HF


S. Z.
Diese Lernkarten bieten eine grundlegende Einführung in das Trajectory-Modell von Corbin und Strauss, das sich mit der Pflege chronisch kranker Menschen beschäftigt. Sie beleuchten die Auswirkungen von Erkrankungen auf die Lebensqualität, die funktionelle Gesundheit und die sozialen Interaktionen der Betroffenen. Das Modell hilft Pflegekräften, die Lebensqualität von Patienten zu verbessern, indem es die verschiedenen Phasen und Folgen chronischer Krankheiten berücksichtigt. Besonders nützlich ist es für Pflegende, die sich mit der langfristigen Betreuung und Unterstützung von Menschen mit chronischen Erkrankungen befassen.
Karten
19
Lernende
23
Sprache
Deutsch
Kategorie
Pflege
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
25.02.2014 / 31.10.2025

Lernkarten

Handycap

Soziale Beeinträchtigung der Alltagsbewältigung, Arbeit und Freizeit

Impairment

Bezeichnet ein Gebrechen/Schaden => z.B. keine Beine haben

Disability

Körperliche Behinderung/Unfähigkeit

Chronische Krankheit:

  • die entweder Ergebnis eines länger andauernden Prozesses degenerativer Veränderung somatischer oder psychischer Zustände sind
  • oder die dauernde somatische oder psychische Schäden oder Behinderung zu Folge haben.
  • Heilt eine Krankheit nicht aus oder kann die Krankheitsursache nicht beseitigt werden, kommt es zur Chronifizierung.

Folgen einer chronischen Krankheit:

  • Veränderung des Selbstkonzepts
  • Veränderung der Körperintegrität => KP-Bild-Störung
  • Reduziertes Wohlbefinden
  • Verlust resp. Beeinträchtigung der Kontrolle über das eigene Leben
  • Störung des emotionalen Gleichgewichts
  • Verunsicherung hinsichtlich sozialer Rollen und Aufgaben
  • Bedrohung des eigenen Lebens
  • Verlust des Selbstwertes
  • Sich auf den Körper nicht mehr verlassen können

Das Trajekt-Modell

  • ein Pflegemodell
  • Berücksichtigt die Situation chronisch kranker Menschen
  • Wurde in USA von Krankenschwester und Pflegewissenschaftlerin Juliet Corbin und dem Soziologen Anselm Strauss entwickelt („Corbin-Strauss-Modell“)
  • Es stützt sich in seiner Anwendung auf empirische Forschungen, welche im Sinne der Grounded Theory durchgeführt wurden.
  • In diesen Forschungsprojekten wurden u.a. die berufliche Praxis von PP und ihre Erfahrungen bei der Pflege von Pat. mit unterschiedlichen chron. Erkrankungen beobachtet.
  • Später wurde die praktische Anwendung des Modells bei diesen Pat. (z.B. Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, HIV/AIDS, DM, MS usw.) untersucht. 

Trajectory Modell => Pflegeprozess

  • trajectory = Flugbahn (engl.)
  • verbindlicht somit den Verlauf einer chronischen Erkrankung in ihren unterschiedlichen Stadien und Phasen.
  • ein ganzheitliches, fallbegleitendes Bezugspersonensysten
  • berücksichtigt, bei chronischen und sehr schweren Krankheitsverläufen prioritär die Biografie des Betroffenen und sein soziales Umfeld.

Pflegemodelle, welche dazu passen könnten:

  • Roper
  • Caplan => Krise
  • Geno/Ökogramm => Calgary
  • Peplau
  • Kohärenzsinn
  • Friedemann
  • Käppeli
  • Orem

Grounded Theory

  • Ist ein sozialwissenschaftlicher Ansatz zur systematischen Auswertung v.a. qualitativer Daten mit dem Ziel der Theoriegenerierung.
  • Ziel ist es, eine realitätsnahe Theorie zu entwickeln, und insofern die Theorie-Praxis-Diskrepanz zu mindern
  • Es sollen soziale Phänomene, d.h. Erscheinungsformen menschlicher Verhaltensweisen sichtbar gemacht werden.

Sozialforschung:

  • Qualitativ
    • Fragt nach dem Wie, Warum?
    • Besteht aus Beobachtungen, Interview
  • Quantitativ
    • Fragt nach der Menge/Zahl/Fakten

 

Lebensstandard:

Def

  • Materielle Lebensgrundlagen einer Person, eines oder auch einer ganzen Gesellschaft.
  • Einkommen, Vermögen und Güterausstattung direkt in finanziellen Grössen.
  • Aber auch Arbeits- und Wohnbedingungen, soziale Beziehungen

Lebensqualität:

def

  • Mehrdimensionalität der für das menschliche Wohlbefinden bedeutsamen Lebensbedingungen
  • z.B. gesellschaftliche Partizipationsangebote, soziale Integration, soziale Sicherheit und Möglichkeiten der Selbstverwirklichung.
  • Unterliegt immer einer subjektiven, vom Individuum ausgehenden Bewertung

Lebensstyl:

def

  • Bezieht sich aufs eigene Dazutun, auf die eigenverantwortliche, an differenzierten Wertmassstäben und Lebenszielen ausgerichtete Lebensführung, Optimierung von Lebensqualität.
  • Hier wird zudem das wesensgemässe Leben des Menschen betont.

Charakteristika chronischer Erkrankung:

  • Ursache oft nicht bekannt = idiopatisch, meist vielfältige Gründe
  • Unvorhersagbarkeit des Krankheitsverlaufes, oft nicht völlig umkehrbar – meist keine Heilung => Traject => Verlaufskurfe
  • Dauerhafte Abhängigkeit vom medizinischen Spezialisten (Psychiater, behandelter Facharzt)
  • Fehlen einer ursächlich angesetzten Therapie
  • Vielfältige Auswirkungen und Verluste in persönlicher und sozialer Hinsicht

Aufgaben und Ziele der Behandlung bei chron. kranken Pat.

  • Angemessene medizinische Diagnostik und Therapie
  • Patientengerechte Informationen
  • Hilfe beim Ausgleich ausgefallener Funktionen als Folge der Erkrankung oder im Gebrauch von Hilfsmitteln
  • Hilfe bei der Bewältigung seelischer Auswirkungen der Erkrankung
  • Anleitung zur Umstellung risikoträchtiger Verhaltensweisen

Häufige Folgen einer (chron.) Erkrankung:

  • Emotionale Probleme, u.a. Depressionen. Ängste
  • Psychosomatische Reaktionen u.a. Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit
  • Partnerschaftliche/familiäre Auswirkungen u.a. Kommunikationsprobleme, Beeinträchtigung der sexuellen Beziehung
  • Einschränkungen in Beruf und Freizeit u.a. Vorzeitige Berentung, Leistungsverminderung, Vorbehalte von Kollegen und Vorgesetzten
  • Probleme mit der med. Behandlung/dem Personal u.a. von den ärztlichen Empfehlungen, Gewöhnung an medizinischen Einrichtung

Funktionale Gesundheit:

Eine Person ist funktional gesund, wenn – vor ihrem gesamten Lebenshintergrund:

  • Ihre Körperlichen Funktionen und Körperstrukturen allg. anerkannten Normen entsprechen
  • Sich nach Art und Umfang das tut oder tun kann, wie es von einem Menschen ohne Gesundheitsprobleme erwartet wird (Aktivitäten)
  • Sie ihr Dasein in allen Lebensbereichen, die ihr wichtig sind, in der Art und in dem Umfang entfalten kann, wie es von einem Menschen ohne Schädigung der Körperfunktionen/-Strukturen und Aktivitätseinschränkungen erwartet wird (Teilhabe)

Dimensionen der Lebensqualität

  • Körperlicher Status
  • Funktionaler Status (Selbstversorgung, Mobilität, physische Aktivität, sexuelle Aktivität, Erfüllung sozialer Rollen, beruflicher Status)
  • Psychischer Status (Lebenszufriedenheit, Zukunftserwartungen, Angst, Depressionen)
  • Soziale Interaktion (familiäre Beziehungen, soziale Unterstützungen, Freizeit)

Traject Modell

5 Schritte

  1.  Assessement, Probleme, Caregiver, Erwartungen Ziele
  2. Beeinflussbarkeit von Faktoren resp. Interventionen
  3. Interventionen gemeinsam defiieren
  4. Aktuell und Flexibel Interventionen umsetzen
  5. Evaluation der Effektivität

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