Alzheimer
Arzneimittelkenntnisse Assistenzjahr Pharmazie 2012/13, Universität Basel
Arzneimittelkenntnisse Assistenzjahr Pharmazie 2012/13, Universität Basel
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Cartes-fiches
Psychoaktive Substanzen: z.B. • Hypnotika, Sedativa (v.a. hohe Dosen und langwirksame Substanzen) • Analgetika: v.a. Opioide • Neuroleptika: (v.a. bei starker anticholinerger Wirksamkeit; z.B. Chlorpromazin, Clozapin) • Antidepressiva: v.a. Trizyklische-AD • Antiepileptika • Anti-Parkinsonika Nicht-psychoaktive Substanzen: • Antibiotika (z.B. Penicillin, Cephalosporin, Chinolone) • Kortikosteroide • Kardiovaskuläre Arzneimittel: (z.B. Digoxin, Klasse-1A-Antiarrhythmika, ACEH,...) • Theophyllin
I. Degeneration von Neuronen; Atrophie des Gehirns II. Bildung von Betaamyloid-Plaques III. Intraneuronale Aggregation der hyperphosphorylierten Tau-Proteine zu unlöslichen neurofibrillären Bündel -> Cholinerges Defizit -> Pathologisch erhöhte Glutamatkonzentration
Aricept und Generika (Donepezil): HZW 70 - 80 h, Metabolismus via CYP 3A4 und 2D6. Reminyl (Galantamine): HWZ 7 - 11 h, Metabolismus via CYP 3A4 und 2D6. Exelon (Rivastigmin) Liste!: HWZ 5 h, nicht hepatischer Metabolismus.
Axura (Memantin) und Ebixa (Memantin): HWZ 60 - 100 h, nicht hepatischer Metabolismus. Memantin wird erst bei mittelschwerem Alzheimer eingesetzt.
Donepezil, Acetylcholinesterasehemmer. Vor dem Schlafen gehen. Dosistitration nach 1 Monat.
Galantamin, Acetylcholinersterasehemmer. Morgens mit der Nahrung. Dosistitration all Monat.
Rivastigmin, Acetylcholinesterasehemmer. X-x-x-0 mit der Nahrung. Dosistitration alle 2 Wochen.
Einzige Demenz, welche etwas therapiert werden kann. Es ist eine chronisch-progressive neurodegenrative Erkrankung mit einem schleichenden Beginn, wobei die Gedächtnisleistung eingeschränkt wird und viele nicht-kognitive, psychiatrische Störungen auftreten. Einher geht eine Einschränkung im täglichen Leben.
Aricept und Generika (Donepezil), Reminyl (Galantamine), Exelon (Rivastigmin). · ACh-Synthese aus Acetyl CoA und Cholin (via Cholin-Acetyltransferase) · Speicherung des ACh in Vesikel und Abgabe in den synaptischen Spalt: o postsynaptisch: Neurotransmission o präsynaptisch: Autoregulation · Acetylcholinesterase hydrolysiert ACh zu Acetat und Cholin (präsynaptische Cholin-Wiederaufnahme); · Acetylcholinesterase-Inhibitoren reduzieren die Degradation von Ach o Erhöhung der Konzentration im synaptischen Spalt und o Erhöhung der postsynaptischen ACh-Wirkung.
Aricept und Generika (Donepezil), Reminyl (Galantamine), Exelon (Rivastigmin). dosisabhängig --> Titration! · GIT UAW: o Nausea, Erbrechen o Diarrhoe o Abdominale Schmerzen o Gewichtsreduktion, ... · Neurologische UAW: o Somnolenz, Insomnie o Schwindel, Synkopen o Kopfschmerzen o Konvulsionen o Tremor, EPS ... · Verhalten UAW: o psychiatrische Störungen, aggressives Verhalten, Agitation, ... · Andere UAW: o grippale Symptome, Inkontinenz, Bradykardie, Bronchospasmus, …
Aricept und Generika (Donepezil), Reminyl (Galantamine), Exelon (Rivastigmin). · Beachte UAW: o Bradykardie (Risiko bei Medis mit QT-Verlängerung), Konvulsionen, … · Anticholinergika: Reduktion der Wirksamkeit und Verstärkung der Symptomatik (Bsp. Demenz, Harninkontinenz, Parkinsonsymptome,...) · Pharmakokinetische IA: o Donepezil und Galantamin werden über CYP450 3A4 und 2D6metabolisiert; nicht so Rivastigmin unter Rivastigmin sind weniger IA zu erwarten. · IA mit Anästhetika: vor Operationen absetzen.
Z.B. Axura (Memantin) dosisabhängig --> Titration · Zentrale Stimulierung (Halluzinationen, Verwirrung); Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit; Verstärkte Libido · Muskulärer Hypertonus, Konvulsionen · Erbrechen
Z.B. Axura (Memantin) · Bedenke UAW: Konvulsionen · Verstärkte Wirkung von: o dopaminergen Agonisten und Anticholinergika · Verminderte Wirkungen von: o Barbituraten und Neuroleptika Orale Antikoagulantien
Wirkungsweise NMDA-Rezeptor - Antagonist?
1) Beim Gesunden:
– Ruhezustand: Glu-Rezeptor (= NMDA-Rezeptor) ist durch Mg 2+ -Ionen blockiert.
– Aktionszustand: Ausschüttung von Glutamat. Verdrängung des Mg 2+ aus dem Rezeptorkanal -> Ca 2+- Einstrom.
2) Beim Alzheimerpatient:
– Gestörte Glu-Freisetzung und -Aufnahme. Auch im "Ruhezustand" ist Glutamat im synaptischen Spalt-> Mg 2+ -Blockade wird aufgehoben -> dauerhafter Ca 2+- Einstrom -> normales Signal wird nicht «wahrgenommen» und Neuron geschädigt 3) Memantine – Blockade des NMDA-Rezeptorkanals -> postsynaptische Nervenzelle wird vor dauerndem Ca2+-Einstrom geschützt.
– Bei einem Aktionspotential erhöht sich kurzfristig die Glutamat-Freisetzung -> Freigabe des NMDA-Rezeptors und Einstrom von Ca2+-Ionen.