FOM 6. Semester


Kevin Helm
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über Investor Relations und Unternehmensbewertung auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie Risiko, Wert und Marktanalyse, wobei der Fokus auf Investoren, Renditen und der Volatilität von Kursen liegt. Besonders relevant sind die CAPM-Methode, Beta-Faktoren und die Korrelation von Unternehmenswerten. Das Lernset richtet sich an Studierende und Fachleute, die sich mit Investor Relations, Unternehmensbewertung und Finanzmanagement auseinandersetzen, um fundierte Entscheidungen zu treffen und Informationsasymmetrien zu reduzieren.
Karten
87
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
21.06.2014 / 30.01.2023

Lernkarten

Ansätze des CAPM

-Unsytsematisches Risiko kann durch Diversifikation vollständig ausgeschlossen werden

-Nur systematisches Risiko wird entlohnt

-Wird zu Berechnung der Eigenkapitalkosten/Eigenkapitalrendite verwendet

-CAPM ist ein Gleichgewichtsmodell

Unsystematisches Risiko

-lässt sich durch Diversifikation aufheben, dabei dürfen Werte nur gering korrelieren.

-Im CAPM wird vom Marktportfolio ausgegangen, dieses ist maximal diversifiziert (alle möglichen Assets enthalten)

-individuelles Risiko des betrachteten Wertpapieres, bspw. Branchenrisiko

-Kann durch Volatilitt gemessen werden. Volatilität ist kein relatives Risikomaß, da es nur die Abweichung vom Mittelwert nach oben und nach unten ausdrückt.

Systematisches Risiko

- kann nicht wegdiversifiziert werden

-beschreibt das Risiko des Marktes und ist das einzige Risiko das im CAPM entlohnt wird

-ausgedrückt wird das Risiko durch den Beta-Faktor

-Einflussfaktoren: Zinsentwicklung, Währungsentwicklungen, Konjunktur

-Absicherung nur synthetisch über Derivate möglich

-Sowohl das unsystematische als auch das sytsematische Risiko beeinflussen die Berechnung des Beta-Faktors und damit die Formel des CAPM

Annahmen des CAPM
 

-Investoren treffen Entscheidungen anhand von Rendite und Volatilität

-keine Transaktionskosten, Steuern, Eintrittsbeschränkungen etc. (effizienter Markt)

-Investoren haben homogene (gleiche) Erwartungen bezüglich Renditen, Varianzen und Kovarianzen

-Ein-periodige Betrachtungsweise (Länge einer Periode ist dabei nicht definiert)

-Informationseffiziente Märkte

-Risikoloser Zinssatz: Unbegrenzt Anlage und Geldaufnahme zu diesem Zins möglich

-Marktportfolio mit sämtlichen risikobehafteten Assets
 

Beta Faktor

-misst die Sensitivität eines Wertpapiers auf Veränderungen des
Gesamtmarktes.

-Kennzahl zur Messung des systematischen Risikos.

-Ein negativer Beta-Faktor besagt, dass sich ein Wertpapier gegenläufig zum
Markt entwickelt.

-Bei einem Beta von Null liegt kein systematisches Risiko vor.

-Für Betas zwischen Null und Eins ist die die prozentuale Kursänderung kleiner
als die des Marktes, jedoch gleichgerichtet

-Für Betas größer Eins ist die die prozentuale Kursänderung größer als die des
Marktes.

ß= Korrelation (zwischen i und M) x Volatilität (i) / Volatilität (M)

Gleichgewichtsmodell

-Herstellung eines Zusammenhangs zwischen den Beta-Faktoren und der zu
erwartenden Rendite

-Zentrale Aussage: In einem effizienten Markt variiert die erwartete
Risikoprämie in proportionaler Abhängigkeit zum aufgenommenen relativen
Risiko! --> Dargestellt im Diagramm als Security Market Line(SML)

r(i) = r(f)+(r(M)-r(f)) xß(i)

 

Der risikolose Zinssatz

-Annahme des CAPM

-Geldaufnahme und Geldanlage unbegrenz und risikolos zu diesem Zinsatz möglich

-Häufig werden Staatsanleihen mit 10-30Jahren Laufzeit verwendet (Achtung: auch diese können Bonitätsrisiken und Liquiditätsrisiken aufweisen)

-Relaitätsfern, da bei steigendem Verschuldungsgrad das Scoring und damit der Zins normalerweise schlechter wird

Das Marktportfolio

-Wertgewichtetes Portfolio

-beinhaltet alle risikobehafteten Anlagealternativen( auch Gemälde, Nahrung etc.)

-muss für CAPM angenommen werden, zur Berechnung wird meist jedoch ein Index verwendet

Preisgewichteter Index
 

-Enthält jede Aktie nur einmal, daher zählt nur der Preis der jeweiligen Aktie

-Beispiel: Dow Jones Industruial Average 30, Nikkei 225

-Kritik: Hohe Werte (Google, Apple) werden nicht aufgenommen, weil sie zu Kursverzerrungen führen, Index bildet damit aber nicht alle wichtigen Werte ab.

-Preis einer Aktie kann leicht durch Splitts oder Zusammenlegungen verändert werden.

Kapitalisierungsindex

-Index ist nach der Marktkapitalisierung der einzelnen Werte gewichtet

-Beisiel: Dax Familie

-Caps möglich (Bsp. 10% maximal pro Wert, wie im Dax30)

Marktkapitalisierung: Free Foat= Frei handelbare Werte (unter 5% Konzentration bei einem Aktionär) x Wert der Aktie
 

Performance Index vs. Kursindex
 

-Perfomanceindex (engl. total return index)  beinhaltet alle Dividenden im Kurs, d.h. alle Dividenden werden im Index wieder im Herkunftswert angelegt.

-Beispiel ist der Dax30 Performanceindex (in den Medien bekannter Leitindex)

-Kursindex spiegelt nur die Kursentwicklung ohne Dividenen wider.

Kritik: Dividenden werden in Kursindex nicht berücksichtigt, er ist damit tendenziell niedriger im Vergleich zum Performanceindex

Achtung: Währung bei jeder Art von Index wichtig

Benchmark Error

-Roll's Kritik (1977): Marktportfolio ist nicht konstruierbar aus allen risikobehafteten Assets-->Jede Annäherung in Form eines Indizes weist eine zu hohe Volatilität auf( weil zu wenig Wertpapiere enthalten sind) --> in der Formel des Beta Faktor verändert das den Nenner und senkt damit den Betafaktor --> Die Steigung der SML(=Betafaktor) ist damit immer zu gering!

 

CAPM Anomalien

-Systematische Abweichung der tatsächlichen Rendite von der gemäß CAPM errechneten Rendte (=Alpha)

-Erklärungsansätze:

1. Zufall, Schätzfehler, Datenfehler

2. Markt ist informationsineffizient

3. Modell ist fehlspezifiziert

Informationseffizienz nach Farma

-3 Stufen nach Farma

1. schwache Form der Informationseffizinez:

-Kurs enthält alle historischen Informationen

-Kurs ergibt sich durch Random Walk aufgrund neuer Informationen( auch ohne Handel!)

-Technische Analysen(z.B. Chartanalysen9 sind nutzlos

2. halbstrenge Form der Informationseffizienz:

-siehe 1. + alle aktuellen Informationen, die öffentlich zugänglich sind

-Fundamentalanalyse (z.B. DCF) leitet keinen Mehrwert, da bereits alle öffentlichen Infos für die Zukünftige entwicklung imKurs verarbeitet wurden.

3. strenge Form der Informationseffizienz:

siehe 1 + 2 + alle Insiderinformationen (alle Internas sind bis zur Ad-hoc Mitteilung Insider Informationen)

-selbst Insider können keine abnormalen Renditen erzielen

 

Aktives vs. passives Portfoliomanagement

-Passiv: versuch die Benchmark genau abzubilden( auch synthetisch möglich), nur geringe Abweichungen durch Konstruktion und kleine Kosten von der Benchmark zu erwarten. Keine Überrendite ggü. dem Markt/der Benchmark möglich.

-Kostengünstiger, da kein teures Management und Research bezahlt werden muss. Möglich über ETFs

Aktiv: Versuch die Benchmark durch über und untergewichtung einzelner Titel zu schlagen (positives Alpha). Wichtig ist dabei die Betrachung des übernommenen Risikos ( z.B. durch Sharpe Ratio).

-Aktives Management macht nur in halbstrengen und Informationsschwachen Märkten sinn.

Verschiedene CAPM Anomalien in der Praxis

-Company Size Effekt: Kleinkapitalisierte Firmen(small caps) weisen positive
Renditen gegenüber hochkapitalisierten Unternehmen auf.

-Value Effect: Firmen mit kleinen Kurs-Gewinn-Verhältnissen (Price Earning
Ratios) haben höhere Renditen (Basu 1977).

-Book-to-Market Effect (Buchwert in der Bilanz zu Kurswert an der Börse) Firmen mit hohem Verhältnis Buchwert des
Eigenkapitals zu Marktwert des Eigenkapitals bieten eine höhere Rendite bzw.
Risikoprämie.

-Diverse Kalenderanomalien (z.B. „Halloween-Effekt“ etc.). "Sell in May and go anway", Weichnachtsferien

Growth und Value Titel

Value : niedrig bewertete Unternehmen. Investoren setzen auf Mean Reversion des KGV(d.h. auf eine Rückkehr zum durchschnittlichen Wert) 

Hohe Dividendenrendite, niedirges Kurs-buchwert verhältnis, hohe Ausschüttungsquote, niedriges KGV, Geringes Gewinnwachstum

Growth: Überproportional stark wachsende Titel, die meist bereits hoch bewertet sind, Investoren setzen darauf, dass das Wachstumspotential den Kurs rechtfertigen wird.

3 Faktoren Modell nach Fama

Formel: ri = CAPM+ SMB +HML

r(i) = CAPM + (r(small) - r(big) )xsensitivität bzgl. Unternhemensgröße + (r(high) -r(low) )x Sensitivität bzgl. Buchwert zu Makrtwertverhältnis

Grundgedanken der Abitrage Pricing Theory

erwartete Rendite eines Wertpapieres setzt sich aus :

-verschiedenen mikro- und makroökonomischen Risikofaktoren

-den Sensitivitäten des Wertpapiers ggü. den Faktoren

-einem risikolosen Zins zusammen

-sytstematisches Risiko nicht durch BETA sondern durch Risikofaktoren z.b. Wechselkurs, Inflation, Zinsen

-Faktoren haben untereinander Korrelation von 0

Faktorportfolio

perfekte Korrelation mit dem jeweiligen Risikofaktor in der APT

Annahmen der APT

-Vollkommender Kapitalmarkt

-homogene Erwartungen bzgl. Renditen von Wertpapieren

-Existenz eines risikolosen Zinses (vgl. CAPM)

-Abitragefreiheit im Kapitalmarktgleichgewicht (d.h. keine Abitragemöglichkeit)

-Marktteilnehmer sind risikoscheu

-Kein Marktportfolio nötig

-Abhängigkeit von meheren Risikofaktoren ( Zinsen, Konjunktur etc.)

Unterschiede APT und CAPM

-Annahme über eine Verteilungshypothese der Wertpapierrenditen ist in der APT irrelevant

-Mehrdimensionale Risikobetrachtung ( Faktoren) in APT, Eindimensional( BETA-Faktor) in CAPM

-Marktportfolio in APT irrelevant

Vorteile APT

-Mehrdimensionale Risikobetrachtung

-Weniger regide Annahmen als CAPM

Nachteile APT

-Identifikation der Risikofaktoren notwendig

-Sensitivität und Einflussfaktoren sind nicht zeitstabil (wie beim CAPM)

-Korrelationen unter den Einflussfaktoren werden theoretisch ausgeschlossen, sind aber in der Praxis vorhanden.

Begriff Merger

Rechtliche Selbstständigkeit geht bei mind. einem Unternehmen verloren

-Übersetzt : Verschmelzung, Vereinigung, Zusammenschluss, Fusion

-z.B. Veba + Viag= E.ON

Begriff Aquisition

Übernahme einer Kontrollmehrheit des Eigenkapital.

-Rechtliche Selbstständigkeit der Zielgesellschaft bleibt erhalten

-Bsp. Ruhrgas und EON

Begriff Asset Deal

-Sachkauf

-Übernahmer aller oder einzelner Wirtschaftsgüter

-manchmal mit Übernahme der entsprechenden Passiva

Begriff Share Deal

Erwerb von Gesellschaftsanteilen

-Rechtskauf

-Zuordnung der Aktiva und Passiva bleibt, lediglich die Inhaberschaft ändert sich ganz oder teilweise

Fusionsstrategien

1.Effizienz Synergie-Theorie= Gewinn für Bieter und Zielaktionäre

2. Hybris= Gewinne =0, nur die Aktionäre des Targets profitieren#

3. Agency Problem= Reines Managementintresse ( Macht)= negative Auswirkungen möglich

Effizienzsteigerung/ Restrukturierung

- nur wenn Management des Zielunternehmens ineffizient ist.

-Ineffizienz= Niedrige Bewertung am Markt(+ggf. Cashreserven des Targets locken)

-Wertsteigerung druch Restrukturierung, Verkäufe unrentabler Teile, Managementwechsel etc möglich

-Keine Synergieeffekte notwendig für Effizienzsteigerung

-Wird meist von Finanzinvestoren durchgeführt

Synergiepotentiale

-Econimies of Scale (Mengeneffekte)

-Economies of Scope (Verbundeffekte)

-Zugang zu neuen Technologien (meist für strategische Investoren interessant)

-Prozessoptimierung

-Vertikale Integration (in der Wertkette)

-Finanzielle Synergien (z.B. Netting, Cash Pooling, Emissionskosten)

-Achtung: Diversifikatio zur Reduktion der Kapitalkosten ist KEIN geeignetes Motiv

 

 

Arten der M&A Transaktionen

1. Horizontal : 2 Unternehmen aus der gleichen Branche/ gleiche Stufe der Wertschöpfungskette

2. Vertikal : Lieferanten oder Kunden übernehmen/ unterschiedliche Stufen der WK

3. Laterale: Unternehmen einer ganz anderen Branche/ kein Bezug zur WK, aber ggf. schnellerer Markteintritt möglich

Phasenmodell einer M&A Transaktion

1. Analyse und Konzeptionsphase: ggf. Aufhübschung des eigenen Unternehmens, Unternehmensanalyse und Markteinschätzung, Planung und erster Kontakt zum Target.

-Bei Kauf und Verkauf unterschiedlich!

2. Transaktionsphase: Verhandlungen, Letter of Intend(Absichtserklrung mit Strafenkatalog), Due Dilligence, Vertragsabschluss

3. Integrationsphase: Integration des Unternehmens

Trasaktionsphase: Unverbindliches Angebot

-Kaufpreisvorstellung

-Finanzierung

-Gremienvorbehalte (z.B. Vorbehaltlich HV Zustimmung)

-Fragen zur Integration (Bleibt der Name erhalten?)

Due Dilligence

1. Commercial:

-Markt DD / Technik/Produktion / Organisation

2. Financial:

-Vermögensanlage

-Finanzlage/Ertragslage -Planungsrechnung (möglichst genaue Berechnung

3. Sonstige DD

-Legal(rechtliche Fragen) , Environmental DD, Tax DD, Human Resource, INsurance

Merger Gain (2+2=5)

-Merger Gain = Present ValueAB - ( PVA +PVB )  [A=Bieter B=Target]

-Gewinn für Käufer durch Synergien

Net Present Value von M&A Transaktionen/ Zahlungsmethoden

-Merger Gain-Investitionsausgaben

1. Cash-Zahlung: Positive Signalwirkung auf den Markt druch Bonität und Vertrauen in Barwert Synergien.

2. Aktientausch: Aktionäre des Targets erhalten Aktien des neuen Unternehmens

Anteil B an AB x PVAB- PVB

Negative Wirkung, da Verteilung des Merger Gains vom zukünftigen Kurs des neuen Unternehmens abhängt

Erfolgsmessung M&A Transaktion-Ereignisstudie

Ablauf:

-Press day (Ereignistag) festlegen

-Renditen (nach CAPM oder historisch) bestimmen

-Vergleich der modellhaften und realisierten Renditen

-Meist nur bei Target steigerung der Redniten.

-Aussagegehalt hängt vom Grad der Informationseffizienz ab!

 

Erfolgsmessung: Längerfristige Performance Studien

1. risikoadjustierte Überschussrenditen(Alpha) aus sicht des Aktionärs des Bieters

2. langfristige Erträge des neuen Unternehmens im Vergleich zu Kontrolgruppen

Häufig werden Fehlschläge des Bieters festgestellt! Bietet dadurch selbst Ziel für Übernahmen

Normalverteilungshypothese

Es wird unterstellt, dass die Renditen im Sinne der Gauß'schen Normalverteilung normalverteilt sind. d.h dass zu 68,3% die Rendite im intervall von [e(r)-o und e(r)+o]liegt. Die Wahrscheinlichkeit steigert sich auf 95% bei +2xVolatilität und auf 99% bei +3xVolatilität.

-Nur unter der Annahme ist die Volatilität ein geeignetes Risikomaß!

Lernen