Immunsuppressiva
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Lernkarten
Indikationen für Immunsuppressiva
1. Transplantationen
Haut, Niere, Leber, Herz, Lunge, Haut, Hornhaut, Knochenmark, Stammzellen etc. → MHC weisen zahlreiche Polymorphismen auf, die zu einer Immunantwort führen
2. Autoimmunerkrankungen (Neurodermitis, Psoriasis, Rheumatoide Arthritis):
Individuum produziert grundsätzlich Antigen-Rezeptoren gegen körpereigene Antigene.
→ Gesund: Autoreaktive T-Zellen werden effektiv eliminiert, wenig verbleibende haben geringe Bindungsaffinität zu Autoantigenen (Selbsttoleranz)
→ Krank: Infektionserreger(?) senken die Aktivierungsschwelle der Selbsttoleranz und Autoantigene aktivieren T-Zellen => Autoimmunerkrankung!
3. Allergien (keine klassische Indikation für Immunsuppressiva)
überschießende Immunreaktion auf ein harmloses exogenes Antigen aufgrund Fehlregulation des Immunsystems (Th2-Helfer-Zellen und IgE).
Angriffspunkte für Immunsuppressiva
Zentrale Rolle: T-Lymphozyten und IL-2!
1. Erniedrigung der Anzahl zirkulierender Lymphozyten (Muromomab-CD3)
2. Verminderung der Migration von Leukozyten aus der Blutbahn (Efalizumab)
3. Reduktion der Lymphoyztenaktivierung:
a) Hemmung der IL-2 Synthese (Ciclosporin, Tacrolimus, Pimecrolimus)
b) Hemmung der IL-2-induzierten T-Lymphozytenproliferation (Cyclophosphamid, Azathioprin, Methotrexat, Mycophenolsäure, Sirolimus, Everolimus, Basiliximab, Daclizumab)
4. Hemmung der Lymphozytenauswanderung (Fingolimod (FTY 720))
Ciclosporin A: Herkunft, Struktur, Indikation, Applikation, HWZ, PPB, Metabolismus
Immunsuppressivum: Calcineurin-Inhibitor
• Stoffwechselprodukt eines Bodenpilzes (Tolypocladium inflatum) -> Naturstoff
• Neutrales zyklisch-homodetes Peptid: 11 Aminosäuren, eine exotische C9-Aminosäure in Pos.1.
• 7 der 11 N-Atome in den Peptidbindungen sind methyliert (besonders!): → hohe Lipophilie, hohe Stabilität gegenüber Proteasen! schlecht wasserlöslich!
• Verbleibende 4 N-Atome der Peptidbindungen bilden transannulare Wasserstoffbrücken (intramolekulare, polare NH Gruppen nach innen gerichtet=> keine Solvatisierung möglich) zu Carbonylfunktionen von Peptidbindungen aus.
• Zur Verhinderung der Transplantatabstoßung, Psoriasis, Neurodermitis, rheumatoide Arthritis (seit 1983)
• Orale Applikation (als Mikroemulsionskonzentrat, da sehr lipophil) oder i.v. (dermale Applikation nicht möglich: keine Wirkung)
• Resorption stark abhängig von der galenischen Zubereitung (Mikroemulsionskonzentrat).
• HWZ: 6-7 h, hohe Plasmaproteinbindung
• Metabolismus über CYPs (CYP3A4) in der Leber.
Tacrolimus und Pimecrolimus: WM, Indikation,
Immunsuppressiva:Calcineurin-Inhibitoren
Naturprodukte aus Streptomyceten, ebenfalls Calcineurin-Inhibitoren, aber:
1. keine strukturelle Verwandtschaft (23-gliedrige Macrolactone).
2. binden an anderes Immunophilin:
- Ciclosporin A bindet an Cyclophillin.
- Tacrolimus und Pimecrolimus binden an FKBP12 (FK506 binding protein 12).
Therapie der Neurodermitis, dermale Anwendung. NICHT peroral.
Tacrolimus:
• in vitro ca. 10-100-fach stärker wirksam als Ciclosporin A
• hydrophober als Ciclosporin A
• 3-fach höhere Affinität zu FKBP12 als Pimecrolimus
• bessere in vivo Wirksamkeit als Pimecrolimus
• 10-fach bessere Hautpenetration als Pimecrolimus
• jedoch höhere Gefahr der systemischen Resorption als Pimecrolimus
TOR-Hemmstoffe: Vertreter, WM
Sirolimus (= Rapamycin), Everolimus
Binden ebenfalls an FKBP-12: Wirkstoff-Immunophilin-Komplex hemmt mTOR (mammalian Target of Rapamycin, eine Proteinkinase) => Synergismus mit Ciclosporin A => keine Kombination mit Tacrolimus und Pimecrolimus! Da Wirkung über dasselbe Protein ->Konkurrenz
Verminderte Kinaseaktivität von TOR führt zu verminderten Translation von Regulatoren des Zellzyklus → Hemmung der Lymphozytenproliferation und Aktivierung.
Hemmen auch die Proliferation von Fibroblasten und glatten Muskelzellen => eventuell langfristige Vorteile bei Transplantationen (Neubildung der Intima)
Sirolimus und Everolimus: Struktur (ungefähr), Indikation, Applikation, Metabolismus, BV, HWZ
Immunsuppressiva: mTOR-Inhibitoren
• 31-gliedrige Macrolactone aus Streptomyceten
• Sirolimus: praktisch unlöslich in Wasser
• Everolimus: partialsynthetisches Derivat des Sirolimus mit höherer Hydrophilie => bessere Bioverfügbarkeit und kürzere Halbwertszeit
Indikation: Prophylaxe der Transplantatabstoßung bei Nierentransplantationen, Everolimus auch bei allogener Herztransplantation. Keine topische Anwendung!
Bioverfügbarkeit: relativ gering, Ciclosporin erhöht die Bioverfügbarkeit
Orale Darreichungsform: Nanokristalle in Schichttablette
Metabolismus: durch CYP3A4, Substrate des P-Glykoproteins
HWZ: relative lange, 28-62 h
Wie wirken m-TOR-Inhibitoren, wie kann man sie deshalb einsetzen? STEX
MERKE: TOR-Inhibitoren hemmen NICHT die IL-2 Freisetzung sondern die IL-2-Wirkung => Später Einsatz möglich, wenn T-Lymphozyten bereits aktiviert sind!
Wofür steht "S1P" bei Rezeptoren
Sphingosin-1-phosphat-Rezeptor
Fingolimod: Indikation, Applikatoin, HWZ
molekularer WM Fingolimod
• Phosphoryliertes Fingolimod bindet an S1P (Sphingosin-1-Phosphat)1 und S1P3-5
• Bewirkt als „Agonist“ die Internalisierung der S1P-Rezeptoren und damit deren Herunterregulation => Hemmung der Lymphozytenauswanderung aus Lymphknoten!
• Wirkt auf T- und B-Lymphozyten, sowie Endothelzellen (Verstärkung der endothelialen Barriere)
monoklonale Antikörper
Muromomab-CD3: Monoklonaler Antikörper gegen den CD3 Oberflächenmarker von T-Lymphozyten.
Efalizumab: CD11a Oberflächenmolekül, vermindert die ICAM-vermittelte Endothelbindung von Lymphozyten.
Basiliximab und Daclizumab: chimärer bzw. humanisierter AK gegen den IL-2 Rezeptor.
Mycophenolat-mofetil: WM, Applikation, PPB, Ausscheidung
Immunsuppressivum: DNA-Synthese-Inhibitor
Kompetitiver (nicht-kovalent) und reversibler Inhibitor der Inosinmonophosphat-Dehydrogenase (IMP-DH). → Mycophenolsäure hemmt die de-novo-Guanosinnukleotid-Biosynthese.
IMP-DH katalysiert die NAD+-abhängige Oxidation von Inosin-5´-monophosphat (IMP) zu Xanthosin-5´-Monophosphat (XMP) -> führt Ketogruppe ein, unter Verwendung NAD, was zu NADH wird
De-novo-Guanosinnukleotid-Biosynthese essentiell für B- und T-Lymphozytenproliferation, andere Zellen können Wiederverwertungsstoffwechsel (salvage pathway) nutzen.
Prodrug! Perorale Applikation, gute Resorption und präsystemische Transformation zur freien Säure.
In Kombination mit Ciclosporin A und Glucocorticoiden zur Prophylaxe von Transplantatabstoßungen.
Starke Plasmaproteinbindung der freien Säure, ca. 97%.
Renale Ausscheidung als inaktives Glucuronid.
Inosinmonophosphat-Dehydrogenase Reaktion
IMP-DH katalysiert die NAD+-abhängige Oxidation von Inosin-5´-monophosphat (IMP) zu Xanthosin-5´-Monophosphat (XMP) -> führt Ketogruppe ein, unter Verwendung NAD, was zu NADH wird
De-novo-Guanosinnukleotid-Biosynthese essentiell für B- und T-Lymphozytenproliferation, andere Zellen können Wiederverwertungsstoffwechsel (salvage pathway) nutzen.
Bindung von Mycophenolsäure o. Xanthosin-5'-Phosphat an IMP-Dehydrogenase