Analgetika

Analgetika

Analgetika


T. B.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über Analgetika und deren Wirkmechanismen auf Universitätsniveau. Sie behandeln verschiedene Substanzen wie COX-Hemmer, NSAR, und Opioide, sowie deren Auswirkungen auf Thrombozyten, Niere und Endothel. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die sich auf Prüfungen vorbereiten, da sie detaillierte Informationen zu Wirkungen, Indikationen und unerwünschten Arzneimittelwirkungen bereitstellen.
Flashcards
8
Students
5
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
11.12.2014 / 30.03.2020

Flashcards

Entstehung von Schmerz

Verarbeitung in der Peripherie

- Erregung von Nozizeptoren auf C- und Adelta-Fasern durch verschiedene Stimuli (Temp. Entzündung,...)

- Freisetzung von sich gegenseitig verstärkenden Mediatoren:

- Na, K, H, TNFalpha, IL-1beta, Substanz P, Bradykinin, Histamin, Prostaglandine

- Depolarisierung der Membran -> Auslösen von Aktionspotentialen

 

Pharmakologische Angriffspunkte in der Peripherie:

- COX-Hemmer inhibieren die PGE2-Synthese

- Lokalanästhetika hemmen Na-Kanäle

- Capsaicin desensibilisiert den TRPV1-R / Vanilloid-Rezeptor

- Opioide hemmen die Sensibilisierung des Vanilloid-Rezeptors

 

Verarbeitung im ZNS

- AP -> Öffnung spannungsabh. Ca-Kanäle -> Freisetzung von Glu und Substanz P

- postsynaptisch Erregung von AMPA- und NMDA-Rezeptoren

- Verstärkung der NMDA-vermittelten Erregungsübertragung durch Zytokine (aus Mikroglia) und Prostaglandine

- Reduktion der Glutamat- / Substanz-P-Freisetzung über absteigendes antinozizeptives System

- präsynaptische Opioid- und alpha2-Rezeptoren

 

Pharmakologische Angriffspunkte im ZNS

- Opioide über präsynaptische spinale und zentrale Opioid-Rezeptoren -> Hemmung Freisetzung Neurotransmitter

- Cyclooxygenase-Hemmer: Sensibilisierung von NMDA-Rezeptoren nimmt ab

- Ketamin: NMDA-Rezeptor-Block

- Lokalanästhetika: Na-Kanal-Block

- Flupirtin: Öffnung von K-Kanälen

- Ziconotid: Blockade präsynaptischer Ca-Kanäle -> Neurotransmitter-Freisetzung nimmt ab

Nicht-Opioid-Analgetika

Wirkmechanismus

- Hemmung der COX

- weitere, noch unbekannte (zentrale) Mechanismen

Wirkungen

- analgetisch (über COX-Hemmung verminderte Prostaglandin-induzierte Hyperalgesie)

- antipyretisch (PGE verstellt Sollwert im Hypothalamus)

- antiphlogistisch (nur ASS, NSAR)

- nur saure Substanzen können sich im sauren Entzündungsgewebe anreichern!

- Thrombozyten-Aggregationshemmung (nur ASS)

- Thrombozyten produzieren Thromboxan A2 -> vermittelt Vasokonstriktion

- Thrombozyten besitzten keinen Zellkern - können COX nicht nachproduzieren

- Endothel produziert Prostacyclin -> hemmt Thrombozytenaggregation und kann vom Endothel nachproduziert werden

--> Verschiebung des Gleichgewichts in Richtung Prostacyclin

 

 

 

Nicht-Opioid-Analgetika

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen

- allergische Reaktionen

- Prostaglandine sinken, Leukotriene steigen (über LOX)

- Leukotriene bewirken Vasokonstriktion, Bronchiokonstriktion, Exsudation, Chemotaxis

- allergisch/toxische Knochenmarksschädigung

- unabh. von COX-Hemmung, Risiko: 1:1.000.000, Mortalität 10%

- ZNS-Störungen (Kopfschmerz, Schwindel, Hör- und Sehstörungen)

- gastrointestinale Störungen (Ulcera)

- PGE schützt Magenschleimhaut

- Prophylaxe: Protonenpumpenhemmer

- Nierenfunktionsstörungen (Na-H2O-Retention, Diurese nimmt ab, Nierenversagen -> Analgetika-Niere)

- Autoregulation der Niere: Aufrechterhaltung der Nierenperfusion durch vermehrte PG-Freisetzung

- durch COX-Hemmung Unterbrechung der Autoregulation, Verschlechterung der Nierenfunktion

- Analgetika-Niere: nach jahrelanger Einnahme, v.a. nach hohen Dosen, begünstigend Kombinationspräparate mit psychotrop wirkenden Substanzen (Codein, Coffein)

- Hepatotoxizität

- erhöhte Blutungsneigung

- Schwangerschaft: Wehenschwäche, MDT-Blutungen beim Feten, vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus Botalli

- PGE und PGI an Offenhaltung des Ductus arteriosus Botalli beteiligt

Neutrale und schwach basische Analgetika

Pyrazolone

Substanzen

- Phenazon, Prophyphenazon

- Metamizol (höchste analgetische Potenz aller Nicht-Opioid-Analgetika)

 

Wirkung

- analgetisch

- antipyretisch

- Metamizol gering spasmolytisch

 

Nebenwirkungen

- allergische Reaktionen

- allergisch/toxische Knochemarksschädigung

- Metabmilzol schnell i.v. Blutdruckabfall, Kreislaufschock

- Interaktionen mit anderen Pharmaka: Plasmaproteinbindung, Metabolisierung, tubuläre Sekretion

 

Indikationen

- keine Anwendung als Routine-Medikamente

- bei ischämischen Schmerzen, präfinalen Schmerzen, postoperativ, insbesondere von Hohlorganen

Neutrale und schwach basische Analgetika

Anilin-Derivate

Substanzen

- Paracetamol

- Phenacetin

- 1986 außer Handel aufgrund interstitieller Nephritis (Phenacetin-Niere) und Methämoglobinbildung bei Säuglingen und Kleinkindern

Wirkung

- analgetisch

- antipyretisch

UAW

kurzzeitige/akute Gabe, therapeutische Dosen

- allgemein gut verträglich

- allergische Reaktionen

- G6P-DH-Mangel -> hämolytische Anämien

langdauernde Zufuhr

- Kopfschmerzen

- Anämie, schmutziggraublaue Zyanose

- interstitielle Nephritis, Nierenpapillennekrosen

- erhöhtes Risiko für Urothelkarzinome

Intoxikation

- 12-20g, bei vorgeschädigter Leber ab 4g

- Paracetamol-Inaktivierung in therapeutischen Dosen durch Glucuronidierung (55%) und Sulfatierung (30%)

- bei Intoxikation vermehrt Entstehung reaktiver Metabolite über das CYP-System

- Entgiftung bis zur Erschöpfung der Reserven durch Konjugation mit Glutathion

- nach Erschöpfung der Glutathion-Reserven -> Leberzellschädigung, sekundär Nierenversagen

- Therapie: N-Acetylcystein (ACC): Bereitstellung von -SH-Gruppen

Saure Analgetika und Säureantiphlogistika

Acetylsalicylsäure

Wirkung

- irreversible Hemmung der COX (Acetylierung)

- Thrombozyten-Aggregationshemmung (ab 30mg)

- analgetisch, antipyretisch (0,5-3g)

- antiphlogistisch (2-4g), da erst bei dieser Konzentration COX2 gehemmt wird

UAW

- allergische Reaktionen (Urtikaria, Asthma bronchiale etc.)

- ZNS-Störungen (Schwindel, Ohrensausen)

- GI-Störungen (Ulcera)

- Nierenfunktionsstörungen (Na/H2O-Retention, Diurese nimmt ab, akutes Nierenversagen)

- Hepatotoxizität

- erhöhte Blutungsneigung (Thrombozyten-Aggregationshemmung, in hohen Dosen Hemmung der Synthese von Gerinnungsfaktoren)

- Hyperurikämie (in niedrigen Dosen Kompetition mit Harnsäure um Sekretionstransporter)

- in hohen Dosen Überwiegen der Hemmung der Harnsäure-Rückresorption -> urikosurische Wirkung

- Schwangerschaft: Wehenschwäche, MD-Blutungen beim Feten, vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus Botalli

- Reye-Syndrom bei Kindern, v.a. nach Influenza/Varizellen-Infektionen (Enzephalopathie + fettige Leberzelldegeneration)

- Intoxikation: >8-10g

- Hyperventialtion mit respiratorischer Alkalose, dann metabolische Azidose

Indikation

- Analgetikum

- Antipyrektikum

- Thrombozyten-Aggregationshemmung

Saure Analgetika und Säureantiphlogistika

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

Substanzen

Anthranilsäure-Derivate

- Mefenaminsäure

Arylpropiosäure-Derivate

- Ibuprofen

- Dexibuprofen

- Ketoprofen

- Dexketoprofen

- Naproxen

Arylessigsäure-Derivate

- Indometacin

- Diclofenac

Oxicam-Derivate

- Piroxicam

- Meloxicam

 

Wirkung

- reversible, unselektive Hemmung der COX

 

Indikationen

- rheumatische Erkrankungen

- nicht-rheumatische Entzündungen und Schwellungen

- akuter Gichtanfall

- Ibuprofen in niedriger Dosierung auch als Analgetikum/Antipyretikum

 

UAW

- wie ASS

Selektive COX2-Hemmer

COX-1

- konstitutiv exprimiert

- TXA2 (Thrombozyten)

- Prostacyclin (Endothel)

- PGE2 (Niere, Magen)

COX-2

- Entzündungsstimulus

- Schmerz

- Entzündung

- Fieber

 

Hemmung

vorwiegend COX-1: ASS, Indometacin, Piroxicam

COX-1/COX-2: Ibuprofen, Diclofenac

eher COX-2: Meloxicam

 

Substanzen

- Celecoxib

- Etoricoxib

- Parecoxib

 

Wirkung

- reversible, selektive Hemmung der COX-2

- analgetisch, antipyretisch

- antiphlogistisch/antirheumatisch

- keine Thrombozyten-Aggregationshemmung

 

Indikationen

- rheumatische Erkrankungen

- nicht-rheumatische Entzündungen und Schwellungen

- postoperative Schmerzen

- akute Gichtarthritis

 

UAW

- im Vergleich zu konventionellen NSAR seltener GI-NW (Ulcera)

- Na/H2O-Retention -> Ödeme, Bluthochdruck, Verschlechterung bestehende Niereninsuffizienz

- erhöhte kardiovaskuläre Mortalität (Myokardinfarkt, Apoplex, gilt aber auch für andere NSAR außer ASS und Naproxen)

Study