Biodiversität

Biodiversität für Veterinärmediziner, 1. Jahr

Biodiversität für Veterinärmediziner, 1. Jahr


A. I.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Biodiversität von Wirbeltieren, insbesondere ihre anatomischen Merkmale und evolutionären Entwicklungen. Sie behandeln verschiedene Gruppen wie Gnathostomata, Chondrichthyes und Actinopterygii, wobei der Fokus auf Schädelstrukturen, Flossen und Skelettmerkmalen liegt. Besonders nützlich für Studierende der Biologie, die sich mit der Systematik und Anatomie von Wirbeltieren vertraut machen möchten.
Flashcards
39
Students
5
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
22.06.2016 / 15.06.2022

Flashcards

Wie werden Chordatiere noch genannt? in welche Gruppen unterteilt? Welche nächste grosse Gruppe folgt ihnen?

Chordata

Unterteilung:

  • Cephalochordata (=Acrania, Lanzettenfischchen)
  • Urochordata (=Tunicata, Manteltiere)
  • Craniota (=Craniata, Schädeltiere, ist aber schon Vertebrata?!)

Wirbeltiere ist eine folgende grosse Gruppe, aber sonst Kiefermünder (Gnathostomata)!

Apomorphien der Chordata (6)

  1. Dorsales Neuralrohr (zuoberst, Nerv)
  2. Chorda dorsalis (=Notochord), ist eine Ausstülpung des Urdarms
  3. Ventrales Herz (Gefässausstülpung)
  4. Kiemendarm
  5. Postanaler Schwanz
  6. Hirn als kleine Ausstülpung des dorsalen Neuralrohrs

Was ist eine Larvale Tunicata? Was für ein Merkmal hat sie hingegen zu einem adulten Tier? und bei welchem Tier ihrer Schwestergruppe ist das ebenfalls so?

Larvale Tunicata=Larve der Urochordata (=Tunicata=Manteltier)

sie hat als Larve noch eine Chorda dorsalis, diese verschwindet aber beim auswachsen (fehlt beim adulten Tier)

Die Schwestergruppe sind die Craniota, beim Frosch ist das selbe sichtbar mit der chorda dorsalis.

mögliche Synapomorphien von den Urochordata mit de Craniota? 

Neuromasten-Sinneszellen (bei Wirbeltieren in Seitenlinienorganen (bei Mensch im Innenohr)

Pigmentzellen von Urochordata sind den Neuralleisten-Zellen der Craniota ähnlich

Wie heissen Lanzettenfischchen noch alles? (4 Namen)

Cephalochordata, Acrania, Branchiostoma, Amphioxus

Wie heisst dieses Tierchen? zu welcher Gruppe gehört es?

Pikaia, gehört zu den Cephalochordata (=Lanzettenfischchen)

Wie viele Arten der Manteltiere gibt es etwa und was sind ihre zwei anderen Namen?

etwa 2000 Arten, Urochordata und Tunicata

Was ist das? zu welcher Gruppe gehört es und wie gross ist es? wie kann es noch vorkommen und wie gross ist es dann?

ein Manteltier, solitär (=Einzeln) ca. 0.3mm bis 30cm gross

kann Kolonien bilden, diese sind dann bis mehrere Meter lang

Was sind die Apomorphien der Craniota? (5)

  • SChädel
  • Mehrteiliges Gehirn mit Hirnnerven
  • Skelett aus Knochen und Knorpel
  • Epidermis mehrschichtig
  • venöses Herz
  • Längenkonstanz durch die Chorda dorsalis (Wirbelsäule (?)) entstand

Was ist was?

  • A: Fischschuppe
  • B: Hornschuppe
  • C: Nagel
  • D: Kralle
  • E: Haarfollikel
  • F: Anlage einer Vogelfeder
  • FP: Federpapille
  • HP: Haarpapille
  • HZ: Haarzwiebel
  • MS: Haarfollikelmuskel
  • TD: Talgdrüse

Wie viele beschriebene ARten der Craniota gibt es?

62'000

Wie leben Craniota?

Fast immer frei lebend, also nicht parasitisch

sexuelle Fortpflanzung mit Rekombination, Ausnahmen gibt es v.a. bei Knochenfischen und Eidechsen, auch je zwei Ausnahmen bei SChlangne und Amphibien.

Seit wann gibt es recht viele Wirbeltiere?

seit der Kambrischen Explosion (oder kambrischer Radiation) vor 540 Millionen Jahren.

Warum hat die kambrische Radiation bewirkt, dass die grundlegenden Baupläne der heutigen mehrzelligen Tierstämme sich entwickelten?

Zunahme des atmosphärischen Sauerstoffs und die Evolution der Hox-Gene (es gab mehr Kopien)

Craniota= Tiere mit Schädel. Wie heisst ihre erste Untergruppe? und die zweite?

Agnatha= Kieferlose Tiere, sind erste Untergruppe und Gnathostomata die zweite.

Welche zwei Untergruppen gehören zu den Agnatha? Deutscher und lateinischer Namen

Die Myxinoida= Schleimaale und Petromyzontida = Neunaugen

Wie heisst die Gruppe der Agnatha, von denen es noch lebende Vertreter (Myxinoida und Petromyzontida) gibt?

Cyclostomata (Rundmäuler)

Merkmale eines Myxines? wie häufig?

1 Bogengang, Schleimdrüsen, Aasfresser, Räuber und Parasiten.

Bis zu 59'700 pro km^2 im Nordatlantik, man kann sie essen

Merkmale Petromyzon?

es gibt sie in Meer, Bach und Flüssen

2 Bogengänge,

Trichterförmige Mundscheibe mit Ringknorpel

nicht (!) apomorphe Merkmale der Neunaugen und Schleimaale:

fehlende Wirbel (dafür bestehende chorda dorsalis)

kein Kiefer, keine paarige Extremitäten

knorpeliges Skelett (ist sekundär)

Bogengänge (weniger als andere Wirbeltiere, im Innenohr bei Wirbeltieren)

2 grosse Gruppen der Kieferlosen, die ausgestorben sind aber noch als Fossilen vorliegen

Conodonta und Ostracodermi

Warum sind Conodonta wichtig?

Sie sind wichtig für die Ölindustrie und statigraphisch (für Fossilforschung) wertvoll, aus marinen Sedimenten, von Kambrium (510 Mio-Trias (200 Mio) gelebt. ähnlich wie Lanzettenfischchen mit Kopf und knochenartigen Strukturen zusätzlich

Besonderheiten der Ostracodermi

externe Knochenplatten (wie Exoskelett), inneres Skelett knorpelig, keine Kiefer und Zähne, keine Bauchflossen, vor 400 mio Jahren im Devon ausgestorben

Die Apomorphien der Gnathostomata (6)

  • 12 Hirnnerven
  • Drei Bogengänge, der horizontale ist neu
  • Kiefer mit echten Zähnen (Dentinzähnen)
  • Persistierende Chorda dorsalis wird nach und nach durch Wirbel ersetzt => Verkalkung, Chondrichthyes
  • Somatische Rumpfmuskulatur mit Septum horizontale und Myosepta (Horizontalspetum ist so strich durch Mitte, Muskeln so segmentiert)
  • zwei Paar Extremitäten (Brust- und Bauchflossen)

Aus was entstand der Kiefer bei den Gnathostomata und wie passierte das?

aus dem vordersten Kiemenbogen, genannt Mandibularbogen, entstanden Ober- und Unterkiefer, also Palatoquadratum und Mandibularknorpel

aus dem Hyoidbogen entstand das Zungenbein nehme ich an, also schliesst sich hinten an Palatoquadratum und Mandibularknorpel an
 

Wie heissen die drei Komponenten eines ursprünglichen Schädels?

Dermatocranium (aussen Haut=Dermis), Neurocranium (Neuro=Hirn, dort wo Hirn ist) und Viscerocranium (Kieferzeug, macht das Gesicht aus)

die drei Typen der Kieferverbindungen?

  1. Amphistylie: Neurocranium und Maxilla sind teilweise verbunden
  2. Hyostylie: Neurocranium und Maxilla sind über Hyoidbogen verbunden
  3. Autostylie: Neurocranium und Maxillarbogen sind verschmolzen, Hyoidbogen dahinter

Was sind Placodermi, was sind ihre Merkmale?

Plattenhäuter oder Panzerfische

Kopf und Vorderkörper sind durch dermale Knochenplatten oder Knochenschuppen geschützt, Kopf- und Rumpfpanzer oft gelenkig verbunden, max. 8m lang

dominante Form im Devon, Paarflossen aber keine SChwimmblase

Knorpelfische auf lateinisch

Chondrichthyes

Apomorphien der Chondrichthyes

  • knropeliges verkalktes Endoskelett
  • Geschlossenes Neurocranium (Chondrocranium) => Unterkiefer wird durch einziges paariges Element gebildet
  • Plakoidschuppen und Hautzähne (Homolog zu Zähnen)
  • Mund in Form eines Querspalts, üblicherweise unter dem verlängerten Rostrum liegend
  • innere Befruchtung, männliche Kopulationsorgane entstehen aus Teilen der Bauchflossen
  • vorwiegen marin (bis heute dominante Gruppe von küstennahen Räubern

2 Kladen der Chondrichthyes, und wie viele Arten darin je?

Elasmobranchii (Haie, Rochen und Plattenkiemer, 34 Unterarten)

Chimären (Holocephali, 1060 Arten)

Merkmale Holocephali (Chimären, Seekatzen)

  • Nur eine Kiemenspalte auf jeder Seite (holo = gr. ganz, und cephalo = gr. Kopf) => Branchialöffnungen in ihrer Anzahl reduziert, so, dass der Kopf aussieht als wäre er geschlossen (sieht Kiemenöffn. nicht)
  • Autostyler Schädel (starke Verbindungen zwischen Oberkiefer mit NEU)
  • Nur im Ozean und meist tiefer als 80 Meter → schlecht untersucht (rein marin)
  • Zum Teil: ♂ mit keulenförmigem Haftorgan. Es soll dem Festhalten der ♀ dienen. Innerhalb der Gruppe gibt es unterschiedliche evolutive Entwicklungen.

Was sind Actinopterygii auf deutsch und zu welcher Übergruppe gehören sie?

Strahlenflosser, gehören zu Osteognathostomata

Actinopterygii: Apomorphien

  • Paarige Flossen ohne muskulöse Ansätze. Muskulatur und Endoskelett in den Rumpf einbezogen
  • Dermale Stützen (Lepidotrichien) der Flossen sind strahlenförmig (radiär) angeordnet.
  • Ganoidschuppen (Achtung – Primär- s. weitere Typen, Schnuppen wichtig für Kontakt.
  • Zähne tragen Zahnkappen
  • Aus dem Darmdach (Ausstülpung des Darms) stülpt sich die unpaare Schwimmblase (homolog zur Lunge, unsere Lungen sind aus dieser Schwimmblase abzuleiten) aus, die überwiegend hydrostatische Funktion hat.
  • An der Basis der Strahlenflosser fanden Duplikationen der Hox-Gen Komplexe statt (Strahlenflosser haben noch mehr Hox-Gen Komplexe als wir).

Die 4 Unterarten der Actinopterygii und kurz Merkmale:

  1. Flösselhecht, Cladistia: 11 Arten in Afrika, hat Ganoidschuppen
  2. Störe, Chondrostei: 1-6m gross, Skelett knorpelig, kommerziel wichtig wegen Fleisch und Kaviar
  3. Knochenhecht, Ginglymodi: 7 Arten, nur Nordamerika, dicke Ganoidschuppen (fast Panzer), Räuber
  4. Kahlhecht, Ginglymodi

Apomorphien der Sarcopterygii

  • Primäre* Cosmoidschuppen (dicke, rhombische Schuppen, Cosmoid bezieht sich auf ein Mineral)
  • Zwei Rückenflossen
  • Paarflossen monobasisch (nur ein Knochen mit einem Gelenk verbindet Flosse mit dem Körper, bei Strahlenflosser gibt es zwei Elemente. Relevant da wir Homologien suchen!), Gelenke nur über einen einzigen Flossenträger mit Schultergürtel verbunden
  • Bewegungsmuskulatur der Paarflossen zieht bis auf die Paarflossenbasen hinaus - daher die Bezeichnung Fleischflosser.

Apomorphien der Choanata

  • Die internen Nasenöffnungen erlauben das Atmen bei geschlossenem Mund
  • Bei Dipnoi und Tetrapoda ist Choane konvergent entstanden (eigentlich ist der Name Choanata «nicht ideal», da die Struktur unabhängig auf dem Weg zu den Dipnoi und unabhängig auf dem Weg zu den Tetrapoda entstanden)

Dipnoi (Unterart der Choana)

  • Schädel autostyl (Palatoquadratum mit Neurocranium verschmolzen)
  • Pseudochoane (beide Nasenöffnungen innen)
  • Zahnplatten
  • Kiemen-/Lungenatmung, teilweise können längere Trockenzeiten überdauert werden, in Resttümpeln oder im Gewässerboden
  • Reduktion von Praemaxillare und Maxillare

Apomorphien der Tetrapoda

  • Paarige pentadactyle Extremitäten
  • Kompaktschädel, freies Hyomandibulare, Schädel mit Wirbelsäule gelenkig verbunden (es gibt einen Hals mit einem Gelenk)
  • Mittelohr mit einem Gehörknöchelchen (Collumela = Steigbügel), das sich aus dem Hyomandibulare herleitet
  • Wirbel mit einem Ossifikationszentrum
  • Zahlreiche Anpassungen an das Leben an Land
  • Primär aquatisch!

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