Allgemeines
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Definition Myokardinfarkt:
- Umschriebener irreversibler Untergang von Herzmuskelanteilne (Myokardnekrose)
- Akuter Verschluss einer Koronararterie
- Führt zu unzureichender Durchblutung und O2 Versorgung von Herzmuskelanteilen und damit zum Zelltod in den betroffenen Arealen.
Uraschen des Myokardinfarktes:
- 95% Folge der KHK
Auslöser des Myokardinfarktes:
- Aufbrechen der arteriosklerotischen Plaque und Bildung eines gefässverschiessenden Thrombus
Symptome bei einem Myokardinfarkt:
- Schmerz
- Akut auftretend, bohrend, brennend, drückend, flächig
- Lokalisation: retrosternal, ev. Ausstrahlend: linker Arm, Hals, Unterkiefer, Rücken, Oberbauch
- Vernichtendes Engegefühl, todesangst
- Unruhig, blass, kaltschweissig
- Dyspnoe
- Übelkeit, Erbrechen (bei Diabetikern und Frauen oft einziges Symptom)
- Schwindelgefühl
- Dauer: anhaltend (bis Std.), Sz auch in Ruhe, kein Ansprechen auf 1-3 Nitroglycerinkapseln oder – Hübe
Diagnostik:
- Klinik (Infarktsymptome) und Anamnese
- Laber: Herzenzyme vorhanden: Troponin- T und I, CK-MB, CK, Myoglobin, GOT, LDH
- Ruhe- EKG: zeigt bei 60% typische Veränderungen
- Herzkatheter- Untersuchung mit Koronarangiographie (PTCA= percutane transluminale coronare Angioplastie)
Erstherapie nach MONA:
- Morphin
- O2= Sauerstoff nasal
- Nitrate: Nitroglycerinkaps p. os/ Perlinganit i.v.
- Acetylsalicylsäure i.v.
Therapie (Revaskularisation=Wiedereinsprossen von Blutkapillaren in ein nicht adäquat durchblutetes Gewebe)
- Primäre perkutane koronare Intervention:
- PTCA= percutane transluminale koronare Angioplastie= Verfahren zur mechanischen Reperfusion
- Ballonkatheterdilatation
- Stent Implantation
- Rotablatio, koronare Atherektomie,…
- Systemische Lysebehandlung =Thrombolyse i.v.
- punkt 2 und 3 muss innert 4 Stunden geschehen!!
Medikamentöse Therapie bei einem Myokardinfarkt:
- Nitrate (Vor- und Nachlast senken, Verbesserung der Koronarperfusion)
- Analgetika (Morphin) und Sedativa (Diazepam)
- ACE- Hemmer (bei herzinsuffizienz)
- Betarezeptorenblocker (Stabilisation Rhythmus, Frequenz tiefer)
- Azetylsalizlsäure (ASS und Copidogrel)
- Heparin (Liquemine)
- Statine Stabilisierung der Plaque
- Langzeit Therapie: ASS, B-Blocker, ACE- Hemmer, ev. Antikoagulation, Diuretika, Nitrate, Statine
Therapieziele:
- Begrenzung des Infarktgebiets
- Re-Infarkt verhindern
- Auflösung des Gerinnsels mittels Lysetherapie oder PTCA
- Schmerzfreiheit, Angstreduktion
- Verhindern von Komplikationen
Prognose:
- Innerhalb der ersten 24 Stunden versterben da. 30%, danach 10-20%. Häufigste Todesursache: Kammerflimmern
Nenne mögliche Akutkompikationen:
- Gefährlichster Zeitraum: die ersten 48 Stunden
- Rhythmusstörungen (VES (Ventrikuläre Extrasystolen) 95- 100%, entr. Tachykardien, Kammerflimmern)
- Akute Linksherzinsuffizienz: Lungenödem
- Kardiogener Schock (7% aller MI) Letaltiät 50-80%
- Herzwandruptur mit Herzbeuteltamponade
- Ventrikelseptumruptur
- Mitralinsuffizienz
- Zweitinfarkt
Nenne Mögliche Spätkomplikationen (nach 48 Std.):
- Pericarditis
- Reininfarkt
- Herzwandaneurysma
- Arterielle Embolie
- Herzinsuffizienz
- Arrhythmien
Nenne die Pflegeschwerpunkte in der Akutphase:
- Überwachung der Vitalzeichen:
- BD/P, Ausscheidung, Temperatur regelmässig messen und beobachten, ev. Monitoring auch auf Abteilung
- Entlastung der Herz- Kreislauffunktion:
- Sauerstoffversorgung verbessern (O2-Gabe), Schmerzfreiheit, medikamentöse Therapie überwachen, eingeschränkte Mobilität, Aufregung/ Stress vermeiden
- Unterstützung in den ATL’s
- Körperpflege, Ausscheidung, Ernährung…
Nenne Pflegeschwerpunkte im weiterem Verlauf:
- Mobilisation
- Nach Schema, langsame Belastungssteigerung unter Kontrolle
- Ziel: körperliche Leistungsfähigkeit erhöhen
- Verhindern von Komplikationen (Pneumonie, Dekubitus)
- Psychische Verfassung stabilisieren, Stressbewältigung
- Beratung bezüglich Risikofaktoren
- Ernährungsumstellung, rauchstopp,…
- Beratung
- Lebensstiländerung, Rehabilitation
Nenne die präoperative Vorbereitung bei einer Coronarangiographie (Herzcatheteruntersuchung):
- Labor (INR, Na, K, BZ…) + BG (Blutgruppe)
- Vitalzeichen: BD/P, Grösse/ Gewicht
- Prämedikation verabreichen, vorher auf Toilette, danach nicht mehr aufstehen
- Nüchtern, 6 Std. vor Eingriff
- Medikamente, Diabetiker, Essen oder Trinken zu Hause?
- Rasur evtl. besser gleich vor OP?
- Alle Unterlagen
Was übernimmt der Arzt bei der Vorbereitung?
- Anamnese
- Aufklärung
- Voruntersuchung
Was ist bei der Coronarangiographie postoperative zu beachten?
- Bettruhe 6-12 Stunden, je nach Verordnung (wegen Blutungsgefahr)
- Verbandskontrolle
- Sandsack -> Kompression (wegen Blutungsgefahr)
- Lagerung: flache Rückenlage (20° Hochlagerung erlaubt) -> keine Knickung in der Leiste
- Vitalzeichen: BD/ P, O2- Sättigung, Temperatur, Fusspuls
- Ausscheidung, fördern und überwachen (um Kontrastmittel auszuscheiden)
- Durchblutung Fuss/ Bein – Motorik, Sensorik, Temperatur überprüfen (wegen Blutungsgefahr und Hämatom)