HF Pflege


S. M.
Diese Lernkarten thematisieren suizidales Verhalten und die damit verbundenen psychischen Zustände wie Hoffnungslosigkeit und Mental Pain. Sie erklären Risikofaktoren, Warnsignale und Interventionsmöglichkeiten für den Umgang mit Betroffenen, besonders in der Mittelschule. Ideal für Schüler und Fachkräfte, die Grundlagenwissen zur Prävention und Unterstützung benötigen.
Karten
25
Lernende
71
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Mittelschule
Erstellt / Aktualisiert
26.07.2015 / 30.09.2026

Lernkarten

Erläutere die Stadien von Suizidalität

1. Erwägung

2. Ambivalenz

3. Entschluss

Präsuizidales Syndrom nach Ringel: 

  • Zunehmende Einengung (situativ, Zwischenmenschlich und bezüglich Wertewelt
  • Situativ: Einengung der persönlichen Möglichkeiten der Lebensgestaltung, Lebensumstände werden als bedrohlich oder unüberweindbar erlebt.
  • Dynamisch: Stimmung, Gedanken & Assoziationen geht nur noch in eine Richtung. führt zu depr. Verstimmung
  • Zwischenmenschlich: Fühlen sich von allen verlassen
  • Wertewelt: Nichts mehr hat einen Wert, Interesselosigkeit, Gleichgültigkeit, Selbstwertgefühl beschädigt
  • Gehemmte & gegen sich gerichtete Aggression
  • Suizidphantasien: intensive, gedankliche Beschäftigung mit der Selbsttötung

Ablauf der Suizidalität:

Mental Pain: 

  • traumatisch erlebter Zustand
  • "Es ist so schlimm, ich halte es nicht mehr aus"
  • Verlust von vorn & hinten, links & rechts
  • Ich sehe keine Zukunft mehr
  • Ich kann die positiven Seiten nicht mehr sehen

Suizidhandlung: 

  • Eiziges Ziel: der seelische Schmerz muss weg, koste es was es wolle. Suizid als Lösungsweg
  • Suizidhandlung geschieht in einer Art Trance
  • Wenig körperl. Sz
  • "Autopilot"

Aufwachen:

Oft apruptes Ende. "was habe ich gemacht?"

Definition Suizid: 

Sachverhalt der Selbsttötung 

versch. Mythen: 

Was ist die gröste Gefahr des Suizids:

Grösste Gefahr für Suizide sind bereits versuchte Suizidalität und Suizid in der Familie

Direkte Suizidhinweise

Suizidankündigungen, Suiziddrohungen

 

Indirekte Suizidhinweise

  • Beschäftigung mit Tod und Sterben
  • Gefühle von Sinn- & Hoffnungslosigkeit
  • Rückzug
  • Veränderung von Gewohnheiten

Suizidfolgen:

  • Erhöhte Gefahr eines erneuten Suizidversuches
  • Schamgefühle
  • Abspeicherung eines Handlungplans
  • Nachahmungseffekt --> Presse

6 Phasen Modell nach Reisch: 

  1. Präsuizidale Phase
  2. Mental Pain
  3. Suizidalhandlungsphase
  4. finale Ambivalenz
  5. finale Handlungsphase
  6. Aufwachen

Regeln im Umgang mit Suizidalen Patienten: 

  • Vermitteln von viel Zeit
  • Zuerst hinhören, zuhören & dann strukturieren
  • Empfindungen & Gefühle im Bezug auf Suizidal. ansprechen
  • Emphatische Begleitung
  • Aktive Freundlichkeit --> Interesse zeigen
  • Stützend & Verständnissvoll Da sein

Gefahren im Umgang:

  • Vorschnelle Tröstung
  • Ermahnung / Verallgemeinern
  • Ausfragen / Nachforschen
  • Ratschläge
  • Bagatellisieren

Protektive Faktoren:

  • Kinder
  • Verantwortungsgefühl
  • Schwangerschaft
  • Religiosität
  • pos. Therapeutische Beziehung

Besondere Gefahrensituationen:

  • Familienvorgeschichte - Suizide von Eltern..
  • Krankheitsverlauf- Dauer, Hospitalisationen..

Definition Hoffnung

Hoffnung ist die auf die zukünftige Erfüllung eines Wunsches hin ausgerichtete Erwartung, Hoffnung bezieht sich auf etwas das noch nicht ist, jedoch ereichbar scheint. 

Definition Hoffnungslosigkeit:

Ist ein subjektiver Zustand bei dem ein Mensch begrenzte oder keine Alternativen sieht oder keine Wahl hat und unfähig ist, Energie zu mobilisieren. 

Ursachen der Hoffnungslosigkeit

  • Fehlen an inneren Ressourcen oder Energien zur Überwindung
  • Enttäuschte Hoffnung
  • Abwesenheit von Zugehörigkeit, Zukunftschancen, Selbstvertrauen
  • Krankheit, Verlust
  • Isolation

Erleben & Bedeutung von Hoffnung

  • Hoffnung gibt Kraft, Mut und Vertrauen in die Zukunft
  • Hoffnung ist Ausdruck des Lebens, Selbst Menschen die Suizid begehen tun dies aus der Hoffnung auf ein neues, besseres Leben
  • Hoffnung prägt das Krankheitserleben und oft den Krankheitsverlauf

Anzeichen von Hoffnungslosigkeit

  • Einsamkeit
  • Ausgeliefert sein, Sinnkrise
  • Keine Zukunftsperspektive

Interventionen gegen die Hoffnungslosigkeit: 

  • Caring: Hoffnung haben, Da sein
  • Selbstwertgefühl steigern durch Vertrauen in Fähigkeit
  • Probleme erkennen, Lösungsstrategie erarbeiten
  • Beziehungen zu andern Menschen unterstützen
  • Spirituelle Bedürfnisse erfassen & integrieren
  • positive Erinnerungen aktivieren
  • Helfen neue Ziele zu finden
  • Bezugspflegesystem

Suizid Motive:

 

  • Erlösung von psychischem/physischem Leid
  • Suche nach Ruhe & Geborgenheit
  • Hilfsapell
  • Hoffnungslosigkeit
  • Entlastung von Schuldgefühlen

Suizidale Risikofaktoren

  • Männer
  • >45j
  • allein stehend
  • Arbeitslos
  • Frührere Suizidversuche
  • Angst oder Panikattacken

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