HIV/Geriatrie/Seh- und Hörstörungen

Bereichsübergreifende Berufskunde

Bereichsübergreifende Berufskunde

Christina Schätti
Study

Christina Schätti
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über medizinische Themen im Bereich Berufslehre, mit Fokus auf HIV, Geriatrie, Seh- und Hörstörungen sowie Demenz und Schlaganfall. Sie behandeln Infektionen, Symptome, Therapien und Prophylaxe, wobei auch spezifische Erkrankungen wie AIDS, Demenz, Schlaganfall und altersbedingte Seh- und Hörschäden vertieft werden. Besonders nützlich für Studierende und Fachkräfte in der Gesundheitsbranche, die ihr Wissen in diesen Bereichen erweitern möchten.
Flashcards
33
Students
4
Language
German
Category
Medical
Created / Updated
08.06.2015 / 28.05.2022

Flashcards

HIV-Infektion und AIDS

Wie heisst der Erreger von HIV?

Human Immunodeficiency Virus (HIV) 1 und 2

HIV-Infektion und AIDS

Welche Körperflüssigkeiten sind ansteckend?

  • Blut
  • Sperma
  • Vaginalsekret
  • Muttermilch

HIV-Infektion und AIDS

Übertragungen (ZAhlen von Europa/CH)
Zählen Sie die drei verschiedenen Übertragungswege auf.

  1. sexuell (Geschlechtsverkehr mit Infizierten), davon
    50% durch homo-/ bisexuelle Männer
    30% durch heterosexuelle Übertragung, steigend!
  2. parenteral 
    15% durch i.v.-Drogenmissbrauch (Nadeltausch!)
    1% durch Blutprodukte (Risiko heute < 1:1 Million)
  3. Mutter -> Kind (Plazenta)
    1% (Übertragungsrisiko bei untherapierter Mutter liegt bei 15 - 20%)

HIV_Infektion und AIDS

Was wird dabei speziell beachtet?
(5 Punkte)

  • keine Übertragung nachgewiesen durch Handgeben, Streicheln, Umarmen, Küssen
  • im Spital keine Isolation und spezielle Desinfektion nötig, aber strenge Beachtung normaler Hygieneregeln (Handschuhe!)
  • schützen: verletzte, rissige Haut (z.B. Ekzem), Schleimhäute
  • häufigste Infektion Pflegender: Stich beim zurückstecken der Kanüle in die Hülle (recapping)
  • bei Verdacht auf die Infektion ("Postexpositionsprophylaxe"): HIV- und Hep.B- Test von Pfleger (sofort, 6 Wo., 3, 6 12 Mte.) und Patient; sofort für 4 Wochen Medikamente -> Infektionsrisiko sinkt

HIV-Infektion und AIDS

beschreiben Sie die Inkubationszeit ab der Infektion.

  1. Infektion → Antikörper 3 Wochen bis 3 - /selten) 6 Monate
  2. Infektion → AIDS
    • abhängig von Ernährungszustand, Alter, Immunstatus
    • Erwachsene in Industrieländern: bei regelrechter Therapie warscheinlich nie (Unterernährte in armen                Ländern wenige Jahre

HIV-Infektion und AIDS

Bei dieser Infektion gibt es verschiedene Stadien, die in 4 Stufen eingeteilt sind, nennen Sie diese.

  1. akute HIV-Krankheit (grippeähnliche Symptome wenige Wochen nach Infektion, nur bei 50% der Infizierten)
  2. Latenzphase (Vieren vermehren sich, aber keine Symptome)
  3. nach Jahren Lymphknotenschwellungen
  4. AIDS

HIV-Infektion und AIDS

Wie kann eine sichere Diagnose von HIV gestellt werden?

  • HIV-Test (Kombination Virus/Antikörper) wird positiv 2-3-Wochen nach Infektion; Antikörperbildung in seltenen Fällen bis 3 Monate nach Infektion
  • Test sinnvoll also frühstens 3 Wochen nach möglicher Infektion
  • bei negativem Testergebnis sichere Nichtinfektion erst, wenn Test 3 Monate nach möglicher Infektion negativ ist

HIV-Infektion und AIDS

Was kann man als Therapie bei einer HIV-Infekion anwenden?

  1. gesunde, ausgeglichene Lebensführung
  2. antivirale Medikamente, möglichst frühzeitig
    Ziele: Vieren aus dem Blut eliminieren; T-Helferzellen steigen, Symptome sinken
    beachte: bedeutet keine Heilung! Vieren in T-Lymphknoten (z.B. Lymphknoten9 werden nicht eliminiert, nur die Replikation (Vermehrung) verhindert
    aber: wenn keine Vieren im Blut →nicht mehr ansteckend!
    sofort 3er-Kombination (sonst Resistenzen steigen), haben aber viele Nebenwirkungen, erfordern hohe Disziplin (Compliance); teuer (ca. 1700CHF/Monat), in armen Ländern unbezahlbar!
  3. Prophylaxe/Therapie opportuniistischer Infektion u.a. Komplikationen
  4. psychosoziale Hilfe

HIV-Infektion und AIDS

Was wird bei dieser Infektion als Prophylaxe gemacht?

  • Aufklärung, Kondome bei Sexualverkehr mit Unbekannten
  • vermeidden von Fremdbluttransfusionen(Eigenbluttransfusion, Autotransfusion ("Recycling") bei OP)
  • Schutzmassnahmen für medizinisches Personal (Handschuhe, Maske)
  • Schwangere:
    medikamentöse Therapie, Sectio, nicht Stillen
    medikamentöse Therapie des Neugebornenen (6 Wochen)
    → Risiko perinataler Infektion sienken (< 2%!, sonst 15-20%)
  • aktive Immunisierung ist noch nicht in Sicht

Schlaganfall

für einen Schlaganfall gibt es zwei mögliche Ursachen

  1. ischämischer Insult (ca. 80%)
    = Untergang von Hirngewebe infolge Durchblutungsstörung
    durch Arteriosklerose/Thromben
    durch Arterielle Embolien
  2. hämorrhagischer Insult (ca. 20%)
    = Untergang von Hirngewebe infolge Einblutung
    intracerebrale Blutung, meist infolge Bluthochdruck
    Subarachnoidalblutung, meist Ruptur eines Aneurysmas

Schlaganfall

Nennen Sie mir die drei Risikofaktoren.

  • Bluthochdruck
  • positive Familienanamnese
  • Herzrythmusstörungen

Schlaganfall

Wie nennt man die Vorstufe eines Schlaganfalls?

TIA, im Volksmund auch "Streifung": Symptome nicht länger als einige Stunden

Schlaganfall

Nennen Sie mir einige Symptome, die auf einen Schlaganfall hinweisen.

Der Ort des VErschlusses  bestimmt die Symptome; z:B.

  1. kontralaterales sensorisches Hemiplegie-Syndrom
    mit späterer Spastik und Reflexsteigerung
    evtl. zusätzliche Bewusstseinsstörungen
    evtl. Sprachstörung (Aphasie)
  2. Schwindel, Stürze, Schluckstörung
  3. kognitive Symptome (z.B. Nichtwahrnehmen einer Seite = neglect)

Schlaganfall

wie kann ein Schlaganfall diagnostiziert werden?

  • typische Symptome
  • CT, MRI Schädel (u.a. Unterscheidung Ischämie  Blutung)

Schlaganfall

es gibt drei verschiedene Möglichkeiten einer Therapie zur Behandlung von Schlaganfall. Nennen Sie diese.

  • evtl. Lyse
  • "Blutverdünnung" (mit ASS)
  • Rehabilitation!

Parkinson-Krankheiten

Nennen Sie mir die Symptome, welche auf die Parkinson-Erkrankung hinweisen.

(7)

  • (Ruhe-) Tremor (asymmetrisch)
  • Rigor (= erhöhter Muskeltonus)
  • Akinesie (kleinschrittiger Gang mit Start- und Stoppverzögerung)
  • Haltungsinstabilität (Fallneigunbng nach hinten)

vegetative (Schlaf-, Miktionsstörungen)

Schmerzen (Hüfte, Schulter, Naacken), Missempfindungen

Depression; im spätstadium auch Demenz

Parkinson-Krankheiten

Für diese Erkrankung gibt es drei verschiedene Therapie-arten. Nennen dsie diese.

  1. Medikamente:
    wirksamstes ist Madopar, verliert aber mit der Zeit an Wirkung (mit der Zeit Dosierung erhöhen) und führt nach Jahren immer zu Dyskinesien ( → on- off-Phasen) und in 20% zur Psychose (Halluzinationen, Paranoia)
    → beginn so spät wie möglich (z.B. bei wesentlichen Berufs- und Lebenseinschränkungen)
    bis dahin andere, weniger Wirksame Medikamente 
  2. Neurochirurgie:
    bei schwerstem Tremor/ Akinesie
    Einsatz eines Neurostimulators in Basalganglien oder Koagulation von Hirnzellen (aber teuer)
  3. Physio- und Ergotherapie:
    wichtig von anfang an, um Beweglichkeit so lange wie möglich zu erhalten

Demenz

was ist Demenz übersetzt?

= Verlust intellektueller Fähigkeiten

Demenz

Von Demenz gibt es zwei verschiedene, häufige Formen. Wie heissen die beiden?

  • senile (oder präsenile) Demenz = Morbus Alzheimer
  • vaskulär bedingte Demenz

Demenz

Die Symptome sind je nach Stadium verschieden erkennbar. Wie sind sie anfangs, nach Jahren und im Endstadium. Zählen Sie zu jedem Stadium einige auf.

Anfangs:

  • Gedächtnisstörungen (vor allem Kurzzeitgedächtnis)
  • Sprachvermögen sinkt (Wortfindungsstörungen)
  • (räumliche) Orientierungsstörungen

nach Jahren:

  • → persönlichkeitsveränderungen ("Vater ist alt geworden")
  • Starrheit, Ablehnung alles Neuen, an nichts mehr Interesse
  • Körperpflege/Kleidung vernachlässigt
  • Überbetonung körperlicher Bedürfnissen

Endstadium:

  • Apraxie, verlangsamt, affektlabil (gereizt)
  • depressiv, verwirrt, Perseverationen
  • Harn-/Stuhlinkontinenz, Kontrakturen
  • erkennt Angehörige nicht mehr
  • (Lungenentzündung) → Tod

Demenz

Wie kann man die Diagnose Demenz feststellen?
(2)

  • Mini-mental-Test (z.B. Uhrentest)
  • evtl. bildgebende Verfahren

Demenz

Wie kann eine Demenz-Erkrankung Threapiert werden?

  • Versuch mit Medikamenten (Nootropika = steigern Hirndurchblutung)
  • Physiotherapie, Ergotherapie

Demenz

Was ist bei Demenzerkrankten wichtig zu beachten für die Pflegenden?

  • eine Bezugsperson, vertraute Umgebung, gleicher Tagesrhythmus
  • Eigenständigkeit fördern
  • möglichst soziale Kontakte erhalten

Demenz

Verwirrtheit wird oft mit Demenz verwechselt. Jedoch haben die beiden Erkrankungen verschiedene Fakten.

  • kommt plötzlich

bei Ursachen denken an:

  • Exsikkose
  • Blutdruckabfall (morgens!)
  • Blutzuckerabfall (nachts)
  • akute Infekte
  • Medikamentenüberdosierung

Sehbehinderung

Die Ursachen sind in den Industrieländern meistens...
(4)

  • Diabetes
  • Glaukom (grüner Star)
  • arterielle Hypertonie
  • Makuladegeneration

Sehbehinderung

Was ist Katarakt (grauer Star)

  • Linsentrübung, schleichendes Unschärferwerden
  • 90% altersbedingt (>70J.)
  • Therapie: Star-OP (Teil der trüben Linse entfernt, <kunstlinse eingesetzt)

Sehbehinderung

Was ist Glaukom (grüner Star)?
Was kann Therapeutisch und prophylaktisch unternommen/vorgenommen werden?

  • erhöhter Augeninnendruck infolge Abflussbehinderung des Kammerwassers
  • → führt über Jahre zur Druckatrophie des Sehnerven
  • Häufigkeitsgipfel 60.-70. Lj.
  • lange asymptomatisch, dann plötzlich Gesichtsfeldeinschränkung bemerkt
  • Therapie: mit Medikamenten Augendruck senken; mit OP Abflusshindernis beseitigen (nicht immer möglich)
  • Prophylaxe: Messung des Augeninnendrucks > 40. J. (Augenarzt bei erster Brille)

Sehbehinderung

was ist eine diabetische Retinopathie?

  • Nach 20 J. haben 90% der Diabetiker eine Retinopathie
  • kleine Gefässe der Netzhaut geschädigt (Mikroangiopathie)
  • daneben kann Diabetes auch alle anderen Augenteile schädigen → Katarakt, Glaukom, Optikusatrophie u.a.
  • lange asymptomatisch, dann plötzlich starke Visusverschlechterung
  • Therapie. Laserbehandlung (kann oft Progression aufhalten)
  • Prophylaxe: Blutzuckereinstellung, jährliche augenärztliche Kontrolle

Sehbehinderung

Was ist eine altersbedingte Makuladegeneration und was kann therapeutisch dagegen gemacht werden?

  • Ablagerung von Stoffwechselprodukten in der Netzhaut (bes. im gelben Fleck = Makula)
  • → langsame Visusverschlechterung (Verzerrungen)
  • Therapie: evtl. Laserbehandlung im Frühstadium, Versuch mit Medikamenten

Sehbehinderung

Was kann bei einer Sehbehinderung rehabilitiert werden? (wie und mit was?)

  • optische Hilfsmittel:
    • (z.T. beleuchtete) Hand- und Sandlupen → lesen
    • Lupenbrillen (Lupe auf Brille geklebt) → Fernvisus
  • elektronische Lesehilfen (wenn optisch zu schwach)
    • Fernsehlesegerät
    • Lesecomputer (Text → gesprochen)
  • Blindenschrift (Braille; erhabene Punkte): Bücher, Schreibmaschine, Computer (Punkte auf den Tasten)
  • Blindenhund, weisser Stock, gelbe Armbinde mit drei schwarzen Punkten
  • Blindenschule (einschl. Berufsfördernd)

Hörbehinderung

Umschreiben sie die Begriffe "gehörlos, schwerhörig, taubstumm, prälinguale Taubheit, postlinguale Taubheit und spätertaubte".

  • gehörlos (taub): auch mit Hörgerät keine oder minimale Wahrnehmung
  • schwerhörig: vermindertes Hörvermögen (bei Kindern → können Lautsprache erlernen, z.T. mit Einschränkungen)
  • taubstumm (hörsprachgestört): (bei intaktem Sprachapparat) fehlender Spracherwerb (bzw. Sprachverlust) infolge Taubheit
  • prälinguale Taubheit: Hörschaden angeboren oder vor abgeschlossenem Spracherwerb aufgetreten (4-8. Lj.)
  • postlinguale Taubheit: Hörschaden danach aufgetreten
  • Spätertaubte: Hörschaden in höherem Alter aufgetreten

Hörbehinderung

Was können mögliche Ursachen für eine Hörbehinderung sein?

 

  • angeboren (1-2% Innenohrfehlbildung): erblich, Röteln-/CMV-Embryopathie, Frühgeburt
  • perinatal erworben: asphyxie, Kernikterus
  • postnatal erworben: Infektion (Meningitis, Otitis media, Scharlach usw.), SHT
  • Spätertaubte: Lärmschwerhörigkeit, Altersschwerhörigkeit

Hörbehinderung

Es gibt verschiedene Hörhilfen, zähle einige auf.

  • Hörgeräte
    • bestehen aus Mikrofon , Verstärker, Lautsprecher
    • getragen im Brillenbügel, hinter dem Ohr, im Gehörgang
  • Cochlea-Implantate
    • nur wenn Hörzentrum und Hörnerv intakt sind
    • bei OP Elektroden in die Schnecke →reizen die Haarzellen direkt entsprechend der Hörfrequenz
    • → keine "normale" Sprachübermittlung → Hörverständnis muss neu erlernt werden
  • Erlernen des Lippenlesens und der Gebärdensprache
  • sonstige Hilfen: optische/akustische Telefonzusätze, Schreibtelefone (Hörender Schreibt, Tauber spricht), Vibrationswecker u.a.

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