EBWL - Kapitel 09

Rechnungswesen

Rechnungswesen

Maximilian Starke
Lernen

Maximilian Starke
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über das betriebliche Rechnungswesen an Universitäten. Sie decken Themen wie Unternehmensbewertung, Insolvenzgründe, Rechenwerke, und die Unterscheidung zwischen Bestands- und Bewegungsgrößen ab. Beispiele und Berechnungen zu Fertigungsstraßen, Produktionskosten und Cashflows werden ebenfalls behandelt. Diese Lernkarten sind ideal für Studierende der Betriebswirtschaftslehre, die sich auf Prüfungen vorbereiten oder ihr Verständnis für finanzielle Prozesse vertiefen möchten.
Karten
15
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
17.12.2013 / 08.08.2015

Lernkarten

Warum erfolgt eine Rechnungslegung?

Informationsversorgung...
... zur Planung/Entscheidung (ex ante) oder zur Kontrolle (ex post); mit Anreizwirkung interim

... für interen (z.B. Unternehmensleitung) und für externe (z.B: Kapitalgeber oder Behörden) Adressaten.

--> Controlling!

Beispiele für Rechenwerke

(Zurechnung nicht eindeutig, da viele Rechenwerke mehrfach verwendbar)

Warum erfolgt für eine (oft gesetzliche) Normierung (HGB, IFRS, Steuerrecht etc.) ?

- Vergleichbarkeit der Informationen ermöglichen (zwischen Unternehmen und im Zeitablauf)
- Gleichbehandlung bei der Besteuerung gewährleisten ("Steuergerechtigkeit")

Was ist das volkswirtschaftliche Rechnungswesen?

- Gesamtsystem verschiedener statistischer Teilrechnungen
-quantitative Beschreibung des wirtschaftlichen Geschehens einer Volkswirtschaft für einen zurückliegenden und daher abgeschlossenen Zeitraum
- Voraussetzung für eine solche Beschreibung ist die Verwendung eines geeigneten und begrifflichen Rahmens zur statistischen Erhebung und Gliederung der Daten (rechtliche Vorgaben nötig!)
- hier behandelt Ausschnitt: Volkswirtschaftliches Produktionskonto zur Quantifizierung der Wertschöpfung einer Volkswirtschaft

Mehrstufige Produktion 1

Teil 1

Mehrstufige Produktion 2

Teil 2

Betriebswirtschaftliches Rechnugswesen

- verschiedene Rechenwerke zur Erfassung und Überwachung aller im Unternehmen auftretenden Geld- und Leistungsströme
- bezieht sich vor allem auf den Prozess der betrieblichen Leistungserstellung (Produktion) und Leistungsverwertung (Absatz)
- Erfassung erfolgt mengen- und wertmäßig
- einzelne Rechenwerke unterscheiden sich hinsichtlich ihres Zwecks
- Rechen- und Wertgrößen für dieselben Sachverhalte können sich deshalb in den einzelnen Rechenwerken unterscheiden

Beispiel: Daten

Beispiel: Anschaffung einer Fertigungsstraße in der Automobilindustrie

- Anschaffungsauszsahlung: 100 Mio €
- Wiederbeschaffungskosten für funktionsgleiche Fertigungsstraße steigen pro Jahr inflationsbedingt um 10 Mio €
- Nutzungsdauer: 4 Jahre
- lineare Abschreibung
- weitere Kosten hier nicht betrachtet
- jährliche Kapazität: 5000 Autos
- Verkaufspreis je Stück: 10.000 €
- Einzahlungen aus dem Verkauf der Autos führen in denselben Perioden (Jahren) auch zu Erträgen und zu Erlösen
- Kalkulationszinssatz: 10%

Beispiel: Ergebnisse in einzelnen Rechenwerken

Investitionsrechnung (Kapitalwert)
C0 = -100 + 50 · 1,1-1 + 50 · 1,1-2 + 50 · 1,1-3 + 50 · 1,1-4= 58,49

Externes Rechnungswesen (Jahresüberschuss; ohne Zinsen):
JÜ = 50 - 25 = 25 (konstant)

Kostenrechnung (Betriebsergebnis):
Periode 1: 50 - 27,5 = 22,5
Periode 2: 50 - 30    = 20
Periode 3: 50 - 32,5 = 17,5
Periode 4: 50 - 35    = 15

Zwecke und Ziele einzelner Rechenwerke

Investitionsrechnung:
- Entscheidungsunterstützung (ex ante)

Externes Rechnungswesen:
- Dokumentation (ex post, ex ante Verhaltensbeeinflussung durch Antizipation)
- Rechenschaftszweck
- Nominalkapitalerhaltung

Kostenrechnung:
- Prognosefunktion (monetäre Konsequenzen zukünftiger Maßnahmen)
- Ermittlungsfunktion (Einkaufs-, Verkaufs- und Verrechnungspreise)
- Kontrollfunktion (Wirtschaftlichkeitskontrolle) --> Zyklus zur Entscheidungsunterstützung
- Substanzerhaltung
 

Definitionen

Auszahlungen:
Abfluss von Zahlungsmitteln

Ausgaben:
Verminderung des Geldvermögens
(Zahlungsmittelbestand + Forderungen - Verbindlichkeiten)

Aufwand:
aus den Ausgaben abgeleiteter periodisierter Werteverzehr

Kosten:
bewerteter Verbrauch von Gütern und Leistungen für die betriebliche Leistungserstellung

Beispielhafte Geschäftsvorfälle

siehe Bild

Bestandsgrößen vs. Bewegungsgrößen (Stromgrößen)

Endbestand = Anfangsbestand + Zugänge - Abgänge

End- und Anfangsbestand: stichtagsbezogen (z.B. Bilanz)
Zu- und Abgänge: periodenbezogen (z.B. GuV)

3 Gründe für Insolvenz

Überschuldung:
Externes Rechnungswesen:
Einhaltung eines strukturellen finanzwirtschaftlichen Gleichgewichts notwendig (langfristig müssen die Erträge mindestens die Aufwendungen decken).
--> Bedingung: EK = Vermögenswerte - FK > 0

Zahlungsunfähigkeit
Cash-Flow-Rechnung:
Einhaltung eines dispositiven finanziellen Gleichgewichts notwendig (tägliche Abstimmung der Zahlungsströme einschließlich Bestimmung, Bildung und Auslösung der Liquiditätsreserve).

drohende Zahlungsunfähigkeit

Unternehmensbewertung

Modellbasierte Unternehmensbewertung:
- z.B. Discounted Cash Flow-Verfahren (prognostizierte Cash Flows als Bewertungsbasis).

Marktbasierte Bewertung:
- Marktkapitalisierung bzw. Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei börsennotierten Wertpapieren (Markt als Informationsverarbeiter)

Differenzen:
- Ursachen für unterschiedliche Unternehmenswerte liegen in den verschiedenen Rechengrößen begründet.

Interessante Frage:
- Welcher Wert ist der beste Maßstab für den "wahren" Unternehmenswert?
--> u.a. zielsetzungsabhängig

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