1B Wund- und Frakturheilung

Lernkarten sowie MC-Fragen zur Wund- und Frakturheilung.

Lernkarten sowie MC-Fragen zur Wund- und Frakturheilung.


S. H.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über die Diagnostik, Pathophysiologie und Therapie von Wunden und Frakturen. Sie behandeln Themen wie Wundheilung, Infektionen, Narbenbildung und Notfallmaßnahmen, einschließlich Spülung, Debridement und Tetanusschutz. Besonders nützlich sind sie für Medizinstudenten und Fachkräfte, die ihr Wissen in der Wund- und Frakturversorgung vertiefen möchten.
Flashcards
12
Students
4
Language
German
Category
Medical
Level
Other
Created / Updated
18.01.2016 / 06.02.2023

Flashcards

Welcher Faktor ist für die Zugfähigkeit einer 4 Wochen alten Narbe maßgeblich?

Die Reißfähigkeit einer nicht genähten Wunde ist 3 Tage nach der Verletzung abhängig von der 

Sie beurteilen eine schmutzige, mehrere Tage alte traumatische Wunde am rechten Unterschenkel bei einem ca. 25-jährigen drogenabhängigen Mann in etwas reduziertem Allgemeinzustand. Was ist die effektivste Maßnahme, um eine fortschreitende Infektion zu verhüten?

Ein 6 Tage altes Granulationsgewebe enthält...

Sie haben eine kontaminierte Wunde chirurgisch zu versorgen. Was erreichen Sie mit dem verzögerten Wundverschluss im Vergleich zur primären Wundnaht?

Sudecksche Dystrophie

(Diagnostik)

Folgeerkrankung nach lang dauernder Immobilisation/Entlastung

  1. Akutphase: 0-3 Monate; diffuser Belastungs- und Ruheschmerz, Schwellung, Ödem, Überwärmung, Hyper- oder Hypohydrosis, diffuse Entkalkungen
  2. Intermediärphase: 3-12 Monate; anhaltender Schmerz, trockene Haut, Muskelatrophie, eingeschränkte Beweglichkeit, Hyperhydrosis, zunehmende Entkalkungen
  3. Endstadium: > 1 Jahr; Atrophie, Schmerzrückgang, Kontrakturen, Kraftlosigkeit

Therapie: symptomatisch zur Durchblutungsverbesserung, Schmerzlinderung und Funktionserhalt (Antiphlogistika, Sympathikusblockade, Psychopharmaka, Physiotherapie)

Pseudarthrose

(Pathophysiologie, Diagnostik, Behandlung)

= nach 6 Monaten weder klinisch noch radiologisch verheilte Fraktur

Ursachen: ungenügende Blutversorgung, mangelnder Kontakt der Fragmente, inital schweres Weichteiltrauma, mechanische Unruhe in der Frakturregion, Infekt, systemische Ursachen (Diabetes, pAVK, Steroide, Zytostatika, Radiatio)

  1. Hypertrophe vitale aktive Pseudarthrose: vermehrte Bildung von Faserknorpel ohne sekundäre Verknöcherung
  2. Atrophe avitale Pseudarthrose: verminderte Durchblutung der Fragmente v.a. bei mechanischer Unruhe

Symptomatik: Belastungsschmerz, Instabilität, zunehmende Deformität, Schonhaltung, Kraftlosigkeit

Diagnostik: Röntgen, CT, Szintigraphie, MRT

Therapie: suffiziente Stabilisierung, Entfernung von avitalen Knochenteilen, Wiederaufbau mit Spongiosa-Knochen-Transplantation > insgesamt schwierig!

Narbenhernie

(Pathophysiologie, Diagnostik, Therapie, Notfallmaßnahmen)

Bauchwandbruch nach operativem Faszienverschluss im Bereich der Narbe (4-20% Inzidenz)

  1. Endogene Faktoren: Adipositas (BMI > 25), Kachexie, Anämie (< 100 g/l), Nikotinkonsum, Steroidtherapie, Kollagenstoffwechselerkrankungen, Rezidiveingriffe
  2. Exogene Faktoren: chirurgische Technik, Schnittführung, Nahttechnik, Wundhämatome, postoperativer Wundinfekt

Therapie: chirurgische Versorgung durch Netzeinlage zur Vermeidung von monströsen Hernien und Inkarzeration (Sublay-Technik: Netz zwischen Transversalisfaszie und Peritoneum, Onlay-Technik: Netz auf das vordere Blatt der Rektusfaszie)

Inkarzeration als Notfall: wenn spontane Reposition sowie Reposition unter entsprechender Analgesie nicht binnen weniger Stunden möglich > sofortige chirurgische Exploration

Wunde

(Pathophysiologie, Diagnostik, Therapie, Notfallmaßnahmen)

Durchtrennung oder Schädigung der Haut

  1. Mechanische Wunde: Schnitt, Stich, Biss, Schuss, Verbrennung, Verätzung, Erfrierung
  2. Thermische Wunde
  3. Chemische Wunde
  4. Aktinische/radiogene Wunde

Morphologie: Platzwunde, Risswunde, Schürfwunde, Quetschwunde, Defektwunde, Ablederungswunde

Wundheilung per primam intentionem: Adaptation der Wundränder durch primäre Naht

Wundheilung per secundam intentionem: Ausbildung einer breiten Narbe über den Zwischenschritt der Bildung von Granulationsgewebe 

  1. Granulation: festes, hellrotes Gewebe mit hoher Gefäßdichte, leicht blutend, Barriere gegen Keime
  2. Epithelialisierung: Keratinozyten wandern vom Wundrand ein
  3. Wundkontraktion: Wundverschluss um 50-90%

Phasen der Wundheilung:

  1. Exsudation: erste Stunden
  2. Resorption: 1.-10. Tag
  3. Proliferation: 3.-24. Tag
  4. Reparation: 24.Tag - 1 Jahr

Saubere Wunden: Spülung, Exploration, Fremdkörperentfernung, ggf. Wundrandexzision und Primärnaht binnen 6-8h, Tetanusschutz!

Verschmutzte Wunden: Spülung, Einlage Fettgaze (Jelonet) und feuchte Kompressen, Ruhigstellung, täglicher Verbandwechsel, ggf. sekundärer Wundverschluss, Tetanusschutz!

Tierbiss: kein Primärverschluss, Tollwut und Tetanusschutz!

Wundinfektion

(Pathophysiologie, Diagnostik, Therapie, Notfallmaßnahmen)

bakterielle Kontamination mit Missverhältnis zwischen Abwehrfunktion und Pathogenität des Erregers

  1. Endogene Erreger: am Patienten selbst vorhanden (Hautflora, Nase, Darm)
  2. Exogene Erreger: Haut/Nase/Hände/Haare des Personals

Symptome: Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz, Wundheilungsstörung, Sekrektion, Spannungsblasen

Diagnostik: Temperatur, Entzündungsparameter, Abstrich, Bildgebung

Abszess

(Diagnostik, Therapie)

eitrige Gewebeeinschmelzung mit Eiteransammlung, umgeben durch Granulationsgewebe/Abszessmembran, mit den Kardinalsymptomen der Entzündung (ausserdem charakteristisch: pH-Wert < 6, Überdruck)

Therapie: Inzision ("ubi pus ibi evacua"), Eiterentleerung und Drainage, Spülung der Abszesshöhle

Débridement

(Diagnostik, Therapie)

Wundausschneidung nach Friedrich: innerhalb von 6-8h nach Trauma

Wundtoilette nach Lexer (Débridement): sparsame chirurgische Säuberung, Glättung der Wundränder, Entfernung von Nekrosen

Vermeidung von Wundtaschen, Gewebespannungen und Fremdkörpern, Austrocknung der Wunde, langer Operationsdauer und unzureichender Blutstillung, Saugdrainagen bei erwarteter Nachblutung

Die provozierte Blutung sorgt für Ablagerung von Thrombozyten und wundheilungsfördernden Zytokinen im Wundbereich. Meist ist eine Schmerzpropyhlaxe (lokal anästhesierende Salbe, Lokalanästhesie) erforderlich.

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