Allgemeines


M. F.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Diagnose, Therapie und Nachsorge eines Myokardinfarkts sowie die Durchführung einer Koronarangiographie. Sie behandeln Symptome, Ursachen, akute und späte Komplikationen, sowie prä- und postoperative Maßnahmen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Pflegepersonal, die sich auf die Behandlung von Herzinfarktpatienten vorbereiten oder ihr Wissen auffrischen möchten.
Karten
17
Lernende
14
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
24.07.2013 / 06.07.2024

Cartes-fiches

Definition Myokardinfarkt:

 

  • Umschriebener irreversibler Untergang von Herzmuskelanteilne (Myokardnekrose)
  • Akuter Verschluss einer Koronararterie
  • Führt zu unzureichender Durchblutung und O2 Versorgung von Herzmuskelanteilen und damit zum Zelltod in den betroffenen Arealen.

Uraschen des Myokardinfarktes: 

 

  • 95% Folge der KHK

Auslöser des Myokardinfarktes:

 

  • Aufbrechen der arteriosklerotischen Plaque und Bildung eines gefässverschiessenden Thrombus

Symptome bei einem Myokardinfarkt:

 

  • Schmerz
    • Akut auftretend, bohrend, brennend, drückend, flächig
    • Lokalisation: retrosternal, ev. Ausstrahlend: linker Arm, Hals, Unterkiefer, Rücken, Oberbauch
  • Vernichtendes Engegefühl, todesangst
  • Unruhig, blass, kaltschweissig
  • Dyspnoe
  • Übelkeit, Erbrechen (bei Diabetikern und Frauen oft einziges Symptom)
  • Schwindelgefühl
  • Dauer: anhaltend (bis Std.), Sz auch in Ruhe, kein Ansprechen auf 1-3 Nitroglycerinkapseln oder – Hübe

Diagnostik:

 

  • Klinik (Infarktsymptome) und Anamnese
  • Laber: Herzenzyme vorhanden: Troponin- T und I, CK-MB, CK, Myoglobin, GOT, LDH
  • Ruhe- EKG: zeigt bei 60% typische Veränderungen
  • Herzkatheter- Untersuchung mit Koronarangiographie (PTCA= percutane transluminale coronare Angioplastie)

Erstherapie nach MONA: 

 

  • Morphin
  • O2= Sauerstoff nasal
  • Nitrate: Nitroglycerinkaps p. os/ Perlinganit i.v.
  • Acetylsalicylsäure i.v.

Therapie (Revaskularisation=Wiedereinsprossen von Blutkapillaren in ein nicht adäquat durchblutetes Gewebe)

 

  • Primäre perkutane koronare Intervention:
  • PTCA= percutane transluminale koronare Angioplastie= Verfahren zur mechanischen Reperfusion
    • Ballonkatheterdilatation
    • Stent Implantation
    • Rotablatio, koronare Atherektomie,…
  • Systemische Lysebehandlung =Thrombolyse i.v.
  • punkt 2 und 3 muss innert 4 Stunden geschehen!!

Medikamentöse Therapie bei einem Myokardinfarkt:

 

  • Nitrate (Vor- und Nachlast senken, Verbesserung der Koronarperfusion)
  • Analgetika (Morphin) und Sedativa (Diazepam)
  • ACE- Hemmer (bei herzinsuffizienz)
  • Betarezeptorenblocker (Stabilisation Rhythmus, Frequenz tiefer)
  • Azetylsalizlsäure (ASS und Copidogrel)
  • Heparin (Liquemine)
  • Statine Stabilisierung der Plaque
  • Langzeit Therapie: ASS, B-Blocker, ACE- Hemmer, ev. Antikoagulation, Diuretika, Nitrate, Statine

Therapieziele: 

 

  • Begrenzung des Infarktgebiets
  • Re-Infarkt verhindern
  • Auflösung des Gerinnsels mittels Lysetherapie oder PTCA
  • Schmerzfreiheit, Angstreduktion
  • Verhindern von Komplikationen

Prognose:

 

  • Innerhalb der ersten 24 Stunden versterben da. 30%, danach 10-20%. Häufigste Todesursache: Kammerflimmern

Nenne mögliche Akutkompikationen:

 

  • Gefährlichster Zeitraum: die ersten 48 Stunden
  • Rhythmusstörungen (VES (Ventrikuläre Extrasystolen) 95- 100%, entr. Tachykardien, Kammerflimmern)
  • Akute Linksherzinsuffizienz: Lungenödem
  • Kardiogener Schock (7% aller MI) Letaltiät 50-80%
  • Herzwandruptur mit Herzbeuteltamponade
  • Ventrikelseptumruptur
  • Mitralinsuffizienz
  • Zweitinfarkt

Nenne Mögliche Spätkomplikationen (nach 48 Std.):

 

  • Pericarditis
  • Reininfarkt
  • Herzwandaneurysma
  • Arterielle Embolie
  • Herzinsuffizienz
  • Arrhythmien

Nenne die Pflegeschwerpunkte in der Akutphase:

 

  • Überwachung der Vitalzeichen:
    • BD/P, Ausscheidung, Temperatur regelmässig messen und beobachten, ev. Monitoring auch auf Abteilung
  • Entlastung der Herz- Kreislauffunktion:
    • Sauerstoffversorgung verbessern (O2-Gabe), Schmerzfreiheit, medikamentöse Therapie überwachen, eingeschränkte Mobilität, Aufregung/ Stress vermeiden
  • Unterstützung in den ATL’s
    • Körperpflege, Ausscheidung, Ernährung…

Nenne Pflegeschwerpunkte  im weiterem Verlauf: 

 

  • Mobilisation
    • Nach Schema, langsame Belastungssteigerung unter Kontrolle
    • Ziel: körperliche Leistungsfähigkeit erhöhen
  • Verhindern von Komplikationen (Pneumonie, Dekubitus)
  • Psychische Verfassung stabilisieren, Stressbewältigung
  • Beratung bezüglich Risikofaktoren
    • Ernährungsumstellung, rauchstopp,…
  • Beratung
    • Lebensstiländerung, Rehabilitation

Nenne die präoperative Vorbereitung bei einer Coronarangiographie (Herzcatheteruntersuchung):

 

  • Labor (INR, Na, K, BZ…) + BG (Blutgruppe)
  • Vitalzeichen: BD/P, Grösse/ Gewicht
  • Prämedikation verabreichen, vorher auf Toilette, danach nicht mehr aufstehen
  • Nüchtern, 6 Std. vor Eingriff
  • Medikamente, Diabetiker, Essen oder Trinken zu Hause?
  • Rasur evtl. besser gleich vor OP?
  • Alle Unterlagen

Was übernimmt der Arzt bei der Vorbereitung?

  • Anamnese
  • Aufklärung
  • Voruntersuchung

Was ist bei der Coronarangiographie postoperative zu beachten?

 

  • Bettruhe 6-12 Stunden, je nach Verordnung (wegen Blutungsgefahr)
  • Verbandskontrolle
  • Sandsack -> Kompression (wegen Blutungsgefahr)
  • Lagerung: flache Rückenlage (20° Hochlagerung erlaubt) -> keine Knickung in der Leiste
  • Vitalzeichen: BD/ P, O2- Sättigung, Temperatur, Fusspuls
  • Ausscheidung, fördern und überwachen (um Kontrastmittel auszuscheiden)
  • Durchblutung Fuss/ Bein – Motorik, Sensorik, Temperatur überprüfen (wegen Blutungsgefahr und Hämatom)

Étudier