Funktionstörungen
Albuminmangel (Aszites, Ödeme),
Globulinmangel (erhöhte Infektionsanfälligkeit),
Prothrombinmangel (Blutungen),
fehlender Östrogenabbau (Gynäkomastie, Hodenatrophie),
Vergiftung
Akutes Leberversagen (Hyperglykämi, später Hypoglykämi=Fettleber)
Enzymbestimmungen ( Labor)
Die Transaminasen durch platzen von Hepazytosen werden freigesetzt. Dadurch die Werte erhöht, wie:
Gamma-Glutamyl-Transpeptidase(GGT)
Aspartat und Alanin- amino- Transferase (AST -ALT)
Glutomatdehydronogenase
Bilirubin ( keine eliminierung in der Leber)
BSG ( Infektanfälligkeit).
Lebererzeugnisse Niedrig:
Albumine, Harnsäure, Prothrombinkomplex.
De-Ritis-Quoitent
gibt das Verhältnis der Leberenzyme, Aspartat-Aminotransferase und Alanin-Aminotransferase an.
>1= leichte Leberschaden, <2=Leberparenchymschaden( Leberzirrhose, chronische Hepatitis, Alkoholismus)
Morbus Meulengracht
Ist erblich bedingt.
Zeigt eine Erhöhung des undirekten( unkonjugierten) Bilirubin im Blut, da die Glucuronyl-Transferase vermindert ist. ( anbindung im Leber an die Clucuron Säure=direktes( konjugirtes) Bilirubin).