bhv M 4.5 Ausdrucksverhalten des Hundes

Mit welchen Mitteln und in welcher Form drückt der Hund was aus?

Mit welchen Mitteln und in welcher Form drückt der Hund was aus?


Andreas Bär
Diese Lernkarten vermitteln fundiertes Wissen über das Ausdrucksverhalten von Hunden, analysieren Körpersprache wie Ohrenstellung, Schnauzenhaltung und Rutenbewegung sowie deren Verbindung zu Emotionen wie Angst oder Aggression. Sie erklären Verhaltensweisen wie Drohgesten, Beschwichtigung oder Konfliktlösungsstrategien und helfen Haltern, Hundesprache besser zu verstehen. Ideal für Studierende der Biologie oder Hundetrainer, die Verhalten fundiert deuten möchten.
Cartes-fiches
31
Utilisateurs
18
Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
21.06.2014 / 27.04.2026

Cartes-fiches

Kommunikation bei Hunden

Olfaktorisch

Akustisch

Taktil (Berührungen)

Optisch (Gestik Mimik)

 

 

 

Olfaktorisch

Wahrnehmung über Riechepitelien in der Nasenschleimhaut

Jacobson'sches Organ (Vomeronasales Organ) Loch an der Rachendecke mit Verbindung zu Nasenschleimhaut (bes. zur Wahrnehmung von Pheromonen)

Großes Riechhirn 10%

Ausdrucksmölichkeiten:
- Urinmarken (Auskunft über wer war wann hier Alter Geschlecht)
- Kot (wird mit Duftstoffen aus den Analdrüsen versehen Stimmungslage)
- Violdrüse (an der Oberseite der Rute - oft rudimentär)

Gerüche können stark ablenkend wirken ! Ausbildung

Gerüche können Emotionen auslösen
 

Akustisch

Verstärkung von optischen Signalen (z.B. Knurren beim Fletschen)

Bellen: (Domestikationserscheinung)
- Spielbellen
- Drohbellen
- Begrüßungsbellen
- Erregungsbellen

Wuffen
- Warnlaut

Winseln, Fiepen
- Streß Unbehagen Demut

Heulen
- bei Trennung von Gruppe
- Chorheulen
- Stimmungsübertragung (Kirchglocken Sirenen)

Schreien
- bei Angst

Taktil

Positiv:
- Kontaktliegen
- Versch. Schnauzenkontakte
- Lefzenlecken
- Anpföteln
- Parallel Laufen

Negativ:
- Rempeln
- Umwerfen
- Festhalten
- Beißen

Spiel:
- Stupsen
- Anhopsen
- Drängeln
- Beißen
- Maulringen
 

Exk. Ethogramm

Das Ethogramm stellt das gesamte Verhaltensinventar einer Art dar

! Wertfreies Beobachten ohne Interpretation !

1ter Ordnung: Stellungen Haltungen oder Bewegungen
                       Grundlage für Mimik
                       Lautäußerungen

2ter Ordnung: Zusammenfassung einzelner Komponenten zu Signaleinheit
                       Diese Signaleinheiten werden in Gruppen eongeteilt

 

Optische Mittel

Ohren (Ansatz)
Stirn
Augen
Schnauze (Nasenrücken)
Rute
Rückenhaare
Körperhaltung
Gliedmaßen (Aufrecht / Geknickt / Angehoben)
Anspannung
Kopfhaltung

Ohren

Urspr. Stehohren

Drehung nach vorn (Neugier Interesse Drohen)
Drehung nach hinten (Vorsicht Angst)
Anlegen (Angst)

Schlappohren

hier ist bes. die Ohrbasis bedeutsam

Ohrbasis tief (Vorsicht Angst)
Ohrbasis angehoben (Interesse Neugier)
 

Stirn

Spannung verändert sich abhängig von der Ohrstellung

Ohren nach hinten: glatt faltenlos

Ohren nach vorne (aufgestellt): gerunzelt

Exk. Rassen Züchtung Verlust Signalfunktion

bei manchen Rassen sind bestimmte optische Signale schlecht oder gar nicht mehr wahrnehmbar

Ponyfrisur
Dauerfaltenstirn
kurze Schnauze
Kugelaugen

Augen

Stehen in Zusammenhang mit Ohrstellung

Ohren nach hinten: Schlitzform
Ohren nach vorn: Augen eher rund

Augenbrauen

Schnauze

Lefzenspalt Mundwinkel:
kurz (verkürzt)(rund) Sicheres offensives Drohen (in Verbindung mit Ohren nach vorne und Blickfixierung)
lang (spitz) Unsicheres defensives Drohen (in Verbindung mit Ohren nach hinten und Blick wegdrehen)

Lefzen:
hochgezogen (Zähne blecken)
dabei
Nasenrücken:
gerunzelt

Rute

Haltung & Bewegung

Haltung:
nach oben (Erregungslage)
gerade (Entspannungslage)
nach unten (Unsicherheit Ängstlichkeit)

Bewegung:
Wedeln ist lediglich ein Zeichen erhöhter Erregungslage - nicht Freude

Rasseunterschiede:
Fahne (z.B. DSH)
Ringel (z.B. Spitz)
Verkürzt (z.B. Airdail)
immer nach unten (z.B. Windhund)
 

Rückenhaare

Der Rückenfellstreifen wird je nach Erregungslage aufgestellt (vor allem Nacken und Schwanzansatz)

! unterschiedliche Fellstrukturen (z.B. Richback)

Körperhaltung

Haltung
Körperspannung
Gliedmaßen (durchgestreckt eingeknickt)
Kopfhaltung (tief aufrecht nach vorne weggedreht)
Bewegung
Stellung zu anderen

! Rassebedingte Unterschiede

Gesamtausdruck

Gesamtheit von Gestik und Mimik, Körperhaltung, Blickrichtung sowie Lautgebung

Der Gesamtausdruck gibt Info über den emotionalen Zustand (Motivation Handlungsbereitschaft...)

Verhaltensweisen (Gesamtausdruck) & Funktionskreise

Orientierungsverhalten
Komfortverhalten
Sozialverhalten
Fortpflanzungsverhalten
Stoffwechselbedingtes Verhalten (z.B. Lustlosigkeit Depression Durchfall Aggression)
 

Grundstimmungen

Neutral

Aufmerksam

Sicher

Unsicher

Ängstlich

! Ambivalent - nicht sicher/unsicher - schnell wechselnde Stimmungen

Hundeverhalten (Ethogramm)

Verhalten der sozialen Annäherung (Soziopositives Verhalten)

Imponierverhalten

Passive Demut

Agonistisches Verhalten (Drohverhalten Offensives Verhalten Flucht Deeskalationsverhalten Beschwichtigungsverhalten)

Stress- und Erregungsverhalten

Spielverhalten

Soziale Annäherung

Umeinander Laufen

Fellschnuppern

Anogenital Schnuppern

Schnauzenschnuppern

Schnauzenkontakt

Mundwinkel lecken

 

Aktive Demut / Beschwichtigung

Bewegung auf den anderen Hund zu (oft aufdringlich)

Sich klein machen (Hinlegen oder in Bewegung)

Pfote anheben einknicken

Ohrwurzeln tief, Ohren angelegt oder in Bewegung

Mundwinkel nach hinten gezogen

Züngeln (Über die eigene Schnauze lecken)

Stirn und Nasenrücken glatt

eingeknickte Gliedmaßen

Rute tief (wedelt schnell)

Schnauzenkontakt Lefzenlecken

Blick abwenden

! Kann als Belästigung empfunden werden (Rasseunterschiede)


 

Passive Demut / Beschwichtigung

Reaktion auf empfundene Bedrohung oder Gefahr oder aus Stress

Ziel: Abstand vergrößern

Soll deeskalieren

Hinlegen auf die Seite oder den Rücken (! Achtung Mythos "Alpha")

Urinieren Fiepsen Winseln

Deeskalationsverhalten / Beschwichtigung

Kopf abwenden

Langsame Bewegungen

Erstarren

Züngeln

Blinzeln

Pföteln

Sich klein machen

Gähnen

Im Bogen gehen

Am Boden schnüffeln

Vorderkörpertiefstellung

Stressverhalten

Sich abwenden

Unsteter Blick

Fiepsen Winseln Bellen

Hecheln

Vermehrter Speichelfluß

Wedeln

Erektion

Züngeln

Einfrieren

Langsame Bewegungen

Schreckhaftigkeit

Übersprungsverhalten

Übersprungsverhalten

ist ein Anzeichen für einen inneren Konflikt (gleichzeitige Motivationen)

Klassiker: Gähnen

Sich Kratzen

Am Boden schnüffeln

Markieren

Imponierverhalten

Beeindrucken eines anderen

Größe und Stärke zur Schau stellen

Ggü beiden Geschlechtern

Ziel: Konflikt soll vermieden werden

Kann in Droherhalten übergehen

Oft mit Unsicherheit verknüpft

Kann zur T-Stellung kommen (Beschneiden des Weges des anderen)

Agonistisches Verhalten

Verhaltensweisen die auf eine Bedrohung oder einen Angriff erfolgen

Aggressive Verhaltensweisen vs Verhaltensweisen der Deeskalation / Flucht
 

 

Drohverhalten

Ziel: ! Halte Abstand
(auch beim Besitzer - oft Mißverständis - keine Auflehnung)

Wenn andere Verhaltensweisen (Beschwichtigen) keinen Erfolg/Abstand bringen

Die dezenten Drohsignale übersieht der Mensch meist

Die häufigsten Reaktionen des Besitzers (sich nähern, schimpfen) führen zu weiterer Eskalation
Sinnvoller: Ursache des Verhaltens analysieren - Abstand halten/vergrößern)

Soll Konflikte ohne Kampf lösen

Kann aber in offene Aggression/Kampf übergehen

Blick fixieren
Anspannung
Anheben der Lefzen
Nasenrückerunzeln
Zähne zeigen
Knurren
Bellen
Vorspringen
Schnappen

! Auch der defensiv drohende Hund kann in Angriff übergehen
! oft Ambivalenz (Sicherheit/Unsicherheit)

! Komponente Lernverhalten:
Hund kann gelernt haben in Situationen in denen er sich unsicher ist mit offensivem Verhalten zu reagieren
Hund kann gelernt haben das Drohverhalten zu überspringen
Rassespezifische Dispositionen (wenig oder keine Drohgestik Drohmimik)

Drohverhalten

Ziel: ! halte Abstand

Wenn Beschwichtigen keinen Erfolg/Abstand brachte

dezente Drohsignale übersehen wir oft

Schimpfen oder sich nähern führt zu weiterer Eskalation
Abstand halten/vergrößern - Ursache finden

Soll Konflikt ohne Kampf beenden

- Blick fixieren
- Anspannung
- Anheben der Lefzen
- Nasenrückenrunzeln
- Zähne zeigen
- Knurren
- Bellen
- Vorspringen
- Schnappen

! Auch ein defensiv drohender Hund kann in offene Aggression übergehen
! Oftmals Ambivalenz (Sicherheit/Unsicherheit)
 

! Hund kann gelernt haben bei Unsicherheit (auf die vermeintliche Bedrohung) offensiv zu reagieren
! Hund kann gelernt haben kein Drohverhalten zu zeigen und direkt in Aggression zu gehen
(Rassespezifische Probleme keine oder wenig Drohgestik Drohmimik)
 

Aggressives Verhalten / Angriffsverhalten

Gehemmt: Nicht die Absicht den anderen zu verletzen
- Sich aneinander hochstellen
- Rempeln
- Runterdrücken
- "Fechten" mit offener Schnauze zustoßen ohne zu beißen

Ungehemmt: Ernstkampf
- Beißen mit Verletzungsabsicht
- Beißen mit Festhalten
- Beißschütteln
 

Spielverhalten

Abbau überschüßiger Energie

Welpen u Jungtiere erlernen Bewegungsabläufe

Testen eines möglichen Sexualpartners

Vermischende Funktionskreise: Beutefang Pflege Sexualverhalten

! Achtung bei Mobbing
! Kann kippen
! Unterschiedliche Rassen (Kommunikationsmißverständnisse)

Gähnen

Müde

Gelangweilt

Gestreßt

Ängstlich

Étudier