EMP


Trung Hieu Tran
Diese Lernkarten bieten eine umfassende Übersicht über die Modellierung von Prozessen auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Darstellung von Aktivitäten, Verzweigungen, Ereignissen und Informationsflüssen, wobei verschiedene Modellierungsnotationen wie BPMN, UML und EPK behandelt werden. Die Karteikarten eignen sich besonders für Studierende und Fachleute, die Prozesse dokumentieren, automatisieren oder analysieren möchten, und dabei die richtigen Ansätze und Notationen auswählen müssen.
Cartes-fiches
24
Utilisateurs
2
Langue
Allemand
Catégorie
Informatique
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
23.02.2013 / 30.07.2023

Cartes-fiches

Elemente der Prozessmodellierung

  • Aktivitäten und Subprozesse
  • Input- und Outputparameter sowie Akteure für Aktivitäten
  • Objekte (Daten, Dokumente)
  • Ereignisse und Nachrichten
  • Verzweigungen und Zusammenführung
  • Prüfungen und Entscheidungen
  • Verknüpfungen mit externen Prozessen

Eigenschaften von Modellierungsnotationen

unterscheiden sich durch:

  • ihre Automatisierbarkeit (hier: Möglichkeit in einer Workflow-Engine ausgeführt zu werden)
  • ihren Freiheitsgrad der Interpretation / Semantische Rigidität und/oder
  • ihren Detailgrad / Anzahl von Modellierungselementen

Fazit zu den Darstellungsformen

unterschiedlichen Darstellungsformen

  • Art in der sie miteinander verknüpft werden (SYNTAX)
  • Bedeutung dieser Elemente und ihrer Anordnung (SEMANTIK)
  • detaillierte Sachverhalte wie Eingangs- und Ausgangsparameter von Tätigkeiten
  • je detaillierter, desto unübersichtlicher
  • Eignung in Abhängigkeit des zu modellierten Prozesses

Um entscheiden zu können, welche Darstellungsform sich am besten eignet, sollte man sich zwei Fragen beantworten:

  • Warum möchte ich einen Prozess modellieren? (Planung, Dokumentation, etc.)
  • Welche Sachverhalte möchte ich darstellen, welche kann ich ausblenden? (Keine Darstellungsform kann alle Details der Realität darstellen)

Prozessmodellierungsnotaion (Definition)

Eine Prozessmodellierungsnotation definiert eine Reihe von Modellierungselementen, ihre Bedeutung und die Regeln nach denen sie eingesetzt werden können. Sie vereint somit Syntax und Semantik.

Modellierung (Aktivitäten)

durchzuführende Tätigkeiten

Inhalt:

  • Name
  • Beschreibung
  • Typzuordnung

Modellierung (Subprozesse)

  • Platzhalter für andere Prozessdiagramme und deren Inhalt
  • Referenz zu anderen Prozessen und Wiederverwendung
  • bessere Übersichtlichkeit
  • Gliederung in verschiedene Granularitätsebenen

Modellierung (Sequenzfluss)

  • Reihenfolge (Sequenz), in welcher Aktivitäten und Subprozesse durchgeführt werden soll wird mit Pfeilen dargestelt
  • Richtung und Form tragen zur intuitiven Erfassbarkeit bei

Modellierung (Input-und Outputparameter und Akteure für Aktivitäten)

Arbeitsgrundlage muss gegeben sein

Aktivitäten besitzen Ein- und Ausgangsparameter

Zuordnung der Aktivität zu Akteure --> Platzhalter für tatsächliches Individuum (Rolle und kein Name)

Modellierung (Objekte und Informationsfluss)

  • Dokumente über mehrere Aktivitäten hinweg
  • Darstellung von Objekten und Verknüpfung dieser mit Aktivitäten über spezielle Pfeile, die den Informationsfluss (nicht Sequenzfluss) darstellen

Modellierung (Ereignisse und Nachrichten)

Ereignisse sind nach Aktivitäten wichtigsten Elemente

  • Beginn, Ende (Start- und Endknoten)
  • Versenden von Nachrichten
  • Eintreten eines Zustandes
  • zusätzliche grafische Kennzeichnung --> Unterscheidung

Modellierung (Prüfungen und Entscheidungen)

Prüfung als eigenständiges grafisches Element (Aktivität mit Exklusiv-ODER-Verzweigung)

Alternativ:

  • Aktivität mit ODER-Verzweigung
  • ausgehende Pfeile für Sequenzfluss mit Bedingung versehen

Modellierung (Verzweigungen und Zusammenführung)

Aktivitäten parallel oder alternativ --> Verzweigungen und Zusammenführungen

drei Arten der Verzweigung (Farben oder Ikons):

  • Parallelisierung (UND-Verzweigung)
  • Alternativpfade (Exklusiv-ODER-Verzweigung)
  • beliebige Anzahl paralleler Pfade ist möglich, aber es kann auch nur einer sein (ODER-Verzweigung)

Iteration ist ein Spezialfall einer Exklusiv-ODER-Verzweigung, der entweder den Prozess weiterlaufen lässt oder zu einem früherem Punkt im Verlauf zurückkehrt

Modellierung (Verknüpfung mit externen Prozessen)

Abstimmung mit anderen Prozessen

  • Austausch von Daten oder Nachrichten (bereits erläutert)
  • nur wenige Notationen erlauben solche Darstellung
  • ungelöstes Problem: unübersichtliche Darstellung der Koordination zw. Prozessen

Modellierung Übersicht

Beispiel

PMN (SADT)

aus Software-Entwicklung

  • Elemente: Boxen (Aktivitäten) und Pfeile (unterschiedl. Bedeutung)
  • Modellierung von Funktionsketten
  • Fehlen vieler Elemente für Prozessmodellierung


Fazit: Die SADT sollte zwar bekannt sein, ist aber für die Modellierung von Produktentwicklungsprozessen ungeeignet

PMN (EPK)

  • lange Zeit fest an Software ARIS1 gekoppelt --> Analyse und Optimierung von Prozessen, sowie automatisieren (Workflow-Engine)
  • später Einsatz in SAP --> weltweite Verbreitung
  • Modellierung von Funktionsketten (Informatik)
  • Modellierung von Geschäftsprozessen
  • ünterstützen alle üblichen Elemente
  • Eigenart: Aktivitäten werden als Funktionen (davor/danach immer Ereignis) bezeichnet
  • Ereignis = Arbeitsstand --> Änderung des Arbeitsstandes durch Aktivität definieren (in der Praxis lästig und führt zu vielen Elementen)

Dynamische UML Diagramme

für Softwareprodukte

  • Diagrammtypen (Aufbau, Abläufe, Interaktion mit Nutzer)

UML Diagramme für die Darstellung von Abläufen aber auch manchmal für die Prozessmodellierung:

  • Aktivitätsdiagramm
  • Sequenzdiagramm
  • Zustandsdiagramm
  • Use Case Diagramm

mehrere Diagramme in einem Modell --> veschiedene Sichten auf einen Ablauf, Informationsfluss, Sequenzfluss, Zuordnung können getrennt dargestellt werden

Fazit

Prozessverlauf gut abbildbar

Informationsfluss nicht sichtbar

reicht für deteillierte Beschreibung von Prozessen der PE nicht aus

Gantt-Charts

Einsatz im Projektmanagement

Übersicht laufende und geplante Projekte in einem Zeitplan

genauen Abläufe in einem Prozess nicht darstellbar

Abhängigkeiten zwischen Projekten kann einfach und übersichtlich dargestellt werden

einzige Darstellung, in der Zeitrahmen ablesbar

Integrierte Unternehmensmoderllierung

an EPK angelehnt --> Weiterentwicklung (vor/nach Aktivitäten Objektzustände)

(farblich) zwischen drei Sorten von Objekten unterschieden:

  • dem Produkt (oder der Dienstleistung), das sich im Verlaufe eines Prozesses weiterentwickelt
  • den Ressourcen, die in Aktivitäten einfließen
  • den Plänen und Aufträgen, anhand derer das Management einen Prozess überwacht

Bsp. in der Produktion einer beauftragten Ladung X <-- Objektarten müssen sich sauber unterscheiden lassen, in Praxis nicht oft der Fall

BPMN

  • Standardmodellierungsnotation im Business Process Management
  • unterstützt alle Modellierungselemente und noch eine Vielzahl mehr

Schwächen:

  • Lanes: Semantik nicht klar, in der Praxis Lanes für Akteure und alle Aktivitäten in der Lane von ihn durchgeführt (aber Realität viel Zusammenarbeit)
  • kein klarer Bezug zwischen Zeitachse und Aktivität --> ungeeignet für Projektplanung

Weitere Modellierungsnotationen

Weitere Ansätze:

  • Omega
  • Flow-Diagramme
  • Bonapart

--> Mischformen oder Erweiterungen der zuvor beschriebenen Ansätze

Basis sind vorgestellte Elemente

Bedarf an anerkannte Standards --> Schaffung einer Kompatibilität

Integration von unternehmensübergreifender Prozesse --> Anpassungsaufwand

Softwareunterstützung für Modellierungsnotationen

Übersicht

Zusammenfassung

Für die folgenden Einsatzgebiete wird die Prozessmodellierung empfohlen:

  • Dokumentation von Prozessen⇒BPMN oder Mo2Go
  • Automatisierung von Geschäftsprozessen⇒BPMN
  • Projektmanagement⇒Gantt Charts, Netzplan
  • Softwareentwicklung⇒UML
  • Prozessmanagement⇒BPMN oder ePK

Für jedes Einsatzgebiet eignen sich unterschiedliche Modellierungsnotationen: Es gibt nicht eine Beste, mit der sich alles gut beschreiben lässt

Ausblick - Handlungsbedarf

neue Ansätze für darstellung der Zusammenarbeit in der PE

Sichtenmodelle (frühes Entwicklungsstadium) für Ein- und Ausgangsparameter, da bisher sehr unübersichtlich --> Ansätze:

  • Mehrere Diagramme können unterschiedliche Aspekte eines Prozesses separat beschreiben, aber fest verknüpft sein (ähnlich Softwaremodellen in der UML)
  • Ein- und Ausblenden durch Filter (z.B. Objekte und Informationsfluss ein-/ausblenden)
  • Filter könnten dann auch spezielle Elemente, die nur für die Automatisierung, nicht aber für eine Dokumentation notwendig sind, ausblenden, um Nichtexperten das Verständnis zu erleichtern
  • Subprozesse sollten sich einfach nach Bedarf auf- und zuklappen lassen

Étudier