EST2 ETCS Grundlagen

EST2 ETCS Grundlagen

EST2 ETCS Grundlagen


P. H.
Diese Lernkarten bieten eine Einführung in die Grundlagen des European Train Control Systems (ETCS) auf Berufslehre-Niveau. Sie behandeln die Funktionsweise von Komponenten wie dem Radio Block Center (RBC), der On-Board Unit (OBU), Balisen und GSM-R, sowie die Unterschiede zwischen ETCS Level 1 und Level 2. Die Karteikarten erklären auch die Erstellung von Movement Authorities (MA) und die Rolle von Stellwerken und Geschwindigkeitsprofilen. Ideal für Auszubildende in der Elektrotechnik, die sich mit modernen Zugsicherungssystemen vertraut machen möchten.
Karten
9
Lernende
16
Sprache
Deutsch
Kategorie
Elektrotechnik
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
09.07.2015 / 17.08.2025

Lernkarten

64)ÊÊÊÊÊÊ Was hei§t ETCS?

¥ European Train Control System

65)ÊÊÊÊÊÊ Welche Systemmerkmale von ETCS kennen sie?

¥ Sehr hohe Sicherheitsstandards ¥ InteroperabilitŠt ¥ Einheitliche Regelungen und Verfahren ¥ Permanente GeschwindigkeitsŸberwachung der ZŸge ¥ FŸhrerstands Signalisierung

66)ÊÊÊÊÊÊ Systemaufbau bei ETCS L1?

¥ Vorhandene Gleisfreimeldeanlage (z.B. AchszŠhler, Gleisstromkreise) ¥ Festdatenbalisen ¥ Schaltdatenbalisen ¥ Euroloop ¥ LEU (Lineside Elektonic Unit) ¥ OBU (On Board Unit) ¥ DMI (Schnittstelle Mensch Ð Maschine)

67)ÊÊÊÊÊÊ Systemaufbau bei ETCS L2?

¥ Vorhandene Gleisfreimeldeanlage(z.B. AchszŠhler, Gleisstromkreise) ¥ Festdatenbalisen ¥ OBU (On Board Unit) ¥ DMI (Schnittstelle Mensch Ð Maschine) ¥ †bertragung mittels GSM-R Ÿber das RBC (Radio Block Center) und das MSC (Mobile Switching Center) direkt zu der Fahrzeugantenne

68)ÊÊÊÊÊÊ Unterschiede in der DatenŸbertragung von L1 und L2?

a. L1: i. Eurobalisen (fest oder schaltbar, punktfšrmig) 1. Ermittlung des Standorts und der Streckendaten 2. SignalabhŠngige Fahrweginformationen ii. Euroloop (linienfšrmig im Bereich von definierten Signalen) 1. Kontinuierliche DatenŸbertragung fŸr effizienten Betrieb 2. Ansteuerung von Schaltdatenbalisen und Euroloop durch LEU (Line Side Unit) an den Signalstandorten b. L2: iii. Euroradio (GSM-R, kontinuierlich) iv. Eurobalisen (nur Festdaten zur Ortung, punktfšrmig)

69)ÊÊÊÊÊÊ Funktionsprinzip einer Balise

¥ Die Balise wird von der ETCS-Fahrzeugantenne aus angeregt und mit Energie versorgt ¥ Wird die Balise mit Energie versorgt, strahlt sie die abgelegten Daten mehrfach hintereinander ab ¥ Die Balisendaten werden vom FahrzeuggerŠt ŸberprŸft und verarbeitet ¥ Je nach Einsatzort und Programmierung haben Balisen unterschiedliche Aufgaben. Die Daten werden an das FZG (FahrzeuggerŠt) weitergeleitet, ŸberprŸft und verarbeitet

70)ÊÊÊÊÊÊ Wie kommt eine ETCS-Fahrerlaubnis (MA Ð Movement Authority) im L2 zustande?

¥ Permanente Verbindung RBC mit den zustŠndigen Stellwerken ¥ †bertragung der aktuellen ElementzustŠnde von Weichen (Lage) und Signalen (Signalbegriff) zum RBC ¥ Die Verbindung zum Zug wird vom RBC permanent gehalten und auf ZeitŸberschreitungen Ÿberwacht ¥ Die MA basiert auf den Informationen des Stellwerkes, den Streckendaten und den Zugdaten ¥ Die MA mit dem entsprechenden statischen Geschwindigkeitsprofil wird Ÿber GSM-R an den Zug gesendet. Hierbei werden ggf. auch Zugkategorien berŸcksichtigt ¥ Bei der MA werden die ETCS-LA , ETCS-Sperren und Streckendaten (Neigungsprofil, etc. ) berŸcksichtigt, das restriktivste Geschwindigkeitsprofil erstellt und entsprechend aufbereitet ¥ Die MA wird vom RBC-Rechnerkern, Ÿber das RCS an das GSM-R Netzwerk Ÿbertragen und per Funk an das Fahrzeug gesendet. ¥ Der Zug ermittelt mit Hilfe der Balisen im Gleis, Radarsensor und Wegimpulsgeber am Fzg seine genaue Position ¥ Die OBU passt das dynamische Geschwindigkeitsprofil entsprechend den Zugeigenschaften, der aktuellen Geschwindigkeit, der Position und dem Ÿbertragenen Geschwindigkeits- und Neigungsprofil der Strecke an ¥ Ist die aktuelle Geschwindigkeit Ÿber dem errechneten Geschwindigkeitsprofil, so wird durch die OBU das Bremssystem des Zuges angesteuert - der Zug wird durch das System gebremst ¥ Sind alle betrieblichen Bedingungen erfŸllt, so wird rechtzeitig vor Ablauf der aktuellen MA die bestehende MA erweitert oder eine neue generiert

71)ÊÊÊÊÊÊ Welche Aufgaben hat das RBC?

¥ Sichere Kommunikation mit dem Stellwerk ¥ Sichere Kommunikation mit den FZG/OBU Ÿber GSM-R ¥ Bereitstellen einer lokalen BenutzeroberflŠche (RBC-BO) ¥ Verwalten von ETCS-LA und ETCS-Sperren ¥ Auswertung aller Zug- und Streckeninformationen als Abbild in der Topologie ¥ Nothalt fŸr Tfz (Emergency Stop) ¥ Datenaufzeichnung

72)ÊÊÊÊÊÊ Nennen sie mindestens 3 Systemschnittstellen beim RBC.

a. ESDIS/SAM v. Sicherungstechnisches Managementsystem b. KMC vi. Zentrales Key Management (SchlŸsselverwaltung) fŸr Fahrzeuge c. NRBC vii. RBC Ÿbergreifende MA«s d. NTP Ð SERVER viii. Versorgt den RBC mit der genauen Uhrzeit. (Funkuhr) e. Web ETCS-Service ix. Schnittstelle fŸr Onlinediagnose (Ferndiagnose) f. Stellwerk x. Fahrstra§eninformationen (Signale, Weichen) zur Berechnung der MA xi. Dispositives Haltstellen von Signalen am RBC zur VerkŸrzung der MA g. AWS xii. Optimierung der Vorwarnzeiten h. ARAMIS xiii. Einbindung der RBC-BO xiv. Zugsteuerung (Verhinderung von Zugfahrten in reine ETSC Level 2 Bereiche fŸr ZŸge ohne entsprechender AusrŸstung)

Lernen