Die Bank 2

Bankenregulierung und Compliance Das Bankengesetz Der Geschäftsbericht einer Bank Risk Management

Bankenregulierung und Compliance Das Bankengesetz Der Geschäftsbericht einer Bank Risk Management


A. S.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die wichtigsten Aspekte des Bankenwesens in der Schweiz, insbesondere für Berufslehrlinge. Sie behandeln Themen wie Bankenkonkurs, Einlagensicherung, Forderungen und die Rolle der FINMA. Kunden, Bankmitarbeitende und Interessierte profitieren von den klaren Erklärungen zu rechtlichen Grundlagen, Richtlinien und praktischen Abläufen im Bankensektor.
Cartes-fiches
22
Utilisateurs
11
Langue
Allemand
Catégorie
Economie politique
Niveau
Apprentissage
Créé / Mis à jour
18.05.2015 / 05.05.2022

Cartes-fiches

Welche Regelwerke beeinflussen die Tätigkeit einer Bank?

- Privatrecht (vor allem ZGB und OR)
- Bankenaufsichtsrecht
-
Verordnungen,Richtlinien und Standesregeln
-
Internationale Abkommen
-
Weitere Rechtsgebiete mit Bezug zum Bankgeschäft

Die wichtigsten Erlasse des Bankenaufsichtsrechts heissen?

- Finanzmarktaufsichtsgesetz (FINMAG)
- Bankengesetz (BankG)
- Geldwäschereigesetz (GwG)
- Börsengesetz (BEHG)
- Kollektivanlagengesetz (KAG)
- Pfandbriefgesetz (PfG)

Wie heissen die Verordnungen der Bankenaufsicht?

1. Bankenverordnung (BankV)
2. Auslandbankenverordnung-FINMA
3. Bankenkonkursverordnung-FINMA
4. Kollektivanlagenverordnung
5. Börsenverordnung
6. Geldwäschereiverordnung-FINMA 1

 

Wie heissen die Standesregeln und Richtlinien der SBVg?

1. Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken (VSB)

2. Vereinbarung der Schweizer Banken und Effektenhändler über die Einlagensicherung

3. Richtlinien über die Behandlung nachrichtenloser Konti, Depots und Schrankfächer bei Schweizer Banken

4. Richtlinien über die Information der Anlegerinnen und Anleger zu strukturierten Produkten

5. Richtlinien für Vermögensverwaltungsaufträge

6. Verhaltensregeln für Effektenhändler

7. Richtlinien zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Finanzanalyse

8. Richtlinien für die Prüfung, Bewertung und Abwicklung grundpfandgesicherter Kredite

Was ist die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA)?

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA ist seit dem 1. Januar 2009 die staatliche Aufsichtsbehörde für den schweizerischen Finanzmarkt. Sie überwacht die Banken, aber auch andere Finanzintermediäre wie die Versicherer und die Effektenhändler (Broker).

Was ist der Schweizerische Bankenombudsman?

Der Schweizerische Bankenombudsman ist eine kostenlose und neutrale Anlaufstelle für Kunden, die eine konkrete Beschwerde gegen eine Bank mit Sitz in der Schweiz haben. Er tritt dabei als Schlichtungsinstanz auf und versucht in Streitfragen zwischen der Bank und dem Kunden zu vermitteln. Seine Empfehlungen sind rechtlich nicht bindend, geniessen aber eine hohe Akzeptanz. Kunden haben so eine Möglichkeit, schnell und einfach Streitigkeiten mit ihrer Bank zu regeln, ohne ein langes und kostenintensives Gerichtsverfahren führen zu müssen.

Was sind die Ziele des Bankengesetzes?

- Ein funktionierendes Bankensystem

- Guthaben von Bankkunden im Falle der Zahlungsunfähigkeit einer Bank schützen.

Welche Bestimmungen enthält das Bankengesetz?

- Organisation einer Bank

- Grundsätzen einer einwandfreien Geschäftstätigkei

- nötigen Eigenmitteln und zur nötigen Liquidität

- Bankkundengeheimnis.

Welche Unternehmen sind dem Bankengesetz unterstellt?

- Banken

- Privatbankiers

- Sparkassen

Welche Unternehmen sind nicht dem Bankengesetz unterstellt?

- Unternehmungen, die nur den Handel mit Wertpapieren betreiben (Effektenhändler)

- Vermögensverwalter und Notare, die die Gelder ihrer Kunden nur verwalten und nicht an andere ausleihen

- Versicherungen und Pensionskassen, die auch Hypotheken gewähren

- Grosse Industrieunternehmungen, die aus ihrem Vermögen Kredite vergeben (z. B. an ihre Mitarbeitenden)

Welche Bewilligung benötigt eine Bank zur aufnahme des Geschäftsbetriebs?

- Dokumentation von Geschäftskreis und Organisation

- Geeignete Organisation

- Minimales Kapital (10 Millionen)

- Gewährleistung der einwandfreien Geschäftstätigkeit

- Eigenmittel und Liquidität.

Was will das Bankkundengeheimnis primär schützen?

- Privatsphäre des Kunden

Welches sind die Vorschriften des Bankengesetzes zur Liquidität?

- genügend liquide Mittel (mindestens einen Drittel aller kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber ihren Geldgebenden auszahlen zu können)

- privilegierte Forderungen (muss diese mit zusätzlicher Liquidität decken)
Die Aufsichtsbehörde berechnet für jede Bank die Höhe dieser zusätzlichen Summe.

Wie heissen die 3 Säulen der Basel II Empfehlung?

1. Säule: Mindestanforderung.

2. Säule: Ergänzende Eigenmittel

3. Säule: Offenlegung

Was passiert beim Bankenkonkurs?

- Die Schulden werden dabei in einem Kollokationsplan mit drei Klassen zusammengestellt. Die drei Klassen bilden eine Rangordnung, nach der die Gläubiger ihr Geld erhalten.

- Wenn alle Gläubiger der dritten Klasse vollständig befriedigt sind, kommen die Gläubiger von nachrangigen Forderungen zum Zug. Sollte danach noch etwas vom Vermögen übrig bleiben, bekommen das die Eigenkapitalgeber (Aktionäre) ausbezahlt.

Wer ist zuständig bei einem Bankenkonkurs?

FINMA

Welche Forderungen im Kollokationsplan im Bankenkonkurs sind im 1. Rang?

- Offene Lohnforderungen der Bankmitarbeitenden für 6 Monate, soweit sie den maximalen UVG-Lohn nicht übersteigen

- Guthaben von Personalvorsorgeeinrichtungen (Pensionskassen) der Bank

- Ansprüche aus BVG und Unfallversicherung

Welche Forderungen im Kollokationsplan im Bankenkonkurs sind im 2. Rang?

- Restliche Sozialversicherungsbeiträge (AHV, IV, ALV etc.)
- Privilegierte Forderungen. Seit Dez. 2008 sind das,
bis zu einem Betrag von CHF 100 000.– pro Kunde alle Guthaben, die auf den Namen des Kunden lauten, sowie Kassenobligationen und zusätzlich nochmals bis CHF 100 000.– pro Person

Guthaben der Säule 3a sowie Freizügigkeitskonti mit je 100'000.

Welche Forderungen im Kollokationsplan im Bankenkonkurs sind im 3. Rang?

- Alle übrigen Forderungen wie Anleihensobligationen der Bank, nicht privilegierte Kontoguthaben und Steuern.

Welche Forderungen im Kollokationsplan im Bankenkonkurs sind bei den Nachranigen Forderungen?

Nachrangige Forderungen (z. B. nachrangige Obligationen) bilden eine Art 4. Konkursklasse. Diese Gläubiger treten vertraglich hinter die Gläubiger der 3. Klasse zurück (Rangrücktritt) und werden erst ganz am Schluss berücksichtigt.

Was ist die Einlagesicherung bei den Schweizer Banken?

Sämtliche Banken und Effektenhändler in der Schweiz sind verpflichtet, sich der Einlagensicherung anzuschliessen. Die Einlagensicherung ist als Verein organisiert und tritt unter der Marke esisuisse auf. Alle Mitglieder der esisuisse unterzeichnen die «Vereinbarung der Schweizer Banken und Effektenhändler über die Einlagensicherung». Wird eine Bank oder ein Effektenhändler in der Schweiz zahlungsunfähig, stellen die anderen Mitglieder von esisuisse umgehend die benötigten Gelder bereit.

Bis zu welcher Summe ist die Einlagesicherung begrenzt?

Gemäss dem Bankengesetz ist der Maximalbetrag der Einlagensicherung auf CHF 6 Milliarden beschränkt. Sollten die Aktiven der betroffenen Bank zur Deckung der gesicherten Einlagen nicht ausreichen, werden die übrigen Banken und Effektenhändler maximal CHF 6 Milliarden für die Deckung des Differenzbetrags beisteuern.

Étudier