Nephro- und Endokrinologie

Wasser-und Elektrolythaushalt, Endokrinologische Störungen, Urologische Notfälle

Wasser-und Elektrolythaushalt, Endokrinologische Störungen, Urologische Notfälle


D. Z.
Diese Lernkarten decken nephrologische und endokrinologische Krankheitsbilder sowie deren Pathophysiologie und Therapien ab. Sie behandeln Niereninsuffizienz, Glomerulonephritis, Elektrolytstörungen wie Hyponatriämie oder Hyperkaliämie sowie Schilddrüsenerkrankungen wie Hypo- und Hyperthyreose. Auch Notfälle wie Urosepsis oder Fournier-Gangrän werden thematisiert. Ideal für Medizinstudierende und Ärzte, die ihr Wissen zu Nierenfunktion, Hormonhaushalt und akuten Stoffwechselentgleisungen vertiefen möchten.
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Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
19.04.2026 / 19.04.2026

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Grundlagen Wasser- und Elektrolythaushalt: Wasseranteil? Steuerung? 

Wasseranteil ca 60% beim Erwachsenen -> 30L Intrazellulär und 15L Extrazellulär

Steuerung:

  • Antidiuretisches Hormon (ADH)
  • Renin Angiotension Aldosteron System (RAAS)
  • Atrial natriuretisches Peptit (ANP)

Definition Osmose und Diffusion? 

Eigenschaften der kristalloiden Lösungen? 

  • kurze Verweildauer intravasal
  • ersetzen knapp 20% des effektiven Blutverlustes -> 4-5L Kritalloide für 1L Verlust 
  • bei Dehydratation Mittel der Wahl
  • gut verträglich, kostengünstig

 

NaCl 0.9% Indikationen und Kontraindikationen? 

Indikationen:

  • hypotone oder isotone Dehydratationszustände
  • milde Schockzustände aufgrund Elektrolytverlust (Erbrechen, Diarrhoe)
  • Hyponatriämie
  • Trägerlösung für Medikamente 

Kontraindikationen: 

  • Hypovolämie
  • Hypernatriämie (Rilac oder Glukose) 
  • Hyperchlorämie
  • hypertone Dehydratation (viele Teilchen, wenig Wasser) 

Was enthält Ringerlactat? Indikationen vs Kontraindikationen? 

Enthält: Natrium, Kalium, Calcium, Chlorid, Laktat 

Indikationen: 

  • isotone Dehydratation 
  • hypovoläme Schockzustände

Kontraindikationen:

  • Hypervolämie
  • Hyperkalziämie
  • schwere generralisierte Ödeme
  • schwere Stauungs-Herzinsuffizienz 
  • schwere Niereninsuffizienz 

Zeichen einer Hypovolämie? 

  • Schleimhäute
  • Hypotension
  • Tachykardie (nimmt im Stehen um 30bpm zu)
  • Durstgefühl
  • Halsvenen
  • Handrückenvenenfüllung
  • Sono Vena Cava

Definition und Ursachen einer Hypernatriämie? 

Definition: Serum-Natrium >145mmol/l

(-> mehr Flüssigkeit geht verloren, Na wird zusätzlich via RAAS rückresorbiert)

Ursachen: 

  • relataiver Wassermangel, meist durch unzureichende Wasserzufuhr
  • seltener durch Natriumüberschuss (zu viel Zufuhr, Intoxikationen)

Risikogruppen: Ältere Menschen, Pat. mit eingeschränkter Vigilanz, Kinder- und Intensivpatienten, Nierenerkrankungen 

Pathophysiologie Hypernatriämie?

die entstandene Hyperosmolarität des Plasmas führt zu einem Wasserausstrom aus den Zellen -> neuronale Schrumpfung = neurologische Symptome 

Chronisch (>48h): passen sich die Zellen an, was die Symptome abmildert ABER das Risiko steigt für ein Hirnödem bei zu schneller Korrektur -> Flüssigkeit verdünnt Natirum - Körper muss Osmolarität wieder umstellen da er sich chronisch weniger Flüssigkeit gewöhnt ist, wenn zu schnell korrigiert wird geht das Wasser in die Zellen = Hirnödem

Symptome einer Hypernatriämie?

  • Verwirrtheit
  • Somnolenz
  • Desorientierung
  • Krampfanfälle
  • Koma 

Therapie der Hypernatriämie? 

Anamnese sehr wichtig! Ab 48h gilt die Hypernatriämie als chronisch = vorsichtig behandeln!

  • Sicherung der Vitalfunktionen
  • bei schweren Symptomen (Krampfanfälle, Koma) vorsichtige initiale Volumengabe mit Kristalloiden 

Im Spital: vorsichtige Gabe von hypotoner Lösungen (5% Glukose) für Korrektur von <10-12mmol/l / 24h 

Definition und Ursachen der Hyponatriämie?

Definition: Serum-Natrium <135 mmol/l 

= Wasserüberschuss

Ursachen: 

  • gesörte renale Ausscheidung - inadäquate ADH Sekretion (SIAD)
  • Hypovolämie - Erbrechen
  • Diuretika
  • Hypervolämie (Herzinsuffizienz)
  • exzessive Wasserzufuhr 

Pathophysiologie der Hyponatriämie? 

es kommt zu einer Hypoosmolarität des Plasmas -> Wassereinstrom in die Zellen (v.a. Gehirn) = Risiko Hirnödem 

Gefährdete Patientengruppen einer Hyponatriämie? Was sind Symptome? 

Gefährdete Patientengruppen: ältere Menschen, Patienten mit Tumoren, postoperativ, chronischer C2 Gebrauch

Symptome: 

  • Schwäche, Kopfschmerzen
  • Verwirrtheit
  • Krampfanfälle
  • Koma

Therapie der Hyponatriämie?

  • Bei Krampfanfällen Gabe eines Benzodiazepin -> rascher Transport in Klinik mit Intensivstation 
  • Therapie je nach Ursache (Flüssigkeitsrestriktion, Volumengabe, Schleifendiuretika

CAVE: zu schnelle Korrektur kann eine osmotische Demyelinisierung verursachen

Welche drei Formen der Hyponatriämie gibt es? 

Hypovolämische Formen: Wasser  und Elektrolyte gehen verloren -> meist bei GI-Verluste wie Diarrhoe, Erbrechen

Euvolämische Hyponatriämie: nur Elektrolyte gehen verloren -> SIAD

Hypervolämische Hyponatriämie: Volumen wird zurück gelagert, Natrium wird verdünnt -> Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, Medikamente

Definition und Ursachen der Hypokaliämie? 

Definition: Serum-Kalium <3.5mmol/l

Ursachen: verminderte Kaliumaufnahme oder übermässige Kaliumverluste im Urin oder GI Trakt

  • chronische Diarrhoe, langwieriges Erbrechen
  • Diuretika
  • Alkalose
  • Insulin
  • Hypothermie
  • Hypovolämie -> RAAS -> Aldosteron -> Kaliumausscheidung -> Natriumrückresorption 

 

Diagnostik einer Hypokaliämie?

Was ist im EKG sichtbar bei einer Hypokaliämie? 

Diagnostik: Anamnese, EKG (innerklinisch ABGA, BE)

Im EKG sichtbar:

  • ST Senkungen
  • U-Welle
  • T Negativierungen 

Wann sollte an eine Hypokaliämie gedacht werden? 

  • Arrhythmien 
  • Polyurie
  • Insulingabe
  • grosse gastrointestinale Verluste
  • Muskelschwäche, Muskelzittern

Definition und Ursachen einer Hyperkaliämie? 

Definition: Serum-Kalium >5.0mmol/l (schwer ab >6.0mmol/l)

Ursachen:

  • Niereninsuffizienz
  • Medikamente (ACE Hemmer, Kaliumsparende Diuretika)
  • DM
  • metabolische Azidose
  • Hyperaldosteronismus
  • exzessive Kaliumzufuhr (Bsp. Trockenfrüchte) 

Was passiert bei einer Azidose mit dem Kalium? 

Therapie der Hyperkaliämie? 

  • Calcium - Stabilisierung kardialer Membran
  • Defi Pads
  • in Spital mit Dialyse, IMC,IPS 
  • NaBic
  • Salbutamol als Beta 2 Agonist (10mg)
  • Insulin-Glukose-Infusion (Insulin nimmt Kalium in Zelle, Glukose das BD nicht sinkt)

Komplikationen einer Hyperkaliämie?

  • Arrhythmien (KF, Asystolie)
  • Muskelparalyse 
  • Metabolische Azidose 

Tabelle Natrium/Kalium 

Definition und Ursachen der Hypomagnesiämie? 

Definition: Serum-Spiegel Magnesium <1.7mg/dl (Werte <1.2mg/dl schwer + symptomatisch)

Ursachen:

  • Unzureichende Zufuhr (Mangelernährung, C2)
  • GI-Verluste (Diarrhoe)
  • Renale Verluste (Diuretika, Protonenpumpenhemmer)

Gefährdete Patienten: Patienten mit DM Typ 2, chron. C2 Abusus, Pat auf IPS

Symptome einer Hypomagnesiämie? 

  • Lethargie
  • Muskelschwäche, Muskelkrämpfe 
  • Nausea, Emesis
  • Herzrhythmusstörungen (schwer)
  • Tetanie, Krampfanfälle, Tremor (schwer) 

Therapie Hypomagnesiämie? 

  • bei Vd. a. Vitale Bedrohung -> 2g Magnesium i.v über 10-20min
  • innerklinisch: Substitution oral, iv. und Korrektur Begl. Elektrolytstörungen

Wie zeigt sich Hypokalziämie, Hyperkalziämie? 

Übersicht Elektrolytstörungen

Was sind endokrinologe Organe/Drüsen? 

Anatomie Schilddrüse und deren Funktion (T3,T4)?

Was ist eine Hyperthyreose? Welche Formen gibt es? 

= Überfunktion der Schilddrüse - hohe Spiegel der Schilddrüsenhormone + Beschleunigung der Lebensfunktionen 

Unterschieden wird zwischen Funktionsstörungen und Strukturveränderungen

Formen:

  • Latente Hyperthyreose = T3,T4 im Normbereich TSH tief
  • Manifeste Hyperhyreose = T3 , T4 erhöht und klinische Symptome liegen vor
  • Thyreotoxische Krise = Lebensbedrohliche Verschlimmerung der Hyperthyreoten Stoffwechsellage -> es wird ungebremst T3,T4 ausgeschüttet

Regelkreis der Hyperthyreose (Pathophysiologie/Physiologie)?

Häufigste Ursachen Hyperthyreose? 

  • Morbus Basedow 
  • toxischer mehrknotiger Kropf
  • einziges bösartiges Knötchen
  • Thyreoiditis

Symptome einer Hyperthyreose? 

entsteht langsam und macht typische Symptome: 

  • Tachykardie und Hypertonie - Gabe von Betablocker (v.a. in thyreotoxischer Krise)
  • Arrythmien
  • Übermässiges Schwitzen und Überhitzung
  • Tremor der Hände
  • Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit 
  • Veränderungen der Menstruation 

Symptome Morbus Basedow?

  • Schwellungen rund um die Augen, verstärkte Tränenproduktion, Reizungen und starke Lichtempfindlichkeit 
  • Hervortretende Augen - Exophthalmus 
  • Doppeltsehen (Diplopie)

 

Therapie Hyperthyreose? 

  • Behandlung mit radioaktivem Jod 
  • Behandlung mit Medikamenten - Betablocker, Methimazol
  • operativer Eingriff - Thyreoidektomie 

 

Ursachen und Gefahr der thyreotoxischen Krise? 

= akut und lebensbedrohlich exacerbierte Hyperthyreose - Letalität 10-30%

Hauptgefahr: massive Kreislaufüberbelastung durch Katecholamin Boost 

Ursachen: 

  • Kontrastmittelgabe, Amiodaron Therapie
  • Stress
  • Infektionen, Unfälle
  • ASS-Intox
  • falsche Dosierung von Schilddrüsenmedikamenten 
  • Doping

 

Stadien der thyreotoxischen Krise?

Therapie der thyreotoxischen Krise? 

  • Sauerstoffgabe
  • Volumengabe 3-5l
  • Senken der Körpertemperatur 
  • Betablocker (dämpfen Katecholamin Wirkung)
  • Paracetamol & NSAR (fiebersenkend, analgetisch, entzündungshemmend)
  • Glukokortikoide (hemmen Konversion von T4 zu T3) 

-> Transport in Klinik mit Schockraum/Intensivstation

Kein Cordarone!! (stark jodhaltig) 

Definition Hypothyreose? 

= Schilddrüsenunterfunktion

  • Latente Hypothyreose: TSH erhöht, T3 + T4 normal
  • Primäre Hypothyreose: TSH erhöht, T4 erniedrigt
  • Kritischer Verlauf: Myxödemkoma (dekompensierte Hypothyreose)
  • Sonderform: TSH tief (sekundäre Hypothyreose)

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