Therapie OAB
Medikamentöse Therapie OAB
Medikamentöse Therapie OAB
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Cartes-fiches
Antimuskarinika – Wirkmechanismus bei OAB
Blockade muskarinerger Rezeptoren (v. a. M3, teilweise M2) im Detrusor → Hemmung parasympathischer Kontraktion → Verminderung von Harndrang, Frequenz und Dranginkontinenz.
Antimuskarinika – Beispiele
Solifenacin (Vesicare®), Tolterodin (Detrusitol®), Darifenacin (Emselex®), Fesoterodin (Toviaz®), Oxybutynin (Kentera®, Vesoxx®), Trospiumchlorid (Spasmex®, Spasmo-Urgenin®).
Antimuskarinika – wichtigste Nebenwirkungen
Mundtrockenheit 20–30 %, Obstipation 10–20 %, Sehstörungen ~3–5 %, Schwindel ~2–3 %, kognitive Störungen v. a. bei älteren Patientinnen möglich.
Antimuskarinika – wichtige Kontraindikationen
Harnverhalt, Magenretention, unkontrolliertes Engwinkelglaukom; Vorsicht bei Polypharmazie und anticholinerger Last (z. B. Antidepressiva, Antipsychotika).
Antimuskarinika – prüfungsrelevante
Besonderheiten Trospiumchlorid kaum ZNS-gängig und nicht über CYP450 metabolisiert; Darifenacin relativ M3-selektiv.
β3-Agonisten – Beispiel
β3-Adrenozeptor-Agonisten – Wirkmechanismus
Mirabegron (Betmiga®).
Stimulation von β3-Rezeptoren im Detrusor → Relaxation des Blasenmuskels in der Speicherphase → Erhöhung der Blasenkapazität.
β3-Agonisten – Nebenwirkungen
Hypertonie ~7–11 %, HWI ~3–4 %, Nasopharyngitis ~3–4 %, Tachykardie ~1 %, Kopfschmerzen ~3 %.
β3-Agonisten – wichtige Kontraindikationen .
Schwere oder unkontrollierte Hypertonie
β3-Agonisten – prüfungsrelevante Besonderheiten
CYP2D6-Inhibitor → Interaktionen mit z. B. Metoprolol oder Desipramin; kann Spiegel von Digoxin erhöhen.
Botulinumtoxin – Wirkmechanismus bei OAB
Hemmung der Acetylcholinfreisetzung an cholinergen Nervenendigungen → funktionelle „Lähmung“ des Detrusors → weniger Detrusorüberaktivität.
Botulinumtoxin – Indikation
OAB nach Versagen konservativer und medikamentöser Therapie.
Botulinumtoxin – Nebenwirkungen
HWI ~18 %, Dysurie ~9 %, Harnverhalt ~6 %, erhöhter Restharn ~3–6 %.
Botulinumtoxin – Wirkungseintritt und Dauer
Wirkungseintritt meist innerhalb 1–2 Wochen; Wirkdauer etwa 6–9 Monate.
Botulinumtoxin – prüfungsrelevante Besonderheiten
Intravesikale Injektion in den Detrusor; Wiederholung möglich; selten intermittierender Selbstkatheterismus notwendig.
Flavoxat – Wirkmechanismus
Spasmolytikum mit Ca-antagonistischer Wirkung, PDE-Hemmung und lokalanästhetischem Effekt.
Flavoxat – Stellenwert OAB-Therapie
nur als Additivum; Evidenz schwächer als bei Antimuskarinika.
Desmopressin – Wirkmechanismus
ADH-Analogon → erhöhte Wasserresorption in den Sammelrohren → reduzierte Urinproduktion.
Desmopressin – Indikation
Desmopressin – wichtigste Nebenwirkung
Nykturie oder Enuresis nocturna bei fehlenden anderen Ursachen.
Hyponatriämie ~4–6 %.
Lokale vaginale Östrogene
Lokale vaginale Östrogene
Wirkprinzip Verbesserung der urogenitalen Schleimhaut und Atrophie → mögliche Reduktion irritativer Blasenbeschwerden.
Beispiele Ovestin®, Oestro-Gynaedron®, Vagifem®, Estring®, Blissel®, Gynoflor®.