Fügum

Kunststofftechnik4

Kunststofftechnik4


Franziska Beck
Diese Lernkarten decken fortgeschrittene Themen der Verbindungstechnologien und Verarbeitung von Kunststoffen ab, wie sie an Universitäten gelehrt werden. Sie behandeln verschiedene Prüfverfahren, Härtungsarten und Oberflächenbehandlungen, sowie spezifische Techniken wie Thermoformen und Spritzgießen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Ingenieure, die sich mit der Herstellung und Verbindung von Kunststoffteilen befassen, da sie detaillierte Informationen zu Werkzeugen, Verfahren und Herausforderungen bieten.
Karten
34
Lernende
11
Sprache
Deutsch
Kategorie
Technik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
16.08.2014 / 26.07.2019

Lernkarten

Formfläche

Anteil der beheizten Fläche der für die Thermoformung zur Verfügung steht

Einzugsfläche

Anteil der Formfläche der verstreckt wird

Entformungsschrägen Thermoformen:

a = 3° bis 5°;
bei Schwindung unter 0.5% und langsamer Entformung: a = 0.5°

Verstreckverhältnis

Umformverhältnis

Verstreckverhältnis:

F1/F2
F1= Formfläche
F2= Oberfläche des Formteils

Faltenbildung

- Entsteht durch Stauchung; bleibt Kuststoff stauchfähig, können keine Falten entstehen

- Stauchfähigkeit ist abhängigi vom viskoelastischen Verhalten des Halbzeugs:
   Kunststofftemperatur, Stauchverhältnis und Stauchgeschwindigkeit

höchstes Formänderungsvermögen:

im thermoelastischen Bereich

Verfahrensschritte beim Thermoformen

1.Aufheizprozess
2.Umstell- und Formvorgang
3.Abkühlvorgang

Einstationenmaschinen

Verfahrensschritte addieren sich:
Einlegen, Aufheizen, Ausfahren des Heizsystems, Vorformen, Ausformen, Kühlen und Entnehmen

Platten zwischen 0,1 mm bis 12 mm (Plattenmaschine)

Mehrstationenmaschinen

Verfahrensschritte laufen parallel;
der langsamste Schritt bestimmt den Geamtzyklus

Halbzeuge bis 2,5 mm Dicke (Rollenautomat)

Spritzgiessen vs. Thermoformen

pos. Spritzgiessen:

Hinterschnitte möglich, Scharfkantige Konturen, 2 gute Oberflächen

pos. Thermoformen:

Grosse Bauteile möglich, günstigere Werkzeuge, Prozessintegration (bsp. ausstanzen, form-fill-seal)

DSC / DDK
 

DSC = Differencial-Scanning-Calorimetry
DDK = Dynamische Differenzkalorimetrie
Unterschied der spez. Wärme als Funktion der Temperatur

•Erkennen von endo- oder exotherme Prozessen
•Glasübergangstemperatur Tg
•Kristallitschmelztemperaturbereich Tm
•Kristallisation und Kristallinitätsgrad
•Wärmekapazität cp

TGA

Thermogravimetrische Analyse
Masseänderung bei steigender Temperatur

•Ermittlung der Oxidationsstabilität
•Überprüfung der Wirksamkeit von Alterungsschutzmittel
•Messung Anteil anorganischer Füllstoffe
•Nachweis von Ausgasungen

TGA

•a: thermische Zersetzung unter Bildung flüchtiger Reaktionsprodukte
•b: Korrosion, Oxidation von Metallen (Bildung nichtflüchtiger Bestandteile)
•c: Verbrennen von Russ beim Gaswechsel
•d: Mehrstufige Zersetzung
•e: Explosionsartige Zersetzung mit Rückstosseffekt

TGA

•a: Probe mit niedrigem Dampfdruck (kein TGA Effekt)
•b: Flüchtige Schmelze (die flüssige Probe verdunstet)
•c: Feuchte entweicht beim Schmelzen
•d: Probe schmilzt unter Zersetzung

STA

Simultane Thermoananlyse

 

Kombi TGA und DSC

FT-IR

Fourrier-Transform-Infrarotspektrometer

Messbar: Absorptionsspektren der Schwindungen der Moleküle

Identifikation von Feststoffen und Gasen mithilfe von Datenbanken

 

 

IR-Spektren

-Fernes IR (3-400cm-1)

-Mittleres IR (400-4000cm-1)

-Nahes IR (4000-12500cm-1)

NMR

nuclear magnetic resonance

Kernresonanz-Spektroskopie

•Taktizität
•Molekularen Verzweigungen
•Zusammensetzung von Copolymeren
•Kristallinität
•Vernetzungsdichte gummielastischer Kunststoffe
•Materialfehler
•Verhalten unter Spannung

Schweissverfahren

Thermisch
Heizelementschweissen
Warmgasschweissen
Infrarotschweissen

Mechanisch
Ultraschallschweissen
Vibrationsschweissen
Rotationsschweissen

Elektrisch
Hochfrequenzschweissen
Mikrowellenschweissen

Lichtenenergetisch
Laserstrahlschweissen
Halogenstrahlungsschweissen

Hauptaufgaben der Verbindungen von Einzelteilen

Arten der Verbindungstechnologien in der KT

Hauptaufgaben der Verbindungen von Einzelteilen
•Definition der Lage der Einzelteile (Geometrie)
•Übertragung von Kräften und Momenten zw. den Einzelteilen (Statik, Kinetik)
•Übertragung von Bewegungen zw. den Einzelteilen (Kinematik)

Arten der Verbindungstechnologien in der Kunststofftechnik
•Fügen: z.B. Schweissen, Kleben, Schnappen, Pressen, Schrauben
•Urformen: z.B. Spritzgiessen eines Filmgelenkes
•Umformen: z.B. Prägen eines Filmgelenkes

Merkmale Verbindungen

Beweglichkeit (fest, beweglich axial, ...)

Lösbarkeit (Lösbar, Bedingt lösbar, Unlösbar)

Wirkprinzip (Stoff-, Kraft-, Form-, Kraftformschluss)

Werkstoffpaarung (Homo, hetero)

 

 

Entlastungsbohrung am Tubuskopf.. Nutzen?

•Reduzierung der Beanspruchung durch radiale Expansion
•Zentrierung der Schraube
•Kein Aufwurf von verdrängtem Material

Verschraubungsarten

-Direktverschraubung (Gewindeformend)

-Gewinde im KT-Bauteil

-Schraube-Mutter (KT: Durchgangsbohrung)

-Gewinde-Insert im KT-Bauteil

-Angeformte Gewinde durch SG-Prozess

Montageanzugsmoment

Montageanzugsmoment MA = ME + 1/2…1/3 (MÜ – ME)

  • Mit dem Eindrehmoment ME = MF + MR + MKR
    Gewindeformmoment MF: (konstant)
    Gewindereibmoment MR: (nimmt zu)
    Kopfreibmoment MKR: (nimmt zu)
  • Und dem Überdrehmoment MÜ

Direktverschraubung

Versagensarten Tubus

  • Schraubenauszug (zu hohe Flächnpressung an Gewindeflanken)
  • Schraubenbruch (zu hohe Torsionskräfte)
  • Aufplatzen des Tubus (zu hohe radiale Spannung)
  • Ab-/Ausreissen des Tubus (Zu kleiner Querschnitt)

 

d1=Nenndurchmesser

dT= Tubusaussendurchmesser

dE= Entlastungsbohrungsdurchmesser

db= Schraublochdurchmesser

t0= Einschraubtiefe

...

Mould-In:  Herausforderungen beim Umspritzen

Die Herausforderungen beim Umspritzen:
1.Automatisierungstechnik zur Werkzeugbestückung
2.Fixierung im Werkzeug
3.Vermeidung von Überspritzung
4.Erwärmung zur Vermeidung von Eigenspannungen

After-Moulding:

Vorteile (3) /Nachteile (2)

Vorteile
•Reduzierung der Zykluszeit
•Keine Gefahr des Überspritzens mit Kunststoff (Nachschneiden d. Gewindes)
•Vermeidung von Spannungsrissbildung durch unkontrollierte thermische Schwindung

Nachteile
•Zusätzlicher Arbeitsgang zum Einbringen
•Zusätzliches Werkzeug zum Einbringen

After-Moulding:

Methoden zur Einbettung

  • Mechanisches Eindrehen (selbstschneidend/-formend)
  • Einpressen
  • Aufweiten
  • Ultraschall
  • Warmeinbetten
     

Oberflächenbehandlung

Reinigen
Mechanisch
Primer

Chemisch
Beflammen
Plasma
Corona (gerichtete lektrische Entladung, Radikalbildung)

Vorgehen Kleben

  1. Entfetten
  2. Oberflächenbehanlung (Mechanisch, Reinigen, Chemisch)
  3. Fügen und Anpressen
  4. Aushärten (ev. mit Wärme beschleunigen)

Abbindemechanismen

Chemisch:
Einkomponenten (Reaktion durch Wärme/Feuchtigkeit)
Zweikomponenten (Binder/Härter)
 

Physikalisch:
Lösungsmittelklebstoffe
Dispersionsklebstoffe
Schmelzklebstoffe
Kontaktklebstoffe (mit/ohne Lösungsmittel)

Härtungsarten
 

Polymerisation, Polyaddition, Polykondensation

Prüfverfahren

•Zugscherversuch
•T-Peel-Test
•Rollenschälversuch
•Druckscherprüfung
•Stirnabreissversuch

Lernen