Bussysteme
Allgemein
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Flashcards
Bussysteme im KFZ (Überblick)
High Speed CAN
- Echtzeitanwendung
- Anwendung im Antriebsstrang
- Datenrate ist nicht hoch
- Anforderungen
- Periodisches Senden mit hoher Frequenz (Motordrehzahl)
- kurze Latenzzeit (Antwortzeit)
- hohe Zuverlässigkeit
Low Speed CAN
- niedrige Wiederholfrequenz
- Anwendung für Sitzmotoren, Lampen, Fenstermotoren, Wischer
- Ziel: Kabelbaum minimieren
MOST (Media Oriented System Transport)
- Anwendung: Navigation, Unterhaltung, Telefon
- hoher Datendurchsatz
- Anforderungen bzg. Latanzzeit und Zuverlässigkeit geringer als bsp. High Speed CAN
Reflexion
- partielle DGL beschreibt Welle von Leitungsanfang zum Leitungsende und eine die sich in umgekehrte Richtung bewegt
- Verzweigungen, Beschädigungen, Verbraucher am Ende des Kabels bewirken Veränderungen der elektrischen Eigenschaft des Kabels
- ein Teil der Energie wird an diesen Störstellen reflektiert und läuft als Echo zurück
- Reflexionsfaktor: r = UT/U0
- wichtige Kenngröße: Wellenwiderstand Z (Leitungsimpedanz)
Nur wenn die Leitung am Ende angepasst angeschlossen wird, werden Reflexionen vollständig vermieden --> Dies ist wichtig für Datenübertragung, da das reflektierte Signal das gesendete logische Signal überlagern würde
Kommunikationsformen
- Point-to-Point: Ein Sender - Ein Empfänger
- Voll Duplex: 1 Paar unidirektionale Leitungen --> gleichzeitig Senden und Empfangen
- Halb Duplex: 1 bidirektionale Leitung --> nur abwechselnd senden und empfangen (Standard im KFZ)
- Broadcast: Ein Sender - potenziell viele Empfänger (KFZ)
- Multicast: Ein Sender - tatsächlich viele Empfänger (KFZ)
Bus
Gemeinsames Medium zur Datenübertragung zwischen mehreren Teilnehmern
Anwendungen:
- Lokale Busse
- Backplane Busse
- Feldbusse (KFZ)
Parallel:
- kein Zeitverlust durch Umsetzung
- einzelne Leitungen können zu Kontrollzwecken hinzugefügt werden --> kürzere Reaktionszeiten
- weite Verbreitung als sog. Backplane Busse
Seriell:
- geringere Kabelkosten, längere Kabel möglich (KFZ)
- geringere Leiterplattenfläche
- im KFZ als Feldbus eingesetzt
Protokoll
definiert ein vollständiges und eindeutiges Regelwerk für die Kommunikation von mind. 2 Teilnehmer
Angaben:
- Syntax (Vorgabe der Zeichen und Wortlängen)
- Semantik (richtige Verwendung syntaktisch korrekter Konstrukte)
- Pragmatik (Wissen)
- Zeitvorgabe
Schichtenmodell von Bussystemen
Botschaft: besteht nicht nur aus Nutzdaten, sondern auch
- Vorspann Header
- Adressinformation (Sender und Empfänger)
- Anzahl der zu übertragenden Bytes
- Art der zu übertragenden Daten
- Ende Trailer
- Fehlerprüfung und Korrektur
Botschaften können
- gerätebasiert (Teilnehmer)
- inhaltsbasiert (Botschaftskennung) adressiert werden
Bitcodierung - asynchrone Übertragung
NRZ-Codierung
- jedes Bit hat ein Logikpegel
- wenn mehrere gleiche Bits übertragen werden, erscheint auf dem Bus ein entsprechend langer gleichbleibender Pegel
RZ-Codierung
- Pegelwechsel bei Übertragung von High-Bit
- wenn mehrere High-Bits übertragen werden, kann Empfänger sich synchronisieren
- bei mehreren Low-Bits besteht die Möglichkeit nicht
Manchester-Codierung
- immer Möglichkeit der Synchronisation
- High Bit = Pegelwandel von High auf Low
- Low Bit = Pegelwandel von Low auf High
Bitstuffing
- zur Synchronisation aller Teilnehmer werden nach 5 gleichen Bits ein komplementäres Bit eingefügt
- ermöglicht hohe Transportkapazität bei ausreichender Synchronisierungsfähigkeit
- im günstigsten Fall keine Stuffbits
- im ungünstigsten Fall haben nicht alle Bits den gleichen Pegel, sondern nach den ersten gleichen 5 Bits folgen immer 4 komplementäre Bits (Verhältnis Nutzbits und Stuffbits 4:1)
Kommunikations- und Protokollprinzipien
Client-Server-Modell vs. Producer-Consumer-Modell
- 1-to-1 Kommunikation
- Multicast- oder Broadcastverfahren (Anforderung wird an alle gesendet)
Teilnehmerorientiertes Protokoll
- Nachrichten enthalten eindeutige Identifikation der am Transfer beteiligten Teilnehmer (Adresse des Teilnehmers)
Nachrichtenorientiertes Protokoll
- durch Kennung (Identifier) eindeutig identifiziert
- Sendeziel nicht definiert
- Jeder Busteilnehmer entscheidet selbst über Verwendung der Botschaft
Bustopologien
- Stern-Topologie
- Teilnehmer sind nicht an allen Transfer beteiligt
- nach Ausfall Master keine Kommunikation mehr möglich
- hoher Kabelaufwand
- Kassensysteme, Bürokommunikation
- Ringtopologie
- geringer Aufwand bei Verkabelung
- Ausfall eines Teilnehmers sorgt für Systemausfall
- hoher Datenverkehr --> hohe Latenzzeit
- im Automobil als MOST-Bus
- vollständige Vermaschung
- höchster Grad an Sicherheit bei Ausfall
- geringer Datenverkehr
- hoher Verkabelungsaufwand (bei Anschluss weiterer Teilnehmer)
- Lineare Bustopologie
- Anwendung bei CAN-Bus
- Verkabelungsaufwand gering
- neue Teilnehmer einfach zu implementieren
- Ausfall eines Teilnehmer hat keine Auswirkung auf System
- Ausfall des Übertragungsmediums sorgt für Totalausfall
Buskopplung
Transceiver
- Umsetzung der Bussignale auf die steuergeräteinternen Spannungspegel für Sendesignale (Transmitter) und die Empfangssignale
- Bustreiber, Leitungstreiber, physikalisches Businterface
Repeater
- Signalverstärker zwischen Leitungsabschnitten
- erlaubt längere Leitungen --> längere Signallaufzeiten
Gateway
- Kopplung mehrerer Bussysteme mit Adress-, Geschwindigkeits- oder Protokollwandlung
- CAN-Botschaften auf LIN-Bus
Bridge
- Speicherung und zeitverschobene Übertragung
Deterministisch
zentral gesteuert: Master-Slave-Verfahren
- ein zentraler Busteilnehmer (M) ruft zyklisch alle anderen Teilnehmer (Ti) auf und kontrolliert so den Bus
dezentral gesteuert: Token-Passing
- Sendeberechtigung (Token) läuft reirum
- Weitergabe wenn Sendezeit abgelaufen oder keine weiteren Daten mehr vorhanden
- die Weitergabe des Token muss überwacht werden --> aufwändig und keine Verwendung im KFZ
dezentral (zeit-)gesteuert: TDMA Time-Devision-Multiple Access
- jedes Steuergerät erhält ein bestimmtes periodisches Zeitfenster zum Senden
- bei mehr oder wichtigere Datenmengen erhalten sie längere Zeitfenster oder mehrere Fenster in kürzeren Zeitabständen
Zufällig
nicht kollisionsfrei: CSMA/CD Carrier Sense Multiple Access Collision Detect
- jedes Steuergerät kann zu beliebiger Zeit auf Bus zugreifen
- bei gleichzeitigem Zugriff mehrerer werden elektrische Signale verfälscht
- Steuergerät überwacht Signale auf Bus zur Fehlererkennung --> bei Kollision stellen Steuergeräte Übertragung ein und versuchen es später
kollisionsfrei: CSMA/CA Carrier Sense Multiple Access Collision Avoidance
- Botschaft mit höchster Priorität "gewinnt" --> kollisionsfrei übertragen (kodierte Priorität)
- Teilnehmer mit niederer Priorität stellen Senden ein
- annähernd deterministische Übertragungseigenschaften
Zyklisches Blocksicherungsverfahren: CRC - Cyclic Redundancy Check
eine zu sichernde Botschaft wird als Polynom aufgefasst und durch ein festgelegtes Generatorpolynom dividiert (Modulo-2-Division), der Rest der Division wird als Prüfsequenz zusätzlich dem Empfänger übertragen
Vorgehensweise
- Es soll das Binärwort M übertragen werden
- Das Binärwort M wird um ein weiteres Binärwort F mit der Länge n erweitert. Es entsteht ein neues Binärwort T
- Ein Generatorpolynom p der Länge n ist fest vorgegeben und sowohl dem Sender als auch dem Empfänger bekannt
- Der Sender wählt das Binärwort F so, dass bei der Teilung von T durch das Generatorpolynom der Rest null entsteht
- Der Empfänger führt die gleiche Operation aus und geht bei einem Rest von null von einer fehlerfreien Datenübertragung aus