Ausbildung NHP


A. J.
Diese Lernkarten bieten einen detaillierten Überblick über den menschlichen Verdauungstrakt, insbesondere die Anatomie und Physiologie der Leber, des Dünndarms und des Magens. Sie behandeln Themen wie die Regulation der Speichelsekretion, die Zusammensetzung des Bauchspeichels und die Aufgaben des Bauchfells. Medizinische Fachkräfte und Studierende profitieren von den detaillierten Erklärungen zu Enzymen, Hormonen und den komplexen Prozessen der Verdauung, einschließlich der Regulation von Magen- und Darmbewegungen.
Karten
110
Lernende
20
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
12.09.2016 / 24.01.2025

Lernkarten

Aufgaben Verdauungstrakt

  • Verdauung
  • Resorption
  • Ausscheidung

Abschnitte und Organe des Verdauungstrakts

  • Oberer
    • Mund
    • Pharynx
    • Ösophagus
  • Mittlerer
    • Magen
    • Dünndarm (Duodenum, Jejunum- Leerdarm, Ileum- Krummdarm)
  • Unterer
    • Dickdarm
    • Rektum
    • Anus
  • zugehörige Verdauungsdrüsen
    • Speicheldrüsen
    • Leber
    • Gallenblase
    • Pankreas

Definiton Bauchraum, Bauchhöhle, Bauchfell

  • Bauchraum
    • Raum vom Zwerchfell bis zum Beckeneingang
    • besteht aus Bauchhöhle + Retroperitonealraum
  • Bauchhöhle
    • vom Bauchfell ausgekleideter Teil (in sich geschlossener Sack)
  • Bauchfell (Peritoneum)
    • Dünne Haut, überzieht die in der Bauchhöhle (intraperitonealen) Organe-Eingeweideblatt (Peritoneum viscerale)
    • wandständiges Blatt (Peritoneum parietale)
  • Retroperitonealraum
    • hinter dem Bauchfell liegend

Nenne vier charakteristische Eigenschaften von Enzymen

  • besitzen eine gewaltige katalytische Aktivität (schneller Ablauf)
  • wirken hochspezifisch (können nur eine ganz bestimmte Reaktion beschleunigen)
  • werden nur in kleinen Mengen im Körper benötigt (da sie sich nicht selbst verbrauchen)
  • Reaktionen sind von Temperatur und ph-Wert abhängig

Organe der Mundhöhle (Cavum oris)

  • Zunge
  • Zähne
  • Gaumen
  • Mundschleimhaut

Schleimhaut der Mundhöhle

  • mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel, ab Lippenrot mehrschichtig verhornt

Gaumen

  • Harter Gaumen
    • liegt vorne, Grundlage Oberkiefer und Gaumenbeine
  • Weicher Gaumen
    • liegt hinten, quer gestreifte Muskulatur und BG, auch als Gaumensegel bezeichnet, hängt über Zungengrund, mittig Zäpfchen

Aufgaben der Zunge (Lingua)

 

  • Muskelorgan (Bewegung und Transport Nahrung)
  • Sprachorgan (Mithilfe bei Lautbildung)
  • Sinnesorgan (durch Geschmacksknospen, Tastorgan)
  • Abwehrorgan (lymph. Gewebe)

Nenne die 5 Geschmacksqualitäten der Zunge

  • bitter, sauer, süss, salzig, Umami (Glutamat)

Zungenpapillen

Gebiss

  • 20 Milchzähne (Milchgebiss), 6M-2Lj.
  • 32 Erwachsenenzähne (Dauergebiss) 6.Lj.-12.Lj.
    • 4 Kieferhälften, enthalten jeweils 8 Zähne
      • 2 Schneidezähne
      • 1 Eckzahn
      • 2 Backenzähne
      • 3 Mahlzähne (inkl. Weisheitszahn)

Zähle die 4 paarigen Kaumuskeln auf!

  • Masseter, "Kaumuskel", (M. masseter)
  • Schläfenmuskel (M. temporalis)
  • Innerer Flügelmuskel
  • Äusserer Flügelmuskel (Öffner)

Lage und Charakteristik der drei paarigen Speicheldrüsen

  • Ohrspeicheldrüse
    • Vor und unter dem Ohr, zw. Masseter & Haut, Grösste der 3 Drüsen, mündet gegenüber 2.oberer Mahlzahn in Wangenwand, rein seröses Sekret
  • Unterkieferdrüse
    • Innenseite Unterkiefer, Ausführungsgang mündet unter Zunge, neben Zungenbändchen. Sero-muköses Sekret
  • Unterzungendrüse
    • Auf Mundbodenmuskulatur, mehrere Ausführungsgänge münden beidseits unterhalb Zunge. Zähes muköses Sekret

 5 Inhaltsstoffe des Speichels

  • Wasser
  • Amylase (Enzym das KH spaltet)
  • Muzine (Schleim)
  • Lysozym (antibakteriell)
  • Versch. Salze (z.B. Fluorid-Ionen)

Aufgaben des Speichels

  • Befeuchtung Nahrung
  • Lösung von Geschmacksstoffen in Wasser
  • Beginn Kohlenhydratverdauung
  • Antibakt. Wirkung und Spülfunktion

Schluckvorgang beschreiben

  1. Willkürliche Zungenbewegung, Beförderung in Rachen
  2. Nasenraum wird verschlossen, durch Anhebung des Gaumensegels
  3. Luftröhre wird verschlossen, durch Kehldeckel
  4. Nahrung wird durch Kontraktion Schluckmuskulatur in Speiseröhre befördert

Nenne die Lage der drei physiologischen Engstellen der Speiseröhre.

3 Engstellen

  • oberer Oesophagussphincter (Speiseröhrenmund)
  • Aortenenge
  • unterer Oesophagussphincter (Zwerchfellenge)

Allgemeiner Wandaufbau des Verdauungskanals

  • Schleimhaut (Mucosa)
  • Bindegewebige Verschiebeschicht (Submucosa)
  • Muskelschicht (Muscularis)
  • Bindegewebiger Überzug (Adeventitia oder Serosa mit Bachfellüberzug)

5 Bewegungsformen im Verdauungskanal

  • Peristaltik
  • Segmentationsbewegung
  • Pendelbewegung
  • Tonische Kontraktion

Der Vorgang des Erbrechens

  • beim Erbrechen gelangt der Bissen in der Speiseröhre nicht in Richtung Magen, sodnern wird nach oben Richtung Mund transportiert:
    • max. Einatmung⇒ Unterdruck im Brustraum⇒ Mithilfe der Bauchpresse⇒ Entleerung über Mund
  • vom Zentrum im verlängerten Mark gessteuert

Aufgaben des Magens (Gaster, Ventriculus, Stomachus)

  • 1,5 Liter Fassungsvermögen
  • Vorübergehende Speicherung Speisen & Weitergabe an Dünndarm
  • Vernichtung schädl. Stoffe
  • Vorb. Verdauung durch Proteindenaturierung mittels Salzsäure
  • Verflüssigung der Nahrung
  • Beginn Proteinverdauung
  • Prod. Intrinsic Factor für die Resorption von Vit. B12

Lage und Form des Magens

  • 20cm langer Schlauch, Hohlmuskel
  • Fassungsvermögen ca. 1.5l
  • im Oberbauch zwischen Leber und Milz
  • hinten liegt Pankreas auf
  • oben Diaphragma
  • unten Kolon

Abschnitte des Magens

  • Magenmund (Cardia)
  • Magengrund (Fundus)
  • Magenkörper (Corpus)
  • Magenausgang (Antrum)
  • Magenpförtner (Pylorus)
  • grosse und kleine Magenkrümmung (Kurvatur)

Aufbau der Magenwand (histologisch)

  • 4 Schichten
    • Bauchfell (Peritoneum)- liegt intraperitoneal
    • Muskelschicht (Muscularis)- besthet aus 3 Schichten
    • Bindegwebige Verschiebeschicht (Submucosa)
    • Schleimhaut (Mucosa)
      • bei leerem Magen Längsfalten
      • einreihiges Zylinderepithel, produziert zähen Schleim
      • grübschenförmige Einsenkungen= Magendrüsen (prod. Magensaft und gastrointestinale Hormone)

5 Inhaltsstoffe des Magensafts

  • Wasser
    • Verdünnung, Verteilung
  • Muzine
    • Schutz vor Selbstverdauung
  • Intrinsic Factor
    • Aufnahme Vit. B12
  • Salze, Salzsäure
    • Denaturierung Proteine, Vernichtung Bakterien, Aktivierung Enzyme: Pepsinogen ⇒ Pepsin
  • Enzyme: Pepsinogen⇒ durch HCl in aktives Pepsin umgewandelt
    • Spaltung der langen Aminosäureketten der Proteine in Bruchstücke

Hauptnerv des Magen-Darm-Trakts

  • Nervus vagus

3 Phasen der Magensaftregulation

  1. Kephale Phase (vom Hirn gesteuert)
    • Anblick, Geruch stimulieren reflektorisch via N. vagus die Magensaftproduktion
  2. Gastrische Phase (Magenphase)
    • Ausschüttung Gastrin - regt Magendrüsen zur HCl und Pepsinogen Prod. an
    • durch Gewürze & Genussmittel wird Gastrinprod. gesteigert
  3. Intestinale Phase (Dünndarmphase)
    • der Übertritt von stärker angesäuerter Nahrung in Dünndarm setzt Sekretin & andere Hormone frei -> hemmen HCl Prod.

Abschnitte des Dünndarms

  • 3-6m lang
  1. Duodenum
  2. Jejunum
  3. Ileum

2 Aufgaben des Dünndarms

  • Abbau der Nährstoffe zu Einfachbausteinen
  • Resorption dieser, der übrigen Nharungsbestandteile und des Wassers über die Schleimhaut in die Blut- und Lymphgefässe

Wo mündet der Gallen- und Pankreasgang ins Duodenum

  • in den absteigenden Teil des Duodenums⇒ "Vater-Papille" (Papilla duodeni major)

Welche drei Strukturen der Dürmdarmwand dienen der Oberflächenvergrösserung?

  • resorbierbare Oberfläche ca. 200m2 durch 3fache Auffaltung
    • Kerckring-Falten x3
    • Zotten und Krypten x30
    • Mikrovilli x600

6 Inhaltsstoffe des Dünndarmsafts

  • Wasser
  • Schleimstoffe (Muzine)
  • Bicarbonat (pH 8-9, eher basisch)
  • Verdauungsenzyme
    • Dipeptidasen
    • Disaccharidasen (Maltase, Lactase, Sccharase)
    • Enterokinasen (Enteropeptidasen), ktiviert noch inaktive Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse

 8 Abschnitte des Dickdarms (Intestinum crassum)

  • Blinddarm (Caecum) mit Wurmfortsatz (Appendix vermiformis)
  • Grimmdarm (Colon)
    • aufsteigender (Colon ascendens)
    • quer verlaufender (Colon transversum)
    • absteigender (Colon descendens)
    • S-förmige Schlinge (Colon sigmoideum)
  • Mastdarm bzw. Enddarm (Rectum), der mit dem After (Anus) endet

Allgemeiner Aufbau des Dickdarms im Vergleich zum Dünndarm

  • Länge 1,5m (Dünndarm 3-6m)
  • Durchmesser 5-8cm (Dünndarm 2,5-4cm)

Mündungsstelle des Dünndarms in den Dickdarm

  • an Einmündungsstelle entstehen 2 Schleimhautfalten
  • Bauhin- Klappe bzw. Ileocoecalklappe
  • lassen Darminhalt in regelmässigen Abständen in Richtung Dickdarm passieren
  • Ventilwirkung verhindert Rückfluss ins Ileum

Aufgabe des Appendix vermiformis (Wurmfortsatz)

  • "Darmmandel", voll mit Lymphfollikeln, erfüllt Abwehraufgaben

Typische anatomische Merkmale des Grimmdarms (Colons)

  • Längsmuskelschicht in drei bandförmige Streifen= Tänien
  • wulstförmige Ausbuchtungen= Haustrien
  • Fettanhängsel

Welche drei anatomischen Strukturen dienen dem Verschluss des Afters?

  • Hämorrhoidalzone
  • Innerer Schliessmuskel (M. sphincter ani internus): wird von der Ringmuskelschicht des Darmes gebildet und arbeitet willkürlich
  • Äusserer Schliessmuskel (M. sphincter ani externus): wird von der Beckenmuskulatur gebildet und arbeitet willkürlich

5 Aufgaben des Dickdarms

  • Rückresorption von Wasser und Elektrolyten (Eindickung des Darminhalts)
  • Bakterieller Abbau von Nahrungsresten
  • Schleimproduktion (Gleitfähigkeit)
  • Weitertransport und Ausscheidung des Darminhaltes
  • Abwehraufgaben (Appendix und Lymphfollikel)

Darmflora

  • Gesamtheit der Mikroorganismen, die physiologischerweise im Darm leben

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