Besondere Risiken im Effektenhandel

Es geht darum, dass das seit 1. Februar 1997 in Kraft gesetzte Börsengesetz, die Effektenhändler, ihre Kunden über Geschäftsarten und Anlagen, die besondere Risiken aufweisen können, aufzuklären.

Es geht darum, dass das seit 1. Februar 1997 in Kraft gesetzte Börsengesetz, die Effektenhändler, ihre Kunden über Geschäftsarten und Anlagen, die besondere Risiken aufweisen können, aufzuklären.


R. F.
Diese Lernkarten behandeln die spezifischen Risiken im Effektenhandel und sind für fortgeschrittene Anleger konzipiert. Sie beleuchten die verschiedenen Arten von Optionen wie Call- und Put-Optionen, deren Ausübungspreise und die damit verbundenen Risiken, einschließlich der Hebelwirkung und der Margendeckung. Zudem werden die Unterschiede zwischen europäischen und amerikanischen Optionen sowie die Risiken bei der Verwahrung von Finanzinstrumenten und Länderrisiken erläutert. Diese Karteikarten sind besonders nützlich für Effektenhändler und Investoren, die sich mit den komplexen Aspekten des Optionshandels und den damit verbundenen Risiken vertraut machen möchten.
Flashcards
24
Students
2
Language
German
Category
Finance
Level
Other
Created / Updated
08.11.2013 / 06.04.2019

Flashcards

Was sind Effekten?

Effekten sind vereinheitlichte Wertpapiere bzw. Wertrechte, die sich zum massenweisen Handel eignen, wie z.B. Aktien, Obligationen, Fondsanteile und Derivate. Sie werden in einheitlicher Gestalt und Stückelung öffentlich angeboten oder an mehr als 20 Kunden verkauft. 

Was sind Derivate?

Derivate sind Finanzinstrumente, deren Preis abgeleitet wird von Vermögenswerten (Basiswerten) wie Aktien, Obligationen, Edelmetallen und weiteren Rohstoffen, von Referenzsätzen wie Währungen, Zinsen und Indizes oder von Kredit- und Schadensereignissen.

So ist z.B. bei einer Aktienoption die Aktie der Basiswert, von dem sich der Wert der Option ableitet.

Worauf müssen Sie bei Effektengeschäften besonders achten?

  • bringen finanzielle Risiken mit sich
  • sind als abgeleitete, bisweilen aus verschiedenen Elementen zusammengesetzte Finanzinstrumente nicht immer leicht zu verstehen

Es gibt begrenzte und unbegrenzt Risiken. Erkläre.

  • Kaufen Sie Aktien oder Optionen, gehen Sie ein begrenztes Risiko ein - im ungünstigsten Fall verlieren Sie Ihr eingesetztes Kapital und erzielen keinen Ertrag
  • ACHTUNG Es gibt Produkte bei denen es eine Nachschusspflicht geben kann, z.B.
    • der Verkauf (Schreiben) einer Call-Option ohne Deckung
    • der Verkauf (Schreiben) einer Put-Option
    • Abschluss eines Termingeschäfts

Worüber muss ein Effektenhändler informieren?

Das Börsengesetz verpflichtet den Effektenhändler, seine Kunden über die mit einer Geschäftsart berbunden Risiken zu informieren. 

Die Informationspflicht richtet sich nach Geschäftserfahrenheit und fachlichen Kenntnissen des Kunden. Zu informieren ist über Geschäftsarten mit erhöhtem Risikopotenzial oder komplexem Risikoprofil, nicht über die spezifischen Risiken einzelner Effektengeschäfte. 

Können Sie auch auf Informationen verzichten?

Ja, wenn Sie mit den Risiken einer Geschäftsart vertraut sind. 

Über welche Risiken muss nicht informiert werden?

Was sind herkömmliche, verbreitete Risiken bei Aktien, Obligationen und kollektiver Kapitalanlagen?

Der Schuldner (Emittent) kann z.B. in finanzielle Schwiereigkeiten geraten und zahlungsunfähig werden (Bonitäts- und Delkredererisiken). 

Was sind Länderrisiken?

Ein Länderrisiko kann dadurch entstehen, dass ein Land die Verkehrsfähigkeit von Effekten beschränkt, etwa durch Wirtschaftssanktionen oder Devisenverkehrsbeschränkungen. 

Was sind Erfüllungsrisiken?

Ein Erfüllungsrisiko (Settlement Risk) besteht, wenn Sie bei einem Effektenkauf den Kaufpreis vorab zahlen müssen, die Titel aber erst später erhalten. In diesem Fall laufen Sie Gefahr, den Kaufpreis zu bezahlen und die gekauften Effekten nicht oder nicht rechtzeitig geliefert zu bekommen. Dasselbe Risiko besteht im umgekehrten Fall, wo Sie Effekten, die Sie verkauft haben, liefern müsse, ohne gleichzeitig den Kaufpreis zu erhalten. Erfüllungsrisiken treten vor allem in Emerging Marktes auf. 

Welche Risiken gibt es bei der Verwahrung von Finanzinstrumenten?

Finanzinstrumente werden entweder im In- oder im Ausland verwahrt. In der Regel werden sie dort verwahrt, wo sie vorwiegend gehandelt werden, und es kommen die dort geltenden Vorschriften zur Anwendung. Sollte Ihr Effektenhändler zahlungsunfähig werden, sieht das schweizerische Recht vor, dass die bei ihm hinterlegten Finanzinstrumente nicht in seine Konkursmasse fallen, sondern zu Ihren Gunsten abgesondert werden. Ein Insolvenzverfahren kann jedoch die Übertragung der Finanzinstrumente auf Sie oder einen anderen Effektenhändler verzögern. Sollte eine Drittverwahrungsstelle insolvent werden, so sieht das Recht vieler Staaten vor, dass die von Ihrem Effektenhändler bei der Drittverwahrungsstelle hinterlegten Finanzinstrumente grundsätzlich geschützt sind. In weniger fortgeschrittenen Märkten kann es allerdings vorkommen, dass die bei einer dortigen Drittverwahrungsstelle verwahrten Finanzinstrumente in deren Konkursmasse fallen. 

Was sind Liquiditätsrisiken?

Unter dem Liquiditätsrisiko versteht man das Risiko, dass Sie sich nicht jederzeit zu angemessenen Preisen von einer Anlage trennen können. Wenn bestimmte Effekten und Derivate gar nicht oder nur schwierig und zu einem stark reduzierten Preis zu verkaufen sind, spricht man von einem illiquiden Markt. Die Gefahr der Illiquidität besteht insbesondere bei Titeln nicht kotierter oder gewisser niedrig kapitalisierter Aktiengesellschaften, bei Anlagen mit Verkaufsbeschränkungen (Sales Restrictions) und schliesslich bei gewissen strukturierten Produkten. 

Ist der Effektenhändler bei Finanzinstrumenten in alternative (nicht-traditionelle) Anlagen und in Schwellen- oder Entwicklungsländern (Emerging Markets) verpflichtet zu informieren? 

Nein

Welches sind die Rechten und Pflichten eines Anlegers bei Optionsgeschäften? 

  • Als Käufer einer Option dürfen Sie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt(Verfalltag) eine gewisse Menge eines Basiswerts zu einem vorbestimmten Preis(Ausübungspreis[Strike Price]) vom Verkäufer kaufen(Call-Option) oder diesem verkaufen(Put-Option). Der Preis, den Sie für dieses Recht bezahlen, heisst Prämie. 
  • Als Verkäufer(Schreiber) einer Option müssen Sie, unabhängig vom aktuellen Kurs des Basiswerts, dem Käufer den Basiswert bis zum Verfalltag zum Ausübungspreis verkaufen (Call-Option) oder den Basiswert zum Ausübungspreis vom Käufer kaufen (Put-Option), wenn er die Option ausübt. 

Was versteht man unter der Hebelwirkung beim Optionsgeschäft?

Der Preis der Option steht in enger Beziehung zum Basiswert. Jede Preisveränderung beim Basiswert löst eine stärkere Veränderung im Preis der Option aus (Hebelwirkung [Leverage-Effekt]). Damit partizipieren Sie überdurchschnittlich am Kursgewinn wie auch am Kursverlust des Basiswertes. 

Was sind amerikanische Optionen?

Sie können grundsätzlich bis zum Verfalltag an jedem Handelstag ausgeübt werden. 

Was sind europäische Optionen?

Diese können nur am Verfallstag ausgeübt werden, also an einem im Voraus bestimmten Termin. 

Wann wird in natura geliefert, wann bar bezahlt?

  • Bei Call-Optionen mit physischer Lieferung (physical settlement) können Sie verlangen, dass Ihnen der Verkäufer der Option (Schreiber) bei der Ausübung den Basiswert liefert. Bei Put-Optionen muss der Verkäufer Ihnen den Basiswert abkaufen. 
  • Sieht eine Option den Barausgleich (cash settlement) vor, steht Ihnen lediglich ein Geldbetrag zu. Dieser entspricht der Differenz zwischen dem Ausübungspreis und dem Tageskurs des Basiswerts. 

Wann ist eine Option im Geld (in the money)?

Eine Call-Option liegt im Geld (in the money), sobald der aktuelle Kurs des Basiswerts den Ausübungspreis übersteigt. Eine Put-Option liegt im Geld, wenn der aktuelle Kurs des Basiswerts unter den Ausübungspreis sinkt. Liegt eine Option im Geld, hat sie einen inneren Wert. 

Was ist eine Option aus dem Geld (out of the money)?

Eine Call-Option ist aus dem Geld (out of the money), sobald der aktuelle Kurs des Basiswerts unter den Ausübungspreis sinkt. Eine Put-Option ist aus dem Geld, wenn der aktuelle Kurs des Basiswerts den Ausübungspreis übersteigt. Sie hat in diesem Fall keinen inneren Wert. 

Wann ist eine Option am Geld (at the money)?

Deckt sich der Kurs des Basiswertes mit dem Ausübungspreis, liegt die Option am Geld (at the money) und hat somit keinen inneren Wert. 

Was bestimmt den Wert einer Option?

Der Preis einer Option hängt einerseits vom inneren WErt und andereerseits vom so genannten Zeitwert ab. Letzterer wird von verschiedenen Faktoren, ua.a. von der Restlaufzeit der Option und der Schankungsbreite (Volatitilität) des Basiswerts bestimmt. Der Zeitwert widerspiegelt die Chance einer Option, "ins Geld" zu kommen. Er ist grösser bei Optionen mit langer Laufzeit, mit hoher Volatitlität des Basiswerts und bei Optionen, die "am Geld" sind. 

Welche Arten von Optionen gibt es?

  • Warrants (Optionsscheine) sind Optionen in Wertpapierform verbrieft, die über oder ausserhalb der Börse gehandelt werden.
  • Exchange Traded Options sind nicht in Wertpapierform verbrieft, werden aber über die Börse gehandelt.
  • OTC (Over-the-Counter) Options sind weder als Wertpapiere ausgestellt noch an einer Börse handelbar. Sie werden ausserhalb der Börse zwischen Verkäufer und Käufer direkt vereinbart. Wollen Sie ein solchhes Geschäft vor dem Verfalltag aufheben (Glattstellung), müssen Sie mit Ihrer Gegenpartei ein entsprechendes Gegengeschäft abschliessen. OTC Options auf Edelmetalle und Währungen als Basiswerte werden als Standardprodukte öffentlich angeboten. "Massgeschneiderte" ("tailor-made") OTC Options werden hingegen für einzelne Anleger besonders geschaffen.

 

Was versteht man unter "Margendeckung"?

Verkaufen Sie eine Option, müssen Sie während der gesamten Laufzeit entweder die entsprechende Anzahl Basiswerte oder andere Sicherheiten hinterlegen. Die Höhe dieser Sicherheit (Marge) wird vom Effektenhändler festgelegt. Für Traded Options schreibt die Börse eine Mindestmarge vor.

ACHTUNG: Erweist sich die Margendeckung als ungenügend, kann der Effektenhändler von Ihnen weitere Sicherheiten verlangen (Nachschusspflicht[Margin Call]).

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