EMP


Trung Hieu Tran
Diese Lernkarten decken Methoden und Prozesse im Produktentwicklungsprozess (PEP) auf Universitätsniveau ab. Sie behandeln verschiedene Kreativitätstechniken wie Brainstorming, Methode 635 und 8D-Methode, die zur Problemlösung und Ideenfindung eingesetzt werden. Zudem werden Tätigkeiten im PEP wie Planen, Konzipieren, Entwerfen und Ausarbeiten detailliert beschrieben, wobei der Fokus auf der Verbesserung von Problemlösungsfähigkeiten und der Effizienz von Prozessen liegt. Diese Lernkarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute in der Informatik, die ihre Fähigkeiten in der Produktentwicklung und Prozessoptimierung vertiefen möchten.
Flashcards
20
Students
2
Language
German
Category
Computer Science
Level
University
Created / Updated
23.02.2013 / 30.07.2023

Flashcards

menschliche Einflussfaktoren (auf die Umsetzung des Prozessplan)

  • implizites Vorwissen
  • individuelle Lösungsstrategien
  • Persönlichkeitsmerkmale
  • Aktuelles Befinden
  • Erfahrungen
  • Motivation
  • Persönliche Entwicklungsziele
  • Interkulturelle Einflüsse

Kreativität ist ...

... die Fähigkeit, Artefakte oder nichtdingliche Objekte zu schaffen, die sowohl neu als auch nützlich und brauchbar sind

4PU-Modell

  • Prozess
  • Person
  • Problem
  • Umwelt
  • Produkt

4PU (kreativer Prozess)

Vorbereitung:

  • Informationen sammeln

Inkubation:

  • nicht bewusste Verarbeitung von Informationen, unwillkürlichen Aktivierungen lösungsrelevanter Verbindungen

Eingebung (Heureka!):

  • zunächst noch vage und wenig ausgearbeitete Lösungsideen werden dem Bewusstsein unvorhergesehen zugänglich

Überprüfung:

  • die Lösung wird in eine überprüfbare Form gebracht, getestet und umgesetzt

4PU (Person)

Kreativität und Intelligenz werden häufig miteinander in Beziehung gesetz:

  1. Hohe Kreativität erfordert Intelligenz
  2. Hohe Intelligenz bedingt nicht zwangsweise hohe Kreativität
  • wesentlicherer Faktor für das Zustandekommen kreativer Prozesse ist die persönliche Motivation
    • Intrinsische Motivation, d. h. innere Motivation ohne äußeren Druck oder äußere Anreize, ist besonders förderlich für den kreativen Prozess (bspw. spielerisches Arbeiten)
    • Setzen externer Stimuli (finanzielle Anreize) oder Sanktionen bzw. Fristen vermindert die kreative Leistung im Vergleich zu intrinsischer Motivation

4PU (die Aufgabe bzw. das zu lösende Problem)

  • Auseinandersetzung mit Problem während Inkubation im Unterbewusstsein
  • Voraussetzung ist die Erkenntnis wo das Problem liegt
  • Problemsensibilität und -analyse
  • Redefinition des Problem zur Lösung
  • Flexibilität und Umstrukturierung, Verlassen gewohnter Denkschemata, Wechsel der Bezugssysteme und variable Verwendung von Informationen

4PU (Umwelt/Medium)

  • Umwelt kann „Bausteine“ für kreative Denkprozesse zur Verfügung stellen
  • Stimuli können helfen, Gedächtnisinhalte zu aktivieren
  • Stimulierendes Milieu und spielerische Handlungsräume wirken förderlich auf kreativen Prozess
  • Kontextwechsel / aktive Veränderung der Umwelt können kreative Prozesse stimulieren
  • menschliche Arbeitsgedächtnis ist begrenzt, es kann nur ca. 7 (+/- 2) Informationseinheiten speichern --> (off-loading) --> mehr Informationen für kreativen Prozess

4PU (Das kreative Produkt)

Kreative Produkte:

  • Artefakte oder nichtdingliche Objekte, Lösungen, neue Prozesse
  • sowohl neu als auch nützlich und brauchbar,
  • d. h. der Aufgabe angemessen
  • werden häufig als originell, überraschend und unüblich bezeichnet

Einschätzung des kreativen Wertes eines Produkts ist schwierig, kein objektives Maß

Verschiedene Bewertungsmethoden versuchen, Kreativität zu operationalisieren

  • Fragebogen Creative Product Semantic Scale
  • Test Schöpferisches Denken - Zeichnerisch

Kennzeichen von Erfahrung (Einfluss der Erfahrung auf den PEP)

  • an eine Person gebunden
  • Routinisierung: Übersetzen abstrakter Anforderungen in konkrete Anwendungskontexte
  • Entwicklung kontextuell angepasster Wahrnehmungs- und Handlungsmuster
  • Individuelles Erfassen von Anforderungen durch Umdeutung bzw. Redefinition
  • Erkennen der wichtigen Merkmale einer Aufgabe
  • Hohe Aufmerksamkeit gegenüber kritischen Ereignissen
  • Fähigkeit zur Bewältigung nicht intendierter Ereignisse

Unterschiede zwischen Anfängern und Fortgeschritten

Anänger:

  • Anfänger mit methodischer Ausbildung neigen dazu, methodisch stufenweise ablauforientiert vorzugehen
  • mehr Lösungen (divergent), benötigen mehr Zeit, können den Lösungsraum dadurch ggf. sehr gründlich abschreiten

Erfahrene:

  • teilproblemorientiert zu arbeiten --> Erfahrungsschatz, kennen eine Reihe von möglichen Teillösungen und sehen sich auch in der Lage, diese rasch einzusetzen
  • verhältnismäßig schnell zu einem konkreten Ergebnis --> Gefahr, erst zu relativ spätem Zeitpunkt Probleme (bspw. mangelnde Funktionsfähigkeit im Zusammenwirken) zu erkennen
  • ähnliche Teillösungen (was häufig nicht wirtschaftlich ist)

Tätigkeiten im PEP (Planen)

Tätigkeiten der Produktplanung:

  • Analyse der Situation und Aufstellen der Suchstrategien
  • Finden und Auswahl von Produktideen

Ideenfindung: Workshops sind wirkungsvolle Methode zur Generierung neuer Produktideen:

  • Teilnehmer: Mitarbeitern verschiedener Abteilungen, Kunden, Zulieferer

Einsatz intuitiver Methoden (kreativ)

  •  Brainstorming
  •  Kreativitätstechniken

Einsatz diskursiver Methoden (analytisch)

  • Ordnungsschemata
  • morphologischen Kasten

Wichtig:

  • Abgrenzung vom Tagesgeschäft
  • Keine Bewertung und Auswahl

Tätigkeiten im PEP (Konzipieren)

Tätigkeiten der Produktkonzeption:

  • Festlegen der Anforderungen
  • Abstrahieren zum Erkennen der wesentlichen Probleme
  • Aufstellen der Funktionsstrukturen
  • Suchen von Wirkprinzipien, Kombinieren zur Wirkstruktur
  • Auswahl und Konkretisierung von Lösungsvarianten --> Bewertung
  • Festlegen des Lösungsprinzips

Wirkprinzipien in der Produkt-Neuentwicklung:

  • Einsatz intuitiv betonter Methoden / Kreativitätstechniken (kreativ)
  • Literatur- und Patentrecherchen
  • Erfahrungen aus früheren Entwicklungen
  • Systematische Kombination von Lösungsvariaten (analytisch)

Vorgehen abhängig von:

  • Aufgabe bzw. Anteil zu lösender Problemen
  • Mentalität, Fähigkeiten, Erfahrungen des Ingenieurs
  • Vorfixierungen durch Produktplanung oder Kunden

Tätigkeiten im PEP (Entwerfen)

Tätigkeiten des Produktentwerfens:

  • Strukturierung und Grobgestaltung von Haupt- und Nebenfunktionsträgern
  • Auswahl von Entwürfen
  • Feingestaltung von Haupt- und Nebenfunktionsträgern
  • Bewerten, Optimieren, Kontrollieren
  • Auswahl eines Gesamtentwurfs
  • „Die Tätigkeit des Entwerfens enthält im Gegensatz zum Konzipieren neben kreativen viel mehr korrektive Arbeitsschritte“
  • Vorgänge der Analyse und Synthese wechseln sich dauernd ab und ergänzen sich
  • Einsatz von Gestaltungsrichtlinien und –prinzipien (bspw. Fertigungsgerecht, Montagegerecht)
  • Kreativität des Ingenieurs ist weiterhin wesentlich gefordert, richtet sich jetzt aber auf Teilprobleme und -lösungen

 

Tätigkeiten im PEP (Ausarbeiten)

Tätigkeiten der Produktausarbeitung

  • Detaillierung des endgültigen Entwurfs
  • Erarbeiten der Fertigungsunterlagen (Einzelteil-, Gruppen-, Gesamt-Zeichnungen, Stücklisten)
  • Prüfen der Fertigungsunterlagen
  • Freigabe zum Fertigen
  • Geringerer Gestaltungsspielraum als in vorherigen Phasen
  • Geprägt durch den Einsatz von CAx-Werkzeugen
  • Erfordert sorgfältigen Durchführung, da die Ausarbeitung wesentlich über die Produktqualität entscheidet

Kreativitätstechniken (frühe/späte Entwicklungsphasen)

Frühe Entwicklungsphasen:

  • Brainstorming
  • Methode 635
  • Galerie Methode
  • Delphi Methode

Späte Entwicklungsphasen (bei auftretenden
Problemen im Entwicklungsprozess)
:

  • SWAT-Teams
  • 8D-Methode

Kreativitätstechniken (Brainstorming)

Einsatzmöglichkeiten

  • keine realisierbare Lösung
  • mit bekannten vorschlägen kein vorankommen
  • völlige Trennung vom konventionellem

Durchführung:

  • ein Leiter, 5 bis 15 Personen mit möglichst unterschiedliche Erfahrung, ein oder zwei Protokollanten
  • Dauer max. 30 bis 45 Minuten

Auswertung:

  • Sichtung der Ergebnisse von Fachleuten auf lösungsträchtige Merkmale
  • Systematisieren und Ordnen
  • wenn nötig, erneut in der Gruppe diskutieren

Kreativitätstechniken (Methode 635)

Weiterentwicklung des Brainstormings

  • 6 Teilnehmer, 3 Lösungsideen, je 5 Minuten
  • Dauer 30 Minuten

Durchführung:

  • Bekanntgabe und sorgfältige Analyse der Aufgabe
  • Teilnehmer bringen jeweils drei Lösungsansätze zu Papier und erläutern sie stichwortartig
  • nach einiger Zeit werden die Unterlage an den Nachbarn weiter gegeben
  • Nachbar fügt drei weitere Lösungen hinzu oder entwickelt bestehende Lösungen weiter
  • so lange, bis alle 3 Lösungsansätze von den jeweils 5 anderen Teilnehmern ergänzt oder assoziativ weiterentwickelt wurden

Vorteile gegenüber Brainstorming:

  • tragende Idee wird systematischer ergänzt und weiterentwickelt
  • Entwicklungsvorgang kann verfolgt werden

Kreativitätstechniken (8D-Methode)

Einsatzmöglichkeiten:

  • Wenn die Ursache eines Problems unbekannt ist
  • Definiert Problemlösungsprozess und Berichtsform

Achtstufiger Prozess:

  1. Gehe das Problem im Team an
  2. Beschreibe das Problem
  3. Veranlasse temporäre Maßnahmen zur Schadensbegrenzung
  4. Ermittle die Grundursache(n), verifiziere sie
  5. Lege Abstellmaßnahme(n) fest, beweise ihre Wirksamkeit
  6. Führe Abstellmaßnahme(n) ein, kontrolliere ihre Wirkung
  7. Bestimme Maßnahmen, die Wiederauftreten des Problems verhindern
  8. Würdige Leistung und Erfolg des Teams


Vorteile:

  • Hervorheben von Teamsynergien
  • Effektiver Ansatz zum Auffinden von Grundursachen
  • Verschafft Erkenntnisse über eigenes Unternehmen/eigene Entwicklungsprozesse

Interkulturelle Einflüsse auf den Entwicklungsprozess

  • es gibt interkulturelle Unterschiede in der Herangehens- und Denkweise
  • durch international verteile Entwicklerteams können diese Unterschiede nutzbringend integriert werde
  • es entsteht aber hoher Integrations- und Abstimmungsaufwand

People Capability Maturity Model

People Capability Maturity Model (PCMM) stellt eine Methode zur
Verbesserung der Effizienz eines Unternehmens sowie dem Ausbau von
Mitarbeiterfähigkeiten dar
.

Es umfasst zehn Prinzipien:

  1. In mature organizations, workforce capability is directly related to business performance
  2. Workforce capability is a competitive issue and a source of strategic advantage
  3. Workforce capability must be defined in relation to the organization’s strategic business objectives
  4. Knowledge-intense work shifts the focus from job elements to workforce competencies
  5. Capability can be measured and improved at multiple levels, including individuals, workgroups, workforce competencies, and the organization
  6. An organization should invest in improving the capability of those workforce competencies that are critical to its core competency as a business
  7. Operational management is responsible for the capability of the workforce
  8. The improvement of workforce capability can be pursued as a process composed from proven practices and procedures
  9. The organization is responsible for providing improvement opportunities, while individuals are responsible for taking advantage of them
  10. Since technologies and organizational forms evolve rapidly, organizations must continually evolve their workforce practices and develop new workforce competencies

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