BMA Therapien Akute Leukämie
Hämatologie Akute Leukämien Phase 4
Hämatologie Akute Leukämien Phase 4
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Cartes-fiches
Ziel Therapie der akuten Leukämien?
möglichst vollständige Vernichtung der leukämischen Zellen und ein Wiederaufbau der normalen Hämostase
Behandlungsphasen akute Leukämien:
- Induktionstherapie
- Postremissionstherapie
Induktionstherapie =
rasche Reduktion der Leukämiezellen, aber gleichzeitig kann sich die normale Hämatopoese dazwischen erholen (verschiedene Zyklen)
Postremissionstherapie=
um eine Verlängerung der Remission zu erreichen, versucht man die restlichen NKZ zu vernichten
komplette Remission =
Rückbildung der leukämischen Zellen und eine Normalisierung der Knochenmarkfunktion;
Lc über 1,5G/l
Tc über 100G/l
NKZ im KM bei Zellularität von mind. 20% unter 5% liegen
Therapie der akuten Leukämien richtet sich nach folgenden Schwerpunkten:
- Chemotherapie
- Strahlentherpie
- Immuntherapie
- Knochenmarktransplantation
- Periphere Stammzelltransplantation
- Substitutionstherapie
- Antibiotikatherapie
- Anti virale Therapie
- Psychologische Betreuung
schwere Nebenwirkungen der Zytostatika:
- Cushing-Syndrom
- Neurotoxität
- Haarausfall
- Knochenmarkdepression
- Durchfall
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Allergische Reaktionen
- Schock
- Blutungsneigung
- Infektanfälligkeit
Wieso kommt es unter Zytostatika-Therapie zu megablastären Veränderungen?
Zytostatika sind Vitamin-B12- und Folsäure-Antagonisten
Was bewirken Zytostatika?
greifen in den Generationszyklus der Tumorzellen ein und unterbinden die weitere Proliferation
Wie versucht man grösstmöglichst die gesunden Zellen zu schonen unter Zytostatika?
Kombination von verschiedenen Zytostatika (+verhindert Resistenzen)
KM + Blutbild während Induktionstherapie:
- Entleerung KM = auch Reduktion der gesunden Zellen -> aplastische Anämie
- Anämie im peripheren Blut
- Leukopenie & Thrombopenie
Achtung Infekte !
Nach Remissionseintritt nach der Induktionstherapie -> Konsolidierungstherapie + Erhaltungstherapie:
Erhaltungstherapie wird 2-3 Jahre durchgeführt; Medikamente niedriger konzentriert
Knochenmakr unter Chemotherapie:
NKZ verschwinden mehr oder weniger rasch -> aplastisches Mark
Hämatopoese erholt sich mit der Zeit; zuerst Erythropoese, dann die Granulopoese und am Schluss die Thrombopoese
Häufige Komplikation Strahlentherapie - Meningosis leucaemica:
Zytostatika können Bluthirnschranke nicht in genügend hoher Konzentration überschreiten, um im Bereich des ZNS das Wachstum von leukämischen Zellen zu verhindern; NKZ bleiben im ZNS und wandern später wieder ins KM -> Rezidiv
Wie versucht man eine Meningosis leucaemica zu verhindern?
Zytostatikagabe intrathekal oder eine Kombi von Zytostatika + Strahlentherapie
Wann sind die Zellen am empfindlichsten auf die Strahlentherpie?
während G1- und G2-Phase und der Mitose
Wann kommt eine Knochenmarktransplantation in Frage:
nach Erreichen einer Remission, also nach abgeschlossener Erst- oder Zweitbehandlung mit konventioneller Therapie
Bei welchen Grunderkrankungen kommt eine KMT für Patienten in Frage?
- AML in erster Remission
- CML
- ALL in zweiter Remission
- NHL mit niedriger und hoher Malignität
- Hodgkin Erkrankung
- Multiples Myelom
- SAA
- MDS
Fähigkeit Stammzellen, die man bei der allogenen und autologen Stammzelltransplantation nützt:
= pluripotente, mononukleäre Zellen; können sich zu allen Formen von Blutzellen weiterentwickeln
Wieso ist man durch die Chemotherapie infektanfällig?
Immunabwehr wird sehr geschwächt + Chemotherapien sind toxisch -> können lang anhaltende Blutbildungsstörungen zur Folge haben
Unterscheidungen von KMT:
- allogene, verwandte Transplantation
- allogene, nicht verwandte Transplantation
- autologe Transplantation
- syngene Transplantation
Voraussetzungen KMT:
Zahl der NKZ durch Chemotherapie vermindert und eine Remission erreicht wird
Gewinnung von Stammzellen aus dem Blut:
nach Erholungsphase überschiessender Anstieg zirkulierender Stammzellen + Gabe von Wachstumsfaktoren vestärkt; extrakorporaler kreislauf umd Gewinnung dieser Zellen (Leukapherese) + Anreicherung durch Zentrifugation (niedrigere Dichte); oft zwei Leukapheresen notwendig
andere Möglichkeit hämatopoetische Stammzellen zu gewinnen:
durch Nabelschnurblut
Konditionierung vor Erhalt Stammzellen:
sehr intensive Strahlen- und Chemotherapie; Ziel Zerstörung aller im Körper vorhandenen Leukämiezellen; es werden auch die anderen Knochenmarkzellen des Patienten zerstört
Wie transfundiert man Stammzellen?
intravenöse Transfusion -> wandern ins KM
Komplikationen der KMT:
2-4 Wochen absolute Aplasie -> extremes Infektionsrisiko
- idiopathische toxische interstitionelle Pneumonie
- GvHD
- Entzündungsreaktionen an Haut, Leber und im Gastrointestinaltrakt
- Abstossungsreaktion
Was bedeutet ein GvHD nach einer KMT?
- schwere GvHD -> schlechte Prognose
- leichte GvHD -> vermindern Rezidiv-Risiko, da T-Lymph des Spenders die restlichen NKZ des Empfängers zerstören
T-Lymph können auch aus dem Transplantat entfernt werden
Begleitende Behandlungsmassnahmen bei einer AL:
- Antibiotika gegen Infektionen
- GM-CSF Wachstumsfaktoren
- Granulocytentranfusionen gegen Leukopenie
- Tc-Konzentrate gegen Thrombopenie
- EK gegen Anämie
- Antiemetika gegen Übelkeit
Therapie der t(15;17) positiven APL:
ATRA = all-trans Retinsäure; Substanz bewirkt, dass unreife Blutzellen sich zu reifen funktionsfähigen Zellen entwickeln + Auslösung der Apoptose -> Reduktion der maligenen Zellen; kommt zum Rückgang der Gerinnungsstörungen
Zellen differenzieren aus; Translokation verschwindet nicht