Informatikstrategie umsetzen (215)
Eidg. Diplom Informatik Abschluss 2014
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Cartes-fiches
Beschreiben Sie in zwei Sätzen den Begriff "Unternehmensstrategie".
Die Unternehmensstrategie ist eine Beschreibung des Entscheidungsverhaltens der Unternehmensführung zur Sicherung künftiger Erfolgspotenzale.
Die U-Strategie orientiert sich also an einem zukünftigen Erfolg und gibt den Weg vor, wie in der Gegenwart entschieden werden soll.
Erläutern Sie in drei Sätzen, welches die wichtigsten Argumente für eine IT-Strategie sind.
Die Informations- und Kommunikationssysteme spielen in vielen Unternehmen eine zentrale Rolle.
Immer mehr Fachbereiche und Geschäftsprozesse sind von ihr betroffen bzw. sogar abhängig. Dies führt dazu, dass die verantwortllichen Personen eine Orientierungshilfe benötigen, wie Informations- und Kommunikationssysteme künftig im Unternehmen genutzt und als Instrument gestaltet werden sollen bzw. wie die Leistungen der IT-Organisation bewertet werden sollen.
Nennen Sie sechs zentrale Inhalte einer IT-Strateige.
- Situationsanalyse
- Umfeldanalyse
- Ziele und Rahmenbedingungen
- Grundsätze der Informatik
- Organisation und Architekturen
- Vorhabensplanung
Welche Schritte sind bei der strategischen IT-Planung im Rahmen eines Projekts erforderlich?
Die strategische IT-Planung beginnt mit der Initiierung eines entsprechenden Projekts und beinhaltet folgende Schritte:
- Situationsanalyse
- Umfeldanalyse
- Grundsätze der künftigen Informatik
- künftige Architekturen
- Vorhabensplanung
Erläutern Sie in einem Satz, welches Ziel mit der strategischen IT-Planung verfolgt wird.
Das Ziel besteht darin, eine gemeinsame, widerspruchsfreie Basis für die IT-Strategie, IT-Architektur und die durchzuführenden Projekte (Vorhabensplanung) zu liefern.
Welche Elemente beinhaltet ein umfassendes Informationssystem? Zeichnen Sie das zugehörige Modell und erläutern Sie es in zwei bis drei Sätzen.
In einem umfassenden Sinne stellt das Informationssystem eines Unternehmens die Gesamtheit aller IT-Applikationen sowie der zugrunde liegenden IT-Infrastruktur dar.
Zu diesem erweiterten Verständnis gehören auch das Intranet, das Internet und die zugehörigen organisatorischen Regeln zwischen Betreiber und Nutzer.
Die Softwareapplikationen lassen sich weiter in Kategorien "EIS", "Fachapplikationen", "Querschnittsapplikationen", "Workflow- und Groupwarefunktionen" sowie "Büroautomation und -kommunikation" gliedern.
Zeichen Sie das Business-Engineering-Modell und erläutern Sie es in drei bis vier Sätzen.
Neben Veränderungen der Umwelt (Märkte, Kunden, Werte etc.) geht Business Engineering davon aus, dass insbesondere Innovationen aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik Potenziale für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle eröffnen. Damit es nicht bei der Vision bleibt, gilt es, die innovativen Geschäftslösungen in Form von Organisationen, Geschäftsprozessen und Informationssystemen zu implementieren.
Zwischen welceh IT-Organisationsformen kann grundsätzlich unterschieden werden und wodurch unterscheiden sie sich in groben Zügen?
Grundsätzlich kann zwischen einer zentralen, dezentralen und externen IT-Organisationsform unterschieden werden.
Bei einer zentralen Organisationsform werden die operativen IT-Aufgaben von einer zentralen Stelle ausgeführt, die als Profitcenter geführt wird.
Bei der dezentralen Organisationsform verfügen die einzelnen Fachbereiche jeweils über eine eigene IT-Organisation.
Bei der externen Organisationsform wird die Informatik an externe Dienstleister übergeben ("Outsourcing").
Nennen Sie sechs wichtige Aufgaben der IT-Organisation.
- Projektdienste
- Unternehmensweite Systeme betreiben und betreuen
- Bereichsweite Systeme betreiben und betreuen
- Netzdienste
- Benutzerservice
- Schulung
Erläutern Sie in zwei bis drei Sätzen, welche Aspekte vor dem Projektstart zu beachten sind, um ein Projekt erfolgreich zu lancieren.
Zahlreiche Erfahrungen haben gezeigt, dass vor der Initiierung eines Projekts folgenden Aspekten meist zu wenig Beachtung geschenkt wird:
- Rahmenbedingungen des Projekts
- Ressourcen des Projekts
- Prozess des Projekts
Ausserdem lohnt es sich, sich bereits vor Beginn eines Projekts mit dessen spezifischen Risiken zu beschäftigen und die Erkenntnisse daraus in die Projektplanung mit einfliessen zu lassen. Versäumnisse in diesen Bereichen können sich auf den gesamten Projektverlauf negativ auuswirken.
Wie lautet das primäre Ziel und die Vorgehensweise im Rahmen des projektbezognene Risikomanagements? Antworten Sie möglichst knapp.
Mit Hilfe des projektbezogenen Risikomanagements sollen die Risiken eines Projekts möglichst frühzeitig aufgedeckt und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit sowie das mögliche Schadensausmass mittels gezielter Massnahmen niedrig gehalten werden.
Nach der Identifikation werden die Risiken analysiert und entsprechend der Eintretenswahrscheinlichkeit und Schadenausmass bewertet. Die so ermittelte Reihenfolge zeigt auf, wie intensiv welche Risiken überwacht werden müssen. Durch geeignete Massnahmen wird schliesslich versucht, die bedrohlichsten Risiken zu minimieren.
Beschreiben Sie in zwei bis drei Sätzen, was ein Projektauftrag ist und was er mindestens enthalten sollte.
Der Projektauftrag ist das wichtigste Dokument im Rahmen eines Projekts.
In diesem Dokument werden
- die Ziele und erwarteten Ergebnisse festgelegt
- die identifizierten Risiken aufgeführt
- die Rahmenbedingungen geklärt
- die organisatorischen Belange und Verantwortlichkeiten geregelt
- sowie die Tätigkeiten und Meilensteine definiert.
Der Projektauftrag ist verbindlich und wird sowohl vom Auftraggeber als auch vom Auftragnehmer (PL) unterzeichnet.
Erläutern Sie mit jeweils einem Satz, wozu eine Projektabgrenzung und eine Projektkontextanalyse durchgeführt werden.
Die Projektabgrenzung grenzt das Projekt sowohl in zeitlicher und sachlicher als auch in sozialer Hinsicht ab und zeigt auf, welche Inhalte und Themen zum Projekt gehören und welche ausdrücklich nicht dazugehören.
Mit Hilfe der Projektkontextanalyse wird das Projekt im Sinne des ganzheitlichen Systemdenkens mit den Rahmenbedingungen, Personen, Institutionen etc. vernetzt und die Beziehungen zum Projekt in zeitlicher, sachlicher und sozialer Hinsicht analysiert.
Erklären Sie möglichst knapp, was eine gute Präsentation auszeichnet.
Grundlage für eine erfolgreiche Präsentation ist eine sorgfältige Vorbereitung. Eine gute Präsentation ist auf die Personen abgestimmt, die an der Präsentation teilnehmen. Deshalb empfiehlt sich eine genaue Analyse der Teilnehmerschaft und ihres Wissenstands bezüglich des Themas.
Punkto Inhalt und Gliederung ist es erforderlich, dass die referierende Person einen "roten Faden" entwickelt, der die Kernbotschaft anschaulich und überzeugend vermittelt.
Form und Organisation der Präsentation sollen ebenfalls der Zielgruppe entsprechen und dazu beitragen, dass die Präsentation effizient durchgeführt werden kann und die gewünschten Ergebnisse hervorbringt.
Nennen Sie die fünf Phasen des Moderationsprozesses.
- Einstieg (Hinführen zum Thema)
- Wissensdarbietung (Wissenserhebung)
- Themenbearbeitung
- Lösungen (Massnahmen)
- Abschluss
Moderationsprozess. Welches ist keine Moderationstechnik für die Phase 1 "Einstieg".
Moderationsprozess. Welches ist keine Moderationstechnik für die Phase 2 "Wissensdarbietung".
Moderationsprozess. Welches ist keine Moderationstechnik für die Phase 3 "Themenbearbeitung".
Moderationsprozess. Welches ist keine Moderationstechnik für die Phase 4 "Lösungen".
Moderationsprozess. Welches ist keine Moderationstechnik für die Phase 5 "Abschluss".
Erklären Sie in vier bis fünf Sätzen, warum die IT-Strategie vor der Umsetzung überprüft werden sollte.
Entsprechend ihrer Querschnittsfunktion erbringt die Informatik unterstützende Dienstleistungen für praktisch alle Fachbereiche eines Unternehmens. Deshalb kann die IT-Strategie nicht einzig und allein aus den Vorgaben abgeleitet werden, die sich aus dem Unternehmensleitbild für die Informatik ergeben. Vielmehr muss sich die IT-Strategie auch nach den Vorgaben und Anforderungen derjenigen Fachbereiche richten, für die sie Dienstleistungen erbringt.
Somit ergibt sich eine komplexe Vielfalt von Vorgaben und Anforderungen an die IT-Strategie, die verschiedenen Stakeholdern mit unterschiedlichen Interessen entspringen und sich in einem einzigen Strategiedokument manifestieren.
Durch die rechtzeitige Integration der betroffenen Fachbereiche lassen sich Probleme und Unklarheiten früh ausschliessen und der Teilprozess "IT-Strategie überprüfen" kann wesentlich verkürzt werden.
Erläutern Sie drei Kriterien, die zur Analyse einer IT-Strategie herangezogen werden können.
Verständlichkeit
- Ist die IT-Stregeie so geschrieben, dass sie für die Leiter der betroffenen Fachbereiche gut verständlich und eindeutig ist?
- Verstehen die relevanten Stakeholder die vorliegende IT-Strategie?
- Sind Sprache, Schrift, Darstellungen und Erklärungen der IT-Strategie klar und nachvollziehbar?
Relevanz für den Fachbereich
- Sind die Ausführungen in der IT-Strategie für den angesprochenen Fachbereich wirklich von Bedeutung?
- Erkennen die relevanten Stakeholder ihre Inputs und Anforderungen wieder?
- Ist ersichtich, wie die IT-Strategie die jeweiligen Inputs und Anforderungen umsetzen will?
- Ist absehbar, welche Folgen und Auswirkungen sich für den betroffenen Fachbereich ergeben?
Umsetzbarkeit im Fachbereich
- Hat der Fachbereich die finanziellen, personellen und technischen Mittel, die für die Umsetzung der in der IT-Strategie beschriebenen Vorhaben erforderlich sind?
Wer sollte sich an der Analyse einer IT-Strategie beteiligen und in welcher Form werden die Ergebnisse festgehalten?
Der Leiter der Fachbereiche bzw. eine speziell zusammengestellte Arbeitsgruppe mit den relevanten Stakeholdern
Als Prüfbericht (im Sinne eines Reviews)
Umsetzungskonzept erstellen. Beschreiben Sie in zwei Sätzen, wie und wozu der Handlungsbedarf für die jeweilige Organisationseinheit identifiziert wird.
Der Handlungsbedarf für den jeweiligen Fachbereich wird identifiziert, indem der Ist- mit dem Soll-Zustand verglichen wird.
Anhand der so ermittelten Differenzen kann festgelegt werden, in welchen Aktionsfeldern etwas getan werden muss, um den Soll-Zustand zu erreichen.
Erläutern Sie in zwei bis drei Sätzen, was unter einer Umsetzungsvariante zu verstehen ist und was damit geschieht.
Eine Umsetzungsvariante stellt einen konkreten Vorgehensplan zu Umsetzung der Massnahmen aus dem Lösungskonzept dar. Dabei empfiehlt es sich, mehrere, voneinander unabhängige Umsetzungsvarianten zu entwickeln.
Die Umsetzungsvarianten werden zweckmässigerweise in Form einer Projekt(kurz)beschreibung festgehalten und einem Projektteam zur Erstellung der Grobpläne übergeben.
Erläutern Sie in zwei bis drei Sätzen, wie und warum die Umsetzungsvarianten bewertet werden.
Die Umsetzungsvarianten müssen nach einheitlichen Kriterien klar und nachvollziehbar beurteilt und bewertet werden, wobei die Kriterien von den relevanten Stakeholdern aus den betroffenen Fachbereichen und der IT-Abteilung bestimmt und festgelegt werden.
Anhand der vorgenommenen Bewertung können nun die verschiedenen Umsetzungsvarianten einander gegenübergestellt und transparent verglichen werden. Damit die Bewertung der Umsetzungsvarianten auch später jederzeit nachvollzogen werden kann, empfiehlt es sich, ein Bewertungsprotokoll zu verfassen.
Nennen Sie mindestens fünf mögliche Bewertungskriterien für Umsetzungsvarianten.
Als Bewertungskriterien eigenen sich grundsätzlich alle Kriterien, die auch bei Beschaffungsvorhaben zur Anwendung kommen.
- Dauer
- Durchlaufzeit
- Kosten
- Arbeitsaufwand
- Sachzielerreichung
- Ressourcenverbrauch
- Mitarbeiterauslastung
- Mitarbeit interner und externer Kräfte
- Investitionsvolumen
- Betriebskosten
Fassen Sie in einem Satz das Ziel der Präsentation der Umsetzungsvarianten zusammen.
Ziel der Präsentation der Umsetzungsvarianten ist es, die Zuhörer mit allen notwendigen Informationen zu versorgen, die für eine fundierte Entscheidungsfindung notwendig sind.
Weshalb und wie werden die betroffenen Mitarbeiter über die Entscheidung für eine bestimmte Umsetzungsvariante informiert? Antworten Sie in höchstens zwei Sätzen.
Die Mitarbeiter werden informiert, um die Betroffenen frühzeitig zu Beteiligten zu machen.
Grundsätzlich geht es bei der Mitarbeiterinformation darum, die getroffene Entscheidung verständlich, wahrheitsgetreu und nachvollziehbar zu kommunizieren und auf diese Weise die betroffenen Mitarbeiter auf die anstehenden Projekte und Aktivitäten auszurichten und "operativ" vorzubereiten.
Welche Informationswege wären in der nachfolgenden Situation angebracht?
Durch den konsequenten Einsatz von Standardläsungen ist der Bedarf eines Unternehmens an der IT-Dienstleistung Software-Engineering in den letzten beiden Jahren beträchtlich gesunken. Durchschnittlich ist nur noch einer von fünf fest angestellten Softwareentwickler voll ausgelastet. Aufgrund dieser schlechten Auslastung, mangelnder neuer Projekte und fehlender interner Beschäftigungsmöglichkeit wurden zwei mögliche Strategien erörtert.
Erklären Sie in einem Satz, wozu ein strategisches Projekt-Portfolio dient.
Das strategische Projekt-Portfolio dient als Entscheidungsgrundlage für die Umsetzung strategischer Vorhaben, indem es die Festlegung der Prioritäten, Ressourcen und Synergien der ins Auge gefassten Projekte vereinfacht.
Begründen Sie in höchstens zwei Sätzen, weshalb für strategische Projekte Prioritäten gesetzt werden müssen.
Da die für ein Projekt zur Verfügung stehenden Ressourcen meist nicht ausreichen, um alle Vorhaben zu realisieren, brauchen wir ein Verfahren, um Prioritäten zu setzen.
Strategische Projekte sind nach den gleichen Regeln zu handhaben, wie andere Projekte auch; auch hier müssen Prioritäten gesetzt werden, um die erfolgreiche Durchführung nicht durch Mängel an personellen Ressourcen und Sachmittel zu gefährden.