FDM chp.7
Verhaltensanomalien
Verhaltensanomalien
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Lernkarten
Action Bias
Menschen haben die Neigung aktiv in ein Geschehen einzugreifen, anstatt es passiv zu verfolgen
Nichtstun als Qual
Erklärung: Etwas Werthaltiges kann nur durch handeln geschaffen werden -> höhere Belohnung
Besonders bei neuen und unklaren Situationen anzutreffen
Bsp.: Investitionsetscheidungen (M&A), Elfmeterschießen
Anchoring and Adjustment Bias
Anchoring: Anfangseinschätzung dient als Ankerpunkt
Adjustment: Genauere Überlegungen führen zu Adjustierung
Gründe: Menschen suchen Hinweise bei schwierigen Fragen
Kaum Unterschied bei willkürlichem oder potentiell informativem Anker
Bsp.: Immobilienmarkt, Lohnverhandlungen
Endowment Effect
Was wir besitzen, empfinden wir als wertvoller, als das, was wir nicht besitzen
Verkaufspreis wird höher angesetzt als Kaufspreis
"Fast-Besitz": 30 Tage Garantie
Bsp.: Bewerbung für Job, Auktion
Framing Bias
Wahlen von Individuen fallen für identische Entscheidungen unterschiedlich aus, wenn sich die Formulierung des Entscheidungsproblems unterscheidet (shepard´s Illusion)
Art der Frage beeinflusst Antwort.
Opting In vs Opting Out
Bsp.: Präsentation der Entscheidungsvorlage für den Vorstand, Produktionsinformationsblatt im Finanzbetrieb
Groupthink
Eine Gruppe trifft eine nicht optimale Entscheidung, da jedes Gruppenmitglied seine Meinung dem Konsens anpasst.
Erklärung: Corpsgeist, nicht Spielverderber sein, Äußerung der abweichenden Meinung könnte zum Aschluss aus der Gruppe führen
Bedeutung: Unternehmensentscheidungen in Gruppen
Lösung: Meinungsäußerung umgekehrt hierarchisch, individuelles dokumentieren der Meinung vor Gruppenentscheidungen
Bsp.:Invasion der Schweinebucht, Kollaps von Swissair, Generell Investitionsentscheidungen bei Unternehmen/gruppen
Illusion of Control
Tendenz zu glauben, etwas kontrollieren und beeinflussen zu können, über das objektiv keine Macht gegen ist
Experiment: Wetten auf Ausgang von Münzwurf unterschiedlich wenn Münze erst noch geworfen wird, oder schon geworfen wurde; Aktienbesitz optimistischer eingeschätzt als Markt
Bsp.: Aktive Geldanlage, Glückszahlen beim Lotto selbst eingeben, fester Drücken der Fernbedienung bei schwachen Batterien, Placeboknöpfe an Ampeln, Anfeuern vorm Fernseher
Loss Aversion
asymmetrische Wahrnehmung von Gewinnen und Verlusten: Verluste wiegen
emotional schwerer als Gewinne derselben Größe
-> Menschen fühlen einen stärkeren Impuls, Verluste zu vermeiden als Gewinne zu erzielen
Kernaussage: Prospect Theory
Value Function: Gewinnen und Verluste werden relativ zu einem Referenzpunkt gemessen
-Risikofreude im Verlustbereich
-Risikoaversion im Gewinnbereich
Weighting Function: ZUDEM Fehler bei Interpretation von Wahrscheinlichkeiten
Bsp.: Herdenverhalten bei Investitionsentscheidungen, um Job nicht zu verlieren -> Verstärkt die Risikoaversion
Mental Accounting
Individuen tendieren dazu, sogenannte „Mentale Konten“ zu führen
Bsp.: Altersvorsorge, Spekulation, Urlaub
Vernachlässigung des normativen Prinzips der "Asset Integration"
Stark verbreitet, Potential für große Ineffizienz, gleichzeitige Verschudung und Anlage; Portfoliodiversifikation
Begründung: Self-Control problem
Overconfidence
- Zwei Kanäle des Overconfidence Bias
» Better than Average Effect
man hält sich für überdurchschnittlich
» Miscalibration
man wählt zu geringe Konfidenzintervalle und überschätzt die Präzision der eigenen Schätzungen
Ausprägung: systematische Überschätzung des eigenen Wissens und der eigenen Fähigkeiten
Bsp.: Entrepreneurship, Zivilklagen, Überschätzung eines Fertigstellungstermins (BER)
Regret Aversion
Beschreibung:
» Reue umfasst nicht nur das Ergebnis einer falschen Entscheidung, das Wissen,für dieses Ergebnis verantwortlich zu sein
» Um in der Zukunft nicht Reue zu empfinden, handeln wir konventionell bzw. fürchten aktiv zu handeln
→ Angst vor Reue
Zusätzlich: Reue durch Handeln wird deutlich stärker empfunden als Reue durch Passivität
Bsp.: Festhalten an bewährten Geschäftsstrategien um zu vermeiden zugeben zu müssen fehler gemacht zu habe, grundsätzlich mangelnde innovationsfreude
Sonderfall: "letzte Chance" (Nashhorn, Versicherung)
→ Wenn wir es bis heute nicht für wichtig erachtet haben, warum jetzt?
Representativeness Bias
Menschen orientieren sich häufig an repräsentativen Charakteristika der Grundgesamtheit, um die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses zu schätzen
Funktionsweise
-Nutzung von Abkürzungen („short-cuts“) in der Informationsverarbeitung
-Suche nach bekannten Merkmalen und Zuordnung zu einer Schublade
Gefahr/Problemfelder: Fehleinschätzung von Sachverhalten
Base-Rate Neglect
Sample-Size Neglect (law of small number)
-Kleine Stichprobe muss nicht repräsentativ für Grundgesamtheit sein
Sunk Cost Fallacy
unrentables Projekt wird weitergeführt, weil schon viel investiert worden ist
je größer die bereits erfolgte Investition, desto stärker der Drang, an dem
Projekt festzuhalten
Begründung: Wir wollen konsistent und damit glaubwürdig erscheinen. Wird ein Projekt
abgebrochen, geben wir zu, uns zu einem früheren Zeitpunkt geirrt zu haben -> „Concorde-Fallacy“
Bsp.: Aktienmärkte, Vietnamkrieg
Winner´s Curse
Situation:
-der tatsächliche Wert eines Gutes ist unbekannt
-je mehr Parteien mitbieten, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eine überoptimistische Offert aufscheint
-Ausstechen der Mitbieter
-> verstärkt durch Endowment Effekt
Bsp.: M&A Transaktionen, Overpaying bei IPOs, Verkauf von UMTS Lizenzen