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Sprache Deutsch
Stufe Grundschule
Erstellt / Aktualisiert 30.09.2014 / 17.01.2019
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2. VL: Internationale Beziehungen, historische Entwicklung

Kontrollfrage 1:

Erläutern Sie das Konzept des Staates und des Staatensystems als historisch wandelbare Formen der soziopolitischen Organisation von Gemeinschaften/Gesellschaften.

(1) Altertum: Stadtstaaten und Großreiche:

Bürgergemeinden/Personenverband

- Interaktion zw. Stadtstaaten > insgesamt nicht relevant, unbeständiges Staatensystem.

- keine Suche nach Konstanten zwischenstaatlicher Beziehungen durch Theorie

(2) Europäisches Mittelalter: Feudalstaat 

- Lehenswesen > Dezentralisierung von Macht, keine zentrale Entscheidungsgewalt

- unschafte Grenzen der mittelalterlichen Staatsgebilde

- zwischenstaatliche Beziehungen aus dem Gesamtgeflecht der politischen und wirtschaftlichen Bezüge > kaum isolierbar.

> keine Kategorien autonomer, interdependenter politischer Einheiten, keine ausgeprägte Abhängigkeit von wirtschaftlichen Beziehungen. > keine Theorien zwischenstaatlicher Beziehungen

(3) Frühe Neuzeit: Italienisches Staatensystem (16.Jhd.) 

- Entstehung regionales Staatensystem > instabiles System, Grenzziehungen durch häufige Kriege stark veränderlich.

- Entwicklung Richtung zentralisierter Territorialstaat.

- Machiavelli: Wie können Machthaber sich sichern und durchsetzen? Zusammenhang zw. innerer Staatsform und Aussenpolitik > jedoch keine systematische Betrachtung von Aussenbeziehungen (Interaktionen sind nicht relevant genug für das Funktionieren der Gesellschaften)

(4) 17. und 18. Jhd.: Zentralisierter Territorialstaat

- Legitimierung einer zentralen Staatsgewalt durch politische Theorien (Souveränitätslehre, zentrale Staatsgewalt)

- europaweit wirksamer Konsens hinsichtlich der Legitimität von Staaten und damit auch des Staaten-System als solches. Fortbestand der Staaten als Akteure! Staaten sind wirtschaftlich noch kaum voneinander abhängig.

- Theorie für zwischenstaatlichen Bereich > wenig entwickelt. 

-  Kriegsfreier Binnenbereich des Staates durch Etablierung des Staates. Krieg verlagert sich in den Aussenbereich.: Kriegszustand zw. Staaten.

(5) 19. Jhd.: Nationalstaat

(6) 20. Jhd.: welcher Staat? (Diskussion)

 

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2. VL: Wann und warum sind theoretische Reflexionen über zwischenstaatliche Beziehungen entstanden? (historische Perspektive)

2. VL: These Osiander: Theoretischem Nachdenken über zwischenstaatliche Beziehungen liegt ein gesellschaftlicher Bedarf zugrunde.

1) Stabiles Staatensystem mit inter-agierenden Staaten (dauer- und regelhaft > stabil). Dies setzt gegeneinander abgrenzbare Staaten, also getrennte, autonome politische Einheiten voraus, die dauerhaft inter-agieren können.

2) Interdependenz der Staaten (wechselseitige Abhängigkeit). Hohe Interdependenz = hohe gesellschaftliche Relevanz zwischen-staatlichen Beziehungen. 

Die Transformation der politischen Organisation vom mittelalterlichen zum modernen Staat basiert auf Prozessen der Zentralisierung und Konstruktion unabhängiger Territorialstaaten (Binnenbereich des Staates) und damit einem internationalen Staatensystem konsolidierter, zentralisierter souveräner Territorialstaaten (Aussenbereich des Staates).

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2. VL: Kernpunkte zu Internationale Beziehungen: Akademische Disziplin, Theorie und Praxis internationaler Beziehungen

(1) Das theoretische Denken über internationale Beziehungen ist untrennbar mit der historischen Evolution des Europäischen Staatensystems verknüpft.

(2) Die Transformation der politischen Organisation vom mittelalterlichen zum modernen Staat basiert auf Prozessen der Zentralisierung und Konstruktion unabhängiger Territorialstaaten (Binnenbereich des Staates) und

(3) damit einem internationalen Staatensystem konsolidierter, zentralisierter souveräner Territorialstaaten (Außenbereich des Staates).

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2. VL: Theoretische Reflexion und praktische internationale Politik: Teile eines "doppelten Prozesses"

Ein historischer Prozess der Zentralisierung und Konsolidierung von Machtim” modernen Staat und der Herausbildung eines internationalen Systems souveräner Staaten.

>  Zunehmende theoretische Reflexion zwischenstaatlicher Beziehungen: Theorie des Staates und Theorie zwischenstaatlicher Beziehungen

Wachsende Signifikanz der Außenbeziehungen für die Gesellschaften durch Intensivierung wechselseitiger Abhängigkeiten

> Theoriegeschichte „widerspiegelt“ den historischen Prozess einer zunehmenden Relevanz der zwischenstaatlichen Beziehungen

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2. VL: Internationale Beziehungen als akademische Disziplin? Wann? Kernpunkte?

1919: als "Kind" der Pariser Friedenskonferenz nach dem 1. WK.

Zentral: Fragen von KRIEG und FRIEDEN (später: KONFLIKT und KOOPERATION) zwischen Staaten (inter-national).

Die Aufgabe der neu geschaffenen Institute und Lehrstühle bestand in der wissenschaftlichen Erforschung zwischenstaatlicher Beziehungen, basierend auf systematischen, generalisierenden Theorien. 

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2. VL: Voraussetzungen für theoretisches Denken über zwischenstaatliche Beziehungen (Osiander 1995)

(1) Stabiles Staatensystem mit inter-agierenden Staaten (dauer-und regelhaft, also stabil). Dies setzt gegeneinander abgrenzbare Staaten, also getrennte, autonome politische Einheiten voraus, die dauerhaft inter-agieren können (dies ist historisch nicht selbstverständlich!)

(2) Interdependenz der Staaten (d.h. wechselseitige Abhängigkeit): hohe Interdependenz bedeutet eine hohe gesellschaftliche Relevanz der zwischen-staatlichen Beziehungen

 

-->  Theoretische Reflexionen über zwischenstaatliche Beziehungen erfolgen mit wachsender Bedeutung zwischen-staatlicher Beziehungen für die Gesellschaften

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3. VL: Was ist der Gegenstand der Internationalen Beziehungen als akademische Disziplin?

- der moderne souveräne Staat 

- das moderne System der Staaten, deren Legitimität und Unabhängigkeit wechselseitig anerkannt sind.

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3. VL.: Was bedeutet Politik im Staat?

Wertallokation für die Gesellschaft als Kernfunktion des Staates.