bhv M 4.3 Der Wolf
Ethologie des Wolfes
Ethologie des Wolfes
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Cartes-fiches
der Wolf
Familie: Can(o)idae (Hundeartige)
Gattung: Lupus (im Ggs zu Hund forma familiaris Fuchs Vulpus)
der Wolf
Ordnung: Carnivora (Raubtiere)
Familie: Can(o)idae (Hundeartige) hiervon die größten SH bis 90cm
Gattung: Canis Lupus (im Ggs zu Hund Canis lupus forma familiaris Fuchs lupus vulpus)
Unterarten: natürlich geographisch (nordisch - größer/kräftiger) (im Ggs zu Rasse - gezüchtet)
(kanadischer indischer russischer eurasischer buffalo)
größere Bestände in Rußland Kanada Alaska
ca. 170.000
D 1850 Wolfsfrei 2000 erster Nachwuchs
aktuell 26 Rudel (Paare) 3 Einzelwölfe
Fähe = das Weibchen (15-20% kleiner & leichter)
Rumpflänge mit Kopf bis 140 cm
Rutenlänge bis 70 cm
Gewicht 50-80 kg
Wolfsforschung
Wolfsbüro Deutschland (online)
Wolfspfade = über 1000de von Jahren gegangene Pfade
dt. Rudel fast alle verwandt
Sozialität heute durch Freilandbeobachtung - ja vs früher Gehege - viel Kämpfe (keine Abwaderung möglich)
Günter Bloch
Ellie Radinger
Monty Sloan wolfphotography.com wolfpark.org
Hybrid
Mischpaarung Wolf Hund
sind nicht Wolf sind nicht Hund
Auflösung von stabilen Gensystemen
Wolfsverhalten
früher: Gehegebeobachtung (! falsche Rückschlüsse)
heute: Freilandbeobachtung & bessere Technik
Sozialstruktur: 2-6 Wölfe aus 2-3 Generationen
Nachwuchs aus dem Vorjahr hilft bei Aufzucht Welpen und wandert danach ab - Kreislauf
Aktivität & Ruhe: dämmerungs- nacht- aktiv / weite Strecken bis 20 km pro Nacht / bei Abwanderung bis 80 km pro Tag / geschnürter Trab 12km pro Stunde MaxV 50 kmh / bis zu 18h Schlaf / 3-4 Aktivitätsphasen pro Tag
Lebenserwartung: 7 Jahre 10-13 möglich aber selten ReproRate 32%
Territorialverhalten
friedliches Nebeneinander bei überlappenden Revieren möglich
Grenzstreitigkeiten zwischen Familien möglich
im Abwanderungszeitraum ist ein Hin- und Herwandern möglich
Wölfe bilden kognitive Landkarten (erkennend erfahrend) nutzen z.B. gezielt Abkürzungen
besitzen traditionelles Wissen um Wanderrouten
Haben einen Rendevouzplatz (Hauptaufenthaltsort) in der Regel im Kerngebiet des Reviers
halten sich ständig im Freien auf (außer Mutter mit Welpen)
Fortpflanzung
= "Ranz"
nur 1 mal im Jahr (Winter) = monöstrisch im Ggs zu polyöstrisch
nur dann sind Fähen empfangsberei und Rüden deckungsfähig
es kann zu aggessiven Auseinandersetzungen kommen (da Fortpflanzungsmöglichkeit eine wichtige Ressource) !Verhinderung von Inzucht
Wolfspaare leben meist ein Leben lang zusammen (außer bei Verlust - !Ressource)
im Rudel nicht nur auf das Leitpaar beschränkt (abhängig von Größe des Reviers und der Gruppe) das Leitweibchen tötet nicht prinzipiell den Nachwuchs anderer Weibchen - wenn zugelassen - Kooperation bei Aufzucht
Babysitting der Vorjahrestiere wenn Eltern auf Jagd
immer wieder wird von Großfamilie und Multiwürfen berichtet
Welpenaufzucht
Tragzeit ca. 60 Tage (Wurf Ende April Anfang Mai)
Welpen erscheinen 3 Wochen später vor Wurfbau
Säugezeit 6-8 Wochen
körperlich ausgewachsen mit 10 Monaten
geschlechtsreif mit 22 Monaten
Wurfbau/Höhle mißt ca. 2 kubikmeter (mehrere Kammern und Eingänge)
in der Nähe von Wasser- Trink- Quelle
juvenile Tiere werden bis 5 Monate gefüttert (solange bleiben sie am Rendevousplatz)
Jagd - Verhalten
der Wolf ist Generalist (im Ggs zu Eisbär "Spezialist")
jagen auch Einzel - nicht nur im Rudel (auch Einzeljäger können große Tiere erlegen)
hauptsächlich alte, bes. junge, schwache oder gehandicapte Beute bevorzugt
Beute wird auf Wehrhaftigkeit geprüft (zur Not Rückzug)
Töten durch Biß in den Nacken
kehren mit gefülltem Magen oder Kleinbeute zurück
in Zeiten von Nahrungsmangel wird das Revier vergrößert oder weiter gezogen / kleinere Beutetiere
Fressen bis zu 20% ihres Körpergewichts (? zur Deckung Energiebedarf oder zum Verfüttern) das sind ca. 10kg beim gr Rüden
Sozialverhalten Futter
Welpen haben ungehinderten Zugang zu den Ressourcen
Alttiere uneigennützig - notfalls Verzicht (Ausnahme Hungerzeiten)
Es existiert keine Futterrangordnung
Keine Freßdominanz
Jeder verteidigt seinen Platz an der Beute (Regel: Schnauzenabstand) Regelung durch Drohgebärde Knurren Leerschnappen
Sozialverhalten allgemein
Grundtenor = Kooperation, Gemeinschaftssinn, Bereitschaft zu soziopositiven Gesten (72%) (Schnauuzen -Stoßen -Lecken Kopfauflegen (bei 300 protokollierten nur 17 von Leittieren - also kein Rangdemo) Kontaktsitzen Parallel laufen Fellpflege (=Grooming) Über den Fang greifen (Schnauze umrahmt Maul des anderen Wolfes)
Leittiere sind den anderen Familienmitgliedern freundlich gesinnt
Es gibt keine klare hierarchische Ordnung (wie z.B. bei Primaten)
Täglich bis zu 10 Begrüßungszeremonien
Rallying = freundlich gestimmtes Umeinanderlaufen (nach Schlafperiode, vor Jagdbeginn) Körperlich freundliche Kontakte (Schnauzen- Stoßen, - Lecken) Federnde Schritte Ruten leicht nach oben & wedelnd Initiative oft durch juvenile Tiere Beendigung durch Drohgebärde Leittiere oder deren Aufhören
Jungtiere wandern zu 65% mit Geschlechtsreife im Alter von 2 Jahren ab zur Gründung einer eigenen Familie
Das Abnabeln kann längere Zeit dauern
keine klare alpha beta omega (Ergebnisse früherer Gehegebeobachtungen - Freiland eher Abwanderung)
Eltern--Nachwuchs-Dominanzsystem (D. Mech Jungtiere lernen von den Leittieren komplexe Zusammenhänge inkl. aktiver & passiver Beschwichtigungsverhalten) Dauernde Dominanzdemo wäre Energieverschwendung
Innerhalb des Elternpaares wechselt die die Führung je nach Situation (Jagd Gefahr Heulen = Rüde Welpen Höhle = Fähe)
Initiative geht von den Leittieren aus Aber: Junge Tiere laufen oft vorne (Neugier mehr Bewegungsfreude)
Heulen
Revieranzeige
Vor Jagdaufbruch
Wenn Gefahr droht (z.B. an der Höhle)
familienorientiertes Kontaktaufnehmen
In regelmäßigen Zeitintervallen (ca. 3 min)
Markierverhalten
Früher: Man dachte an Reviergrenzen zur Anzeige
Heute: An markannten Punkten innerhalb des Reviers
Kot: An Weggabelungen...