AIIT - Vorlesung 12

Varianten- und Komplexitätsmanagement

Varianten- und Komplexitätsmanagement


Julia Bolewski
Diese Karteikarten behandeln das Thema Variantenmanagement und Komplexität im universitären Kontext. Sie konzentrieren sich auf die Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Variantenbildung, insbesondere in der Produktionsplanung und -steuerung. Die Karteikarten beleuchten die Auswirkungen auf IT-Systeme wie ERP, PPS, PDM und CAD, sowie die Methoden zur Komplexitätsreduzierung. Sie richten sich an Studierende und Fachleute, die sich mit der Optimierung von Produktionsprozessen und der Bewältigung von Variantenvielfalt auseinandersetzen.
Cartes-fiches
19
Utilisateurs
1
Langue
Allemand
Catégorie
Informatique
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
22.02.2013 / 11.07.2013

Cartes-fiches

Allgemeine Definition von Variante?

 

/DUDEN FREMDWÖRTERBUCH, 2001/ „Variante: 1. leicht veränderte Art, Form von etwas, Abwandlung, Abart, Spielart. 2. […] 3. […]“   /UNIVERSALLEXIKON, 2004/ „Variante: veränderte Form, Abart, Spielart.“   /DIN 199, TEIL 2/ „Varianten: Gegenstände ähnlicher Form oder Funktion mit einem in der Regel hohen Anteil identischer Gruppen oder Teile“  

Allgemeine Definition von Komplexität?

 

DUDEN FREMDWÖRTERBUCH, 2001/ „Komplexität: 1. Gesamtheit aller Merkmale, Möglichkeiten (z. B. eines Begriffs, Zustandes). 2. Vielschichtigkeit“   /UNIVERSALLEXIKON, 2004/ „komplex: 1. vielfältig zusammengesetzte Einheit, Gesamtheit; Fläche, Gebiet, Bereich. –komplex, vielfältig zusammengesetzt, verwickelt. 2. […]“ 8  

Welche Problematik kann durch Variantenbildung entstehen? (Anreize - Auswirkungen - Schwächen)

 

Anreize für Unternehmen zur Erhöhung der Produktvielfalt
  • Erschließung von Nischen im Markt mit neuen Produkten u. Produktvarianten
  • Schaffung kundenindividueller Produkte bzw. Lösungen
  Auswirkungen:
  • Häufig Erhöhung der Vielfalt an Bauteilen und Komponenten
  • Dadurch oft erheblicher Zuwachs an Komplexität im Produkt u. in Geschäftsproz.
  • Begleitet durch negative Entwicklung von Kosten und Produkt- u. Prozessqualität

 

Schwächen
  • Fehlende Ziele hinsichtlich der Vielfalt
  • Unzureichendes Variantencontrolling
  • Mangelnder Einsatz von intelligenten Werkzeugen und Methoden zur Beherrschung der Komplexität
  • Oftmals nur Insellösungen für kleine Unternehmensteile, aber keine ganzheitlichen Maßnahmen für globale Wertschöpfungsketten/-netze
   

Welche Varianzarten gibt es? 

 

Technische Varianten
  • Geometrievarianten
  • Materialvarianten
  • Technologievarianten
Strukturelle Varianten
  • Variierende Zuordnung von Komponenten
  • Beispiele: Farbwahl, Unterschiedliche Anzahl an optionalen Komponenten (Kopfstützen an Rücksitzbank im Automobil)
 

Verdeutliche die Varianz bezogen auf die Funktion an einem Beispiel. Welche Probleme können entstehen?

 

Beispiel: Schweizer Taschenmesser   Probleme:

  • Nicht alle Funktionen sind miteinander in einem Produkt kombinierbar.
  • Ursachen können ein begrenzter Bauraum, eine geringe Rechenleistung oder Energieversorgung oder funktionale Inkompatibilitäten sein.

 

Verdeutliche die Varianz bezogen auf Bauformen an einem Beispiel. Welche Probleme können entstehen?

Beispiel:

BWW 3er Baureihe

 

Problem

  • Nicht nur die sichtbaren Komponenten unterscheiden sich. Oft ist eine Anpassung vieler nicht sichtbarer Komponenten zusätzlich erforderlich.

 

Verdeutliche die Varianz bezogen auf Erscheinungsformen an einem Beispiel. Welche Probleme können entstehen?

Beispiel:

iPod nano:

 

  • Unterscheidung der Geräte durch unterschiedliche Farbgebung
  • Funktional und baulich sind sich die Gerät ähnlich bzw. gleich
Probleme:
  • Erweiterung der Farbpalette kann schnell zu vielen Varianten führen
  • In der Fertigung müssen Farben u. Werkzeuge entsprechend geplant werden
  • Montage darf nur bestimmte Farben f. Gehäuse u. Bedienteil kombinieren
  • Anmerkung: Zuvor wurde nur die Trendfarbe weiß angeboten und von vielen Kunden als Markenzeichen verstanden.
 

 

Was erhöht sich mit steigender Varianz meist mit? (z.B.bei er Fahrzeugkonfiguration)

Mit steigender Varianz steigt meist auch:

  • die Komplexität des Angebotsspektrums an
  • die Verschwendungsfaktoren an
    • Längere Wartezeiten
    • Überproduktion
    • Unnötige Bewegungen
    • Unnötige Transporte
    • nicht erforderliche Bestände
    • Produktfehler und Produktionsdefekte
    • zusätzlicher Flächenbedarf

Was ist unter Kommunalitäten zu verstehen?

 

Kommunalitäten (Gemeinsamkeiten) können bzgl. Teileverwendung, geometrischer Ausprägung von Baugruppen oder Teilen, Funktionsweise, Materialwahl, Fertigungsverfahren oder den Kosten, Zulieferern, Märkten etc. bestehen.  

Was ist unter Komplexitäts- und Variantenmanagement zu verstehen?

 

Komplexitäts- und Variantenmanagement als  ganzheitlicher Ansatz im Unternehmen zur Beherrschung eines vielfältigen Produktspektrums

Was sind die Ziele des Komplexitäts- und Varaintenmanagements?

 

  • Erhöhung der Produktvielfalt zur gezielten Steigerung des Kundennutzen
  • Umsetzung geringeren Kosten trotz gesteigerter Produktvielfalt
  • Verbesserung der Geschäftsprozesse in Produktplanung, Entwicklung, Beschaffung, Logistik, Produktion, Montage, Vertrieb, After-Sales, etc.
  • Reduzierung, Vermeidung und Handhabung von Komplexität
 

Wie könnten Maßnahmen zur Komplexitätsreduzierung aussehen?

 

  • Zielsetzung: Hinreichend vielfältiges Angebotsspektrum mit möglichst geringerVariation der konstruktiven Ausgestaltung erreichen.
  • D.h. Komplexität reduzieren und nach Möglichkeit vermeiden sowie durch geeignete Maßnahmen handhabbar machen.
 

Welche Methoden gibt es im Produktlebenszyklus?

  • Conjoint-Analyse, QFD
  • Baukastensystem, Modularisierung, Plattformen, Gleichteile
  • Batchverarbeitung ähnlicher Varianten bzw. Konfigurationen
  • Customer Relationship Management

Welche Systeme gibt es in der Produktionsplanung?

  • Systeme zur Auftragsabwicklung wie Konfiguratoren, Online-Vertrieb und Kataloge

Welchen Einfluss hat die Variantenbildung auf das IT-System Entwicklung und CAD und welche Probleme entstehen?

 

Entwicklung und CAD  
  • Wie wirken sich die Varianten auf die Parametriesierung von Bauteilen aus?
  • Änderung an einer Bauteilschnittstelle führt ggf. zur Änderung an mehreren Varianten
  • Stücklistenerzeugung für jede Variante notwendig
  • Ausnutzung von Kommunalitäten z. B. bei der Gleichteilverwendung
 

Welchen Einfluss hat die Variantenbildung auf das IT-System PDM und welche Probleme entstehen?

 

PDM
  • Vercodung von Varianten: Wie werden die Teilenummern etc. aufgebaut?
  • Unterscheidung von Fixteilen, variierenden Teilen (Alternativen) und optionalen Teilen/Gruppen
  • Stücklistenverwaltung (Variantenstücklisten)
  • Ausnutzung von Kommunalitäten um Redundanzen im Speicherbedarf zu einzusparen
 

Welchen Einfluss hat die Variantenbildung auf das IT-Systeme ERP(Enterprise Ressource Planning) und PPS (Produktionsplanung und -steuerung) und welche Probleme entstehen?

 

ERP (Enterprise Ressource Planning)
  • Disposition: Wann muss welche Variante geliefert werden?
  • Lagerhaltung: Welche Teile müssen für die Herstellung der georderten Variante noch eingekauft oder gefertigt werden?
  • Betroffene Stücklisten: Beschaffungsstücklisten, Dispositionsstücklisten
  • PPS (Produktionsplanung und -steuerung)
    • Welche Bestellungen können in Serien/Batches gefertigt/montiert werden?
    • Wie lässt sich die Fertigung in Batches mit dem Lagerbestand, den Lieferterminen und der Belegung der Fertigungs- und Montageeinrichtungen organisieren?
 

Wie sieht das Rahmenwerk zur Strukturierung der Problemstellungen uns Ansätzen aus?

Graphik verstehen...

Welche Wege gibt es, um die die Folgen der Variantenvielfalt zu beherrschen?

  • Beherrschung der Produktkosten
    • Plattformen
    • Module
    • Baukasten
    • Gleicheile
  • Beherrschung der Herstellungskosten
    • KANBAN
    • Just-in-time, Just-in-sequenz
    • Lieferantenpark
    • Verlagerung
  • Beherrschung der Angebotsvielfalt
    • Kataloge
    • Handbücher
    • Konfiguratoren
    • Online-Vertrieb

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