Modul 3


David Frey
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Themen Armut und Reichtum in Deutschland, wobei der Fokus auf Haushalten, Einkommen und Ungleichheit liegt. Sie beleuchten die Auswirkungen von Armut auf Bildung, Wohnen und politische Teilhabe, sowie die Verteilung von Vermögen und die statistische Erfassung von Reichtum. Der Gini-Koeffizient wird als Maß für Ungleichheit erklärt, und die Lernkarten zeigen, wie Armut und Reichtum die Gesellschaft beeinflussen. Studierende der Volkswirtschaftslehre profitieren von diesen Karteikarten, um ein tieferes Verständnis für soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten zu entwickeln.
Karten
14
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
VWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
04.10.2013 / 04.10.2013

Lernkarten

Armutsquote ist von 1998-2003    

 

  • die Armutsquote ist von 1998-2003 von 12,1% auf 13,5% angestiegen. Am meisten betroffen sind Kinder, Jugendliche, Frauen und ArbeitsloseQuote derer die Arbeitslosenhilfe beziehen ist von 2,2% auf 5,5% stark gestiegen

  • die Armut in der BRD ist nicht zu vergleichen mit der in der Dritten Welt 

 

Die Armutsberechnung orientiert sich am verfügbaren Einkommen:    

 

weniger als 60% vom Durchschnittseinkommen: prekär/gefährdet

weniger als 50% vom Durchschnittseinkommen: relativ arm
 

weniger als 40% vom Durchschnittseinkommen: streng arm 

 

Allgemein

 

 

  • eine Durchschnittsfamilie hat geringeres Armutsrisiko

  • man spricht bis zu einem Alter von 15 Jahren von Kinderarmut

  • die Hälfte der Armen in Deutschland leben in erwerbstätigen Haushalten 

 

Gini-Koeffizient    

 

  • Gini-Koeffizient: statistisches Maß zur Darstellung von Ungleichverteilungen Kennzahl zwischen 0 und

    1: je näher an 1, desto größer die Ungleichheit 

 

Verschuldung privater Haushalte    

Verschuldung privater Haushalte zeigt Schieflage unteren 10% haben 8.000 € Schulden    

verdeckte Armut:    

 

  • verdeckte Armut: 2,7 Millionen Menschen hätten Anspruch auf finanzielle Leistungen, nehmen diese aber

    aus Gründen von Stigmatisierungsängsten, Vermeidung möglicher Regresspflichten oder Unkenntnis nicht

    an 

 

Bildung und Armut

 

  • Bildungsweg von Jugendlichen hängt stark von sozialer Herkunft abBildungszugänge nicht zu nutzen

    bedeutet nicht automatisch sie nicht besuchen zu können

  • ärmere Kinder besuchen seltener Kindergärten was Auswirkungen auf weitere Bildung hat

  • niedrigere Schichten brechen öfter Studium ab 

 

Wohnen und Armut

 

  • 292.000 Menschen leben ohne Mietverhältnis (20.000 obdachlos)Wohnkosten sind für Menschen mit

    niedrigem Einkommen höher 

 

politische Folgen der Armut

 

  • soziale Segregation in Deutschlandje höher das Einkommen, desto höher ist das gesellschaftliche

    Engagement Demokratiedefizit/Legitimationsdefizit 

 

Fazit: Armut in Deutschland

Einkommensarmut = Bildungsarmut

Daten zum Reichtum in Deutschland:

 

o Reichtum ist mehr als 200% des Durchschnittseinkommens (ca. 4 Millionen Menschen in BRD)
o Nettovermögen hat um rund 18% zugenommen (1998-2003)
o durchschnittliches Vermögen pro Haushalt: 133.000 €
o Privatvermögen sind ungleich verteiltdie unteren 50% besitzen 3,8%; die oberen 10% besitzen

46,8% 

 

Statistische Erfassung

 

  • Statistische Erfassung von Reichtum ist nur unzureichend, da Faktoren wie Monatseinkommen über

    17.500 €, Altersversicherungen, Sozialvermögen und langlebige Konsumgüter (Gebrauchsvermögen) un-

    berücksichtigt bleiben 

 

Funktionen von Reichtum/Vermögen:    

 

o wirtschaftlicher Nutzen Absicherung und Investitionsfähigkeit o Macht ökonomisch, politisch, sozial
o Unabhängigkeit/Freiheit
o Integration 

Effekte materieller Ungleichheit:

 

o sozialer Krisenfaktor Gerechtigkeitsfrage
o politischer Krisenfaktor Desintegration des Systems durch ungleiche Lebenschancen o ökonomischer Krisenfaktor Verhinderung effektiver Gesamtnachfrage 

Lernen