EMP
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Lernkarten
Elemente der Prozessmodellierung
- Aktivitäten und Subprozesse
- Input- und Outputparameter sowie Akteure für Aktivitäten
- Objekte (Daten, Dokumente)
- Ereignisse und Nachrichten
- Verzweigungen und Zusammenführung
- Prüfungen und Entscheidungen
- Verknüpfungen mit externen Prozessen
Eigenschaften von Modellierungsnotationen
unterscheiden sich durch:
- ihre Automatisierbarkeit (hier: Möglichkeit in einer Workflow-Engine ausgeführt zu werden)
- ihren Freiheitsgrad der Interpretation / Semantische Rigidität und/oder
- ihren Detailgrad / Anzahl von Modellierungselementen
Fazit zu den Darstellungsformen
unterschiedlichen Darstellungsformen
- Art in der sie miteinander verknüpft werden (SYNTAX)
- Bedeutung dieser Elemente und ihrer Anordnung (SEMANTIK)
- detaillierte Sachverhalte wie Eingangs- und Ausgangsparameter von Tätigkeiten
- je detaillierter, desto unübersichtlicher
- Eignung in Abhängigkeit des zu modellierten Prozesses
Um entscheiden zu können, welche Darstellungsform sich am besten eignet, sollte man sich zwei Fragen beantworten:
- Warum möchte ich einen Prozess modellieren? (Planung, Dokumentation, etc.)
- Welche Sachverhalte möchte ich darstellen, welche kann ich ausblenden? (Keine Darstellungsform kann alle Details der Realität darstellen)
Prozessmodellierungsnotaion (Definition)
Eine Prozessmodellierungsnotation definiert eine Reihe von Modellierungselementen, ihre Bedeutung und die Regeln nach denen sie eingesetzt werden können. Sie vereint somit Syntax und Semantik.
Modellierung (Aktivitäten)
durchzuführende Tätigkeiten
Inhalt:
- Name
- Beschreibung
- Typzuordnung
Modellierung (Subprozesse)
- Platzhalter für andere Prozessdiagramme und deren Inhalt
- Referenz zu anderen Prozessen und Wiederverwendung
- bessere Übersichtlichkeit
- Gliederung in verschiedene Granularitätsebenen
Modellierung (Sequenzfluss)
- Reihenfolge (Sequenz), in welcher Aktivitäten und Subprozesse durchgeführt werden soll wird mit Pfeilen dargestelt
- Richtung und Form tragen zur intuitiven Erfassbarkeit bei
Modellierung (Input-und Outputparameter und Akteure für Aktivitäten)
Arbeitsgrundlage muss gegeben sein
Aktivitäten besitzen Ein- und Ausgangsparameter
Zuordnung der Aktivität zu Akteure --> Platzhalter für tatsächliches Individuum (Rolle und kein Name)
Modellierung (Objekte und Informationsfluss)
- Dokumente über mehrere Aktivitäten hinweg
- Darstellung von Objekten und Verknüpfung dieser mit Aktivitäten über spezielle Pfeile, die den Informationsfluss (nicht Sequenzfluss) darstellen
Modellierung (Ereignisse und Nachrichten)
Ereignisse sind nach Aktivitäten wichtigsten Elemente
- Beginn, Ende (Start- und Endknoten)
- Versenden von Nachrichten
- Eintreten eines Zustandes
- zusätzliche grafische Kennzeichnung --> Unterscheidung
Modellierung (Prüfungen und Entscheidungen)
Prüfung als eigenständiges grafisches Element (Aktivität mit Exklusiv-ODER-Verzweigung)
Alternativ:
- Aktivität mit ODER-Verzweigung
- ausgehende Pfeile für Sequenzfluss mit Bedingung versehen
Modellierung (Verzweigungen und Zusammenführung)
Aktivitäten parallel oder alternativ --> Verzweigungen und Zusammenführungen
drei Arten der Verzweigung (Farben oder Ikons):
- Parallelisierung (UND-Verzweigung)
- Alternativpfade (Exklusiv-ODER-Verzweigung)
- beliebige Anzahl paralleler Pfade ist möglich, aber es kann auch nur einer sein (ODER-Verzweigung)
Iteration ist ein Spezialfall einer Exklusiv-ODER-Verzweigung, der entweder den Prozess weiterlaufen lässt oder zu einem früherem Punkt im Verlauf zurückkehrt
Modellierung (Verknüpfung mit externen Prozessen)
Abstimmung mit anderen Prozessen
- Austausch von Daten oder Nachrichten (bereits erläutert)
- nur wenige Notationen erlauben solche Darstellung
- ungelöstes Problem: unübersichtliche Darstellung der Koordination zw. Prozessen
PMN (SADT)
aus Software-Entwicklung
- Elemente: Boxen (Aktivitäten) und Pfeile (unterschiedl. Bedeutung)
- Modellierung von Funktionsketten
- Fehlen vieler Elemente für Prozessmodellierung
Fazit: Die SADT sollte zwar bekannt sein, ist aber für die Modellierung von Produktentwicklungsprozessen ungeeignet
PMN (EPK)
- lange Zeit fest an Software ARIS1 gekoppelt --> Analyse und Optimierung von Prozessen, sowie automatisieren (Workflow-Engine)
- später Einsatz in SAP --> weltweite Verbreitung
- Modellierung von Funktionsketten (Informatik)
- Modellierung von Geschäftsprozessen
- ünterstützen alle üblichen Elemente
- Eigenart: Aktivitäten werden als Funktionen (davor/danach immer Ereignis) bezeichnet
- Ereignis = Arbeitsstand --> Änderung des Arbeitsstandes durch Aktivität definieren (in der Praxis lästig und führt zu vielen Elementen)
Dynamische UML Diagramme
für Softwareprodukte
- Diagrammtypen (Aufbau, Abläufe, Interaktion mit Nutzer)
UML Diagramme für die Darstellung von Abläufen aber auch manchmal für die Prozessmodellierung:
- Aktivitätsdiagramm
- Sequenzdiagramm
- Zustandsdiagramm
- Use Case Diagramm
mehrere Diagramme in einem Modell --> veschiedene Sichten auf einen Ablauf, Informationsfluss, Sequenzfluss, Zuordnung können getrennt dargestellt werden
Fazit
Prozessverlauf gut abbildbar
Informationsfluss nicht sichtbar
reicht für deteillierte Beschreibung von Prozessen der PE nicht aus
Gantt-Charts
Einsatz im Projektmanagement
Übersicht laufende und geplante Projekte in einem Zeitplan
genauen Abläufe in einem Prozess nicht darstellbar
Abhängigkeiten zwischen Projekten kann einfach und übersichtlich dargestellt werden
einzige Darstellung, in der Zeitrahmen ablesbar
Integrierte Unternehmensmoderllierung
an EPK angelehnt --> Weiterentwicklung (vor/nach Aktivitäten Objektzustände)
(farblich) zwischen drei Sorten von Objekten unterschieden:
- dem Produkt (oder der Dienstleistung), das sich im Verlaufe eines Prozesses weiterentwickelt
- den Ressourcen, die in Aktivitäten einfließen
- den Plänen und Aufträgen, anhand derer das Management einen Prozess überwacht
Bsp. in der Produktion einer beauftragten Ladung X <-- Objektarten müssen sich sauber unterscheiden lassen, in Praxis nicht oft der Fall
BPMN
- Standardmodellierungsnotation im Business Process Management
- unterstützt alle Modellierungselemente und noch eine Vielzahl mehr
Schwächen:
- Lanes: Semantik nicht klar, in der Praxis Lanes für Akteure und alle Aktivitäten in der Lane von ihn durchgeführt (aber Realität viel Zusammenarbeit)
- kein klarer Bezug zwischen Zeitachse und Aktivität --> ungeeignet für Projektplanung
Weitere Modellierungsnotationen
Weitere Ansätze:
- Omega
- Flow-Diagramme
- Bonapart
--> Mischformen oder Erweiterungen der zuvor beschriebenen Ansätze
Basis sind vorgestellte Elemente
Bedarf an anerkannte Standards --> Schaffung einer Kompatibilität
Integration von unternehmensübergreifender Prozesse --> Anpassungsaufwand
Zusammenfassung
Für die folgenden Einsatzgebiete wird die Prozessmodellierung empfohlen:
- Dokumentation von Prozessen⇒BPMN oder Mo2Go
- Automatisierung von Geschäftsprozessen⇒BPMN
- Projektmanagement⇒Gantt Charts, Netzplan
- Softwareentwicklung⇒UML
- Prozessmanagement⇒BPMN oder ePK
Für jedes Einsatzgebiet eignen sich unterschiedliche Modellierungsnotationen: Es gibt nicht eine Beste, mit der sich alles gut beschreiben lässt
Ausblick - Handlungsbedarf
neue Ansätze für darstellung der Zusammenarbeit in der PE
Sichtenmodelle (frühes Entwicklungsstadium) für Ein- und Ausgangsparameter, da bisher sehr unübersichtlich --> Ansätze:
- Mehrere Diagramme können unterschiedliche Aspekte eines Prozesses separat beschreiben, aber fest verknüpft sein (ähnlich Softwaremodellen in der UML)
- Ein- und Ausblenden durch Filter (z.B. Objekte und Informationsfluss ein-/ausblenden)
- Filter könnten dann auch spezielle Elemente, die nur für die Automatisierung, nicht aber für eine Dokumentation notwendig sind, ausblenden, um Nichtexperten das Verständnis zu erleichtern
- Subprozesse sollten sich einfach nach Bedarf auf- und zuklappen lassen