bhv M 4.3 Der Wolf

Ethologie des Wolfes

Ethologie des Wolfes


Andreas Bär
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über das Sozialverhalten, die Fortpflanzung und das Territorialverhalten von Wölfen, insbesondere für Universitätsstudenten. Sie behandeln Themen wie die Rolle des Leittiers, die Struktur des Rudels, die Jagdstrategien und die Aufzucht der Welpen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Biologiestudenten, die sich mit der Ökologie und dem Verhalten von Wölfen vertraut machen möchten, da sie detaillierte Einblicke in das Leben dieser faszinierenden Tiere bieten.
Karten
13
Lernende
6
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
26.05.2014 / 11.02.2018

Lernkarten

der Wolf

Familie: Can(o)idae (Hundeartige)

Gattung: Lupus (im Ggs zu Hund forma familiaris Fuchs Vulpus)

 

der Wolf

Ordnung: Carnivora (Raubtiere)

Familie: Can(o)idae (Hundeartige) hiervon die größten SH bis 90cm

Gattung: Canis Lupus (im Ggs zu Hund Canis lupus forma familiaris Fuchs lupus vulpus)

Unterarten: natürlich geographisch (nordisch - größer/kräftiger) (im Ggs zu Rasse - gezüchtet)

(kanadischer indischer russischer eurasischer buffalo)

größere Bestände in Rußland Kanada Alaska

ca. 170.000

D 1850 Wolfsfrei 2000 erster Nachwuchs

aktuell 26 Rudel (Paare) 3 Einzelwölfe

Fähe = das Weibchen (15-20% kleiner & leichter)

Rumpflänge mit Kopf bis 140 cm

Rutenlänge bis 70 cm

Gewicht 50-80 kg

Wolfsforschung

Wolfsbüro Deutschland (online)

Wolfspfade = über 1000de von Jahren gegangene Pfade

dt. Rudel fast alle verwandt

Sozialität heute durch Freilandbeobachtung - ja vs früher Gehege - viel Kämpfe (keine Abwaderung möglich)

Günter Bloch

Ellie Radinger

Monty Sloan wolfphotography.com wolfpark.org

Hybrid

Mischpaarung Wolf Hund

sind nicht Wolf sind nicht Hund

Auflösung von stabilen Gensystemen

Wolfsverhalten

früher: Gehegebeobachtung (! falsche Rückschlüsse)

heute: Freilandbeobachtung & bessere Technik

Sozialstruktur: 2-6 Wölfe aus 2-3 Generationen

Nachwuchs aus dem Vorjahr hilft bei Aufzucht Welpen und wandert danach ab - Kreislauf

Aktivität & Ruhe: dämmerungs- nacht- aktiv / weite Strecken bis 20 km pro Nacht / bei Abwanderung bis 80 km pro Tag / geschnürter Trab 12km pro Stunde MaxV 50 kmh / bis zu 18h Schlaf / 3-4 Aktivitätsphasen pro Tag

Lebenserwartung: 7 Jahre 10-13 möglich aber selten ReproRate 32%

   

Territorialverhalten

friedliches Nebeneinander bei überlappenden Revieren möglich

Grenzstreitigkeiten zwischen Familien möglich

im Abwanderungszeitraum ist ein Hin- und Herwandern möglich

Wölfe bilden kognitive Landkarten (erkennend erfahrend) nutzen z.B. gezielt Abkürzungen

besitzen traditionelles Wissen um Wanderrouten

Haben einen Rendevouzplatz (Hauptaufenthaltsort) in der Regel im Kerngebiet des Reviers

halten sich ständig im Freien auf (außer Mutter mit Welpen)

Fortpflanzung

= "Ranz"

nur 1 mal im Jahr (Winter) = monöstrisch im Ggs zu polyöstrisch

nur dann sind Fähen empfangsberei und Rüden deckungsfähig

es kann zu aggessiven Auseinandersetzungen kommen (da Fortpflanzungsmöglichkeit eine wichtige Ressource) !Verhinderung von Inzucht

Wolfspaare leben meist ein Leben lang zusammen (außer bei Verlust - !Ressource)

im Rudel nicht nur auf das Leitpaar beschränkt (abhängig von Größe des Reviers und der Gruppe) das Leitweibchen tötet nicht prinzipiell den Nachwuchs anderer Weibchen - wenn zugelassen - Kooperation bei Aufzucht

Babysitting der Vorjahrestiere wenn Eltern auf Jagd

immer wieder wird von Großfamilie und Multiwürfen berichtet

Welpenaufzucht

Tragzeit ca. 60 Tage (Wurf Ende April Anfang Mai)

Welpen erscheinen 3 Wochen später vor Wurfbau

Säugezeit 6-8 Wochen

körperlich ausgewachsen mit 10 Monaten

geschlechtsreif mit 22 Monaten

Wurfbau/Höhle mißt ca. 2 kubikmeter (mehrere Kammern und Eingänge)

in der Nähe von Wasser- Trink- Quelle

juvenile Tiere werden bis 5 Monate gefüttert (solange bleiben sie am Rendevousplatz)

 

Jagd - Verhalten

der Wolf ist Generalist (im Ggs zu Eisbär "Spezialist")

jagen auch Einzel - nicht nur im Rudel (auch Einzeljäger können große Tiere erlegen)

hauptsächlich alte, bes. junge, schwache oder gehandicapte Beute bevorzugt

Beute wird auf Wehrhaftigkeit geprüft (zur Not Rückzug)

Töten durch Biß in den Nacken

kehren mit gefülltem Magen oder Kleinbeute zurück

in Zeiten von Nahrungsmangel wird das Revier vergrößert oder weiter gezogen / kleinere Beutetiere

Fressen bis zu 20% ihres Körpergewichts (? zur Deckung Energiebedarf oder zum Verfüttern) das sind ca. 10kg beim gr Rüden


 

Sozialverhalten Futter

Welpen haben ungehinderten Zugang zu den Ressourcen

Alttiere uneigennützig - notfalls Verzicht (Ausnahme Hungerzeiten)

Es existiert keine Futterrangordnung

Keine Freßdominanz

Jeder verteidigt seinen Platz an der Beute (Regel: Schnauzenabstand) Regelung durch Drohgebärde Knurren Leerschnappen

 

Sozialverhalten allgemein

Grundtenor = Kooperation, Gemeinschaftssinn, Bereitschaft zu soziopositiven Gesten (72%) (Schnauuzen -Stoßen -Lecken Kopfauflegen (bei 300 protokollierten nur 17 von Leittieren - also kein Rangdemo) Kontaktsitzen Parallel laufen Fellpflege (=Grooming) Über den Fang greifen (Schnauze umrahmt Maul des anderen Wolfes)

Leittiere sind den anderen Familienmitgliedern freundlich gesinnt

Es gibt keine klare hierarchische Ordnung (wie z.B. bei Primaten)

Täglich bis zu 10 Begrüßungszeremonien

Rallying = freundlich gestimmtes Umeinanderlaufen (nach Schlafperiode, vor Jagdbeginn) Körperlich freundliche Kontakte (Schnauzen- Stoßen, - Lecken) Federnde Schritte Ruten leicht nach oben & wedelnd Initiative oft durch juvenile Tiere Beendigung durch Drohgebärde Leittiere oder deren Aufhören

Jungtiere wandern zu 65% mit Geschlechtsreife im Alter von 2 Jahren ab zur Gründung einer eigenen Familie

Das Abnabeln kann längere Zeit dauern

keine klare alpha beta omega (Ergebnisse früherer Gehegebeobachtungen - Freiland eher Abwanderung)

Eltern--Nachwuchs-Dominanzsystem (D. Mech Jungtiere lernen von den Leittieren komplexe Zusammenhänge inkl. aktiver & passiver Beschwichtigungsverhalten) Dauernde Dominanzdemo wäre Energieverschwendung

Innerhalb des Elternpaares wechselt die die Führung je nach Situation (Jagd Gefahr Heulen = Rüde Welpen Höhle = Fähe)

Initiative geht von den Leittieren aus Aber: Junge Tiere laufen oft vorne (Neugier mehr Bewegungsfreude)

 

 

Heulen

Revieranzeige

Vor Jagdaufbruch

Wenn Gefahr droht (z.B. an der Höhle)

familienorientiertes Kontaktaufnehmen

In regelmäßigen Zeitintervallen (ca. 3 min)

Markierverhalten

Früher: Man dachte an Reviergrenzen zur Anzeige

Heute: An markannten Punkten innerhalb des Reviers

Kot: An Weggabelungen...

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