Anatomie Innere Klausur 18.01.16
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Flashcards
Was versteht man unter dem Begriff Phlebothrombose?
In welchen Körperregionen tritt sie meistens auf und wie wird sie daher auch genannt?
Einen thrombotischen Verschluss tiefer Venen.
In den Beinen (öfter im linken), deshalb wird sie auch Tiefe Beinvenenthrombose genannt.
Wiederholung aus Allgemeiner Krankheitslehre, Grundbegriffe:
primäre Prävention (vor Eintreten der Krankheit):
Ausschaltung als gesundheitsgefährdend geltender Faktoren, bevor diese wirksam werden können (z.B. Zähneputzen gegen Karies)
→ Neuauftreten einer Erkrankung verhindern
→ gesunde Personen ohne Krankheitssymptome
sekundäre Prävention (Ansatz ist das Frühstadium der Krankheit):
Sicherstellung einer frühestmöglichen Diagnostik und Therapie einer Erkrankung (z.B. Vorsorgeuntersuchungen)
→ Früherkennung von Krankheiten
→ Gesunde ohne Symptome werden durch diagn. Maßnahmen zu Pat.
tertiäre Prävention (nach Akutbehandlung oder Manifestation der Erkrankung):
Begrenzung von Krankheitsfolgen oder deren Ausgleich
(z.B. Rehabilitation)
→ Folgeschäden und Rückfälle verhindern oder Ausgleich der Beeinträchtigungen (Rehabilitation)
→ chronisch Kranke & Rehabilitanden
Was sind die Ursachen und Risikofaktoren für eine TVT? (s. Ursachen für Thrombose in AKL)
Wie bei allen Thrombosen ist auch bei der Phlebothrombose die Virchow-Trias:
Kombination aus Verlangsamung der Strömungsgeschwindigkeit, Wandveränderungen und Blutgerinnungsstörung entscheidend.
10. Erläutern Sie anhand der arteriellen Hypertonie primäre, sekundäre und tertiäre Prävention.
Nennen Sie dabei konkrete Beispiele.
primäre Prävention (vor Eintreten der Krankheit):
Wer? Jeder Mensch.
Wie? Bewusste Ernährung, kein/wenig Alkohol-, Koffein, Nikotin-, Drogenabusus,Stress reduzieren, regelmäßige Bewegung
sekundäre Prävention (Ansatz ist das Frühstadium der Krankheit):
Wer? Menschen aus Risikogruppen, älter >45 Jahre
Wie? RR- Messung, Anamnese, Vorsorgeuntersuchungen à Augenarzt, Blutfettetertiäre Prävention (nach Akutbehandlung oder Manifestation der Erkrankung):
Wer? Erkrankte
Wie? Regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks und der Medikation,
Untersuchung auf Folgeerkrankungen: Niere, Augen, Herz
→ Verbesserungen? (allgemeine Maßnahmen s.o. z.B. Entspannungsübungen etc.)
Welche Symptome deuten auf eine TVT hin?
- Typische Symptome :
Ödeme am Fußknöchel/Unterschenkel oder ganzem Bein
Gerötete oder livide (lila gefärbte), gespannte Haut
Spannungsgefühl und/oder Schmerzen in Fuß/Wade/Kniekehle,
die sich bei Hochlagerung verbessern
Wärmegefühl und/oder Überwärmung des betroffenen Beines
Weitere Warnhinweise :
Erweiterung der Oberflächlichen Venen am Unterschenkel
Kletterpuls (Mahler-Zeichen, starke Zunahme der Pulsfrequenz)
Subfibrile Temperaturen (noch nicht Fieber)
8. Welche Komplikationen können im Verlauf auftreten? (Art. Hypertonie)
50- 60 % entwickeln frühzeitig eine Arteriosklerose mit entsprechenden Folgeerkrankungen.
→ arterieller Hypertonus gilt somit als Gefäßrisiko 1. Ordnung!
Kardiovaskuläre Komplikationen: Todesursache für 2/3 der Hypertoniker:
KHK mit Herzinfarkt
Schlaganfall (ischämisch & hämorragisch)
pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit)
Bauchaortenaneurysma mit Aortenruptur
Niereninsuffizienz (25 % der Dialysepatienten haben ursächliche Hypertonie)
Linksherzhypertrophie und Linksherzinsuffizienz
Retinopathie mit Sehverlust
Welche beiden schweren Komplikationen können auftreten? (Tiefe Beinvenenthrombose)
Gefahr einer Lungenembolie (in 10-30% der Fälle)
Entwicklung eines postthrombotischen Syndroms (chronische Rückflussstauung in Extremitäten + Dekompensation, wenn der Körper nicht mehr in der Lage ist den Defekt auszugleichen)
7. Warum ist eine gute Einstellung des Blutdrucks prognostisch so wichtig?
Organschäden (bei ca. 40 % der unbehandelten Hypertoniker nach 7- 10 Jahren)
verkürzte Lebenserwartung (durchschnittlich 10- 20 Jahre)
Welche diagnostischen Verfahren werden angewandt? (TVT)
- Farbdoppler-Sonographie
Computer- und Magnetresonanztomographie (CT und MRT) selten
Phlebographie heute seltener
Untersuchung auf Erbkrankheiten mit erhöhter Gerinnungsneigung
6. Welche allgemeinen Maßnahmen wirken sich günstig auf den Blutdruck aus? Nenne 7.
Gewichtsreduktion/ - normalisierung
ausgewogene Ernährung (salzarm hilft bei ca. 30% der Hypertoniker)
und viel trinken
Rauchen einstellen
Kaffee- und Alkoholgenuss einschränken
regelmäßige körperliche Bewegung als Ausdauertraining, (reines Krafttraining ungünstig)
Stressabbau durch z.B. Entspannungstechniken/ -übungen erlernen und anwenden
(Medikamente sind in den meisten Fällen notwendig)
Welche Laboruntersuchung kann entscheidungsführend sein? (TVT)
Messung der D-Dimere (bestimmte Abbauprodukte, die während der Entstehung und Auflösung von Blutgerinnsel entstehen) à fehlen sie kann eine TVT ausgeschlossen werden
4. Welche Informationen sollten in der Anamnese bei art. Hypertonie erfragt werden?
Symptome
familiäre Disposition:
(Hypertonie, Herzinfarkt, Apoplex, Nierenerkrankungen)
Schlafapnoe
Medikamente
Konsum von Nikotin, Alkohol, Koffein, Drogen
Protokoll der RR- Selbstmessungen
3. Welche Symptome sprechen für einen art. Hypertonie?
-> lange Zeit asymptomatisch --> Zufallsbefund
Schwindel, Nervosität
Gerötetes Gesicht
Nasenbluten, Ohrensausen
Herzklopfen, Belastungsdyspnoe (Atemnot unter Belastung)
Welche drei Säulen bestimmen die Therapie? Worauf ist zu achten? (TVT)
sofortige Antikoagulation: Behandlung zur Hemmung der Blutgerinnung durch bestimmte Medikamente z.B. Heparin à zur Auflösung des Thrombus
sofortige Kompressionsvbehandlung: muss exakt angepasst werden zunächst Verband wenn Bein angeschwollen ist, dann Strumpf (Klasse 2/3)
verbessert den Blutrückfluss
Früh Mobilisation bzw. hochlagern --> verbessert den Blutrückflus
--> Ruhig halten nur wenn ein freier Thrombus diagnostiziert wurde um Embolisierung zu vermeiden, nach Heparinisierung à Mobilisation
5. Nennen Sie 3 Ursachen für eine sekundäre Hypertonie und
6 Risikofaktoren für eine primäre.
Eine primäre Hypertonie = essentiell / idiopathisch hat keine erkennbare andere Ursach.
Eine sekundäre Hypertonie wird durch andere Erkrankungen ausgelöst.
Die primäre Hypertonie ist häufiger ( 90%)
Risikofaktoren für primäre Hypertonie :
Genetische Disposition
Alter, Geschlecht
Adipositas
Bewegungsmangel
Stress
Hoher Kochsalzkonsum
Ursachen für sekundäre Hypertonie(10%):
Nierenerkrankungen
medikamentös z.B. Kortison, NSAR, Anti-Baby-Pille, Psychopharmaka
endokrin = hormonell z.B. Cushing-Syndrom, Hyperthyreose, Schwangerschaft
Schlaf-Apnoe-Syndrom
Wann spricht man von einer hypertensiven Krise?
bei Blutdruckwerten >230/120 mmHg
Welche Gefahren bestehen bei stark erhöhtem Blutdruck?
Es drohen schwerste cerebrale oder kardiovaskuläre Schäden,
z.B. Hirnblutungen, akute Linksherzinsuffizienz, Aortenruptur.
Was versteht man unter Weisskittelhypertonie?
Der Blutdruck ist in der Praxis erhöht (Arzt trägt weissen Kittel) aber zu Hause im Normbereich.
1. Welche RR-Werte sind normal, ab wann besteht eine Hypertonie?
Normal: 120/80 mmHg
Hypertonie: ab 140/90 mmHg
10. Wie kann ein Pat mit KHK seine Prognose verbessern? Sechs Maßnahmen beschreiben
Verminderung der Risikofaktoren:
mehr Bewegung
weniger Stress --> Entspannungsübungen, Yoga, Autogenes Training;
Reduzierung von Übergewicht à langsam durch dauerhafte Ernährungsumstellung
ausgewogenen Ernährung: Mediterane Kost: Olivenöl und Gemüse; wenig tierische Fette
Rauchen aufhören
keine Drogen
gute Einstellung von Vor- bzw. Begleiterkrankungen:
Diabetes Mellitus
arterielle Hypertonie
Hypercholesterinämie
9. Welche beiden invasiven Methoden zur Revaskularisierung bei KHK kennen Sie?
Minimal-invasiv: PTCA (percutan transluminale coronare Angioplastie)
= PCI (percutane coronare Intervention)
Revaskularisierung über Herzkatheter in den Koronarien meist mit Stent-Implantation
Operativ: Aortokoronare Bypass- OP (ACB)
arterielle Überbrückung z.B. mit A. thoracica interna
venöse Überbrückung = Aortokoronarer Venenbypass (ACVB)
Revaskularisierung ist das Mittel der Wahl um Nekrosen des Myocards zu vermeiden.
8. Mit welchem diagnostischen Verfahren kann die Diagnose KHK gesichert werden
und ggf. zeitgleich auch eine Therapie durchgeführt werden?
Koronarangiograpie (Goldstandard) invasive Diagnostik zur genauen Darstellung der Koronarien, es kann gleich mit der Therapie begonnen werden:
Revaskularisation (PTCA – meist in Form einer Stent-Implantation)
weitere Diagnosemethoden:
– Anamnese: Symptome (Schmerzen, Auslöser, Dauer, kardiovaskuläre Risikofaktoren)
– Ruhe EKG
– Labor: Herzenzyme – Troponin
– Belastungs EKG (nicht beim frischen Infarkt)
– Echokardiograpie
7. Welche Komplikationen können in den ersten 48h nach einem Herzinfarkt auftreten,
welche danach? Nennen Sie jeweils drei.
Frühkomplikationen:
– plötzlicher Herztod
– Herzrhythmusstörungen bis Kammerflimmern
– akute Herzinsuffizienz: kariogener Schock, Lungenödem
– evtl. akute Mitralinsuffizienz, wenn Papillarmuskel betroffen und Segelklappe abreißt
– bei großen Infarkten: evtl. Ruptur der Herzwand mit Herzbeuteltamponade
Spätkomplikationen:
– Herinsuffizienz
– Herzrhythmusstörungen
– Bildung eines Herzwandaneurysmas
-->Pumpschwäche und Gefahr von Embolien aus dem Herzen
– anhaltende oder rezidivierende AP
– Infarktrezidiv
6. Warum sollte bei einem Pat mit V.a. auf einen Herzinfarkt sofort der Notarzt
alamiert werden?
Ein Herzinfarkt ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der in 10% tödlich verläuft
da in den ersten Stunden lebensbedrohliche Komplikationen auftreten können
1. Welche vier Symptome können Hinweis auf einen Herzinfarkt geben?
instabile Angina pectoris
Dyspnoe, Erstickungsgefühl/Todesangst
kalter Schweissausbruch sowie fahle, blasse Haut
Schwindel, Übelkeit, Erbrechen
evtl. Synkope (Kreislaufkollaps)
Labor --> Troponin ↑
EKG --> Initialhebung der ST-Strecke
Was veranlassen Sie bei einem Patienten mit einer instabilen AP?
lebensbedrohlicher Zustand/Notfall -> Notruf!!!
Wie kann eine stabile AP von einem Herzinfarkt abgegrenzt werden?
stabile AP tritt regelmässig durch bestimmte Auslöser auf und klingt nach 5-15 min. in Ruhe
oder 1-2 min. nach Gabe von Nitraten (Nitrolingualspray --> unter Zunge) ab
Durch was kann diese ausgelöst werden? (Angina Pectoris)
körperliche oder physische Belastung, schwere Mahlzeiten
Kälte, Wetterumschwung
Tachykardie
Anämie bzw. Aufenthalt in grossen Höhen (O2-Mangel)
Was versteht man unter Angina pectoris (AP)?
--> Kardinalsymptom der KHK
Brustenge mit Schmerzen, Druckgefühl hinter dem Brustbein – evtl. Ausstrahlung in linken Arm (oft), Schultern und Hals, z.T. auch rechten Arm, Unterkiefer und Zähne
Man unterscheidet nach der Häufigkeit, mit der sie eine KHK begünstigen, Hauptrisikofaktoren und weitere Faktoren. Nennen Sie jeweils 5. Welche Faktoren sind jeweils Beeinflussbar?
weitere Faktoren:
weitere Faktoren
· Bewegungsmangel
· Übergewicht, Adipositas (v.a. Bauchfett)
· Stress
· fettreiche Kost mit viel Fleisch
· Blutgerinnungsneigung ↑ (Hyperfibrinogenämie)
· Entzündungszustände mit hohem CRP (evtl. auch bei Parodontitis)
· Drogen (z.B.: Kokain, Marihuana)
Man unterscheidet nach der Häufigkeit, mit der sie eine KHK begünstigen, Hauptrisikofaktoren und weitere Faktoren. Nennen Sie jeweils 5.
Hauptrisikofaktoren:
Hauptrisikofaktoren
· Genetik
· Alter
· Geschlecht
· metabolisches Syndrom
o Hypercholesterinämie
o art. Hypertonie
o Diabetes mellitus
· Rauchen
Warum ist die KHK gesundheitspolitisch sehr bedeutungsvoll?
häufigste Todesursache in Industrieländern (20%)
30% der ♂ und 15% der ♀ erkranken an KHK
In welchen drei Formen kann sich eine KHK klinisch erstmals zeigen?
Angina pectoris/AP (40%)
akutes Koronarsyndrom/ACS (50%) à Herzinfarkt und instabile AP
plötzlicher Herztod (10%)
Auf welchem Pathomechanismus beruht er? (KHK)
Arteriose/Verkalkung der koronaren Herzkrankgefässe
Stenosen führen zu Missverhältnis zw. O2-Angebot und –Bedarf im Herzmuskel
--> Myocardischämie
Was bedeutet der Begriff KHK?
KHK = koronare Herzkrankheit
9. Wie können Sie einem Patienten im Asthmaanfall helfen? (4 Maßnahmen)
Ruhe bewahren
Notfallmedikamente geben, wenn Pat. seine eigenen Med. dabei hat
falls möglich Allergen Kontakt ausschalten, z.B. sich von Tieren, Pflanzen entfernen
Atmen erleichternde Sitzhaltung
Lippenbremsen: verlängerte Exspiration und verhindert Kollabieren der Bronchien
Evtl. Notarzt rufen
Was sollte ein Patient mit bekanntem Asthma immer dabei haben?
Einen Asthmaspray, allg. Notfallmedikamenten, Kortison, es entspannt die Bronchien.
8. Auf welchen Säulen beruht die Therapie bei Asthma?
Was ist Ziel der Therapie?
Ziel:
Vermeiden von Auslösern, ggf. Hyposensibilisierung
Medikamentöse Therapie, im 4 Stufen-Schema mit Cortison
Nicht-Medikamentöse Maßnahmen: z.B. Atemschulung, Entspannungsverfahren
Selbstmanagement (Peak Flow)
Ein normales Leben zu führen trotz Asthma
7. Wie ist die Prognose bei Asthma?
Ausheilung bei Kindern in > 50% , bei Erwachsenen in 20%
in 40% deutliche Besserung
Lebenserwartung und Qualität hängt entscheidend von einer konsequenten Therapie ab
6. Durch welche Untersuchungen lässt sich die Diagnose bei Asthma sichern?
Im Symptom freien Intervall können alle Befunde unauffällig sein:
Anamnese: Auslöser, Häufigkeit und Dauer...
Auskultation: Giemen und Brummen, bei Überblähung: stille
Lungenfunktion: FEV1(= 1 Sekundenvolumen bei schneller Ausatmung) vermindert
Labor: vermehrt IgE bei allergischem Asthma, Entzündungszeichen
Allergiediagnostik: Prick-Test: Allergene in die Haut gekratzt
inhalativer Provokationstest: Inhalation der Allergene