xawfge4h


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Immunsuppressiva auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Indikationen, Wirkmechanismen und Applikationen von Substanzen wie Ciclosporin, Tacrolimus und Mycophenolsäure, die die Hemmung von T-Lymphozyten und IL-2 beeinflussen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich mit der Immunsuppression bei Transplantationen und Autoimmunerkrankungen beschäftigen.
Flashcards
21
Students
0
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
01.08.2016 / 01.08.2016

Flashcards

Indikationen für Immunsuppressiva

1. Transplantationen

Haut, Niere, Leber, Herz, Lunge, Haut, Hornhaut, Knochenmark, Stammzellen etc. → MHC weisen zahlreiche Polymorphismen auf, die zu einer Immunantwort führen


2. Autoimmunerkrankungen (Neurodermitis, Psoriasis, Rheumatoide Arthritis):
Individuum produziert grundsätzlich Antigen-Rezeptoren gegen körpereigene Antigene.

→ Gesund: Autoreaktive T-Zellen werden effektiv eliminiert, wenig verbleibende haben geringe Bindungsaffinität zu Autoantigenen (Selbsttoleranz)
→ Krank: Infektionserreger(?) senken die Aktivierungsschwelle der Selbsttoleranz und Autoantigene aktivieren T-Zellen => Autoimmunerkrankung!


3. Allergien (keine klassische Indikation für Immunsuppressiva)

überschießende Immunreaktion auf ein harmloses exogenes Antigen aufgrund Fehlregulation des Immunsystems (Th2-Helfer-Zellen und IgE).

Angriffspunkte für Immunsuppressiva

Zentrale Rolle: T-Lymphozyten und IL-2!


1. Erniedrigung der Anzahl zirkulierender Lymphozyten (Muromomab-CD3)

2. Verminderung der Migration von Leukozyten aus der Blutbahn (Efalizumab)

3. Reduktion der Lymphoyztenaktivierung:

a) Hemmung der IL-2 Synthese (Ciclosporin, Tacrolimus, Pimecrolimus)

b) Hemmung der IL-2-induzierten T-Lymphozytenproliferation (Cyclophosphamid, Azathioprin, Methotrexat, Mycophenolsäure, Sirolimus, Everolimus, Basiliximab, Daclizumab)

4. Hemmung der Lymphozytenauswanderung (Fingolimod (FTY 720))

Einteilung der Immunsuppressiva

Molekulare Angriffspunkte für Immunsuppressiva STEX

Hemmstoffe der Calcineurin-Aktivierung: Vertreter, WM (Schaubild)

Ciclosporin A: Herkunft, Struktur, Indikation, Applikation, HWZ, PPB, Metabolismus

Immunsuppressivum: Calcineurin-Inhibitor

• Stoffwechselprodukt eines Bodenpilzes (Tolypocladium inflatum) -> Naturstoff

• Neutrales zyklisch-homodetes Peptid: 11 Aminosäuren, eine exotische C9-Aminosäure in Pos.1.
• 7 der 11 N-Atome in den Peptidbindungen sind methyliert (besonders!): → hohe Lipophilie, hohe Stabilität gegenüber Proteasen! schlecht wasserlöslich!

• Verbleibende 4 N-Atome der Peptidbindungen bilden transannulare Wasserstoffbrücken (intramolekulare, polare NH Gruppen nach innen gerichtet=> keine Solvatisierung möglich) zu Carbonylfunktionen von Peptidbindungen aus.

• Zur Verhinderung der Transplantatabstoßung, Psoriasis, Neurodermitis, rheumatoide Arthritis (seit 1983)

• Orale Applikation (als Mikroemulsionskonzentrat, da sehr lipophil) oder i.v. (dermale Applikation nicht möglich: keine Wirkung)

• Resorption stark abhängig von der galenischen Zubereitung (Mikroemulsionskonzentrat).

• HWZ: 6-7 h, hohe Plasmaproteinbindung

• Metabolismus über CYPs (CYP3A4) in der Leber.

Tacrolimus und Pimecrolimus: WM, Indikation, 

Immunsuppressiva:Calcineurin-Inhibitoren

Naturprodukte aus Streptomyceten, ebenfalls Calcineurin-Inhibitoren, aber:

1. keine strukturelle Verwandtschaft (23-gliedrige Macrolactone).

2. binden an anderes Immunophilin:

- Ciclosporin A bindet an Cyclophillin.

- Tacrolimus und Pimecrolimus binden an FKBP12 (FK506 binding protein 12).

Therapie der Neurodermitis, dermale Anwendung. NICHT peroral.
Tacrolimus:

• in vitro ca. 10-100-fach stärker wirksam als Ciclosporin A

• hydrophober als Ciclosporin A

• 3-fach höhere Affinität zu FKBP12 als Pimecrolimus

• bessere in vivo Wirksamkeit als Pimecrolimus

• 10-fach bessere Hautpenetration als Pimecrolimus

• jedoch höhere Gefahr der systemischen Resorption als Pimecrolimus

TOR-Hemmstoffe: Vertreter, WM

Sirolimus (= Rapamycin), Everolimus

Binden ebenfalls an FKBP-12: Wirkstoff-Immunophilin-Komplex hemmt mTOR (mammalian Target of Rapamycin, eine Proteinkinase) => Synergismus mit Ciclosporin A => keine Kombination mit Tacrolimus und Pimecrolimus! Da Wirkung über dasselbe Protein ->Konkurrenz
Verminderte Kinaseaktivität von TOR führt zu verminderten Translation von Regulatoren des Zellzyklus → Hemmung der Lymphozytenproliferation und Aktivierung.
Hemmen auch die Proliferation von Fibroblasten und glatten Muskelzellen => eventuell langfristige Vorteile bei Transplantationen (Neubildung der Intima)

Sirolimus und Everolimus: Struktur (ungefähr), Indikation, Applikation, Metabolismus, BV, HWZ

Immunsuppressiva: mTOR-Inhibitoren

• 31-gliedrige Macrolactone aus Streptomyceten

• Sirolimus: praktisch unlöslich in Wasser

• Everolimus: partialsynthetisches Derivat des Sirolimus mit höherer Hydrophilie => bessere Bioverfügbarkeit und kürzere Halbwertszeit

Indikation: Prophylaxe der Transplantatabstoßung bei Nierentransplantationen, Everolimus auch bei allogener Herztransplantation. Keine topische Anwendung!

Bioverfügbarkeit: relativ gering, Ciclosporin erhöht die Bioverfügbarkeit

Orale Darreichungsform: Nanokristalle in Schichttablette

Metabolismus: durch CYP3A4, Substrate des P-Glykoproteins

HWZ: relative lange, 28-62 h

Wie wirken m-TOR-Inhibitoren, wie kann man sie deshalb einsetzen? STEX

MERKE: TOR-Inhibitoren hemmen NICHT die IL-2 Freisetzung sondern die IL-2-Wirkung => Später Einsatz möglich, wenn T-Lymphozyten bereits aktiviert sind!

Strukturvergleich von Tacrolimus (Calcineurin Inhibitor) und Sirolimus (TOR Inhibitor)

Wofür steht "S1P" bei Rezeptoren

Sphingosin-1-phosphat-Rezeptor

Myriocin

Sphingosin-1-phosphat-Rezeptor-Modulatoren

Naturstoff aus Pilz mit immunsuppressiven Eigenschaften (jedoch hoher Toxizität)

Fingolimod: Indikation, Applikatoin, HWZ

Sphingosin-1-phosphat-Rezeptor-Modulatoren

synthetische Weiterentwicklung von Myriocin

• Prodrug!
• Phosphorylierung durch Sphingosinkinase 2 Metabolit: Sphingosin-1-phosphat-Analogon
• Orale und parenterale Applikation

• Indikation: Multiple Sklerose

• Eliminationshalbwertszeit: 9 Tage!

Fingolimod Bioaktivierung

molekularer WM Fingolimod

• Phosphoryliertes Fingolimod bindet an S1P (Sphingosin-1-Phosphat)1 und S1P3-5

• Bewirkt als „Agonist“ die Internalisierung der S1P-Rezeptoren und damit deren Herunterregulation => Hemmung der Lymphozytenauswanderung aus Lymphknoten!
• Wirkt auf T- und B-Lymphozyten, sowie Endothelzellen (Verstärkung der endothelialen Barriere)

monoklonale Antikörper

Muromomab-CD3: Monoklonaler Antikörper gegen den CD3 Oberflächenmarker von T-Lymphozyten.


Efalizumab: CD11a Oberflächenmolekül, vermindert die ICAM-vermittelte Endothelbindung von Lymphozyten.

Basiliximab und Daclizumab: chimärer bzw. humanisierter AK gegen den IL-2 Rezeptor.

DNA-Synthese-Hemmstoffe: Beispie, WM

Methotrexat, Azathioprin, Leflunomid und Mycophenolatmofetil
→ unterdrücken Lymphozytenproliferation durch Interferenz mit der DNA-Biosynthese

Mycophenolat-mofetil: WM, Applikation, PPB, Ausscheidung

Immunsuppressivum: DNA-Synthese-Inhibitor

Kompetitiver (nicht-kovalent) und reversibler Inhibitor der Inosinmonophosphat-Dehydrogenase (IMP-DH). → Mycophenolsäure hemmt die de-novo-Guanosinnukleotid-Biosynthese.
IMP-DH katalysiert die NAD+-abhängige Oxidation von Inosin-5´-monophosphat (IMP) zu Xanthosin-5´-Monophosphat (XMP) -> führt Ketogruppe ein, unter Verwendung NAD, was zu NADH wird

De-novo-Guanosinnukleotid-Biosynthese essentiell für B- und T-Lymphozytenproliferation, andere Zellen können Wiederverwertungsstoffwechsel (salvage pathway) nutzen.

Prodrug! Perorale Applikation, gute Resorption und präsystemische Transformation zur freien Säure.
In Kombination mit Ciclosporin A und Glucocorticoiden zur Prophylaxe von Transplantatabstoßungen.
Starke Plasmaproteinbindung der freien Säure, ca. 97%.

Renale Ausscheidung als inaktives Glucuronid.

 Inosinmonophosphat-Dehydrogenase Reaktion

IMP-DH katalysiert die NAD+-abhängige Oxidation von Inosin-5´-monophosphat (IMP) zu Xanthosin-5´-Monophosphat (XMP) -> führt Ketogruppe ein, unter Verwendung NAD, was zu NADH wird

De-novo-Guanosinnukleotid-Biosynthese essentiell für B- und T-Lymphozytenproliferation, andere Zellen können Wiederverwertungsstoffwechsel (salvage pathway) nutzen.

Bindung von Mycophenolsäure o. Xanthosin-5'-Phosphat an IMP-Dehydrogenase

Mycophenolsäure interagiert mit der Nicotinamid-Bindungstelle des NAD+ (Ki= 9 nM), nicht mit IMP-Bindungsstelle:
Gln441 als gemeinsamer Bindungspartner.
Bindung an Enzym erfolgt nachdem NADH freigesetzt und bevor Xanthosin-5´-Phosphat gebildet wird.

Study