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Verhaltensanomalien

Verhaltensanomalien


T. S.
Diese Lernkarten behandeln kognitive Verzerrungen und deren Auswirkungen auf Entscheidungen im universitären Kontext. Sie konzentrieren sich auf Themen wie Bias, Reue, Gewinn, Verlust, Meinung und Entscheidungen, die für Studierende der Betriebswirtschaftslehre relevant sind. Die Karteikarten beleuchten, wie menschliche Denkfehler wie Overconfidence, Loss Aversion und Groupthink Investitionsentscheidungen, Projekte und M&A-Transaktionen beeinflussen. Sie sind besonders nützlich für Studierende, die sich mit Verhaltensökonomie und Entscheidungsfindung auseinandersetzen, um typische Fehler zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Karten
13
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
25.02.2015 / 04.09.2023

Lernkarten

Action Bias

Menschen haben die Neigung aktiv in ein Geschehen einzugreifen, anstatt es passiv zu verfolgen

Nichtstun als Qual

Erklärung: Etwas Werthaltiges kann nur durch handeln geschaffen werden -> höhere Belohnung

Besonders bei neuen und unklaren Situationen anzutreffen

Bsp.: Investitionsetscheidungen (M&A), Elfmeterschießen

Anchoring and Adjustment Bias

Anchoring: Anfangseinschätzung dient als Ankerpunkt

Adjustment: Genauere Überlegungen führen zu Adjustierung

Gründe: Menschen suchen Hinweise bei schwierigen Fragen

Kaum Unterschied bei willkürlichem oder potentiell informativem Anker

Bsp.: Immobilienmarkt, Lohnverhandlungen

Endowment Effect

Was wir besitzen, empfinden wir als wertvoller, als das, was wir nicht besitzen

Verkaufspreis wird höher angesetzt als Kaufspreis

"Fast-Besitz": 30 Tage Garantie

Bsp.: Bewerbung für Job, Auktion

Framing Bias

Wahlen von Individuen fallen für identische Entscheidungen unterschiedlich aus, wenn sich die Formulierung des Entscheidungsproblems unterscheidet (shepard´s Illusion)

Art der Frage beeinflusst Antwort.

Opting In vs Opting Out

Bsp.: Präsentation der Entscheidungsvorlage für den Vorstand, Produktionsinformationsblatt im Finanzbetrieb

Groupthink

Eine Gruppe trifft eine nicht optimale Entscheidung, da jedes Gruppenmitglied seine Meinung dem Konsens anpasst.

Erklärung: Corpsgeist, nicht Spielverderber sein, Äußerung der abweichenden Meinung könnte zum Aschluss aus der Gruppe führen

Bedeutung: Unternehmensentscheidungen in Gruppen

Lösung: Meinungsäußerung umgekehrt hierarchisch, individuelles dokumentieren der Meinung vor Gruppenentscheidungen

Bsp.:Invasion der Schweinebucht, Kollaps von Swissair, Generell Investitionsentscheidungen bei Unternehmen/gruppen

Illusion of Control

Tendenz zu glauben, etwas kontrollieren und beeinflussen zu können, über das objektiv keine Macht gegen ist

Experiment: Wetten auf Ausgang von Münzwurf unterschiedlich wenn Münze erst noch geworfen wird, oder schon geworfen wurde; Aktienbesitz optimistischer eingeschätzt als Markt

Bsp.: Aktive Geldanlage, Glückszahlen beim Lotto selbst eingeben, fester Drücken der Fernbedienung bei schwachen Batterien, Placeboknöpfe an Ampeln, Anfeuern vorm Fernseher

 

Loss Aversion

asymmetrische Wahrnehmung von Gewinnen und Verlusten: Verluste wiegen 
emotional schwerer als Gewinne derselben Größe

-> Menschen fühlen einen stärkeren Impuls, Verluste zu vermeiden als Gewinne  zu erzielen

Kernaussage: Prospect Theory

Value Function: Gewinnen und Verluste werden relativ zu einem Referenzpunkt gemessen

-Risikofreude im Verlustbereich

-Risikoaversion im Gewinnbereich

Weighting Function: ZUDEM Fehler bei Interpretation von Wahrscheinlichkeiten

Bsp.: Herdenverhalten bei Investitionsentscheidungen, um Job nicht zu verlieren -> Verstärkt die Risikoaversion

Mental Accounting

Individuen tendieren dazu, sogenannte „Mentale Konten“ zu führen

Bsp.: Altersvorsorge, Spekulation, Urlaub

Vernachlässigung des normativen Prinzips der "Asset Integration"

Stark verbreitet, Potential für große Ineffizienz, gleichzeitige Verschudung und Anlage; Portfoliodiversifikation

Begründung: Self-Control problem

Overconfidence

- Zwei Kanäle des Overconfidence  Bias 
» Better than Average Effect 
 man hält sich für überdurchschnittlich 

» Miscalibration 
 man wählt zu geringe Konfidenzintervalle und überschätzt die Präzision der eigenen Schätzungen

Ausprägung: systematische Überschätzung des eigenen Wissens und der eigenen Fähigkeiten

Bsp.: Entrepreneurship, Zivilklagen, Überschätzung eines Fertigstellungstermins (BER)

Regret Aversion

 Beschreibung:
» Reue umfasst nicht nur das Ergebnis einer falschen Entscheidung, das Wissen,für dieses Ergebnis verantwortlich zu sein
» Um in der Zukunft nicht Reue zu empfinden, handeln wir konventionell bzw. fürchten aktiv zu handeln
→ Angst vor Reue

Zusätzlich: Reue durch Handeln wird deutlich stärker empfunden als Reue durch Passivität

Bsp.: Festhalten an bewährten Geschäftsstrategien um zu vermeiden zugeben zu müssen fehler gemacht zu habe, grundsätzlich mangelnde innovationsfreude

Sonderfall: "letzte Chance" (Nashhorn, Versicherung)

→ Wenn wir es bis heute nicht für wichtig erachtet haben, warum jetzt?

Representativeness  Bias

Menschen orientieren sich häufig an repräsentativen Charakteristika der Grundgesamtheit, um die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses zu schätzen

Funktionsweise
-Nutzung von Abkürzungen („short-cuts“) in der Informationsverarbeitung
-Suche nach bekannten Merkmalen und Zuordnung zu einer Schublade

Gefahr/Problemfelder: Fehleinschätzung von Sachverhalten

Base-Rate Neglect

Sample-Size Neglect (law of small number)

-Kleine Stichprobe muss nicht repräsentativ für Grundgesamtheit sein

Sunk Cost Fallacy

unrentables Projekt wird weitergeführt, weil schon viel investiert worden ist

je größer die bereits erfolgte Investition, desto stärker der Drang, an dem 
Projekt festzuhalten

Begründung: Wir wollen konsistent und damit glaubwürdig erscheinen. Wird ein Projekt 
abgebrochen, geben wir zu, uns zu einem früheren Zeitpunkt geirrt zu haben -> „Concorde-Fallacy“ 

Bsp.: Aktienmärkte, Vietnamkrieg

 

Winner´s Curse

Situation:
-der tatsächliche Wert eines Gutes ist unbekannt
-je mehr Parteien mitbieten, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eine überoptimistische Offert aufscheint
-Ausstechen der Mitbieter
-> verstärkt durch Endowment Effekt

Bsp.: M&A Transaktionen, Overpaying bei IPOs, Verkauf von UMTS Lizenzen

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