Chemie

BFM 14G - Reinigungskunde 1 Desinfektion / Reinigungshygiene

BFM 14G - Reinigungskunde 1 Desinfektion / Reinigungshygiene


S. S.
Diese Lernkarten decken die Grundlagen der chemischen Reinigung und Desinfektion auf Universitätsniveau ab. Sie konzentrieren sich auf die Klassifizierung von Reinigungsmitteln, deren Anwendung und Dosierung, sowie die Vermeidung von Keimverschleppung und Hygienemaßnahmen. Besonders relevant für Studierende und Fachkräfte in der Hygiene, die sich mit der Reinigung von Oberflächen und der Desinfektion in verschiedenen Umgebungen beschäftigen.
Flashcards
14
Students
29
Language
German
Category
Chemistry
Level
University
Created / Updated
08.02.2015 / 03.04.2025

Flashcards

Hygienepyramide

  1. hohes Hygienerisiko - Desinfektion nötig und erforderlich (OP-Saal)
  2. mittleres Hygienerisiko - sorgfältige Reinigung (Schmutzwäschezone im Spital)
  3. geringes Hygienerisiko - Reinigung genügt (Büroräume)

Warum ist die Hygiene so wichtig?

Keimverhinderung und Keimverschleppung verhindern.

Begriffe Reinigung!

Reinigung: Entfernung von Schmutz / Ziel: Optisch Sauber - verschiedene Methoden

Desinfektion: Abtötung oder Inaktivierung krankmachender Mikrooganismen

Sanitation: Reinigung + Reduktion der Mikroorganismen (für Reinigung mit höheren hygienischen Ansprüchen)

 

Gruppe der Mikroorganismen

Bakterien: 

  • Nützliche, schädliche und indifferente Arten (Jogurt, Käse, Essig / Erreger Cholera usw.)
  • Vermehrung durch Zellteilung
  • Feuchtigkeit, Wärme, Nahrung, Dunkelheit fördern das Wachstum je nach Bakterium unterschiedlich
  • Vermehrung ist sehr rasch, alle 20 min (Cholera, Tuberkolose, Salmonellose usw.)

Vieren:

  • sind immer schädlich
  • brauchen lebende Zellen
  • (Grippeerreger, Norovierus, Kinderlähmung usw.)

Pilze:

  • Pflanzenartig, Kleinslebewesen (ohne Photosynthese)
  • Nützliche und schädliche Arten
  • Nahrungsmittel / Hautpilze, Schimmelpilze usw.
  • Vermehrung durch Sporenbildung

Protozoen:

  • Einzeller tierartige Lebewesen
  • Vermehrung oft über einen Wirt

Mikroorganismen:

  • Apathoge = nützlich
  • Pathogen = schädlich
  • Indifferent = je nach Umgebung Schädliche oder Nützliche

Nachweis:

  • mit Auge sichtbar
  • Abklaschverfahren
  • Lichtmessung

 

 

Desinfektion im Spitalbereich

Unterschieden wird:

  • Wäschedesinfektion
  • Fläschendesinfektion
  • Instrumentendesinfektion
  • Händedesinfektion

Was steht am Anfang bei der Desinfektion oder Reinigung?

  • Mikroogranismen beeinflussen die Reinigung und deren Massnahmen, um die Verbreitung von Krankheiten zu vermeiden oder verhindern
  • gute RG vermindert die Anzahlt von Mikroorganismen
  • Desinfektion nur wo nötig ist

Desinfektion

  • Desinfektionswirkstoffe - und Verfahren sind chemisch oder physikalischer Art

D.-Behandlungsmittel:

  • DM werden zur Abtötung von eimen eingesetzt

Unterscheidet sich zwischen:

  • Desinfektionsmittel
  • Desinfektionsreiniger
  • Desinfektionswischpflegemittel

Desinfektionswirkstoffe:

  • Alkohle
  • QAV / Quats
  • Aldehyde
  • Sauerstoffspalter
  • Säure / Lauge
  • Chlor

 

 

Wirkung von Desinfektionsmittel / Was heisst?

  • Bakterizid = (wirkt gegen Bakterien)
  • Fungizid = (gegen Pilze)
  • Tuberkulozid = (gegen Tuberkulosebakterien)
  • Viruzid = (gegen Viren)

Desinfektionsfehler

Seifenfehler:

  • Reaktion des RM mit DR

Eiweisfehler:

  • Reaktion des DM mit Eiweiss, od. Schmutz statt mit Mikroorganismen (DM wird unwirksam)

Wahl der Mittel / Dosierung / Anwendung usw.

Wahl:

  • je nach  Einsatzgebiet
  • nebst DM sind auch DM-Reiniger auf den Mark (für leichte Verschmutzung)
  • Gesetzliche Vorschriften sind einzuhalten

Dosierung:

  • Dosierung sind am wichtigsten um Fehler zuvermeiden
  • gute Schulung und Infrastruktur (Dosieranlage) ist unumgänglich

Anwendung:

  • Hygienekommission bestimmt welches Mittel,welche Konzentration, wann, wo und wie eingesetzt wird
  • DM nie mit RM mischen
  • bei aldehydhaltige DR nur mit kalten Wasser arbeiten
  • mit Handschuhe arbeiten / tragen

Menge:

  • eine saubere, trockne Fläsche / Oberfläche
  • genügend Flüssigkeit aufbringen (Scheuer, Sprüh od. Tauchdesinfektion)
  • Fläche muss vollständig benetzt sein!

Einwirken:

  • gemäss vom Hersteller 
  • Desinfektion ist abgeschlossen, wenn Fläche trocken ist
  • unterschiedliche Einwirkzeit z.B. von 30 sek. bis mehrere Stunden

MA-Schulung:

  • regelmässige Schulung um die Anwendung mit dem DM korrekt umzusetzten oder umzugehen

Grundregeln Desinfektion:

  • gute Reinigung ist das wichtigste als Desinfektion
  • Desinfektionseinsatz gründlich abklären (Hygieneverantwortlichen)
  • bei starken Schmutz erst reinigen, dann desinfizieren
  • Keimverschleppung verhindern

RG / Hygiene in der Praxis

Wichtige Vorgaben und Massnahmen:

  • saubere, nicht kontaminierte, frische Wasserflotte
  • saubere Maschinen, Geräte und Verbrauchsmaterial, um Keimverschleppung vorzubeugen, seperate Geräte für Risikobereich
  • saubere, gesunde und hygienebewusste MA
  • reinigen mit Handschuhe, achten auf persönliche Hygiene und saubere Arbeitskleidung
  • optimale Wahl der Oberflächenmaterialien: möglichst porenfrei, homogen und wenig strukturiert

Ziel HY-Reinigung:

  • Hygienische Reinigung ist erreicht, wenn die Keimzahl auf gereinigter Oberfläche herheblich gesenkt oder sogar vollständig entfernt wurde und keine Keimverschleppung durch Reinigungsarbeit erfolgt ist. (80 - 90%)

Keimverschleppung

  • Staubaufwirbelung vermeiden
  • keimarme Reinigungslösung achten (RL erst vor Gebrauch mischen, LS oft wechseln)
  • auf hygienisch saubere RT achten 
  • Texilien oft wechseln, RT täglich in die Wäscherei, Farbsystem zuteilen
  • gute Wartung der RM und RG

Ein- und Mehrwegsystem

Einwegsystem:

  • alle Reinigungstexilien werden nur 1x benutzt
  • wenn Fläche fertig oder die Kapazität verbraucht, dann wechseln
  • gebrauchte RT werden entsorgt
  • staubbindendes Wischen (Feuchtwischen) speziell ausgerüstete Vliestücher auf Staubwischgerät
  • für RG über Boden (Möbel, Türen, Installationen) fertig benetzt abgepackte Tücher

Mehrwegsysteme:

  • RT 1x einsetzen, für den Raum 
  • wenn fertig oder erschöpft dann ersetzen
  • schmutzige RT in Wäschesäcke auf RW sammeln
  • gebrauchte RT in die Wäscherei geben 
  • Vorgetränkte Moppbezüge nur solange einsetzen wie die Kapazität verbraucht ist
  • RT nicht in einen anderen Raum einsetzen
  • Keimverschleppung vermeiden

Gliederung Reinigungsmittel

lassen sich in verschiedenen Gesichtspunkten gliedern:

  • Anwendungsmethode (z.B. Sprayreinigung)
  • nach zu reinigenden Belägen (z.B. glatte Bodenbeläge)
  • nach Reinigungsart (z.B. Grundreinigung)
  • nach der Zusammensetzung (z.B. ph-Wert, Inhaltsstoffe)

Aufbau der Gruppen:

  • Neutrale RG
  • sind RM, die dem Wasser in geringer Mengen zugegeben werden und in der Verdünnung einen ph-Wert zwischen 5-9 haben (neutral bis schwach sauer resp. alkalisch)
  • Saure RG
  • enthalten als Hauptwirkstoff Säuren und werden zur Entfernung on mineralischen Ablagerungen (Kalk) in unterschiedlichen Dosierungen eingestetzt. Entsprechend der Säureart und -menge variiert der ph-Wert zwischen 1 bis etwa 5
  • Alkaische RG
  • in alkalischen Mitteln sind Alkalien (Laugen) enthalten. Sie dienen zum Aufbrechen und Lösen von hartnäckigen Verschmutzungen, wie tierischen und pflanzlichen Fetten, Eiweisen sowie zur Entfernung von alten Pflegemittel auf Dispersionsbasis. ph-Wert zwischen 9 - 14
  • Lösungsmittelreiniger
  • sind Produkte in denen das Lösungsmittel die entscheidende Rolle spielt. Dabei werden organische LM wie Terpentinersatz, Alkohole und ähnliche LM verwendet.  werden unverdünnt oder verdünnt verwendet.
  • Spezialreiniger
  • sie lassen sich keiner anderen Gruppe zuordnen

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