8.2 Ernährungslehre

-Erbrechen -Schluckstörungen -Aspiration & Aspirationsprophylaxen -Anorexia nervosa -Flüssigkeitsmangel

-Erbrechen -Schluckstörungen -Aspiration & Aspirationsprophylaxen -Anorexia nervosa -Flüssigkeitsmangel


M. M.
Karten
27
Lernende
4
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
12.12.2024 / 13.02.2025

Lernkarten

Symptome bei Flüssigkeitsmangel

  • Durst
  • Hypotonie
  • Trockene, in Falten abhebbare Haut
  • Trockene Schleimhäute
  • Kontentrierter Urin
  • Kopfschmerzen
  • Verwirrtheit
  • Obstipation

Gründe/Ursachen für übermässige Flüssigkeitsausscheidung

  • Starkes Schwitzen durch Sport
  • Körperliche Anstrengungen
  • Fieber
  • Diarrhö und Erbrechen
  • Hyperglykämie
  • Hoher Blutverlust
  • Verbrennungen auch Sonnenbrand
  • Einnahme von Diuretika

Gründe/Ursachen von Exsikkose

  • Verändertes Durstgefühl
  • Schluckstörungen
  • Getränke sind nicht erreichbar oder schmecken nicht
  • Durst kann nicht geäussert werden
  • Klient vergisst zu trinken
  • Klient möchte nicht zu oft auf die Toilette gehen und trinkt deshalb wenig

Verlauf/Prognose von Anorexia nervosa

Bei anorektischen Klienten sind nach 4-5 Jahren ca 40% geheilt, ca 5% der Betroffenen sterben. Nach 20-30 Jahren sind etwa 60-75% geheilt, dafür steigt die Todesrate auf 15-20%

Therapie von Anorexia nervosa

Eine stationäre Behandlung mit psycho-, verhaltens- und soziotherapeutischer Betreeung 

Diagnose von Anorexia Nervosa

  • BMI von 17,5 oder weniger
  • Das Körpergewicht wird durch strenges Fasten, übermässiges körperliches Training möglichst tiefgehalten.
  • Grosse Angst vor Gewichtszunahme
  • Veränderte/Verzerrte Körperwahrnehmung
  • Beeinträchtigung der Geschlechtsdrüsenfunktion, Amenorrhoe, Libido- und Potenzverlust

Symptome von Anorexia Nervosa

  • Starker Bewegungsdrang
  • Kälteüberempfindlichkeit
  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsstöungen
  • Chronische Müdigkeit
  • Depressive Verstimmung mit Suizidgefahr

Ursachen/Risikofaktoren von Anorexia Nervosa

  • Starke Schlankheitsidealvorstellungen
  • Labiles Selbstwertgefühl
  • Tendenz zu Perfektionismus
  • Hohe Leistungsorientierheit
  • Geringe Fähigkeit mit Stress und Spannungen umzugehen
  • Körperliche oder psychische Misshandlung
  • Nicht zurechtkommen mit der Geschlechterrolle als Mann oder Frau

Hauptrisikogruppe sind Mädchen und junge Frauen im Alter von 8-24 Jahren

Anorexia nervosa Definition

Magersucht. Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche, psychische Essstöung mit zwanghaftem Fasten bis hin zur vollständigen Nahrungsverweigerung und einer extremen Gewichtsabnahme.

Aspirationsprophylaxen

  • Oberkörper zum Essen und Trinken und nach dem Essen für mindestens 20-30 Minuten hochlagern
  • Menschen mit Dysphagie genug Zeit geben zum Essen und trinken
  • Gründliche Mundhygiene durchführen nach dem Essen
  • Angepasste Kostform anbieten 
  • Absauggerät bereitsstellen 

Wie muss man sich bei einer Aspiration verhalten?

  • Notruf auslösen
  • Oberkörper vorbeugen und kräftig husten
  • Hustenstösse mit Druck auf die Flanken unterstützen
  • Ruhe bewahren
  • In vorübergebeugter Oberkörperposition 5 Schläge auf den Rücken zwischen die Schulterblätter (mit Stossrichtung Nacken)
  • In aufrechter Oberkörperposition nicht auf den Rücken klopfen, da die Nahrung noch tiefer in Atemwege rutschen kann
  • Heimlichmanöver
  • Atemwege freisaugen/absaugen

Definiton von Aspiration

Infolge fehlender Schutzreflexe dringen während der Einatmung flüssige oder feste Stoffe in die Atemwege ein. Dies ist ein akutes oder auch lebensbedrohliches Ereignis, da die Atmung dadurch mehr oder weniger stark behindert werden kann.

Vor einer Aspiration können alle Menschen betroffen sein.

Pflegemassnahmen bei Dysphagie

  • weiche Kost, flüssige Speisen/Getränke eindicken
  • kleine, mundgerechte Portionen
  • ruhige und stressfreie Atmosphäre
  • aufrechte Oberkörperhaltung, Kopf leicht nach vorn gebeugt
  • keine trockenen, krümmeligen, klebrigen oder faserige Lebensmittel

Indirekte Symptome bei der Dysphagie

  • Ungewollte Gewichtsabnahme
  • Dehydratation
  • Nahrungsverweigerung

Merkmale von Dysphagie

  • Vor, während oder nach der Nahrungs-, oder Flüssigkeitsaufnahme husten, räuspern, würgen oder niesen.
  • Feste und flüssige Nahrung oder Speichel läuft aus dem Mund
  • Sammeln von Speiseresten im Mund und in den Backentaschen
  • Gurgelnde Laute beim Schlucken
  • Sehr langsame Nahrungsaufnahme

Ursachen von Dysphagie

  • Neurologische Erkrkankungen (Multiple Sklerose, M. Parkinson, Demenz, Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma)
  • Pilzbefall oder Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Altersbedingte Veränderungen
  • Tumorerkrankungen im Bereich von Mund, Rachen, Speiseröhre
  • Strahlentherapie bei Kehlkopf- oder Zungenkarzinom
  • Chirurgische Eingriffe im Hals- / Wirbelsäulenbereich

Definition von Dysphagie

Als Dysphagie wird eine Störung des Schluckakts beim Trinken, bei der Nahrungsaufnahme oder beim Schlucken des eigenen Speichels bezeichnet.

Pflegemassnahmen beim Erbrechen

  • Kopfteil des Bettes hochstellen oder Klient in die Seitenlage bringen, damit eine Aspiration verhindert werden kann.
  • Nierenschale bereit stellen und dem Klienten reichen
  • Ruhig und tief durchatmen
  • Während des Erbrechens in der Nähe des Klienten bleiben
  • Wasser anbieten um den Mund zu spülen
  • Verschmutzte Bettwäsche wechseln und Zimmer lüften
  • Erbrochenes beobachten und dokumentieren
  • Falls der Verdacht auf eine Vergiftung besteht, muss das Erbrochene für eine Untersuchung aufbewahrt werden.

Zeitpunkt des Erbrechens und mögliche Ursachen dafür

Morgens vor dem Frühstück -> Schwangerschaft

                                                   -> chronischer Alkoholmissbrauch

Nach jeder Mahlzeit -> Gastritis

Nach bestimmten Nahrungsmitteln -> Unverträglichkeit

Nach Arzneimittel -> Unverträglichkeit

                                -> Nebenwirkungen

Geruch von Erbrochenem und mögliche Ursachen dafür

säuerlich -> Störungen der Entleerung des Magens

kotig -> Ileus

Farbe des Erbrochenen und mögliche Ursachen dafür

Hellrot-blutig -> akute Blutung im oberen Abschnitt des Magen-Darm-Trakts

Braun-schwarz-> Altblut

Braun -> Illeus

grünlich-gallig -> leerer Magen

unverdaute Nahrungsmittel -> Aussackungen der Speiseröhre 

                                                 -> verzehr verdorbener Speisen

                                                   -> zu hastiges Essen

 

Gefahren beim Erbrechen

  • Beim Erbrechen verliert der Organismus Wasser und Salze. Bei anhaltendem Erbrechen besteht die Gefahr von Dehydration.
  • Aspiration
  • Bei längerem Erbrechen "Veräzung" der Speiseröhre/Mundschleimhaut durch Magensäure

Reflektorisches Erbrechen

  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
  • Herzinfarkt
  • Reizungen der Rachenschleimhaut
  • Drehschwindel oder Reisekrankheit
  • Hormonelle Umstellung der Hormone während einer Schwangerschaft
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit oder verdorbene Nahrungsmittel

Zerebrales Erbrechen

  • Zerebrale Erkrankungen (Tumor, Blutung, Hirnschlag, Kommotio (Hirnerschütterung)
  • Im Gehirn toxisch wirkende Substanzen

Gründe für zerebrales oder reflektorisches Erbrechen

  • Zerebrales Erbrechen (das Brechzentrum im Gehirn wird gereizt.)
  • Reflektorisches Erbrechen (das Brechzentrum wird indirekt über das vegetative Nervensystem gereizt)

Was passiert beim Erbrechen?

Die Bauchmuskulatur und das Zwerchfell ziehen sich zusammen. Gleichzeitig erschlaffen die Muskeln der oberen Magenteile und des Ösophagus.

Definiton von Emesis

Emesis ist die Entleerung des Mageninhaltes über den Ösophagus und den Mund.

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