EBWL - Kapitel 09
Rechnungswesen
Rechnungswesen
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Cartes-fiches
Warum erfolgt eine Rechnungslegung?
Informationsversorgung...
... zur Planung/Entscheidung (ex ante) oder zur Kontrolle (ex post); mit Anreizwirkung interim
... für interen (z.B. Unternehmensleitung) und für externe (z.B: Kapitalgeber oder Behörden) Adressaten.
--> Controlling!
Warum erfolgt für eine (oft gesetzliche) Normierung (HGB, IFRS, Steuerrecht etc.) ?
- Vergleichbarkeit der Informationen ermöglichen (zwischen Unternehmen und im Zeitablauf)
- Gleichbehandlung bei der Besteuerung gewährleisten ("Steuergerechtigkeit")
Was ist das volkswirtschaftliche Rechnungswesen?
- Gesamtsystem verschiedener statistischer Teilrechnungen
-quantitative Beschreibung des wirtschaftlichen Geschehens einer Volkswirtschaft für einen zurückliegenden und daher abgeschlossenen Zeitraum
- Voraussetzung für eine solche Beschreibung ist die Verwendung eines geeigneten und begrifflichen Rahmens zur statistischen Erhebung und Gliederung der Daten (rechtliche Vorgaben nötig!)
- hier behandelt Ausschnitt: Volkswirtschaftliches Produktionskonto zur Quantifizierung der Wertschöpfung einer Volkswirtschaft
Betriebswirtschaftliches Rechnugswesen
- verschiedene Rechenwerke zur Erfassung und Überwachung aller im Unternehmen auftretenden Geld- und Leistungsströme
- bezieht sich vor allem auf den Prozess der betrieblichen Leistungserstellung (Produktion) und Leistungsverwertung (Absatz)
- Erfassung erfolgt mengen- und wertmäßig
- einzelne Rechenwerke unterscheiden sich hinsichtlich ihres Zwecks
- Rechen- und Wertgrößen für dieselben Sachverhalte können sich deshalb in den einzelnen Rechenwerken unterscheiden
Beispiel: Daten
Beispiel: Anschaffung einer Fertigungsstraße in der Automobilindustrie
- Anschaffungsauszsahlung: 100 Mio €
- Wiederbeschaffungskosten für funktionsgleiche Fertigungsstraße steigen pro Jahr inflationsbedingt um 10 Mio €
- Nutzungsdauer: 4 Jahre
- lineare Abschreibung
- weitere Kosten hier nicht betrachtet
- jährliche Kapazität: 5000 Autos
- Verkaufspreis je Stück: 10.000 €
- Einzahlungen aus dem Verkauf der Autos führen in denselben Perioden (Jahren) auch zu Erträgen und zu Erlösen
- Kalkulationszinssatz: 10%
Beispiel: Ergebnisse in einzelnen Rechenwerken
Investitionsrechnung (Kapitalwert)
C0 = -100 + 50 · 1,1-1 + 50 · 1,1-2 + 50 · 1,1-3 + 50 · 1,1-4= 58,49
Externes Rechnungswesen (Jahresüberschuss; ohne Zinsen):
JÜ = 50 - 25 = 25 (konstant)
Kostenrechnung (Betriebsergebnis):
Periode 1: 50 - 27,5 = 22,5
Periode 2: 50 - 30 = 20
Periode 3: 50 - 32,5 = 17,5
Periode 4: 50 - 35 = 15
Zwecke und Ziele einzelner Rechenwerke
Investitionsrechnung:
- Entscheidungsunterstützung (ex ante)
Externes Rechnungswesen:
- Dokumentation (ex post, ex ante Verhaltensbeeinflussung durch Antizipation)
- Rechenschaftszweck
- Nominalkapitalerhaltung
Kostenrechnung:
- Prognosefunktion (monetäre Konsequenzen zukünftiger Maßnahmen)
- Ermittlungsfunktion (Einkaufs-, Verkaufs- und Verrechnungspreise)
- Kontrollfunktion (Wirtschaftlichkeitskontrolle) --> Zyklus zur Entscheidungsunterstützung
- Substanzerhaltung
Definitionen
Auszahlungen:
Abfluss von Zahlungsmitteln
Ausgaben:
Verminderung des Geldvermögens
(Zahlungsmittelbestand + Forderungen - Verbindlichkeiten)
Aufwand:
aus den Ausgaben abgeleiteter periodisierter Werteverzehr
Kosten:
bewerteter Verbrauch von Gütern und Leistungen für die betriebliche Leistungserstellung
Bestandsgrößen vs. Bewegungsgrößen (Stromgrößen)
Endbestand = Anfangsbestand + Zugänge - Abgänge
End- und Anfangsbestand: stichtagsbezogen (z.B. Bilanz)
Zu- und Abgänge: periodenbezogen (z.B. GuV)
3 Gründe für Insolvenz
Überschuldung:
Externes Rechnungswesen:
Einhaltung eines strukturellen finanzwirtschaftlichen Gleichgewichts notwendig (langfristig müssen die Erträge mindestens die Aufwendungen decken).
--> Bedingung: EK = Vermögenswerte - FK > 0
Zahlungsunfähigkeit
Cash-Flow-Rechnung:
Einhaltung eines dispositiven finanziellen Gleichgewichts notwendig (tägliche Abstimmung der Zahlungsströme einschließlich Bestimmung, Bildung und Auslösung der Liquiditätsreserve).
drohende Zahlungsunfähigkeit
Unternehmensbewertung
Modellbasierte Unternehmensbewertung:
- z.B. Discounted Cash Flow-Verfahren (prognostizierte Cash Flows als Bewertungsbasis).
Marktbasierte Bewertung:
- Marktkapitalisierung bzw. Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei börsennotierten Wertpapieren (Markt als Informationsverarbeiter)
Differenzen:
- Ursachen für unterschiedliche Unternehmenswerte liegen in den verschiedenen Rechengrößen begründet.
Interessante Frage:
- Welcher Wert ist der beste Maßstab für den "wahren" Unternehmenswert?
--> u.a. zielsetzungsabhängig